Martin Heipertz Der Tramp

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Inhaltsangabe zu „Der Tramp“ von Martin Heipertz

Es ist die wahre Geschichte einer außergewöhnlichen Begegnung in Frankfurts Grünanlagen unweit des Bankenviertels: Der Banker, den am Vorabend der Finanzkrise leise Zweifel an seinem Beruf beschleichen. Und der ehemalige Bankräuber aus Tirol, der ein hartes, aber freies Leben auf der Straße führt. Der Zufall will es, dass die beiden ins Gespräch kommen. Der Banker wird hineingezogen in die ungemein fesselnde Erzählung des „Tramp“ und begegnet darin einer faszinierenden Person von großer Weisheit. Der Tramp entführt und nach Wien ins kriminelle Milieu, ins Hochsicherheitsgefängnis „Stein“ und auf das Frachtschiff „Admiral“ mit Ziel New York, in Seemannskneipen und amerikanische Country Bars. Wir hören von Prominenten, Geistern und Schlägereien, und wir erleben einen Beobachter unserer Gesellschaft, dessen messerscharfer Blick durch Wolken von Alkohol ungetrübt das Dasein derer durchschaut, die ihn außen vor lassen und deren Welt des Geldes ins Wanken gerät.

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  • Rezension zu "Der Tramp" von Martin Heipertz

    Der Tramp

    WinfriedStanzick

    13. September 2011 um 10:53

    Das hier anzuzeigende Buch ist ungewöhnlich und passt dennoch genau in diese Tage, wo nicht nur Europa vor einer zweiten Finanzkrise zittert und der einfache Bürger mit seinem Geld wieder einmal für die Geschäfte der Großen wird haften müssen. Der Autor des vorliegenden kurzen, aber eindrücklichen Buches, Martin Heipertz, gehört zu den Großen. Nach Tätigkeiten bei der Europäischen Zentralbank, im Kosovo und in der Europäischen Investitionsbank gehört Heipertz heute zum Leitungsstab des Finanzministeriums in Berlin. Der Roman erzählt eine wahre Begebenheit. Im Jahr 2006, Heipertz arbeitet als Notenbanker bei der EZB und spürt schon immer stärker werdende Zweifel, ob das Finanzsystem halten wird, trifft er bei einem Spaziergang in einem Frankfurter Park Franz S., einen aus Wien stammenden Penner, der dort als ehemaliger Bankräuber heute noch stadtbekannt ist und von Heipertz übrigens am Gewinn dieses Buches beteiligt wird. Irgendetwas an Franz S. zieht den Banker, seinerseits auch eine Art „Bankräuber“, stark an. Sie kommen ins Gespräch und immer mehr wird der smarte Banker hineingezogen in einen Lebensbericht, der ihn geradezu fesselt. Er erkennt in Franz S. einen Menschen, der voller Weisheit steckt. So wie viele andere seines Schlages, die in den Städten aber als „Penner“ verachtet und immer wieder vertrieben werden. Und Franz S. nimmt seinen Zuhörer mit auf eine Reise ins kriminelle Milieu von Wien, in den Knast, und auf eine Reise nach New York, wo er sich einige Zeit im Seemannsmilieu aufgehalten hat. Martin Heipertz schafft es hervorragend, dem Leser durch die Berichte von Franz S. einen Eindruck zu vermitteln eines Menschen, der, von nichts und niemand abhängig, das Dasein derer durchschaut, die ihn verachten und draußen lassen und deren Welt des Geldes ins Wanken gerät. 2008, bei seinem Aufenthalt im Kosovo, fand Martin Heipert, wohl auch motiviert durch die damals aktuellen Ereignisse in der Finanzwelt, die Zeit, seine Gespräche mit Franz S. in ein Buch zu fassen. Herausgekommen ist ein faszinierendes und bewegendes Zeugnis des einfachen und klaren Denkens und der Mitmenschlichkeit.

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