Böses Kind

von Martin Krist 
4,4 Sterne bei156 Bewertungen
Böses Kind
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Positiv (137):
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Sehr guter Thriller mit klischeefreien, jedoch sehr merkwürdigen Ermittlern!

Kritisch (3):
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Nicht mein Fall

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Inhaltsangabe zu "Böses Kind"

JEDE LÜGE HAT IHREN PREIS. DIESE WIRD DICH TÖTEN.

Ein Mord mitten in der Hauptstadt. Das Opfer wurde erschlagen und gekreuzigt. Kriminalkommissar Henry Frei und sein Team ermitteln.
Suse, heillos mit ihren Kindern überfordert, seit ihr Mann sie verlassen hat, ist in Panik: Ihre Tochter Jacqueline ist verschwunden. Die alarmierte Polizei glaubt der Mutter kein Wort.
Wo ist Jacqueline? Wer zieht seine blutige Spur durch Berlin? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt!

Der erste Fall für Kommissar Henry Frei.

»Für mich einer der besten Thriller von Martin Krist.« Kerstin Wiegard, Literaturchaos

»Der Meister der vielen Ebenen ist zurück und bereitet mit Berlins dunklen Seiten schlaflose Nächte.« Denise Börner, Tapsis Buchblog

»Martin Krist ist der wirklich böse Bube unter den deutschen Krimi-Schreibern.« Claudia Keikus, Berliner Kurier

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783745035292
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:324 Seiten
Verlag:epubli
Erscheinungsdatum:26.10.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 20.11.2017 bei Ronin-Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    AndreaRvor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Sehr guter Thriller mit klischeefreien, jedoch sehr merkwürdigen Ermittlern!
    Sehr gelungener erster Fall von Henry Frei

    Ein Opfer das erschlagen und gekreuzigt wurde, eine verschwundene 14jährige, deren Mutter man am liebsten schütteln würde. Mit dem Schreibstil hatte ich zu Anfang ein paar Probleme, aber es passt zu den merkwürdigen Charakteren. Die Story fand ich sehr spannend, es gibt Wendungen, mit denen man nicht rechnet. Ich bin durchs Buch geflogen und wollte es ab der Hälfte nur noch fertig lesen. Keine Pausen mehr! Kommissar Frei, merkwürdige Type, dürfte nicht mein Arbeitskollege sein. Ich würde ihn sicher erschlagen. Die Mutter des entführten Mädchen war für mich eine reine Katastrophe, schlimme Zeit, die sie durchmachen muss. Jedoch hoffe und bete ich, dass nicht viele Mütter auf das verschwinden eines Kindes so reagieren. Obwohl die Charaktere so ganz anderes sind, ist das Buch genial. Es ist stimmig und ich finde daran einfach gut, dass der Autor nicht die typischen Klischees von Ermittlern gewählt hat. Leicht autistischer Ermittler, mit einem Zeittick, eine ewig Karottenkauende Ermittlerin- irgendwie ist es doch lustig. Das Buch ist rasant und fesselnd. Ende bleibt offen. Ich lese die Reihe in jedem Fall weiter!

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    nessisbookchoices avatar
    nessisbookchoicevor 19 Tagen
    Kurzmeinung: Ein spannender Thriller mit authentischen Figuren, bei dem nichts so ist, wie es zunächst scheint. :)
    Der erste Fall für Kriminalkommissar Henry Frei

    Der erste Band der Reihe um Kriminalkommissar Henry Frei und sein Team! 🙂

    ____________________
    DIE FAKTEN

    Erschienen: 26. Oktober 2017
    320 Seiten
    Taschenbuch 9,99€ 
    ISBN: 9783745035292
    Klappentext:

    JEDE LÜGE HAT IHREN PREIS. DIESE WIRD DICH TÖTEN.
    Ein Mord mitten in der Hauptstadt. Das Opfer wurde erschlagen und gekreuzigt. Kriminalkommissar Henry Frei und sein Team ermitteln.

    Suse, heillos mit ihren Kindern überfordert, seit ihr Mann sie verlassen hat, ist in Panik: Ihre Tochter Jacqueline ist verschwunden. Die alarmierte Polizei glaubt der Mutter kein Wort.

