Martin Mucha Papierkrieg

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Inhaltsangabe zu „Papierkrieg“ von Martin Mucha

Arno Linder, Anfang dreißig, lebt im schönen Wien. Als Doktor der klassischen Philologie ist er aufgrund desaströser Universitätsreformen stark armutsgefährdet - nur mit mehr oder weniger legalen Nebenjobs kann er sich notdürftig über Wasser halten. In einer eisigen Märznacht stolpert Arno auf dem Heimweg über ein betrunkenes Mädchen. Als er beschließt, die Schöne nach Hause zu fahren, stellt er fest, dass das Töchterchen aus reichem Hause offenbar in einen Mordfall verwickelt ist. In der Hoffnung, für sein Schweigen gut bezahlt zu werden, beginnt sich Arno für die Hintergründe der Affäre zu interessieren und entwendet dem Ermordeten Handy und Notebook. Doch damit beginnen seinen Schwierigkeiten erst richtig: Mit der Mordwaffe in seinem Besitz wird er von der Polizei in die Mangel genommen. Seine Anstellung an der Uni droht verloren zu gehen. Und dann taucht auch noch ein serbischer Kunsthändler namens Mihailovic auf, der Arno eine antike Papyrusrolle zweifelhafter Herkunft anbietet …

Ein Altphilologe auf Abwegen - der Auftakt einer Krimi-Serie aus Wien, schwarzer Humor inklusive

— Bellis-Perennis
Bellis-Perennis

Ein Kriminalroman, der vor allem durch seine ruhige und beschauliche Art sowie seinen Sarkasmus besticht!

— Die-wein
Die-wein

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  • Ein Universitätslektor stolpert über Leichen ...

    Papierkrieg
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    24. July 2016 um 10:36

    Autor Martin Mucha hat mit Universitätslektor Arno Linder eine komplexe und chaotische Person erschaffen. Arno hat eine herausragende Fähigkeit, die ihm noch öfters zu schaffen machen wird: er stolpert gerne über Leichen und hat selbst ein Faible für das halbseidene Wien.Arno, wegen der katastrophalen Finanzlage seines Institutes selbst stets am Rande des finanziellen Abgrunds balancierend, sucht mehr oder weniger legale Wege aus der Krise. So arbeitet er unter anderem auch im Schlachthof und hält sich mit kleinkriminellen Delikten über Wasser.Hier, in seinem Debüt, stolpert er über ein schwer betrunkenes Mädchen, das eine geladene Waffe mit sich führt. Er bringt sie nach Hause, entdeckt, dass sie vermögenden Hintergrund hat und … Wird er ein kleines finanzielles Dankeschön erhalten?Als er bei seiner Rückkehr in die eigene Wohnung die Leiche des Nachbarn entdeckt, schnappt er dessen Mobiltelefon und Computer und beginnt zu stöbern – „stierln“ – wie wir in Wien sagen. Dabei deckt er ein Verbrechen auf und wittert die Chance auf einen fetten Gewinn.Er ahnt noch nicht, welche Schwierigkeiten auf ihn zukommen werden.Der Charakter des Arno Linder lässt mich ein wenig gespalten zurück. Einerseits ist er ein armes Schwein, weil seinem Institut die Mittel gekürzt werden, aber andererseits ist er ein fester Strizzi (=Gauner). Nachbars Wohnung durchsuchen und Geräte entwenden? Kiffen? Usw. – doch im Verlauf der Geschichte treten einige liebenswerte Eigenschaften zu Tage.Die Schleichwerbung für einen ohnehin bekannten und potenten Computerhersteller hätte ich jetzt nicht unbedingt gebraucht. Auch die THC-geschwängerten musikalischen Ergüsse empfinde ich ein wenig zu langatmig.Alles in Allem ein erfrischender Newcomer im Krimi-Genre, der durch viel Lokalkolorit (auch durch den häufigen Gebrauch des Wiener Dialekts) Lust auf mehr macht. Sehr gut ist das stimmige Cover gelungen.

