Das Buch ist von außen sehr handlich und mit 217 Seiten ist es erst einmal gar nicht so umfangreich. Aber es hat inhaltlich viel zu bieten. Es ist ein Buch, das gläubigen Menschen dabei helfen soll, eine gesunde Form ihres Glaubens zu finden. In dem Buch werden zwar an der einen oder anderen Stelle verschiedene andere Religionen mit einbezogen, aber im Vordergrund steht der christliche Glaube.
Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt: Teil 1: "Kennzeichen einer gesunden Spiritualität" nimmt den größten Teil des Buches ein. Hier zeigt der Autor aus eigenen Erfahrungen und an verschiedenen Beispielen, wie gesunde Spiritualität aussehen kann und was für Auswirkungen sie auf das eigene Leben hat. Hier finden sich viele gute Inspirationen, wie man eine gesunde Spiritualität pflegen kann. Ich hab mich beim lesen dieses Abschnittes bei Vielem in meinem bisherigem Glaubensleben bestätigt gefühlt, aber auch ein paar Dinge neu entdeckt. So habe ich angefangen, bewusst eine "Zeit der Stille" in meinen Alltag zu integrieren.
Teil 2: "Kennzeichen krank machender Spiritualität" beschäftigt sich vor allem mit oft tief verwurzelten, krank machenden Glaubenssätzen. Sätze wie "Ich bin geliebt, weil ich etwas leiste." ; "Gott liebt mich, wenn ich gehorsam bin."; "Der liebe Gott sieht alles."; usw. setzen doch eher unter Druck. Der Autor beschreibt in Kapiteln zu jedem dieser und einiger weiterer Glaubenssätze, was sie bewirken, wenn wir unser Leben nach ihnen ausrichten. Besonders hat mir hier das Kapitel "Das war schon immer so" gefallen, da der Autor, der als Theologe ja selbst in einigen Gemeinden unterwegs war, hier den Glaubenssatz beleuchtet, warum sich die meisten Gemeinden nicht weiterentwickeln und dort kein Wachstum im Glauben stattfindet.
Teil 3: "Was uns hält und was uns trägt" zieht ein Fazit aus den beiden vorangegangenen Teilen.
Insgesamt finde ich das Buch inhaltlich sehr gut und inspirierend. Es ist aber kein Buch, das man mal so nebenbei lesen kann, denn es regt an vielen Stellen zum Hinterfragen des eigenen Glaubenslebens an. Vom Schreibstil her ist an einigen Stellen auch eine gewisse Konzentration nötig. Für Menschen, die im Glauben, wachsen wollen und ihr bisheriges Glaubensleben hinterfragen kann ich dieses Buch aber uneingeschränkt empfehlen.





