Martin Huber

 4,4 Sterne bei 52 Bewertungen
Autor von Die Romane, Thomas Bernhards Wien und weiteren Büchern.
Autorenbild von Martin Huber (©privat)

Lebenslauf

geb. 1963 in Neunkirchen/NÖ, Studium der Germanistik, 2001–2013 Leiter des Thomas-Bernhard-Archivs in Gmunden, Ausstellungen und zahlreiche Veröffentlichungen zu Thomas Bernhard (u.a. Herausgeber der Werkausgabe)

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Martin Huber

Cover des Buches Die Romane (ISBN: 9783518420003)

Die Romane

 (12)
Erschienen am 19.05.2008
Cover des Buches Thomas Bernhards Wien (ISBN: 9783950512908)

Thomas Bernhards Wien

 (2)
Erschienen am 12.04.2023
Cover des Buches SAAT DER RACHE (ISBN: 9783745097023)

SAAT DER RACHE

 (1)
Erschienen am 17.05.2017
Cover des Buches ... bis Qou auftauchte (ISBN: 9783957203533)

... bis Qou auftauchte

 (0)
Erschienen am 01.10.2022
Cover des Buches Der Klinikkompass (ISBN: 9783750270602)

Der Klinikkompass

 (0)
Erschienen am 09.01.2020
Cover des Buches Der Klinikkompass (ISBN: 9783751915984)

Der Klinikkompass

 (0)
Erschienen am 16.04.2020
Cover des Buches Der Klinikkompass (ISBN: 9783750496798)

Der Klinikkompass

 (0)
Erschienen am 06.08.2020
Cover des Buches KOMPASS-Strategie (ISBN: 9783754120422)

KOMPASS-Strategie

 (0)
Erschienen am 15.05.2021

Neue Rezensionen zu Martin Huber

Cover des Buches Thomas Bernhards Wien (ISBN: 9783950512908)
admits avatar

Rezension zu "Thomas Bernhards Wien" von Martin Huber

Auf den Spuren eines Nestbeschmutzers
admitvor einem Monat

Die Idee, ein Buch über die Stätten der Inspiration und Qual eines berühmten Schriftstellers zu schreiben, ist genial! Thomas Bernhard hat in Wien gelebt und gelitten und über Österreich geschimpft - was für mich als Wiener durchaus nachvollziehbar ist. Man kann sich hier auf seine (literarischen) Spuren begeben und eine Stadt von innen kennenlernen, die im Tourismus immer nur mit Zuckerguss versehen ist. Absolute Kaufempfehlung!

Cover des Buches Thomas Bernhard, Heldenplatz (ISBN: 9783518189245)
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Rezension zu "Thomas Bernhard, Heldenplatz" von Thomas Bernhard

Heldenplatz
_liesmich_vor 7 Monaten

Über den Inhalt muss nicht viel gesagt werden. Bernhard beschreibt in faszinierender Art dieses Stück Geschichte. Lesen, lesen, lesen! Ein Standardwerk der österreichischen Literatur und Geschichte. Bernhard beschreibt auf faszinierende Art jedes Detail, sodass sich der Lesende in das Buch einfügen kann und Teil sein kann. 

Cover des Buches Frost (ISBN: 9783518365472)
MoWilliamss avatar

Rezension zu "Frost" von Wendelin Schmidt-Dengler

Identitätsfrost
MoWilliamsvor 6 Jahren


»Etwas herrscht über uns, das, wie es scheint, mit uns gar nichts zu tun hat«, das mache oft kurzen Prozeß mit ihm. Man könne darüber lachen. Aber es sei so gefährlich, daß »man auch umkommen kann darin«. (S. 72)


In Frost sammeln sich seltsame, pessimistische, misanthropische und sexistische Äußerungen und Beobachtungen, da der junge Famulant von dem Chirurgen Strauch den Auftrag bekommt, dessen Bruder, den Maler Strauch, in Weng zu beobachten und dies genauestens zu notieren.


Frost ist das erste prosaische Werk von Bernhard und enthält noch wenig von seinem eigentlichen Stil, keinen Punkt zu setzen und ewig lange Sätze sich über Seiten erstrecken zu lassen. Allerdings herrscht von Anfang ein Bernhard’scher Grundton – so dreht sich sehr viel um die Schlechtheit der Menschen, um den Selbstmord und somit auch immer indirekt um die Frage, warum es sich zu leben lohnt. Diese wird nie wirklich beantwortet – doch der Gedanke scheint in Babyschuhen zu stehen, denn so hatte ich immer das Gefühl, dass es bald auf die Formulierung wie in „Die Ursache“ hinauslaufen wird, in dem es mehr oder weniger heißt, entweder man hat den Mut zu sterben oder man bricht ein Leben lang an diesem Gedanken.


Es gibt für mich nicht DIE Bedeutung für Frost, weswegen es für mich naheliegend ist, dass er tatsächlich mehrere Bedeutungen hat. Hervorstechend war für mich der herrschende Frost unter den Menschen, die sich nicht die Wahrheit sagen können und wie der Schnee die Welt bedeckt, wird auch die Wahrheit unter diesem begraben – wie auch im Wald oder Gebirge verirrte Leichen darunter verschollen bleiben, bis er im Frühling wieder taut. Eine weitere Bedeutung verbirgt sich für mich hinter Maler Strauchs Charakter – er hat den Frost verinnerlicht, er wirkt in manchen Aussagen so apathisch, dass ich mich fragen musste, warum er nicht schon längst gestorben ist. Auch aus seinem abgeschiedenen Leben in Weng scheint er nicht ausbrechen zu wollen (oder zu können), stattdessen schimpft er über die Menschen, stellt sie logisch in all ihren Fehler dar und bekommt diesen einen Ton, den Bernhard auch in „Das Urteil“ anschlägt, wenn er über Salzburg spricht. Die Vergangenheit ist nie positiv und in uns allen scheint „Frost“ zu stecken, tiefe Geheimnisse und so extreme negative Seiten, dass es letztlich besser für die Welt wäre, wenn die Menschheit nicht mehr existieren würde. Allerdings sind diese Gedanken und Aussagen oft so schwer, beinahe anstrengend, dass ich den Roman öfter zur Seite legen musste, um entweder nachzudenken oder einmal tief durchzuatmen. 


Auch die Identität des Malers wirkt abstrakt und ungreifbar, als würde er nur eine Rolle spielen, nur etwas verkörpern, das ihm der Famulant vielleicht sogar aufgrund seiner Aussagen zuschreibt. Hat Maler Strauch überhaupt so etwas wie eine Identität? Vermutlich müsste zuerst geklärt werden, was Identität selbst bedeutet und wie man diesen Begriff auslegt, um ihn letztlich auf diese zum Teil sehr unheimliche Figur beziehen zu können. Grundsätzlich wäre dies ein interessanter Standpunkt, da ich bei einer raschen Überlegung antworten würde, dass Identität in Frost nur eine Tarnung ist, hinter der sich die Menschen verstecken. Ein bisschen wie der Frost selbst. Keiner von den Charakteren ist allerdings wirklich greifbar, sie wirken wechselhaft und sie als gut oder böse zu bezeichnen wäre zu naiv, zu einfach, zu läppisch. Sie stehen ganz für sich alleine und trotzdem gibt mir das Menschenbild von Bernhard immer einen Schub an Gedanken, die immer ein bisschen von Faszination und Schrecken begleitet werden, weil sein Menschenbild wie das einzig realistische wirkt.


Meiner Meinung nach ist „Frost“, wenn es um Menschen und deren Beziehungen geht, wenn es um die zum Teil sehr philosophischen Gedanken von Maler Strauch geht, großartig gelungen und extrem aufregend zu lesen, allerdings zieht sich die Handlung oft unfassbar lange. Die Äußerungen von Strauch sind manchmal finster und bedrückend, feindlich gegenüber Frauen, doch ich kann nicht abstreiten, dass es mir intensiv nachgehangen ist.

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