Martin Doerry

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Mein verwundetes Herz

Mein verwundetes Herz

 (27)
Erschienen am 12.11.2018
"Nirgendwo und überall zu Haus"

"Nirgendwo und überall zu Haus"

 (6)
Erschienen am 10.12.2007
Wie gut ist Ihre Allgemeinbildung? Kultur

Wie gut ist Ihre Allgemeinbildung? Kultur

 (4)
Erschienen am 29.08.2011
Wie gut ist Ihre Allgemeinbildung? Fußball

Wie gut ist Ihre Allgemeinbildung? Fußball

 (3)
Erschienen am 19.04.2012
Wen liebte Goethes "Faust"?

Wen liebte Goethes "Faust"?

 (2)
Erschienen am 07.09.2018
Die SPIEGEL-Affäre

Die SPIEGEL-Affäre

 (1)
Erschienen am 13.05.2013

Neue Rezensionen zu Martin Doerry

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Rezension zu "Mein verwundetes Herz" von Martin Doerry

Beeindruckendes Zeitdokument
graphidavor 2 Monaten

‚Mein verwundetes Herz‘ von Martin Doerry ist ein berührendes und bewegendes Buch.

 Erzählt wird, anhand von Briefen, die Geschichte von Lilly Jahn. Die Jüdin wächst wohlbehütet auf und ahnt lange Zeit nicht, dass ihr Glauben alles zerstören wird, was ihr wichtig ist. Sie lernt den angehenden Arzt Ernst kennen und als Leserin möchte man ihr zurufen ‚tu es nicht‘, denn Ernst ist ganz offensichtlich ein charakterschwacher und labiler Mensch, der ihr kein Glück bringen kann. Sie selbst ist Jahrgang 1900 und emanzipiert genug, um ihren eigenen Weg zu gehen, zu studieren und als Ärztin ganz in ihrem Beruf aufzugehen, allerdings nur kurze Zeit, denn die Nationalsozialisten verstehen es schon bald Lilli unter entsprechendem Druck an der Ausübung ihres Berufes zu hindern.
Ihr Mann Ernst ist ihr keine grosse Unterstützung, er scheint einfach alles geschehen zu lassen und mehr mit sich und später mit seiner Geliebten beschäftigt zu sein. Bis 1943 ist Lilli Jahn noch durch die Ehe geschützt, aber nachdem Ernst mit seiner Geliebten ein gemeinsames Kind hat, lässt er sich scheiden, wendet sich von Lilli ab und liefert sie damit dem NS-Regime schutzlos aus.

Lilli bekommt mit Ernst 5 Kinder, die ihre ganze Liebe und Aufmerksamkeit erhalten. Sie hadert nicht mit ihrem Schicksal, sondern bleibt hoffnungsvoll, dass diese schweren Zeiten, in denen sie denunziert und geächtet wird, vorübergehen. Leider bleibt es eine nicht zu erfüllende Hoffnung. Sie wird verhaftet und kommt zunächst in ein Arbeitserziehungslager. Immer noch voller Hoffnung schreibt sie in ihren Briefen ihre Gedanken, ohne zu klagen, nimmt regen Anteil am Leben ihrer Familie. Als Leserin weiß man spätestens nach dem Klappentext, was mit Lilli geschehen wird, dennoch ist man geneigt die Hoffnung zu teilen und von einer unerwarteten Wendung zu lesen.

Ihre fünf Kinder berichten beinah täglich in liebevollen Worten wie sehr sie fehlt, welche Entwicklung es gibt und wie sehr sie die Rückkehr der Mutter erhoffen. Monat für Monat vergeht, schließlich wird Lilli in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort umgebracht.

Das Buch ist ein beeindruckendes Zeugnis des Holocausts und der tiefen Liebe zwischen einer Mutter und ihren Kindern. 