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  • Großartiger Schreibstil und ein unkonventioneller Ermittler!

    Papierkrieg
    Die-wein

    Die-wein

    23. August 2014 um 23:41

    Eine Bibliothek ist wie eine Orgel, wer sie zu benutzen versteht, dem gibt sie alles. (S. 148) Der Wiener Sprachwissenschaftler Arno Linder liest vor seiner Haustür ein betrunkenes junges Mädchen auf. Er fährt sie nach Hause und da sie kaum noch in der Lage ist zu sprechen, sucht er in ihrer Handtasche nach der Adresse und findet einen geladenen Revolver. Nachdem kein Zweifel besteht, dass aus der Waffe kurz zuvor ein Schuss abgefeuert wurde und er dann wenig später, in einer anderen Wohnung seines Mietshauses, die dazugehörige Leiche findet, wird ihm sehr schnell klar, dass das Mädchen nicht der Mörder sein kann. Er schlägt dem Vater des Mädchens vor, es aus den Ermittlungen rauszuhalten und fordert als Gegenleistung eine Geldsumme, da er an der Uni in Wien vollkommen unterbezahlt ist. Arno Linder ahnt jedoch nicht in welcher Größenordnung sich dieser anfangs "einfache" Mordfall bewegt und zwei Wiener Polizisten sind ihm immer dicht auf den Fersen. "Papierkrieg" ist der erste Kriminalroman von Martin Mucha und ich finde mit dem Philologen Arno Linder ist ihm ein sehr angenehmer und intelligenter Protagonist gelungen. Arno Linder wirkt sehr in sich ruhend und genießt am liebsten eine Tasse Tee und Musik aus seiner einzigartigen Plattensammlung. Anfangs hatte ich Probleme in die Geschichte hineinzufinden und verstand nicht so recht, dass Arno zum einen Pleite ist und nur ein kleines schäbiges Zimmer bewohnt und zum anderen jedoch geht er drei mal täglich in ein Restaurant um zu speisen. Allerdings änderte ich meine Meinung dann ab der zweiten Hälfte des Buches und ich begann Arno so nach und nach zu verstehen. Er ist dann wohl eher der Typ Mensch, der Geld nicht spart und zur Seite legt, sondern jemand, der es ausgibt und sich lieber ein schönes Leben davon macht. Was mir besonders gut gefiel, war der Schreibstil und das viele Hintergrundwissen über Wien. Man konnte die ruhige, beschauliche Atmosphäre sehr gut nachempfinden. Mir fehlte jedoch, gerade in der ersten Hälfte des Buches, etwas Spannung. Das macht jedoch der Sarkasmus von Arno Linder sehr gut wieder wett und so habe ich mich entschieden hier 4 von 5 Sternen zu vergeben, denn letzten Endes war ich schon neugierig, wie die Geschichte endet und würde sehr gerne weitere Bücher über diesen eher unkonventionellen Ermittler lesen.

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  • Rezension zu "Papierkrieg" von Martin Mucha

