Martin Grunwald Homo hapticus

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Inhaltsangabe zu „Homo hapticus“ von Martin Grunwald

Wissenschaft zum Anfassen: „Fühlen und tasten ist viel wichtiger für unser Überleben als sehen, hören, riechen und schmecken“, sagt Martin Grunwald.
Er gründete 1996 das Haptik-Labor am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung der Universität Leipzig, wo er die Wirkungsweise des menschlichen Tastsinns erforscht.
In seinem Sachbuch "Homo hapticus" - Gewinner des Wissenschaftsbuchpreises 2018 in der Kategorie Medizin/Biologie - beschreibt der experimentelle Psychologe erstmals für ein breites Publikum, welch überragenden Einfluss der lange Zeit unterschätzte Tastsinn auf alle menschlichen Lebensbereiche hat.
Der international renommierte Pionier der Haptik-Forschung erzählt anschaulich und mit vielen Beispielen aus dem Alltag, wie faszinierend die Millionen Berührungs- und Bewegungsmelder zusammenwirken, die unseren Tastsinn ausmachen. Er zeigt, welch große biologische und psychologische Bedeutung Berührungen für Menschen aller Altersstufen haben, warum eine Umarmung mehr tröstet als tausend Worte, warum Massagen und Spaziergänge gegen Depression und Angst helfen und warum wir mit warmen Händen bessere Chancen bei einem Bewerbungsgespräch haben. Er macht deutlich, wie raffiniert unser Urteil durch die Haptik von Produkten manipuliert werden kann. Und er warnt vor einer Welt voller Touchscreens – denn mit ihnen lässt sich unsere Welt von Kindern nicht be-greifen.

„Homo hapticus“ gibt einen wirklich sehr umfassenden Einblick in das Wunderwerk unseres Tastsinnessystems.

— Buchsensibel

Wann fangen wir an zu fühlen? Wie passiert das eigentlich? Was passiert, wenn uns das verloren geht? Grunwald erklärt es uns hier.

— Buecherspiegel

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  • Ein umfassender Einblick in das Wunderwerk unseres Tastsinnessystems!

    Homo hapticus

    Buchsensibel

    16. March 2018 um 15:29

    Alle unsere Sinne erleichtern uns die Interpretation von Umweltereignissen und -eigenschaften, den sozialen Austausch sowie die Anpassung an eine dreidimensionale Welt. Aber das Tastsinnessystem sichert unser Überleben! Jede Berührung unseres Körpers wird biologisch und psychologisch verwertet, aber oftmals ist unser Tastsinn für uns so selbstverständlich, dass wir ihn kaum würdigen. Ein Säugling und Kleinkind ertastet die Welt und muss sie wortwörtlich begreifen. Es erforscht sie, indem es die Dinge einer haptischen Analyse unterzieht: Gegenstände und Personen werden auf Textur, Gewicht, Form, Materialbeschaffenheit, Gesetze der Schwerkraft sowie auf eigene Wirksamkeitsmöglichkeiten überprüft. Eine haptisch und taktil stimulierende Umwelt fördert hierbei nicht nur das Erkundungsverhalten und Reifungsprozesse im Gehirn – sie ist auch für die Sprachentwicklung Voraussetzung! Doch auch als Erwachsener lässt dieser Prozess nicht nach. Wir lieben angenehme haptische Erfahrungen , egal ob es um das „Wischen“ beim Smartphone, das Probesitzen im neuen Wagen oder eine warme Decke geht. Berührungen und Selbstberührungen spielen in unserem Alltag und zwischenmenschlichen Interaktionen eine wichtige Rolle. Dabei dienen diese nicht nur unserem subjektiven und emotionalen Wohlbefinden, sondern haben auch direkte Auswirkung auf unsere Physiologie (z.B. auf Organe und Immunsystem) und die neurobiologische Aktivität unseres Gehirns. Martin Grunwald, der Begründer des Haptik-Labors am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung der Universität Leipzig, gibt uns in „Homo hapticus“ wirklich einen sehr umfassenden Einblick in das Wunderwerk unseres Tastsinnessystems. Nach einem tiefen Exkurs in die Entwicklungsbiologie werden die neurophysiologischen Abläufe sowie die Unterschiede in der Tastsinnesleistung von Personen nach Altersstufe und Geschlecht dargestellt. Krankheiten und Störungsprozesse, die in Zusammenhang hiermit stehen, werden angesprochen. Das Buch widmet sich ebenso der Diskussion, welche Funktion das Phänomen von Selbstberührungen als auch Berührungen im zwischenmenschlichen Kontakt und welchen Einfluss Temperatur, Gewicht und die Beschaffenheit von Objekten auf unsere Urteilsprozesse und Emotionen haben. Und zuletzt darf nicht vergessen werden, welche Rolle unser Tastsinnessystem auch für Designprozesse von Nutzungsgeräten und Marketing spielt! Hier wird kompaktes Wissen auf gut verständliche Weise vermittelt! Ich fand die Lektüre sehr bereichernd! Ein klare Empfehlung von mir! Im Januar hat dieses Buch den Wissenschaftsbuchpreis 2018 in der Kategorie Medizin/Biologie gewonnen. Und das zurecht! www.buchsensibel.de

