Martin Kubaczek Die Knie meiner Mutter und mein Vater im Krieg

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Inhaltsangabe zu „Die Knie meiner Mutter und mein Vater im Krieg“ von Martin Kubaczek

Aus drei Zeiträumen nähert sich Martin Kubaczek dem Leben seines Vaters. Der Text kreist um die Vergänglichkeit alles Wirklichen und Sichtbaren, um das Erlöschen von Leben.

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  • Rezension zu "Die Knie meiner Mutter und mein Vater im Krieg" von Martin Kubaczek

    Die Knie meiner Mutter und mein Vater im Krieg
    Clari

    Clari

    07. July 2011 um 18:00

    Vater und Mutter ein Denkmal zu setzen, das gelingt nicht jedem! Martin Kubiczek wählt eine ganz eigene Form der Darstellung über seine Eltern. Sie zeigen seinen Vater im Zweiten Weltkrieg als jungen und starken Mann, wie er sich geschickt durch seine Militärjahre hindurchlaviert. Er verlegt Kabel für Telefon - und Funkübertragungen. Sie sind nachgerade lebenswichtig für eine funktionierende Armee. Man hört von Menschen und Kämpfen, von Ortschaften, Fluchten und dem Fluch des Krieges, der ganze Familien und Einzelschicksale berührt. In der skizzenhaften Darstellung gewinnt man Einblicke, wie Krieg auch sein kann: unerklärlich, ausgeliefert und unabwendbar im Siegen wie im Verlieren. In weiteren Kapiteln ist dieser jugendliche und kräftige Vater später ein alter, verknitterter Mann, nur noch den elementaren Bedürfnissen verhaftet: Essen, Trinken, Schlafen. Und die Mutter? Einstmals eine junge Frau, auch sie von den Folgen des Krieges gebeutelt, und dann eine liebende Ehefrau, die mit ihrem Mann eine lange, geduldige Ehe führte und ihre Kinder versorgte. Aber da gibt es noch etwas: die Malkunst des Vaters, der sich an dem Maler William Turner orientiert, der als Vorläufer des Impressionismus gilt. Der Vater malt den Berg Rigi und beseligt sich an den Zeichnungen Turners. Die Erzählung wechselt zwischen scheinbar weit auseinander liegenden Lebensetappen, wodurch eine essayistische Erzählform entstanden ist. Die Last des Alters und die Vergänglichkeit aller schönen und aufmunternden Zeiten werden vom Autor minutiös aufgezeichnet. Die Form ist etwas spröde und kantig, lässt jedoch Bilder zu, die man sich in dieser Weise selten vor Augen führt. Hier ist erneut ein Erinnerungsbuch an Eltern entstanden, wie sie jetzt in vielfachen Ausdrucksformen auf dem Buchmarkt zu finden sind. Das Thema von Vergangenheit und Zukunft, das offensichtlich die zeitgemäßen Dichter berührt, wird von den halbjungen Autoren quasi als Mahnung und Aussicht einmal poetischer, das andere Mal realistischer aufgezeichnet. Auf jeden Fall regt jede Form dieser Darstellung zum Nachsinnen an. Martin Kubiczek ist ein österreichischen Literaturkritiker und Essayist, der in Wien und Tokio lebt.

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  • Rezension zu "Die Knie meiner Mutter und mein Vater im Krieg" von Martin Kubaczek

    Die Knie meiner Mutter und mein Vater im Krieg
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    30. June 2011 um 10:01

    Der 1954 geborene und selbst in seinem Heimatland Österreich noch relativ unbekannte Kultur- und Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Martin Kubaczek hat mit dem hier vorliegenden Roman „Die Knie meiner Mutter und mein Vater im Krieg“ ein Buch geschrieben, das das hoffentlich ändern wird. Denn sein Buch über seinen Vater und seine Mutter kann ohne Übertreibung eingereiht werden in die berühmten Vater- und Mutterbücher österreichischer Autoren wie etwa Peter Handke oder zuletzt auch Arno Geigers „Der alte König in seinem Exil“. Martin Kubaczek unternimmt mit einer dichten, den Leser von der ersten Seiten an berührenden und eindringlichen Sprache den Versuch, in drei verschiedenen Zugängen sich seinen Eltern und deren Leben und dessen Erfahrungen zu nähern. Zunächst lässt wer seinen Vater selbst und unkommentiert erzählen, „wie ihm das Erzählen das Leben gerettet hat.“ Im zweiten Teil seines beeindruckenden Roman lässt er die beiden Eltern sich erinnern. Sie selbst sehen dem Tod schon in einem verzweifelten Ringen mit ihrem körperlichen Verfall entgegen und können dem Sohn doch noch so vieles mitgeben. Im dritten Teil geht es in hoher literarischer und philosophischer Dichte am Beispiel der Zeichnungen des Vaters, die er sein Leben lang angefertigt hat, um die Vergänglichkeit alles Wirklichen und Sichtbaren und um den Tod. Ein Roman, der seinen Leser mitnimmt auf eine intensive und poetische Reise durch das Leben zweier Menschen.

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