    Papierkrieg
    awogfli

    awogfli

    30. November 2012 um 19:35

    Für einen Debutroman ist dieser Krimi beachtlich. Die liebevoll entwickelte Hauptfigur der Geschichte, Arno Lindner ist eine Art Autro-Indiana-Jones, der als externer Lektor am Philologieinstitut mangels Gehalt und Sozialversicherung nebenberufliche Erfahrungen im Schlachthof und im Wiener Strizzimilieu aufweisen kann und deshalb auch in einem Russenmafiafall sowohl souverän abgebrüht als auch wissenschaftlich korrekt dozierend handelt. Selbstverständlich ist eine derartige Figuren- und Handlungskonstellation nicht unbedingt wientypisch, sondern eher hollywoodlike angelegt, zwar nicht sehr wahrscheinlich aber durchgehend konsistent konzipiert. Das hat auch mal seinen Charme. Sprachlich wartet der Autor mit wunderschönen Fabulierungen und Bonmots auf, wobei er dabei auch etwas übertreibt. Neben traum- und bildhaften detaillierten Ortsbeschreibungen aus dem heutigen Wien fährt er mit dieser Methode auch bei jedem technischen Gerät und mittels ausufernden Klangbeschreibungen der Musikstücke während des Kiffens fort. Das ist wirklich zuviel des Guten und ging mir dann mit der Zeit auf die Nerven, da sollte er im nächsten Roman a bissal auf die Bremse steigen. Die Krimihandlung ist bis zuletzt undurchsichtig spannend-rasant, aber mit den vielen Gangstern für die behäbige Stadt Wien, wie wir sie zu kennen glauben, ein bisschen zu dick aufgetragen. Andererseits seitdem dieser Nobel-Juwelier in der Realiät erschossen wurde, permanent Geld der Russenmafia bei uns auftaucht und dieselbe ja wahrscheinlich schon längst ganze Stadtteile Wiens bevölkert, wundert mich gar nix mehr. Fazit: Guter Krimi, spannende Handlung, gut entwickelte Figuren anspruchsvolle Sprache und Erzählstil - aber das sage ich wirklich selten - in allen Kategorien war der Autor diesmal um ein Nuancerl zu überambitioniert. Das läßt sich aber leichter beheben als das Gegenteil. 3,5 Sternderl. Als Nachtrag noch ein grenzenialer Satz: "Wien ist, wo sogar die Ausländer xenophob sind"

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  • Rezension zu "Papierkrieg" von Martin Mucha

    Papierkrieg
    Jeami

    Jeami

    26. July 2011 um 17:27

    Ich bin ein absoluter Wien-Fan, deshalb hab ich mich auf dieses Buch sehr gefreut. Leider hat es meine Erwartungen nicht erfüllt. Die ellenlangen Beschreibungen wie sich Arno bekifft Musik reinzieht - langweilig. Die Geschichte irgendwie ohne Geist. Die ewiglangen Beschreibungen der Produkte von Apple (Computer und iPhone) schon ziemlich dreist. Lediglich die Beschreibung der Cafes und der Ober fand ich umwerfend und treffend: ............. Als Sahnehäubchen sind aber die Ober zu nennen. Gekleidet in Schwarz und Weiß, die Frackschöße ebenso verschlissen wie die Polsterbezüge, stehen sie rauchend und Kaffee trinken neben der Kassa. Wehe dem, der sie ruft, er wird mit so viel Verachtung und Bosheit gestraft, als ob er ein verurteilter Kinderschänder wäre. Aber auch an der Unfreundlichkeit kann sich ein Herz erfreuen, ist sie doch viel schöner als die moderne McDonald`s-Servilität des implantierten Dauerlächelns. ............ Dafür geb ich 2 Sterne ;-)

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  • Rezension zu "Papierkrieg" von Martin Mucha

    Papierkrieg
    Emma.Woodhouse

    Emma.Woodhouse

    16. April 2011 um 20:53

    Naja...also ich muss sagen da habe ich wirklich schon besseres gelesen.
    Teilweise kamen die Handlungen der Hauptperson sehr unglaubwüridg rüber und daher wirkte das Verhalten der Person ziemlich konstruiert. Auf solchen Pfeilern steht keine Geschichte gut.
    Allgemein gesehen war die Geschichte recht interessant aber mehr Glaubwürdigkeit hätte defenitiv mehr heraus geholt.
    Ich fand es schade....

