Martin Geck , Bernd Wiedemann Wenn der Buckelwal in die Oper geht

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(1)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Wenn der Buckelwal in die Oper geht“ von Martin Geck

Musik über alles - Alles über Musik Weshalb wäre Bruckner ohne die Generalpause verloren? Benutzte Bach das kabbalistische Zahlenalphabet? Warum schrieb Wagner fast dreißig Jahre am »Ring des Nibelungen«? Und: Sind Buckelwale musikalisch? Der bekannte Musikwissenschaftler und erfolgreiche Buchautor Martin Geck gibt Antworten auf diese sowie zahlreiche weitere Fragen und vermittelt so interessante und unterhaltsame Phänomene der klassischen Musik. Ohne Musik wäre unser Leben nicht denkbar, doch ist sie mehr als die allgegenwärtige Beschallung aus Kaufhauslautsprechern oder in Aufzügen. Insbesondere die klassische Musik ist sinnliches Erleben, das durch Wissen noch intensiver und tiefer wird. In ihr öffnet sich uns eine Welt, die immer wieder verblüfft und in die erstaunte Frage mündet: Wie kommt das? Wie ist das möglich? Bildhaft, humorvoll und zugleich mit Tiefgang erzählt Martin Geck, der in Fachkreisen als »letzter Generalist seiner Zunft« (»Spiegel«) bezeichnet wird, von den Wundern der klassischen Musik. In 33 kurzen Variationen lässt er uns über die Schönheit der Musik, unbekannte Geschichten aus dem Leben von großen Komponisten und außergewöhnliche Entdeckungen staunen. Wir erfahren von den vielfältigen Verbindungen zwischen der Musik und anderen Formen der Kunst, aber auch davon, wie sich das Menschlich-Allzumenschliche in der Musik spiegelt. Dabei führt Geck uns wie beiläufig durch die zentralen Werke der klassischen Musik und bringt uns auf diese Weise eine leicht verständliche und zugleich tiefsinnige Musikästhetik näher. • Ein Buch, das klassische Musik ernst nimmt und zugleich unterhaltsam erklärt• Mit eigens angefertigten Zeichnungen

Stöbern in Sachbuch

Green Bonanza

informativ, grün, lecker, etwas ausgefallen - für Gemüsefans und solche, die es werden sollten ;)

SigiLovesBooks

Freundinnen

Eröffnet neue Sichtweisen zu Freundschaften, die für jeden wertvoll sind/nützlich sein können. Eine interessante Lektüre!

Tankrastra

Mein Kind ist genau richtig, wie es ist

Ein lesenswertes Sachbuch über die Entwicklung des eigenen Wesens- Nicht nur für Eltern Lesenswert!

Diana182

Glück besteht aus Buchstaben

Letztlich eher enttäuschend. Die Autobiographie nahm mehr Raum ein als die Bücher. Außerdem ein paar Taktlosigkeiten.

rumble-bee

Gemüseliebe

Kochbuchliebe!

kruemelmonster798

Was das Herz begehrt

Tolles Buch mit vielen Erklärungen über unser Herz.

Linda-Marie

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Wenn der Buckelwal in die Oper geht" von Martin Geck

    Wenn der Buckelwal in die Oper geht
    HeikeG

    HeikeG

    30. June 2009 um 12:31

    Docere, movere, delectare - lehren, bewegen, erfreuen . Auch unmusikalische Menschen verstehen etwas von Musik. Das zeigen neueste wissenschaftliche Studien. Das menschliche Gehirn mag und braucht diese "organisierte Form von Schallereignissen" von Geburt an, wenn nicht schon früher. Musikalität scheint angeboren zu sein. Musik ist ein menschliches Bedürfnis. Und jene, die ihre besonders ausgeprägte Musikalität auch noch auszudrücken verstehen und sie mittels Noten auf Papier festhalten, haben unsere ganze Bewunderung. . Martin Gecks Wertschätzung, ja seine Leidenschaft, gilt der klassischen Musik. Der Professor für Musikwissenschaften widmet sich ihr auf ganz eigene Art - mit Worten. Und er stimmt damit in den Dreiklang vieler Künstler und Gelehrter ein, die "Sinn und Zweck ihrer Kompositionen, Bilder, Bücher und Reden in schönem Latein" beschrieben: "Docere, movere, delectare - lehren, bewegen, erfreuen." . In seinen "33 Variationen über die Wunder klassischer Musik" - wie es der Untertitel verkündet - lädt er den Leser zu einer Rundfahrt zu "originellen Stätten klassischer Musik" ein. Dabei hat er für stete Abwechslung gesorgt: "Werke, Schaffensmomente, Probleme und ihre Lösungen, historische Kontexte, Widersprüche, Ausblicke", so wirbt Geck in seinem Vorwort oder "Thema" wie er es tituliert. Für ihn selbst "sind es allesamt Wunder an Inspiration, Sinndichte, Nachdenklichkeit, Zerbrechlichkeit, Wirkungsmacht und Widersprüchlichkeit". Die Auswahl der Themen spiegelt seine jahrelange Beschäftigung mit Musik wider, sei es nun beim Schreiben und Lehren oder noch mehr beim Hören und Musizieren. . Bunt gemischt hat er seine Variationen, die sich allesamt über drei bis fünf Seiten erstrecken und mit vielen kleinen lustigen Illustrationen versehen sind. Man muss das Buch keineswegs stringent von vorn nach hinten durchlesen, sondern es empfiehlt sich geradezu, einmal das eine, dann wieder ein anderes Thema zu verinnerlichen. Denn diese folgen keinem steten Ablauf, sondern sind bunt gemischt und nahezu wahllos aneinandergereiht. Geck betrachtet Anfänge und (Leit-)Motive in klassischen Stücken, untersucht Formenanalyse und Formenlehre, kehrt die revolutionäre Macht der Harmonik heraus oder huldigt der Musik als Körpersprache. Geradezu essayistischen Charakter nehmen seine Betrachtungen von Gewalt und Humor in der Musik, der Einzug des Boudoirs und Bordells in der Oper oder von Tonbuchstabenspielen einiger Komponisten an. Der Autor spricht der Reprise ein Lob aus, erörtert die Notwendigkeit einer Generalpause, um letztendlich über das Inszenieren unterschiedlichster Abschiede zu plaudern. Dabei bedient er sich mehr oder weniger bekannter Musikstücke und natürlich ihrer Schöpfer - der Komponisten. Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Mendelssohn, Brahms, Debussy, Wagner bis hin zu Arnold Schönberg schlendern durch die Zeilen. . Bleibt noch die Frage zu klären, wie es zu dem Titel des Buches kam. Denn Buckelwale können weder gehen (auch wenn ihnen dies in rauen Urzeiten zu Eigen war), noch spazieren sie in die Oper. Gelegentlich sind sie dort zwar anzutreffen, so gesehen bei einer modernen Inszenierung von Puccinis "Madama Butterfly" in der Semperoper Dresden, aber dann mit feinstem Bambus überzogen und als höchst sonderbares Ambiente und wunderliche Dekoration des Papierpalastes von Cio-Cio-San. Martin Geck geht es mit diesem auffälligen Bild um etwas ganz Anderes: um das Spannungsverhältnis zwischen Natur und Kunst, zwischen Vertrautem und Anderem, ja Undenkbarem. Buckelwale verkörpern mit ihrem Gesang die Natur. Und wir Menschen "sind Buckelwale, die sich in die Oper verirren; denn auch wir selbst tragen die Natur der Musik in uns, können singen, wie uns der Schnabel gewachsen ist, stundenlang ein und dieselbe Melodie vor uns hin pfeifen. Es gibt den Buckelwal-Gesang unter der Dusche und die vielstimmigen Buckelwal-Strophen auf dem Fußballplatz - gleichfalls kilometerweit zu hören. Doch gottlob sind viele von uns nicht nur Buckelwale, sondern auch Delfine - und damit geborene Liebhaber ’klassischer’ Musik", erklärt Geck und spielt damit auf eine Geschichte Herodots aus dem klassischen Griechenland an. Diese Spannung jedenfalls, die sich unweigerlich einstellt, wenn wir Musik machen oder hören, versucht dieses Buch zu analysieren und zu erklären. Denn diese hat - da ist sich Martin Geck sicher - "etwas mit unserem Woher und Wohin zu tun [...] Indem wir im Augenblick leben, wissen wir DASS wir sind. WER wir sind, erfahren wir über unsere Vergangenheit und unsere Zukunft - und dabei hilft Musik auf unverzichtbare Weise. Sie verschafft uns Zugang zu Dingen, die wir zwar in uns tragen, aber immer wieder vergessen." Musik ist nicht widerspruchsfrei, doch sie reicht "dem Menschen die Hand zur Versöhnung - zur Versöhnung mit sich selbst. Die Welt taumelt, Musik fängt sie auf." . Fazit: Martin Gecks Buch ist alles in allem eine sehr unterhaltsame und kluge, ungewöhnliche und ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema klassische Musik. Es fungiert durchaus als kleiner Cicerone ("Fremdenführer") für den interessierten Konzert- und Opernbesucher. Ihm gelingt es, dem Leser anhand vieler Beispiele "aus dem klassischen Repertoire unversehens eine kleine Musikästhetik unterzuschieben." Nur überfordert Geck den Musiklaien ein wenig. Denn wer ist schon so stilsicher bzw. hat eine derart umfangreiche CD-Sammlung zu Hause, dass er den vielen Fachbegriffen, Fall- und Notenbeispielen folgen kann. Eines bewirkt das Buch aber auf jeden Fall: Es setzt Verständnisprozesse in Gang bzw. erweitert den Horizont.

    Mehr