Martin Mucha

 3.9 Sterne bei 50 Bewertungen
Autor von Papierkrieg, Seelenschacher und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Martin Mucha

Papierkrieg

Papierkrieg

 (30)
Erschienen am 08.02.2010
Seelenschacher

Seelenschacher

 (7)
Erschienen am 07.02.2011
Beziehungskiller

Beziehungskiller

 (5)
Erschienen am 09.07.2012
Erbschleicher

Erbschleicher

 (3)
Erschienen am 05.02.2014
Liebessiegel

Liebessiegel

 (2)
Erschienen am 01.07.2015
Funkenfeuer

Funkenfeuer

 (1)
Erschienen am 07.02.2018

Neue Rezensionen zu Martin Mucha

Neu
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Funkenfeuer" von Martin Mucha

Funkenfeuer - ein schöner, alter Brauch
Bellis-Perennisvor 8 Monaten


 „Funkenfeuer“ ist ein alter, schwäbisch-alemannischer Feuerbrauch, der noch heute in Vorarlberg, der Schweiz, Liechtenstein und anderen Gebieten mit schwäbisch-alemannischer Bevölkerung gepflegt wird. Er findet am ersten Sonntag nach dem Aschermittwoch statt.  Höhepunkt ist das Verbrennen der „Funkenhexe“. Der Vorarlberger Funkenbrauch wurde 2010 in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

 

Rund um diesen alten Brauch ist der Krimi von Martin Mucha angesiedelt.

 

Revierinspektor Hubert Schmiedle, von allen noch mit dem alten Gendarmeriedienstgrad „Wachtmeister“ betitelt, hütet allein, aber dienstbeflissen, die Polizeiinspektion in einem fiktiven Dorf im Ländle. Es ist wenige Tage vor dem „Funkensonntag“. Da es zu einem beliebten Volkssport gehört, den „Funken“ der Nachbargemeinde zu stehlen oder zu zerstören, ist Schmiedles Aufmerksamkeit auf den eigenen „Funken“ fokussiert.

 

Da platzt die Nachricht, dass die junge, zugewanderte Lehrerin verschwunden ist, in seine Beschaulichkeit.

Schmiedle beginnt sich umzuhören. Bald ist klar, dass der Bürgermeister ein handfestes Motiv hätte, die Lehrerin verschwinden zu lassen: Sie hat ihn wegen sexueller Belästigung verklagt.


Doch wie dem geschäftigen Bürgermeister, der durch geschickte Manöver die meisten Dorfbewohner auf seiner Seite hat, beikommen?

Und außerdem den Funken nicht aus den Augen lassen? 

 

Schmiedle, ein wortkarger, aber gewitzter Beamter, ist ein guter Zuhörer und so horcht er auf dem Dorfplatz, im Wirtshaus und vor allem seiner Ehefrau zu, wenn der neueste Dorfklatsch erzählt wird.

 

Wird die Lehrerin unversehrt wiederauftauchen? Und wird das Funkenfeuer ohne Zwischenfälle ablaufen?

 

Meine Meinung:

 

Martin Mucha hat hier einen großartigen Krimi geschrieben. Er beschreibt die Leute wirklich toll. (Ich habe mehrere Monate in Vorarlberg gearbeitet. Ja, genau solche Typen sind mir untergekommen!)

Hubert arbeitet bedächtig. Jede Hast und Hektik liegen ihm fern. Er kennt sein Dorf in und auswendig. Er liebt gutes Essen (auch in der Fastenzeit) und auch im Dienst hin und wieder ein Schnäpsle.

 

Herrlich auch die im breiten Dialekt geschriebenen Dialoge. Wegen der Mundart ist das Buch jetzt nicht unbedingt für jedermann leicht zu lesen. Leser aus mit alemannischen Wurzeln werden sich bestimmt sehr amüsieren.

 

Die Krimihandlung tritt zugunsten des Lokalkolorits zurück. Wir lernen eine Reihe von exquisiten hochprozentigen Obstsorten kennen und unternehmen einen Streifzug durch die Vorarlberger Küche. Mir ist beim Lesen über Vorarlberger Bergkäse, Kasspatzln und Ri(e)bel das Wasser im Mund zusammengelaufen. Witzig ist, dass Schmiedle zum Chinesen geht, wenn er ein goldbraunes SchniPo = Wiener Schnitzel mit Pommes Frittes essen möchte.

 

Eine besondere Freude hat mir das bejahrte Damenkränzchen bereitet. Ich kann sie mir wirklich gut vorstellen, die alten Damen, die auf die klingenden Namen Agathe, Crescencia (90 plus) und Walpurga hören.

 

Eine meiner Lieblingsstellen:

 

„Doch die Mauer des adoleszenten Selbstvertrauens, das sich aus Arroganz und Testosteron speiste, bröckelte.“ (S.78)

 

Hier eine Kostprobe des Dialekts, wobei das wichtigste Wort gut erkennbar ist:

 

„Moll ja, un mir sön sega, supr, dass du Bolizischt bisch, wal dia andara sin Arschlöcher.«

 

Autor Martin Michael Mucha, 1976 in Graz geboren, lebt als verheirateter Familienvater in Wien. Seine Jugend verbrachte er allerdings in einem Dorf im Vorarlberger Walgau.

