Wissen eure Kinder eigentlich, was sie ausmacht? Während sie die Vorzüge ihrer Freunde und Familienmitglieder mit Leichtigkeit aufzählen können, fällt es ihnen selbst oftmals eher schwer, zu erkennen, worin sie besonders gut sind oder welche Eigenschaften sie ausmachen. Schulnoten, Vergleiche untereinander und begrenzte Möglichkeiten, ihren Interessen Raum zu geben, schränken sie ebenfalls ein. Um unseren Kindern dennoch Rückhalt zu geben und sie in ihrem Selbst zu stärken, braucht es Menschen, die ihnen zeigen, dass sie ganz wundervoll sind und ihnen vor Augen führen, wie viel Einzig- und Großartiges in ihnen steckt. Das können wir als Eltern leisten, aber auch ihre Freunde und Mitschüler, wie wir in dem feinfühligen und ermutigenden Bilderbuch von Sozialpädagoge und Autor Martin Fontanellaz erfahren.
Hier lernen wir nämlich den Schüler Tove kennen, der sich von den vielen Talenten seiner Freunde eingeschüchtert fühlt und in sich selbst nichts Besonderes erkennt. Abiona spielt super Fußball, Lukas tritt im Schach schon gegen Erwachsene an und Katharina glänzt in ihrer Musikband. Tove hingegen bekommt selbst den einfachsten Kartentrick nicht hin.
Wutentbrannt und von sich selbst enttäuscht, flieht er in den Park. Dort begegnet ihm Mitschülerin Helin, die sofort spürt, dass den Jungen etwas bedrückt. Das Mädchen hört Tove zu und während sie in den Himmel schauen und Tove in den Wolken über ihnen viele verschiedene Tierfiguren erkennt, ist für Helin schnell klar, dass der Schüler ein ganz besonderes Talent hat: seine Fantasie. Im Laufe der Geschichte entdecken die zwei gemeinsam mit weiteren Freunden noch viele weitere Fähigkeiten, die in Tove aber auch den anderen Kindern stecken, die auf den ersten Blick so gar nicht erkennbar sind. Weit entfernt von den typischen Hobbys Fußball und Reiten. Gemeinsam kämpfen sie gegen fantastische Drachen, finden viele besondere Schätze und werden ziemlich einfallsreich, als es darum geht, einen Rubinkiesel aus einem Spalt zwischen großen Felsbrocken zu befreien.
Mehr und mehr spürt man, dass Tove, Helin, Antonio, Cleo und Dani an Selbstbewusstsein gewinnen. Während unser Protagonist zu Beginn händeringend nach einer besonderen Fähigkeit gesucht hat, fallen ihm nun sogar mehrere ein. Eine ganz wundervolle Mischung, die ihn zu einem einzigartigen, unverwechselbaren Jungen macht.
Diese wundervolle Geschichte berührt mich sehr. Wenn ich an meine eigene Kindheit zurückdenke, erinnere ich mich an ein äußerst schüchternes, unscheinbares Mädchen voller Selbstzweifel. Im Schatten der anderen. Heute muss ich leider immer noch beobachten, wie die lauten Kinder mit den populären Interessen und Talenten im Vordergrund stehen und sich profilieren. Grund genug, meine Kids in ihrem Selbst zu bestärken und ihnen genügend Raum zu geben, sich zu entfalten.
Mit diesem einfühlsamen, ermutigenden Bilderbuch erinnern wir unsere Kinder daran, wie viel in ihnen steckt. Indem wir vorlesen, gemeinsam grübeln oder auch im Alltag immer wieder darauf hinweisen, worin sie besonders gut sind. Ich kann mir die Geschichte auch ganz wunderbar in der Schule vorstellen, um den Gruppenzusammenhalt sowie das Selbstwertgefühl der einzelnen Kinder zu stärken.
Rezensionsexemplar, unbezahlte Werbung