    Wo ist Jacqueline? Wer zieht seine blutige Spur durch Berlin? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt!

    _______________________

    COVER UND KLAPPENTEXT

    Das Cover ist schlicht und einfach, macht aber mit seiner prägnanten rötlichen Titelfarbe und dem verwaschenen Design auf sich aufmerksam.
    Der Klappentext klingt sehr spannend und lässt darauf schließen, dass hier nicht nur Wert auf reine Ermittlungsarbeit gelegt wird, sondern auch Privatpersonen ihren Einzug erhalten.

    _______________________

    FIGUREN

    Ich würde zwei Personen als Hauptcharaktere betiteln und vorstellen.

    Zunächst einmal haben wir natürlich Henry Frei.
    Mal ein Protagonist in der Rolle des Ermittlers, der keinen besonderen Schnick Schnack aus seiner Vergangenheit mitbringt, sondern mit herrlicher Normalität begeistert.
    Zwar erschien er mir anfänglich etwas distanziert und kühl, was aber im Laufe des Buches durch verschiedene Informationen, die man über ihn erhielt, nahm seine Unnahbarkeit ab.
    Ein Kommissar mit realistischen Problemen und einer gesunden Einstellung dem Leben gegenüber.

    An zweiter Stelle möchte ich Suse vorstellen, die im Klappentext schon als "heillos überfordert" dargestellt wird, was ich absolut bestätigen kann und sie teils sogar unsympathisch wirken lässt.
    Gut dargestellt und überraschend authentisch inszeniert hatte ich dennoch meine Probleme mit dieser Frau und vor allem mit ihrem Umgang mit ihren Kindern, sowie ihrer Mutter.
    Suse ist nicht im Stande einmal durchzuschnaufen oder sich liebevoll mit ihren Jüngsten zu beschäftigen (was im späteren Verlauf natürlich verständlich ist, aber auch zu Beginn nicht auftritt).
    Eine gestresste, alleinerziehende, arbeitende Mutter, die versucht alles für ihre Kinder zu tun und sich selbst dabei aus den Augen verliert.

    Die Figuren empfand ich als wirklich realitätsnah, da ihre Probleme, Ängste und Sorgen absolut empathisch an den Leser herangefühlt wurden.
    Es sind Gefühlslagen, in denen sich bestimmt jeder einmal befunden hat und gerade alleinerziehende Eltern können sich damit bestimmt identifizieren.

    _________________________

    SCHREIBSTIL UND INHALT

    Ich habe zuvor erst ein Buch von Martin Krist gelesen ("Märchenwald"), welches mich aber bereits sehr gut unterhalten hat, sodass ich unbedingt zu dieser Reihe greifen wollte.
    (Nicht ganz unschuldig war dabei auch das Fazit einer sehr guten Freundin (Ashleys Bücherkabinett) zu Krists Thriller "Drecksspiel".) 🙂

    Wie der Klappentext vermuten lässt, begeben wir uns mittels von 3 verschiedenen Perspektiven in die Höhle des Löwen:
    Aus Suses Sicht, Freis und durch die Augen einer unbekannten, eingeschlossenen Frau.

    Der Schreibstil Krists ist sehr angenehm zu lesen, sodass ich nur so durch die Seiten flog, was aber natürlich auch an der konstant aufrechten Spannung lag.

    Die Story beginnt bereits brisant und man beginnt während des Lesens Theorien aufzustellen, die nicht ganz abwegig scheinen.

    Es werden einem immer wieder kleinere Hinweise hingeworfen, sodass unweigerlich die "Könnte es so gewesen sein?"-Gedanken wieder Fahrt aufnehmen.

    Im Laufe des Buches begegnen dem Leser allerdings immer wieder Stellen und Hintergründe, die sehr vorhersehbar sind (selbst für mich...ihr wisst ja) und damit die geheimnisvolle, verwobene Atmosphäre nehmen und die Rasanz somit etwas bremsen.

    Gerade, als sich anfing Enttäuschung in mir breit zu machen, weil ich tatsächlich dachte, ich hätte alles durchschaut und die Story wäre wirklich so durchschaubar, wie vermutet, gab es einen Twist, der die gesamte Handlungs umwarf und einige Gedanken wieder auf Null setzte.