 

Fazit:

 

Ein etwas anderer Krimi, aber die Vorarlberger sind ja auch anders als die Innerösterreicher. Gerne gebe ich 5 Sterne und hoffe auf eine Fortsetzung.

 

Kommentare: 1
12
Teilen
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Beziehungskiller" von Martin Mucha

Das Auffinden von Leichen, tötet die Beziehung ...
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

Im dritten Kriminalfall mit und um Arno Linder steht die Beziehung zu Freundin Laura im Mittelpunkt. Sie ist ob der „Fähigkeit“ Arnos, ständig über Leichen zu stolpern und sich in Schwierigkeiten zu bringen, gewillt, beim nächsten Vorfall, die Beziehung zu beenden.

Gemeinsam mit Laura ist er auf ein Wochenende ins Weinviertel eingeladen. Hoch und heilig hat er Laura versprochen, weder über seine eigene (klein)kriminelle Vergangenheit zu sprechen noch den Besserwisser hervor zu kehren. Na ja, versprochen ist versprochen, doch Arnos redliches Bemühen wird durch den Tod des Gastgebers zunichte gemacht. Der ist nämlich nicht nur tot, sondern auch ermordet. Blöderweise hat Arno auch noch die Leiche gefunden.
Also stürzt sich der Universitätslektor kopfüber in die Ermittlungen. Wird er das Verbrechen aufklären können?
Wird ihm Laura gewogen bleiben?
Ich mag sie nicht sonderlich, ist sie doch der Archetypos einer Karrierefrau. Arno verhält sich ihr gegenüber wie ein beim Lügen ertapptes Kleinkind. Diese Beziehung ist mir nicht geheuer.

Mucha lässt diesmal außerhalb Wiens ermitteln, womit ein beliebtes Stilmittel (Beschreibung von der Stadt und ihren wunderlichen Menschen) teilweise wegfällt. Trotzdem ist es dem Autor gelungen das Niveau der Vorgängerbände („Papierkrieg“ und „Seelenschacher“) zu halten.

Die Figuren sind manchmal in ihrer Kuriosität ein wenig überzeichnet, doch das macht den Reiz dieser Geschichten aus.
Diesmal ist die Spannung ein wenig flacher gehalten. Ich habe relativ bald gewusst, wer der Täter ist. Doch darum geht es mir hier gar nicht. Ich lese einfach gerne Muchas Wortwitz und die satirischen Bemerkungen.

Kommentare: 2
14
Teilen
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Seelenschacher" von Martin Mucha

Arno Linders zweiter Fall ...
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

Arnos Linders Situation gerät weiter aus dem Lot. Durch einen Wasserschaden ist seine Wohnung vorübergehend (wie lange das wohl sein wird?) nicht bewohnbar. Daher schläft er verbotener Weise in seinem Institut, wohl wissend, dass das die Missbilligung seiner Chefin finden wird. Doch was tun - sprach Zeus?


Also nimmt er seinen „zweiten Fall“ an. Er ist mit einem recht kurios anmutenden Kriminalfall konfrontiert: es gäbe ein Kreditbüro, dass die Seelen der Kreditnehmer als Sicherstellung akzeptiere. So erzählt es zumindest Bruder Erich, der Sekretär und Vertraute von Kardinal Gutbrunn. Seit Goethes „Faust“ hat man solches nicht mehr gehört. Das, und seine chronische Geldnot lassen Arno Linder ermitteln.
Selbstverständlich gerät Arno wieder in Schwierigkeiten, Mord an einer Journalistin inklusive. Blöd nur, dass er der letzte war, der die Frau lebend gesehen.

Wird er den mysteriösen Kredithaien das Handwerk legen können? Wer oder was steckt wirklich dahinter?

Diese Idee finde ich richtig entzückend. Seelen als Sicherstellung für einen Kredit? Normalerweise zahlt der Sünder für den Sündenerlass.
Zusammen mit den bekannten und neuen Figuren aus Martin Muchas Feder (äh Tastatur) kann sich der Leser auf allerlei Verschwörungstheorien gefasst machen. So halten G’schichteln um Wunderwaffen der Nazis („Nurflügler“), ein pensionierter Einbrecherkönig und ein Spekulant, der Regierungsgelder veruntreut hat, unseren wackeren Helden auf Trab.

Gemeinsam erkunden wir wieder bekannte und unbekannte Plätze der schönen Wiener Stadt.

Ein ganz schön schräge Geschichte, die uns der Autor diesmal auftischt.


Toll und stimmig wieder das Cover - einfach ein Rosenkranz

Kommentare: 2
14
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 49 Bibliotheken

auf 1 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

von 4 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks