Martin Kamphuis

 3.5 Sterne bei 4 Bewertungen

Alle Bücher von Martin Kamphuis

Ich war Buddhist

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Erschienen am 01.01.2001
Buddhismus

Buddhismus

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Erschienen am 31.08.2007
Spirituelle Kräfte des Neuen Zeitalters

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 (1)
Erschienen am 01.03.2010
Buddhismus - Religion ohne Gott

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 (0)
Erschienen am 26.02.2014
Buddhismus auf dem Weg zur Macht?

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 (0)
Erschienen am 13.07.2010
J'étais bouddhiste

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 (0)
Erschienen am 01.08.2004
I was a Tibetan Buddhist

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 (0)
Erschienen am 08.05.2015

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Rezension zu "Ich war Buddhist" von Martin Kamphuis

Ein komplizierter Typ schreibt seine Lebensgeschichte
rumble-beevor 5 Jahren

Dieses Buch trägt seinen Titel meiner Meinung nach zu Unrecht. Denn er klingt reißerisch, so als würden viele Skandale und Insider-Geheimnisse verraten. Doch das ist es eher nicht. Martin Kamphuis, ein sehr komplizierter und mit sich selbst verkrachter Typ, erzählt ganz einfach von seiner lebenslangen spirituellen Odyssee, die schon in der Jugend begann, bis ins Erwachsenenalter dauerte, und erst mit dem Kennenlernen seiner heutigen Frau und mit der Annahme des christlichen Glaubens endete.

Der Buddhismus war "nur" ein Teil dieser Reise, ja, dieses beinahe verzweifelten Ringens. Zudem muss man bedenken, dass Herr Kamphuis hauptsächlich im tibetischen Buddhismus - ausgerechnet - unterwegs war. Der ist ja schon für den "Durchschnittsbuddhisten" ziemlich esoterisch und schräg. Ferner steht fest, dass er, wild durcheinander, Seminare, Retreats und Initiationen tibetischer Lamas "konsumierte", als gäbe es kein Morgen. Da sträubten sich mir so manches Mal die Nackenhaare!

Von diesen Riten und Prozeduren habe ich zwar schon gehört. Aber erstens sind sie eben im östlichen Kulturkreis entstanden, lassen sich also aus westlicher Sicht, ohne Kontext, kaum verstehen, geschweige denn konsumieren, ohne "Bauchschmerzen" zu bekommen. Man kann sie einfach nicht 1:1 übertragen! Zweitens sind sie eigentlich für Fortgeschrittene gedacht. Und nicht für "Backpacker" aus aller Welt.

Das alles will Martin Kamphuis nun nach nur zwei mehrwöchigen "Grundkursen" verdaut haben...? Aus meiner Sicht ist das schwer nachvollziehbar. Vor allem empöre ich mich ein wenig über die tibetischen Lehrer und Lamas. Sie lassen fast ohne Unterschied westliche Menschen (gegen Bezahlung!) an diesen Kursen teilnehmen. Sie vermitteln ein völlig unrealistisches Bild des Buddhismus. Sie setzen den leichtgläubigen Sinnsuchern Flausen in den Kopf. Die meinen dann, sie hätten nach einem Retreat die Weisheit mit Löffeln gefressen, und wähnen sich der "Erleuchtung" greifbar nahe. Wie Herr Kamphuis. Und der wunderte sich dann, warum er sich im Alltag immer noch nicht besser fühlte... unglaublich. Unverantwortlich!

Überhaupt - der Begriff "Erleuchtung" wurde von Herrn Kamphuis in denkbar oberflächlichster Weise gebraucht. Und was er nicht alles glaubte, was "der Buddhismus" so wolle und denke... Dabei ging ihm an keiner Stelle auf, dass er eben nur Blicke auf Ausschnitte geworfen hat - und die auch noch lediglich von Teilbereichen der buddhistischen Schulen...

Aber ist das sein Fehler? Oder der Fehler der zahlreichen "Anbieter" auf dem spirituellen Markt? Das macht es mir ungeheuer schwer, dieses Buch sachlich zu bewerten.

Fatal war sicherlich auch, dass Martin sich nie ganz auf den Buddhismus eingelassen hat. Er suchte munter weiter, probierte die diversesten esoterischen Praktiken und Therapien aus. Vor allem in Sachen Liebe hat er sich von einer Abhängigkeit und desaströsen "Beziehung" in die nächste fallen lassen. Und hat das dann auch noch mit dem Tantra gerechtfertigt... na bravo!!

Meiner Meinung nach war er nie wirklich Buddhist. Er hat auch nicht im Ansatz begriffen, dass Buddhismus eben kein "Mittel zum Zweck", keine Hintertür zur Erleuchtung ist. Buddhismus ist eine grundsätzliche Lebenseinstellung, ein Weg. Wenn man den nicht wirklich geht, dann kann man auch kein "Ergebnis" erwarten. Überhaupt ist dieses Erwarten von Ergebnissen ja eine sehr westliche Denkweise.

Dieses Sich-nicht-einlassen-Können zieht sich durch das ganze Buch. Ich habe es zwar mit kopfschüttelndem Interesse gelesen, empfand die Lektüre aber auch oft als anstrengend. Eben weil sich neue Methode an neue Methode und Reise an Reise reihte. Der Schreibstil war wenig differenziert, kaum mit Reflexion verbunden. Immer nur "und dann"... "und dann"... und schließlich "es schien so zu sein, dass"...!

Richtiggehend weh getan hat mir zum Schluss die radikale Kehrtwende, die Schwarz-Weiß-Malerei. OK, es sei ihm gegönnt, soll er als Christ glücklich werden. Aber nur, weil Jesus ihm (!) gut tut, für ihn (!) gut ist, muss doch der Buddhismus nicht automatisch schlecht oder "böse" gewesen sein... Dieser Mann kennt anscheinend nur Extreme.

Meine Bewertung pendelt sich auf drei Sterne ein. Denn interessant war das Ganze dann doch irgendwie... Allerdings würde ich genau überlegen, wem ich das Buch empfehle.


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