    Die folgenden Ereignisse ließen die Geschichte wieder aufblühen und brachten Spannung in den Inhalt.
    Auch das Ende empfand ich als befriedigend, auch wenn man mit einem kleinen Cliffhanger zurückgelassen wird, der sich aber hoffentlich in Band 2 und 3 aufklärt!

    ________________________

    FAZIT:

    Ein spannender Thriller mit authentischen Figuren, bei dem nichts so ist, wie ist zunächst länger den Anschein hat.

    Trotz einiger kleiner Längen durch vermeintlich vorhersehbare Aspekte, besticht das Ende dennoch mit Spannung und verleitet durch den fiesen Cliffhanger zum Lesen des zweiten Teils ("Stille Schwester").

    Von mir bekommt Martin Krists "Böses Kind" 4/5 Sternchen⭐️⭐️⭐️⭐️ 

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    UnsereBuecherwelts avatar
    UnsereBuecherweltvor einem Monat
    Authentische Charaktere in einem packenden Reihenauftakt!

    Hui, das nenne ich mal einen Reihenauftakt!

    Ich habe das Gefühl, das Buch gerade erst begonnen zu haben und tatsächlich ist es bereits zu Ende gelesen.

    Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, denn die kurzen Kapitel mit den ständigen Perspektivenwechseln und jeweils fiesen Cliffhangern, haben es wirklich nicht zugelassen, dass ich das Buch auch nur ein mal zuklappe!

    Für mich war es jedoch vielmehr ein Krimi als ein Thriller.
    Der Thrill war zwar da und es passieren auch so einige unvorhersehbare, grauenvoll spannende Dinge, jedoch stand hier klar der Kriminalbeamte Frei und sein Team im Vordergrund, die wir bei der Lösung ihres Falls intensiv begleiten. Insofern wurde man auf die eigentlichen Überraschungsmomente, durch die Erkenntnisse der Ermittler langsam vorbereitet und bekommt sie nicht ungefiltert knallhart präsentiert, wie es vielleicht bei klassischen Thrillern üblich ist.
    Intensiv-schaurige Momente bekommen wir jedoch durchaus auch geboten, denn das Ermittler-Duo wird zu der hoffnungslos überforderten, alleinerziehenden Mutter Suse gerufen, deren Tochter vermisst wird. Ich habe wirklich sehr mit Suse mitgefiebert, ihre Panik hautnah miterlebt und ihre innere Lähmung gespürt, als sie einfach nicht mehr weiter wusste und ihre Überforderung übermächtig wurde. Ihre Sichtweise bietet Spannung und so einige Fragezeichen, die es zu lüften gilt.

    Der Schreibstil von Martin Krist ist so grandios, dass sogar ich, die klassische Krimis aus der Sicht der Ermittler eigentlich gar nicht so sehr mag, absolut gefesselt war.
    Er schreibt kurz und knackig, präzise auf den Punkt gebracht, schonungslos bildlich und vor allem realistisch. Durch die vielen Nebengedanken, an denen wir bei unserem Hauptprotagonisten Henry Frei teilhaben dürfen und die nebenbei erwähnten Songs, die das Geschehen untermauern und lebendiger machen, sowie die dauerhaft eingefügte Zeitangaben, hatte ich hin und wieder das Gefühl ein literarisches Drama oder Filmdrehbuch zu lesen.

    Hinzu kommt, dass Kommissar Frei und seine Kollegin Albers sehr ungekünstelte Personen sind, die mitten im Leben stehen und man sich mit ihnen absolut identifizieren kann. Sie sind nicht abgedroschen oder abgehoben, sondern sie sind so herrlich „normal“, haben ihre eigenen Problemchen und das macht sie sympathisch und vor allem menschlich.
    So hat Frei beispielsweise mit einigen Zwangsneurosen zu kämpfen, die nur penible Ordnung und penetrante Einhaltung derer dulden. Er ist quasi die „personifizierte Korrektheit“, wie seine Kollegin Albers sagen würde.
    Tja und Albers selbst ist eine übermüdete Frischmutti, die sich durch ständiges Karotten essen wachzuhalten versucht.
    Charly, der auch zum Team gehört, versucht sich in das perfekt harmonierende Ermittler-Duo zu integrieren und tut das auf eine erfrischende Art und Weise.