  • Rezension zu "Papierkrieg" von Martin Mucha

    Papierkrieg
    Erinnye

    Erinnye

    27. December 2010 um 13:13

    Der Philologe Arno Linder führt eine eher kümmerliche Existenz. Sein Job an der Uni bringt ihm nicht viel Geld, er ist nichtmal krankenversichert. Als er dann eines Tages einen Mercedes vor dem Haus seiner Mietwohnung stehen sieht bringt er Dinge ins Rollen, die er im weiteren Verlauf eher schlecht als recht im Griff hat. Sein Ziel: schnell das große Geld machen. Ist er doch aus Leidenschaft Phillologe und will diese Berufung nicht wechseln. So legt er sich mit Leuten an, die mehr als nur eine Nummer zu groß für ihn erscheinen und erlebt mancherlei schmutziges Geschäft vor der grauen nass-kalten Kulisse Wiens. Beim Lesen dieser Geschichte fühlte ich mich manches Mal mehr als nur schmutzig - beinahe wie ein Mitwisser einer krummen Sache. Die Gespräche sind teilweise in starkem Wiener Dialekt geschrieben, was zwar teilweise amüsant ist, sich jedoch an bestimmten Stellen auch einfach nur noch schmuddelig liest. Die Figuren sind größtenteils korrupt, brutal oder gierig. Abweichungen davon gibt es selten. Es wird gern und viel gemordet, absolut ekelhaft gehaust und noch mehr gesoffen und intrigiert. Wohlfühlen ist beim Lesen dieser Geschichte nun wirklich nicht drin. Das es nebenbei auch andauernd nur nass, kalt und dunkel zu sein scheint macht es nicht besser. Es wird zwar auch eine Atmosphäre erzeugt, aber was für eine.. insgesamt gesehen war ich recht froh, als ich die Lektüre beendet hatte. Mitleid mit der Hauptperson hatte ich absolut nicht - Arno Linder brockt sich sämtlilche Schwierigkeiten selbst ein und das anscheinend auch noch gerne, sonst würde er es nicht in diesem Ausmaß tun. Man fragt sich als Leser wirklich oft, was das alles denn soll. Wieso in einem Bienenstock stochern..? Fazit: Die Geschichte hinterlässt bei mir lediglich einige Impressionen der wienerischen Sprach- und Restaurantkultur, alles andere wurde dankbar schnell vergessen.

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  • Rezension zu "Papierkrieg" von Martin Mucha

    Papierkrieg
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. May 2010 um 11:16

    Arno Lindner ist ein bekannter Sprachwissenschaftler an der Wiener Universität. Doch sein Lehrauftrag ist eher schlecht bezahlt, sodass Arno noch nichteinmal Krankenversichert ist. Mit einer Schwäche für Musik und Marihuana treibt sich Arno gerne in der eher Zwielichtigen Szene herum. Als er eines Abends nach Hause möchte, begegnet er einer jungen Frau, die wohl eben gerade mit einem Mord in Berührung gekommen ist. Da klingelt das Schicksal bei Arno, oder zumindest die Idee, seine Kasse aufzubessern. Er verspricht dem wohlhabenden Vater des Mädchens , seine Tochter aus der Sache herauszuhalten, für eine große Summe, versteht sich. Als dann noch eine Papyrusrolle in sein Leben tritt, beginnt eine Geschichte jenseits der Legalität und zieht Arno immer weiter in die Sache hinein... Der Erzähler, Arno Lindner, ist auf der einen Seite Intelligent und durch seine Professur dem einen oder anderen aus seinem milieu überlegen. Aber auf der anderen Seite fehlt es ihm völlig an Ethik und Moral. Ohne eine Spur des schlechten Gewissens oder einem Verantwortungsbewusstsein, treibt sich Arno in der Kriminellenszene herum. Gleichzeitig ermöglicht ihm dieser Charakter und seine Denkweise einen faszinierenden Blick in die Welt des Verbrechens. Sein hin und her lavieren seiner eigenen Einstellung gegenüber diesen Personen, lässt auch den Leser immer wieder einmal selber schwanken. Es wird eine völlig eigene Welt gezeigt, die mit völlig eigenen Regeln regiert wird. Auch die Sprache zeigt diesen spielerischen Tanz zwischen Dreck und Ordnung. Manchmal ist sie derb und hart und dann wieder bildlich und blumig. Der Wienerdialekt, der immer mal wieder auftaucht, gibt dem Buch weiteren Charme. Durch Arno Linder, den man als Steuermann der Geschichte hat, beginnt man wohl oder übel später auch eigene Antipathien gegenüber die Polizei zu entwickeln. Papierkrieg ist ein Buch überrascht. Es ist natürlich ein Krimi, das wird man auch nicht während der blutigen Begegnungen in diesem Buch vergessen, aber es ist kein Ermittler, der einen auf den rechten Weg hält, sondern ein mehr als merkwürdiger Sprachwissenschaftler, der einen vom rechten Weg fernhält. Papierkrieg ist ein abwechslungsreiches Buch und ein absolut brillantes Debüt von Martin Mucha.

