Martin Ehrenhauser

 4,7 Sterne bei 41 Bewertungen
Autor*in von Der Liebende, Der Liebende und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Martin Ehrenhauser, geboren 1978 in Linz, ist ehemaliger EU-Abgeordneter und Sachbuchautor. Seine Publikationen und investigativen Recherchen führten zu internationalem Medienecho (u.a. The Guardian, Financial Times, Weltwoche, Die Presse). Er schrieb zahlreiche Gastkommentare für deutsche und österreichische Tages- und Wochenzeitungen. Sein Sachbuch »Die Geldroboter« diente als Vorlage für den gleichnamigen ARTE-Dokumentarfilm, dessen Drehbuch Martin Ehrenhauser schrieb. Er lebt mit seiner Familie in Brüssel und Linz.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Martin Ehrenhauser

Cover des Buches Der Liebende (ISBN: 9783548069746)

Der Liebende

 (34)
Erscheint am 30.10.2024
Cover des Buches Der Liebende (ISBN: 9783844934519)

Der Liebende

 (6)
Erschienen am 27.04.2023

Neue Rezensionen zu Martin Ehrenhauser

Cover des Buches Der Liebende (ISBN: 9783471360606)
friederickesblogs avatar

Rezension zu "Der Liebende" von Martin Ehrenhauser

Ein Buch tiefgründig und berührend
friederickesblogvor 4 Monaten

Das Cover:

Das Cover ist eine schlichte Zeichnung zweier sich umarmender Menschen. Ich wurde sofort angesprochen und berührt. Eine sehr stimmige Buchpräsentation. Auf den Punkt das, was das Buch ausmacht. 

 

Die Geschichte:

Monsieur Haslinger, der als pensionierter katholischer Priester in Brüssel lebt, beobachtet von seinem Balkon aus, seine neue Nachbarin, die ihn mit ihrer Lebensfreude vereinnahmt. Sie treffen sich und führen anregende Gespräche. Als er sie ein paar Tage nicht sieht und ihre Pflanzen auf der Terrasse nicht versorgt werden, macht er sich Sorgen. Zufällig trifft er sie im Krankenhaus, als er dort einen Besuch macht. Sie bittet ihn, mit ihr an die Nordsee zu reisen. Dort sagt und zeigt sie ihm, wie sehr sie ihn mag, was für ihn als ehemaliger Priester im Zölibat nicht gerade einfach ist. Doch die beiden lieben sich. Während es für Monsieur Haslinger das erste Mal ist, ist es für Madame Janssen das letzte Mal. 

Meine Meinung:

Schon auf den ersten Seiten entfaltet sich eine berührende Atmosphäre. Die beiden Protagonisten Monsieur Haslinger und die neue Nachbarin Madame Janssen schlichen sich bei mir ein und ließen mich an ihren Leben, den Gedanken und Gefühlen teilhaben. Sie sind fein ausgearbeitet und sehr überzeugend. Martin Ehrenhauser hat diese Geschichte in einer Sprache geschrieben, die sehr tief bewegt, bildhaft stark ist, auch manchmal dafür sorgte, dass ich die Luft anhielt und nachdachte. Ein schweres Thema mit dem dennoch viel Lebensmut, Zuversicht, Liebe und spätes Glück, einher geht. 

Mein Fazit: Eine leise Geschichte, die von einer starken Liebe und Zuneigung erzählt. Ein Buch das lange nachwirkt. Ich möchte es sehr ans Herz legen. 

Heideline von Friederickes Bücherblog

Cover des Buches Der Liebende (ISBN: 9783471360606)
Irene123s avatar

Rezension zu "Der Liebende" von Martin Ehrenhauser

Eine zutiefst berührende Liebesgeschichte
Irene123vor 5 Monaten

Monsieur Haslinger ist ein katholischer Seelsorger im Ruhestand, der sich noch immer ein wenig um die deutsche Gemeinde in Brüssel kümmert. Er führt ein einsames, aber nicht unglückliches Leben, macht gerne längere Spaziergänge durch Brüssel und kümmert sich liebevoll um die Pflanzen auf seinem kleinen Balkon. Bis er eines Tages Madame Janssen im Nachbarhaus schräg gegenüber kennenlernt und sich von ihrer Lebensfreude und Offenheit sofort angezogen fühlt. Trotz großer Unterschiede - er der stille, feinfühlige Gewohnheitsmensch, sie die unkonventionelle Abenteurerin - fühlen sie sich sofort zueinander hingezogen, führen anregende Gespräche miteinander und machen Ausflüge in die Natur. Auch als Madame Janssen einige Tage im Krankenhaus verbringen muss, besucht Monsieur Haslinger sie regelmäßig und kümmert sich um ihre Balkonpflanzen. Schließlich bittet Madame Janssen ihn, mit ihr an die Nordsee in ihr Haus zu reisen, um einige Zeit dort mit ihr zu verbringen. Und dort geschieht, was der zölibatär lebende Monsieur Haslinger nie erwartet hätte: Sie lieben sich. Doch was er noch nicht weiß: Für Madame Janssen wird es das letzte Mal sein... 

"Der Liebende" von Martin Ehrenhauser ist eine der schönsten Liebesgeschichten, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Ohne jeglichen Kitsch, bedächtig und leise entwickelt sich eine tiefe Liebe zwischen zwei Menschen, deren Leben unterschiedlicher nicht hätte sein können. Er, der katholischer Seelsorger, der seine Entscheidung, zölibatär zu leben kaum jemals hinterfragt hat und sein Leben immer in den Dienst anderer gestellt hat. Sie, die weitgereiste Diplomatin, die zwar ein aufregendes und abwechslungsreiches Leben geführt, sich aber nie an die echte, tiefe Liebe herangewagt hat. Das Zusammentreffen der beiden verändert ihr Leben nachhaltig, Monsieur Haslinger öffnet sich zum ersten Mal in seinem Leben der Liebe zu einer Frau und wird aus seiner Einsamkeit gerissen, Madame Janssen erlebt zum ersten Mal die Fürsorge eines Mannes, der sie tief und aufrichtig liebt. 

Für mich hat dieses Buch eine ganz wichtige Botschaft. Wahre Liebe kann nur dann entstehen, wenn man sich mit all seinen Unvollkommenheiten, seinen Ängsten und Sorgen einem anderen anvertraut. Wenn man den anderen nicht ändern möchte, sondern akzeptiert und respektiert, wie er ist, trotz all der Unterschiede. Wenn man jeden Tag so lebt, als wäre er der letzte, jeden noch so unspektakulär scheinenden Moment, den man miteinander verbringen darf, wertschätzt, sei es ein Strandspaziergang, ein gemeinsames Abendessen, das gemeinsame Betrachten eines Sonnenuntergangs, eine liebevolle Umarmung... Denn es ist nicht selbstverständlich, dass der geliebte Partner auch am nächsten Tag noch da sein wird.

Cover des Buches Der Liebende (ISBN: 9783471360606)
Hyperikums avatar

Rezension zu "Der Liebende" von Martin Ehrenhauser

Eine fein inszenierte Geschichte
Hyperikumvor 6 Monaten

Monsieur Haslinger, pensionierter Geistlicher, gibt im Hopital Saint-Pierre in Brüssel, ehrenamtlich Beistand. Schon so lange allein lebend, weiß er was ihm gut tut, daher nimmt er kleine Portionen zu sich, immer voran ein kleines Gebet des Dankes. Er geht am frühen Abend zu Bett und lebt bescheiden in einem Ein-Zimmer-Appartement. Sein kleiner Balkon wird geziert von einem Blumenmeer, denn er versteht sich gut darin und weiß ihnen zu geben was sie brauchen. 

An einem Abend liegt er noch lange wach, weil die neue Nachbarin Gäste hat. Es ist ein warmer Abend, daher geht er zum Fenster und schaut dem Treiben ein Weilchen zu. Nachdem die Gäste sich verabschiedet haben, räumt Madame Janssen Gläser und Flaschen ins Haus. Sie spürt, dass sie beobachtet wird und spricht in die Dunkelheit, fragt ihn, ob sie zu laut waren. Nach dem ersten Schreck des Ertappt werdens, beginnt Monsieur sich in ihrer Anwesenheit wohl zu fühlen.

Er lädt seinen besten Freund, den Docteur zu einer Runde Schach ein. Diesesmal untermalen sie das Spiel mit einer Flasche Champagner, denn Monsieur Haslinger will Madame Janssen zeigen, dass auch er voller Lebenslust steckt. Der Dokteur bemerkt, dass Monsieur, unruig immer wieder auf die untere Terasse schaut, sagt jedoch nichts. 

Monsieur Haslingers Interesse für Madame wächst. Plötzlich sieht er sie aus dem Fenster einer Bücherei vorbeilaufen, oder den Marktülatz überqueren. Er bleibt versunken vor ihrer Haustüre stehen, weil er wissen will wie sie heißt. Elise steht auf ihrem Klingelschild. Elise.

Eines Tages kümmert sich Elise nicht um ihre Blumen. Tagelang trocknen die Pflanze in der Sommersonne vor sich hin und Monsieur Haslinger gerät in Sorge.

Fazit: Eine fein inszenierte Geschichte, die in aller Ruhe beginnt. Ein katholischer Geistlicher, der bekanntermaßen dem Zölibat verpflichtet ist, verliebt sich in eine souverän erscheinende, überaus weiblich wirkende Frau und ist hin und hergerissen. Seine Angst vor dem Gerede der Leute ist zuerst größer, als die Angst seinem Amt nicht gerecht zu werden. Er weiß, dass viele seiner Kollegen sich heimlich zwischenmenschlichen Gefühlen hingeben, doch deswegen muss er es ihnen nicht gleichtun. Der Autor hat beide Charaktere fein herausgearbeitet und so werden sie glaubhaft. Am Ende geht es um romantische Liebe, eigene Wertvorstellungen, den Lebensherbst und das Loslassen. Eine zärtliche berührende Geschichte, die ich gerne gelesen habe. 

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