    Man spürt absolut, dass „Das Böse Kind“ ein Serienauftakt ist. Man erfährt viel über das Leben der Ermittler, aber zig Fragen sind noch offen oder es wurde sogar bewusst neugierig darauf gemacht! Ich habe also gar keine andere Wahl, als mich nun auf den 2. Teil zu stürzen!

    Die einzige Kritik, die ich habe ist, dass mir das Ende viel zu schnell abgehandelt und abrupt kam und mir hierzu auch Antworten fehlen. Der Ermittlungsfall an sich ist zwar abgeschlossen, aber ich habe doch sehr mit der alleinerziehenden Mutter Suse mitgefiebert und hätte gerne noch ein wenig mehr Input zu ihr erhalten.

    Aber vielleicht bekomme ich den ja noch? Möglich wäre es, denn ein zuvor angeschnittener Ermittlungsfall wird Hauptthema in Band 2 werden und mächtig neugierig darauf gemacht wurde ich bereits! Mit Cliffhangern geizen tut der Autor jedenfalls nicht. :-)

    Fazit

    Ein rasanter, packender und vor allem authentischer Reihenauftakt rund um den Ermittlungsbeamten Henry Frei.
    Durch die natürlich menschlichen Protagonisten, die alle irgendwelche nachvollziehbare Probleme haben, kann man sich prima mit jedem identifizieren und somit rein fühlen.
    Viele Momente des Grauens und Schreckens tun ihr übriges und man grübelt ständig und will der Wahrheit auf die Spur kommen.

    So wird „Böses Kind“ zu einem spannenden Leseerlebnis, der wahnsinnig neugierig auf den 2. Band macht, denn obwohl dieser Fall am Ende abgeschlossen ist, wurde auf den nächsten bereits vorbereitet.

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    Claudias-Buecherregals avatar
    Claudias-Buecherregalvor 2 Monaten
    Henry Frei Band 1

    Kaum hat Kriminalhauptkommissar Henry Frei den Mord an einer verheirateten Frau aufgeklärt, wird er schon zum nächsten Einsatz gerufen. Eine Leiche wurde gefunden. Brutal gefoltert, gekreuzigt und mit abgetrennten Händen. Kurz zuvor wurde am selben Fundort ein getöteter Hund mit gleichen Verletzungen gefunden. Der Täter scheint Geschmack daran gefunden zu haben und könnte weiter morden.

    Währenddessen kämpft die alleinerziehende Mutter Suse mit ganz anderen Problemen. Finanziell kommt sie kaum über die Runden, ihrem Job und ihren Kindern kann sie kaum gerecht werden und nun ist auch ihre Teenagertochter erneut von zuhause abgehauen. Ihr droht alles über den Kopf zu wachsen, so dass sie eine Vermisstenanzeige bei der Polizei aufgibt.

    Der deutsche Autor Martin Krist schickt ein neues Ermittlerduo ins Rennen. Seine Thrillerserie dreht sich um Kriminalhauptkommissar Henry Frei, der Unpünktlichkeit und Unordnung hasst, und seine Kollegin Louisa Albers. Die beiden sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Sie trägt Indizien und Spuren vor, er zweifelt diese an und hinterfragt sie. So kommen sie oft zu neuen Lösungsansätzen. Beide Figuren finde ich toll ausgearbeitet und authentisch. Krist ist es gelungen so viel Persönliches einzubauen, dass man als Leser ein Gefühl für die beiden Ermittler erhält und diese sympathisch werden, aber eben auch nicht zu viel, als das die Figuren sich in den Vordergrund drängen würden.

    Sein Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Krist hat sich dafür entschieden kurze Kapitel zu schreiben und dadurch die Option zu nutzen viele Perspektivwechsel durchzuführen. Das führt zu einem hohen Erzähltempo, was mir persönlich sehr gefällt. Oft werden auch kleinere oder größere Cliffhanger an Kapitelenden verwendet, so dass man gerne weiter lesen möchte.

    Dadurch, dass es der Auftakt zu einer Serie ist, bleibt noch vieles über den Protagonisten Frei im Unklaren, aber das wird sich hoffentlich mit den nächsten Fällen aufklären. Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger, aber zum Glück ist die Fortsetzung „Stille Schwester“ bereits erschienen.

    Fazit: Der Auftakt hat mir gut gefallen und macht Lust auf mehr. Ich mag die beiden Ermittler sehr gerne und das hohe Erzähltempo des Autors. Das Ende kam etwas abrupt und ich hätte mir noch etwas mehr Spannung/Nervenkitzel gewünscht, da sich das Buch für mich eher wie ein Krimi gelesen hat, aber ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung und vergebe daher 4 Sterne

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    Svanvithes avatar
    Svanvithevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Glaubwürdige Figuren in einer offensive erzählten Geschichte mit hohem Spannungsfaktor...
    Böses Kind

    Der Berliner Kriminalhauptkommissar Henry Frei ist speziell. Es existieren zwei Dinge, die er nicht ausstehen kann: Unpünktlichkeit und Unordnung. An seine Pedanterie muss sich der neue Kollege Charlie erst gewöhnen, wohingegen Kollegin Louisa Albers damit umzugehen weiß.

    Seine personifizierte Korrektheit macht Frei keineswegs unsympathisch. Vielmehr zeichnen ihn seine kluge, geradlinige Denkweise aus. Die braucht er auch in seinem Job. Gerade nämlich wurde ein neues Mordopfer gefunden.

    Zeitgleich vermisst Suse Pirnatt, eine von ihrem Mann verlassene Mutter dreier Kinder unterschiedlichen Alters ihre älteste Tochter. Die Vierzehnjährige ist ebenso verschwunden wie der Hund der Familie.

    Es dauert nicht lange, und die Mordkommission erfährt von dem vermissten Mädchen. Denn bei einem weiteren aufgefundenen Toten befand sich deren Rucksack, so dass alles nach einem unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Verschwinden und dem grausamen Mord aussieht. Und obwohl Henry Frei und seine Kollegen fieberhaft daran arbeiten, den Fall aufzulösen, scheint ihnen die Zeit davonzulaufen. Und dann geschieht ein weiteres Verbrechen...

    „Böses Kind“ von Martin Krist profitiert neben einer ausgeklügelten Geschichte vor allem von seinen Protagonisten und deren persönlichen Hintergründen. Da gibt es einerseits das funktionierende Familienleben von Henry Frei, das auch mit pubertärer (ebenfalls) 14-jähriger Tochter und einem Sohn mit Asperger Syndrom funktioniert. Seine Kollegin Louisa Albers kämpft ständig mit der Müdigkeit, weil sie vor einem halben Jahr Mutter geworden und vor zwei Monaten wieder in den Dienst getreten ist. Seitdem kümmert sich ihr Mann, ein Schriftsteller, um den Sohn, hält aber ständigen Kontakt zu ihr. Frei und Albers sind ein eingespieltes Team, die durch ihre Arbeitsweise, oft in Form von Schlagabtäuschen, Ermittlungen voranbringen. Neuzugang Phan Cha Lee, genannt Charlie, ist der Sohn einer Deutschen und eines Vietnamesen, zeigt sich eifrig und noch ein wenig ungezügelt, jedoch lernfähig.

    Im krassen Gegensatz hierzu steht Suse Pirnatt. Sie lebt in der Platte im Berliner Bezirk Spandau, einer von vielen sozialen Brennpunkten der Hauptstadt. Hier bestimmen oft die Sorge ums Geld und damit eingehende innerfamiliäre Notsituationen und weitere daraus resultierende Probleme den Alltag der Menschen, Hoffnungslosigkeit und fehlende Perspektive lassen sie abstumpfen. Vom Berliner Glanz ist hier nichts zu spüren. Suses Mann zahlt keinen Unterhalt, und so muss sie einem ungeliebten Teilzeitjob in einer Drogerie nachgehen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Sie schafft es kaum, den siebenjährigen Dennis und Baby Theo zu versorgen. Als ihre älteste Tochter Jacqueline verschwindet, vermutet sie, dass diese mit Typen abhängt, die nicht nur mit einem Suchtmittel zu tun haben, riskiert aber trotzdem ihren Job, weil sie sich auf die Suche begibt...