Der Autor und Enkel von Lilli Jahn, Martin Doerry, hat unglaubliche Recherchearbeit geleistet und es war sicher kein leichtes Unterfangen die Dokumente zusammen zu tragen und Zeitzeugen zum Sprechen zu überreden. Entstanden ist ein beeindruckender und berührender Roman, dem Lilli Jahn sicher Respekt und Achtung entgegengebracht hätte und, sie wäre stolz auf ihren Enkel gewesen.

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Rezension zu "Wen liebte Goethes "Faust"?" von Martin Doerry

Ein Quiz für Kenner
seschatvor 9 Monaten

Martin Doerrys neuester SPIEGEL-Wissenstest zum Thema "Literatur" wartet mit einem bunten Fragenpotpourri auf. Darunter findet man u.a. die Kategorien Bestseller, Klassiker, verfilmte Literatur oder Science Fiction. Und die Fragen haben es derart in sich, dass selbst der belesenste Quizzer an der ein oder anderen Stelle kapitulieren muss. Kurzum, für die insgesamt 150 Fragen ist oftmals literarisches Spezial- statt Allgemeinwissen gefragt. Hinzu kommt, dass der Lösungsteil nicht leserfreundlich konzipiert wurde. Denn statt der standardisierten Lösung, wie z. B. 1c oder 2b, wird lediglich die richtige Lösung in Worten ausgeschrieben, so dass man immer wieder zur jeweiligen Frage zurückblättern muss. Das ist mühsam. Vielleicht wäre es hier sinnvoller gewesen, man hätte nach jedem Fragenkapitel sofort die richtigen Lösungen angeschlossen. 


Mein Highlight waren die Interviews im Anschluss ans Quiz. Hier kamen namenhafte Literaturkritiker (Volker Hage und Volker Weidermann) und Autoren (Eva und Robert Menasse) zu Wort und fachsimpelten über deren Tätigkeit und Wirkmacht. 

FAZIT
Ein solides Quizbuch, das aber nicht an Doerrys Quiz-Erstling heranreicht.

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Rezension zu ""Mein verwundetes Herz"" von Martin Doerry

Briefe voller Liebe
Bibi1960vor 10 Monaten

Die reinen Fakten des Lebens der jüdischen Ärztin Lilli Jahn sind rasch zusammengefasst.

Sie wurde am 5. März 1900 in Köln geboren, promovierte 1924 in Medizin und heiratete 1926 den nicht-jüdischen Arzt Ernst Jahn. Bis zum Jahr 1940 wurden fünf Kinder geboren – ein Junge und vier Mädchen. Ab 1933 musste sie ihre ärztliche Tätigkeit aufgeben und war nur noch „Hausfrau“. Im Jahr 1942 wurde ihre Ehe mit Ernst geschieden und 1943 wurde sie wegen eines Verstoßes gegen die Polizeiordnung verhaftet und im Arbeitserziehungslager in Breitenstein interniert. Im Mai 1944 wurde Lilli nach Auschwitz deportiert, wo sie im Juni 1944 starb.

Ihr Enkel Martin Doerry hat in seinem Buch „Mein verwundetes Herz“ das Leben Lilli Jahns aufgearbeitet.


Aus über 500 überlieferten Briefen, wovon ca. 250 aus der Zeit im Arbeitserziehungslager stammen, ist eine ungewöhnliche, tief zu Herzen gehende Biographie entstanden. Bedingt durch die Zensur konnte Lilli Jahn sicher nicht alles wahrheitsgemäß berichten, daher dreht sich ihre Korrespondenz mit den Kindern größtenteils um alltägliche Dinge. Eindrucksvoll ist dabei die tiefe Liebe und Zärtlichkeit, die aus den hin-und-her gehenden Briefen spricht.

Dieses Buch stellt eine ganz andere Art von Biographie eines jüdischen Schicksals während der NS-Zeit dar. Es zeigt nicht plakativ die Gräuel, sondern ist behutsam, voller Liebe und Zärtlichkeit. Gerade dadurch ist es so bemerkenswert und hat mich (besonders als Mutter) tief berührt. Nicht umsonst wurde es in 18 Sprachen übersetzt.

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