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  • Rezension zu "Papierkrieg" von Martin Mucha

    Papierkrieg
    Magda

    Magda

    17. March 2010 um 22:10

    Der dreißigjährige Arno Linder ist ein Sprachwissenschaftler an der Universität Wien. Da er für seine Arbeit schlecht bezahlt wird, sucht er ständig nach zusätzlichen Einkommensquellen. Dabei ist ihm jede Art der Beschäftigung recht, er scheut kein Risiko und riskiert oft deswegen hinter Gittern zu landen. In einer Nacht trifft er auf dem Nachhauseweg ein elegantes Mädchen, das voll betrunken in sein Mercedes einsteigen will. Er ergreift die Gelegenheit und fährt sie nach Hause. Im Auto durchsucht Arno die Tasche des Mädchens und findet dort einen geladenen Revolver. Außerdem stellt er fest, dass das Mädchen aus einer reichen Familie kommt und wahrscheinlich in einen Mordfall verwickelt ist. Wieder zu Hause entdeckt er eine Leiche in der Wohnung von seinem Nachbarn. Er durchsucht die Wohnung und nimmt ein Handy und den Notebook des Ermordeten an sich. In dieser Nacht beginnt das gefährliche Abenteuer von Arno Linder: er versucht aus dem Entdeckten das Kapital zu schlagen und gerät dabei in große Schwierigkeiten. Bald wird jeder seiner Schritte ganz genau nicht nur von der Polizei beobachtet…. Es ist ein spannender Krimi, in dem die Hauptperson, der Sprachwissenschaftler Arno Linder sehr interessant über seine Erlebnisse erzählt. Er entdeckt zufällig ein Verbrechen und weil er ein gutes Verdienst wittert, versucht er so viel wie möglich von dem Verbrechen aufzuklären. Er gerät in Konflikt mit dem Gesetz, verfolgt aber weiterhin alle Spuren und Täter, wird dann selber verfolgt und begibt sich konsequent in lebensgefährliche Situationen. Zuerst hielt ich Arno für leichtsinnig und unklug, gedankenlos und abgebrüht. Aber im Verlauf der Geschichte habe ich auch seine positiven Eigenschaften entdeckt und war immer mehr gespannt, wie er seinen Kopf aus der immer enger werdenden Schlinge rauszieht. Auch hat mir der Humor des Erzählers sehr gefallen, sowie unzähligen Exkursionen rund um Wien, Musik, das Kochen und Teetrinken. Es war für mich eine unterhaltsame und köstliche Lektüre. Gerne würde ich über weitere Abenteuer von Arno erfahren.

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  • Rezension zu "Papierkrieg" von Martin Mucha

    Papierkrieg
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. March 2010 um 19:34

    Schon nach den ersten Seiten dieses Krimis war ich ziemlich verwundert. Der Ich-Erzähler Arno ist wirklich ganz anders als man sich eine Hauptfigur in einem Krimi vorstellt. Er ist sehr witzig, offen für alles und vor allen Dingen spontan. Kriminellen Machenschaften ist der Wiener Philologe, der gerne mal einen oder mehrere Joints genießt, ebenfalls nicht abgeneigt, weshalb er sich zwar durch Zufall, aber definitiv aus eigenem Verschulden in eine verzwickte Situation bringt. Eines Nachts beobachtet er vor seinem Wohnhaus eine betrunkene junge Frau, die in diesem Zustand offenbar noch fahren will. Heldenhaft kommt er ihr zur Hilfe, um die zufälligerweise wunderschöne Dame nach Hause zu fahren, doch eigentlich geht es ihm erst mal nur darum, ihren wahnsinnig tollen Mercedes SLR lenken zu dürfen. Auf der Suche nach ihrer Adresse findet er in ihrer Handtasche eine Waffe. Sofort wittert der chronisch in Geldnöten steckende Schwerenöter seine Chance auf einen kleinen oder auch größeren Nebenverdienst. Seine zaghaft aufkommende Vernunft schiebt er rigoros beiseite und macht sich damit zum Spielball der Wiener Unterwelt und zum Gejagten der Polizei. Oder ist es doch andersherum? Arno lässt sich so schnell nicht einschüchtern und verblüfft mit seiner Dreistigkeit nicht nur seine Gegenspieler sondern auch die Leser von "Papierkrieg". Das Besondere an diesem Krimi ist eindeutig seine Hauptfigur, die immer genau das macht, was man nicht erwartet. Nichts bringt Arno aus der Ruhe, weder Leichen, auf die er immer wieder stößt, noch die Gangster oder Polizisten. Doch auch die Nebenfiguren zeichnet diese Eigenschaft aus, sodass man als Leser nie weiß, woran man gerade ist. Obwohl man im Verlauf der Story nur eine kaum merkliche Spannungssteigerung spüren kann, wird es durch diese Unberechenbarkeit aller handelnden Personen nie langweilig. Es gibt nicht das klassische Gut und Böse, sondern alles verschwimmt, wie auch im wahren Leben. Schön ist außerdem, dass die Geschichte die Liebe des Autors zur Sprache wiederspiegelt. Seine Protagonisten dürfen Wienerisch sprechen, besondere Musikstücke, die Arnos THC-Rausch begleiten, werden besonders detailreich beschrieben, er schwärmt von besonderem Teegenuss und verweist oft auf andere Autoren oder bekannte Persönlichkeiten. Hier fällt positiv auf, wie gut das Cover zum Inhalt des Buches passt. Außerdem beschreibt er die Straßen und Gassen Wiens und die Aktionsorte Arnos immer wieder sehr illustrativ, sodass man fast glauben könnte, neben ihm zu sitzen oder zu schlendern. Das alles gibt der Story eine besondere Stimmung, auch wenn es so anfangs etwas schwierig sein kann, ins Buch zu finden. Doch wenn man dann sein eigenes Lesetempo gefunden hat, kann man sich auf eine amüsante Lektüre freuen. Arno Linder ist ein sehr liebenswerter Antiheld, den man gerne im nächsten Buch wiedertreffen möchte, allein schon, um zu erfahren, was er nun schon wieder anstellt. Ein klasse Debüt, das mich schon neugierig auf Arnos nächstes "Abenteuer" macht.

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  • Rezension zu "Papierkrieg" von Martin Mucha

    Papierkrieg
    sueorange

    sueorange

    19. February 2010 um 15:11

    Arno Linder, knapp über dreißig, arbeitet als Sprachwissenschaftler an der Universität Wien. Sein Job scheint nicht besonders gut entlohnt zu werden, da er etwas windigen Nebeneinnahmen recht offen gegenüber steht. Eines Nachts kreuzt eine junge betrunkene Frau seinen Heimweg, er hindert sie daran in einen Mercedes SLR einzusteigen und in ihrem Zustand davon zu fahren. Ob sein Antrieb Hilfsbereitschaft ist oder er vielleicht gerne einmal einen solchen Schlitten fahren wollte, man weiß es nicht. Auf jeden Fall macht er in der Handtasche des Mädchens eine schicksalhafte Entdeckung: ein geladener Revolver. Und schon bald hat Arno mit seinem Versuch Kapital aus seinen weiteren Entdeckungen zu schlagen – eine Menge Probleme am Hals. Im zweiten Stock findet er einen toten Nachbarn, dieser Fund ruft auch bald zwei Polizisten auf den Plan und von einem serbischen Kunsthändler bekommt er auch noch eine antike Papyrusrolle angeboten... Martin Mucha vereint viele interessante Charaktere in seinem Roman. Bei seinem Protagonisten Arno handelt es sich um einen Anti- Held und es ist auch ansonsten kein klares Gut- Böse- Schema erkennbar. Neben der Geschichte sind auch die Beschreibungen der Örtlichkeiten sehr interessant, man fühlt sich regelrecht dazu eingeladen einmal auf Arnos Spuren die Kneipen und Restaurants in Wien unsicher zu machen. Mir hat dieser erste Krimi mit Arno Linder gut gefallen und ich erwarte schon mit Spannung seine nächsten Verstrickungen in die Wiener Unterwelt.

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  • Rezension zu "Papierkrieg" von Martin Mucha

    Papierkrieg
    schlumeline

    schlumeline

    13. February 2010 um 09:05

    Papierkrieg ist der Debütroman des Autors Dr. Martin Mucha, dessen Wahlheimat die österreichische Hauptstadt Wien ist. Der Autor arbeitet seit fast 10 Jahren im Bereich Drehbucherstellung für Kino- und Fernsehfilme und ich denke dies macht sich in diesem, seinem Erstlingsroman bemerkbar. Der Leser lernt Arno Lindner kennen, einen schlecht bezahlten Sprachwissenschaftler, der an der Universität Wien arbeitet. Eines Abends, in einer kalten Märznacht, beobachtet er vor seinem Haus ein junges Mädchen, dass sich schwankend, folglich betrunken, in ihren Wagen setzen will. Arno lässt es sich natürlich nicht nehmen und hilft aus, indem er sie nach Hause fährt. Da die junge Dame einschläft, durchforstet Arno ihre Handtasche zwecks Ermittlung der Anschrift. Er stößt jedoch auch auf eine Waffe, die gerade erst benutzt wurde. Arno, gar nicht mal so dumm, und natürlich „Papierliebhaber“ hinterlässt im Elternhaus der jungen Frau seine Visitenkarte mit dezenten Hinweisen. Wieder daheim findet er in der Wohnung über ihm eine Leiche und die eine oder andere Sache, die sich leicht zu Geld machen lässt. So ist der Start gelegt für weitere Abenteuer des Protagonisten. Mir als Leserin bleibt das Handeln Arnos von Beginn bis Ende des Buches irgendwie fremd. Er lebt in einer anderen Welt und zeigt Reaktionen, die ich keinesfalls erwartet hätte. Er bewegt sich in Szenen und unter Kreisen, die er aufgrund seines Bildungsstandes gar nicht näher kennen sollte. Er ist gerne auch einmal high und mir als Leserin ob seiner ganzen Eigenarten nicht gerade sympathisch. So hatte ich nicht nur einmal Schwierigkeiten mit diesem Buch und musste mich teilweise wieder aufraffen um weiterzulesen. Merkwürdige Verhaltensweisen, viel Lokales und sonderbare Gestalten aus den Bereichen Kunst, Mafia, Drogen etc. konnten mich nicht wirklich begeistern. Auch der gleich bleibende Spannungsfaden ist nicht gerade geeignet mir den Inhalt des Buches zu verschönern. Ich würde sagen, dieser Kriminalroman ist anders und hebt sich daher von der Masse anderer Bücher ab. Sicher ist das so gewollt, aber eben auch Geschmackssache.

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