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  • Ich taste also bin ich? Auf jeden Fall!

    Homo hapticus

    Buecherspiegel

    30. November 2017 um 19:43

    Homo Hapticus von Martin Grunwald entführt uns in die Welt des Tastsinnessystems. Dabei geht er ganz akribisch vor, führt uns an einem Beispiel aus der Werbung an das Thema heran. Es ist noch gar nicht so lange her, da war es fast verpönt, außer der Farbe und der Eleganz eines Wagens auch noch nach der Haptik zum Beispiel der Türgriffe eines Wagens zu forschen, wie und welche dem Käufer angenehm wäre. Die Erforschung des Tastsinnes, eines der wichtigsten, wenn nicht gar das wichtigste Sinnesorgan was wir haben, ist für uns alle elementar.So geht der Forscher Grunwald auch in seinem Buch an den Anfang der Menschwerdung, zum Fötus. Denn hier beginnt es, wie er uns erzählt, nicht mit den Augen, den Ohren, der Nase, sondern mit dem Erkunden von uns selbst und der Umgebung, hier im Mutterleib. Hier werden die Leitungen mit dem Gehirn verfeinert, was es uns ermöglicht, uns selbst, unsere Begrenzungen zum Raum zu erkennen. Und auch wie es ist, wenn wir berührt werden. Die kleinen Dellen auf der Haut, die entweder sehr angenehm sein können oder auch schmerzen. Grunwald erläutert anhand von Beispielen, wie der Fötus in den verschiedenen Stadien bis kurz vor der Geburt immer mehr, immer feiner sich selbst berührt. Und dann?Wie unglaublich wichtig die ersten Momente, Stunden, Tage sind, wenn wir auf die Welt kommen. Was es heißt, plötzlich nicht mehr geschützt vor Licht, Geräuschen und so weiter sind, nun die Haut der Menschen, der Mutter zu spüren, Wärme und Wäsche. Jede Veränderung wird nun ein Lernschritt, alles wird mit dem Mund, den Händen ertastet. Dabei muss der Mensch nun zum Beispiel Temperaturunterschiede kennenlernen, zwischem glatten oder rauem Stoff unterscheiden, was hart oder nachgiebig ist. Grunwald geht dabei auch verschiedenen Krankheitsbildern nach, die Haut betreffend, die unser Tastsinnessystem gehörig durcheinanderbringen kann. Auch unsere Mundhöhle hat schier unerschöpfliche Möglichkeiten für zum Beispiel Wohlempfinden oder Ekel, angenehmes Beißgefühl in knackige Schokolade oder das Ertasten der Zunge eines cremigen Quarks. Wie wirken sich vermehrte körperliche Berührungen in Form von Massagen, Umarmungen bei bestimmten Erkrankungen wie Demenz oder nach einem Schlaganfall aus? Wie stark hängen psychische Erkrankungen von fehlendem oder fehlgeleitetem Körpergefühl ab? Auch zu diesen Themen forscht der Autor, wie auch zu den immer stärkeren Manipulationen in Werbung und Marketing. Die Umschlagseite demonstriert sehr gut, was es heißt, spüren zu können, auf dem Bild stupst ein Finger die Spitze eines Blattes an. Was, wenn wir nicht gelernt haben, ab wann es unangenehm wird, das Gehirn die Schmerzempfindung nicht entsprechend angezeigt bekommt? Diese Kinder haben leider keine lange Lebenserwartung und der Actionheld im Film, der keine Schmerzen spürt, ist reine Illusion.Nebenbei bemerkt: Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich ein Buch in die Hand nehmen kann, die haptische Aufwertung auf dem Umschlag erspüre, das Gewicht, das ich über meine Hände schätze und entscheiden kann, Handtasche oder Nachttisch. Auch das Papier, seine Stärke, grob oder weich, glatt oder rau, ist etwas, was mir entgeht, wenn ich das Buch nun elektronisch lese. Diese Thematik treibt auch Grunwald um, wenn er beobachtet, dass Kinder, statt tatsächliche Gegenstände mit ihren Händen und dem Mund zu erforschen, diese am Tablet erklärt bekommen. Wichtige Impulse und Erfahrungen gehen so verloren. Am Ende des Buches geht der Autor auf den Stand der verschiedenen Forschungsprojekte ein, die natürlich alle sehr viel Geld kosten. Und deshalb ist dieses Buch auch eine Werbung um Drittmittel und Spenden, aber sicher auch um Studierende, die in dieser spannenden Forschungsrichtung eine Möglichkeit für sich sehen. Ein sehr interessantes Buch über unser, wie ich meine, wichtigstes Sinnesorgan, gut und verständlich geschrieben mit sehr vielen Beispielen aus allen Gebieten, die diesen Sinn betrifft. Mehr über den Autor und seine Forschung findet sich beispielsweise unter http://haptiklabor.medizin.uni-leipzig.de/labor/

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  • So wichtig ist unser Tastsinn

    Homo hapticus

    Blacksally

    24. November 2017 um 09:04

    Meine MeinungDadurch, das ich ein kleines Kind zu Hause habe, das alles anfässt was es in seine kleinen, süßen Finger bekommt war ich sehr an diesem Buch interessiert. Ich möchte immer gerne wissen, warum wir Dinge tun und da war dieses Buch in dem Falle genau das richtige.Das Buch ist sehr informativ, aber auch leicht zu lesen. Es wird nicht allzu sehr gefachsimpelt und man versteht, was in diesem Buch erklärt wird. Toll fand ich das die Kapitel aufeinander aufbauen, es beginnt mit dem Embryo, der nur 7 Schwangerschaftswochen alt ist und bereits auf verschiedene Reize reagiert. Das ganze setzt sich dann fort, als Baby, als Kind usw. Ich persönlich muss ja sagen das ich bei dem Wort "tasten" eigentlich immer nur an die Finger denke, doch es ist so viel mehr. Wir können mit unserem ganzen Körper tasten: Mit dem Mund, der Zunge, den Beinen, Füßen, ect. Im Buch steht dazu eine interessante Geschichte von einem Baby das seinen Lieblingsschnuller nur mit dem Mund erkennt, und das obwohl er nur einen Millimeter (!) unterschied zu den anderen Schnullern hat. Das ganze ist fast unvorstellbar, aber dennoch ist der Menschliche Körper zu so viel möglich.Ich habe in diesem Buch sehr viel gelernt und bin froh das ich es gelesen habe bzw die Chance hatte, dieses Buch kennen zu lernen. Meiner Meinung nach sollte diese Lektüre jeder gelesen haben, der ein Kind hat und sich allgemein für den menschlichen Körper interessieret. AutorDr. habil. Martin Grunwald, geboren 1966, gründete 2008 das Haptik-Labor am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung der Universität Leipzig. Dort erforscht er die Wirkungsweise des menschlichen Tastsinns, entwickelt Therapien für psychisch bedingte Störungen der Körperwahrnehmung und berät als Begründer des Haptik-Designs weltweit Industrieunternehmen bei der Gestaltung neuer Produkte. Martin Grunwalds Buch Human Haptic Perception (2008 erschienen) gilt als Standardwerk der internationalen Haptik-Forschung.FazitEin sehr bereicherndes Buch, was das Wissen über uns Menschen angeht. Ich bin begeistert was ich noch alles lernen konnte und würde es jedem empfehlen, der sich für den Menschlichen Körper interessiert.

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