    Martin Krist gelingt es schnell, seine glaubwürdigen Figuren innerhalb ihres Milieus ins Licht bzw. in den Schatten zu setzen und die Verhältnisses zu beleuchten. Er schreibt mit hohem Spannungsfaktor, und seine Erzählweise ist offensiv, energisch und schonungslos, spart nicht unangenehmer und detaillierter Darstellung. Kurze, knappe, auf den Punkt gebrachte Sätze und wechselnde Perspektiven treiben die gut durchdachte Handlung kontinuierlich voran. Diese erhält durch das Einstreuen der Uhrzeit immer wieder Echtzeitmomente, wirkt niemals konfus oder lässt gar den notwendigen Überblick vermissen. Die unterschiedlichen Sichtweisen bieten vielmehr Raum für eigene Spekulationen und ermöglichen ein Mitfiebern für ein rasantes Ende.

    Und das ist es tatsächlich, das Ende kommt zügig und wegen der vielen ungeklärten Fragen einen Tick zu scharf. Der Cliffhanger kann sich allerdings sehen lassen. Wohl dem, der den Nachfolgeband „Stille Schwester“ schon „auf dem Schirm“ hat...

    4,5 Sterne

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    Simi159s avatar
    Simi159vor 2 Monaten
    Toller Thriller

    Mit Krimis/Thrillern ist das so eine Sache. Oft sitzt man als Leser einem gut geschriebenen Klappentext auf, der mehr verspricht, als der Inhalt der Geschichte halten kann.

    Bei den Büchern von Martin Krise ist es genau umgekehrt. Da ist die Klappentext erst mal eher recht  „normal“, doch wenn man erst mal angefangen hat, in die Bücher einzusteigen, sprich sie zu lesen, kann man nicht mehr aufhören….

    Hier in dem ersten Fall von Henry Frei, „Böses Kind“, verschwindet die vierzehnjährige Tochter Jacqueline der adenerziehenden Suse. Diese ist mit ihren drei Kindern und ihrem Leben überfordert. Die Polizei glaubt Suse, als diese ihre Tochter als Vermisst meldet und sich Sorgen macht, erst nicht. Auch stellt Kommissar Henry Frei erst mal keinen Zusammenhang zwischen einem gekreuzigtem Hund und dem verschwundenen Teenager her. 

    Erst als neben einer männlichen Leicht, die ähnlich zurechtgemacht ist, wie der Hund, der Rucksack von Jacqueline gefunden wird, beginnt Freund sein tiefer zu ermitteln.

    Als Leser taucht man in einen feingewobenen Fall, der harmlos und langsam beginnt und einen schon nach wenigen Kapiteln fesselt, ein. Man wird in ein, teilweise etwas klischeehaftes Milieu, Suse, entführt, mit einem sympathischen, wie auch etwas anderem Kommissar. Kapitel für Kapitel wird der Fall dichter, immer schneller und unvorhersehbarer wird. Und immer wenn man zu wissen glaubt, wie der Fall sich auflösen könnte, schlägt der Autor einen neuen Haken, überrascht. Denn die Geschichte hat verschiedene Ebenen, die sich im Laufe des Falls immer mehr für den Leser zeigen. Frei hat eine eigenen Geschichte, einen kleinen-großen Tick, der einen als Leser schmunzeln läßt, und ihn und seinen Sohn umso authentischer wirken läßt. Ein alter ungelöster Fall begleitet Frei, damit hat Alanna auf dem Buchtitel zu tun, dieser spielt in die neuen Ermittlungen mit hinein und er wird den Leser wie den Kommissar noch weiter beschäftigen. 

    Für alle, die wissen wollen, wie es nach „Böses Kind“ weiter geht, der zweite Fall für Henry Frei, „Stille Schwester“, ist auch schon erschienen.

    Dieser Thriller hat alles, was es für eine spannende, unterhaltsame Lektüre braucht. Glaubhafte Charaktere, ein gut gewobener Fall, voller Überraschungen und Wendungen. So machen machen Thriller/Krimis Spass…

    5 STERNE.

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    Kossivor 3 Monaten
    Spannung pur

    Die Geschichte beginnt mit zwei Erzählsträngen. In dem einen lernen wir den Kommissar Henry Frei und seine Kollegin Albers kennen, die damit beschäftigt sind, einen Mord aufzuklären. In dem anderen Strang geht es um Suse, eine alleinstehende Mutter von drei Kindern. Die älteste Tochter ist in der Nacht zuvor nicht nach Hause gekommen. Als Suse sie am Tag darauf bei der Polizei als vermisst meldet, verbinden sich die beiden Erzählstränge und dann nimmt die Story so richtig ihren Lauf. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil sich die Ereignisse so schnell überschlugen. Das Ende hat mich zunächst mit Fragezeichen zurück gelassen, bis ich im Internet recherchiert hatte, dass im Juli 2018 ein zweiter Teil der Henri-Frei-Serie erscheinen wird. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, um dem Leser nicht zu viel vorweg zu nehmen. Für mich war es das erste Buch von Martin Krist und sein spannender, knackiger Schreibstil hat mich auf jeden Fall neugierig gemacht auf seine weiteren Bücher.

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    Buecherseele79s avatar
    Buecherseele79vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Brillant spannend und interessant. Alleine der Ermittler Frei hat es mir angetan. Ich freue mich auf weitere Fälle mit ihm!
    Gestatten- Ermittler Frei

    Suse hat alleinerziehend, vom Ehemann verlassen worden und muss sich nun um ihre 3 Kinder und den Hund kümmern.
    Natürlich ist sie oft heillos überfordert, gerade mit ihrer Tochter Jaqueline, die ihre pubertäre Phase hemmungslos
    auslebt.
    Doch eines Morgens ist Jaqueline verschwunden und Suse beginnt sich Sorgen zu  machen.
    Gleichzeitig ermitteln Kriminalkommissar Henry Frei und seine Kollegin Louisa Albers in einem Mordfall bei dem
    die Frau eines sehr gläubigen Pfarrers im Hotelzimmer tot aufgefunden wurde.
    Als Henry und Louisa auf eine Baustelle gerufen werden weil ein Hund gekreuzigt wurde sehen sie keinen Grund
    an diesem "Fall" dran zu bleiben.
    Doch keinen Tag später wird eine Leiche gefunden, in einer Wand auf der Baustelle einbetoniert... ihr fehlen nicht
    nur die Arme sondern sie wurde auch tagelang gefoltert...und bei dieser Leiche finden sich Sachen von Jaqueline...
    ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

    Ich habe schon das ein oder andere Buch von Martin Krist gelesen und für mich ist dieser Autor ein Garant für
    spannend Thriller, interessante Ermittler und Gänsehautmomenten.
    Dies kann ich auch komplett auf den neuen Thriller "Böses Kind" ummünzen.
    Wie bei "Mädchenwiese" steht hier eine alleinerziehende Mutter im Mittelpunkt und es fällt schwer sie nicht zu bemitleiden
    oder aber  nicht ständig den Kopf zu schütteln weil sie vom Leben ihrer Kinder, gerade von Jaqueline ihrem, gar nichts
    mitbekommt.
    Ich würde jetzt nicht sagen dass mir die Mutter Suse sympathisch war aber was mir am Autor hier gefällt- er beschreibt
    den täglichen Wahnsinn einer alleinerziehenden Mutter und was es  heisst ständig zu krampfen, Arbeit zu finden und sie
    zu behalten, für den Unterhalt der Kinder und sich selbst aufkommen zu müssen.
    Dies ist in keinster Weise ein Zuckerschlecken.
    Die Ermittler Frei und Albers könnten nicht unterschiedlicher sein, Albers ist gerade Mutter geworden, damit es aber
    zum Leben reicht ist sie recht früh wieder in den Dienst eingetreten und muss mit der Müdigkeit zu Recht kommen.
    Frei hingegen finde ich persönlich unheimlich interessant und spannend.
    Nicht nur dass er einen absoluten Ordnungstick hat, er erscheint auch sehr kühl und gefühlslos, aber mir war er
    trotzdem sympathisch und ja, mal ein ganz anderer Kerl von Ermittler.
    Auch das Familienumfeld bei Frei ist geschickt aufgebaut da sein Sohn das Asperger-Syndrom hat und man sich
    manchmal fast denken kann woher der Sohn das ein oder andere "Problem" hat.
    Frei scheint auch in der Vergangenheit den ein oder anderen Fehler begangen zu haben, dies bleibt in diesem Thriller
    jedoch im Hintergrund.
    Das Verwirrspiel was mit Jaqueline passiert sein könnte ist hier perfekt ausgearbeitet, es gibt eigentlich keinen roten
    Faden der zu einem genauen Täter führt, auch die Mutter kann nicht wirklich weiterhelfen, vieles liegt im Dunkeln.
    Der Ex-Mann von Suse scheint in der Sache ebenso verwickelt zu sein und ich habe mich oft gefragt was hier nun
    Tatsache ist und was der Verwirrung dienen soll.
    Das Ende ist mit einem Cliffhanger verbunden was mich persönlich nicht stört da mir der Thriller im Ganzen unheimlich
    gefallen hat und ich natürlich mehr von Frei und seinen Kollegen erfahren möchte.
    Auch was es mit der Vergangenheit von Frei auf sich hat, wer weiter in Berlin Frauen ermordet und was sich noch
    so offenbaren wird...auf jeden Fall kann ich für Thrillerfans eine klare Lessempfehlung aussprechen.

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    B
    Buchwurm05vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein kurzweiliger Krimi mit einem überraschenden Schluss. Mit den Charakteren bin ich jedoch nicht richtig warm geworden.
    Ein kurzweiliger Krimi mit einem überraschenden Schluss

    In "Böses Kind" von Martin Krist verschwindet Jacqueline, die Tochter von Suse, einer alleinerziehenden Mutter. Auch der Familienhund bleibt verschwunden. Kommissar Henry Frei und seine Kollegin Louisa Albers ermitteln. Martin Krist hat einen flüssigen Schreibstil. Ohne viel Vorrede ist man gleich in der Geschichte mitten drin, was mir sehr gut gefallen hat. Mit den 3 Hauptcharakteren bin ich jedoch nicht so ganz warm geworden. Da ist zum einen Suse Pirnatt, eine überforderte alleinerziehende Mutter. Dann Henry Frei, Kommissar mit einem Ordnungezwang und einem Sohn der das Asperger-Syndrom hat. Und Louisa Albers, vor kurzem Mutter geworden und ständig übermüdet. Die Charaktere sind zwar authentisch dargestellt worden, waren mir aber etwas zu emotionslos. Es gibt 2 Haupterzählstränge: von Suse und von den Ermittlern. Zwischendurch erfährt man von einer entführten Person, die gefangen gehalten wird und fragt sich: wer ist das? Auch sind einige Nebenhandlungen eingebaut, die nichts mit dem aktuellen Fall zu tun haben, aber wahrscheinlich für den 2. Teil relevant sind. Der Schluss war für mich überraschend und ich konnte es kaum aus der Hand legen.

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    Karin_Zahls avatar
    Karin_Zahlvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Böses Kind,das hat was!
    Böses Kind!

    Böses Kind
    Es handelt sich um den ersten Teil um die neue Reihe um Kommissar Henry Frei. Henry scheint ein sehr perfektionierter Mensch zu sein. Seine Kollegin Luisa Albers,ewig Karottenkauend,sehr oft erwähnt, ist die ganze Zeit übermüdet, denn ihr Baby lässt sie wohl Nachts nicht schlafen. Die Charaktere sind für mich noch zu unterkühlt.Ich bin nicht richtig warm mit ihnen geworden.Dennoch durchaus spannend,flüssiger Schreibstil. Vor allem das letzte Drittel nahm richtig an Fahrt auf, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Und dann der Cliffhanger zum Schluss, sehr gemein.Bin weiter gespannt,auf neues!!!

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