Martin Niessen Der kleine Japaner

(18)

Lovelybooks Bewertung

  • 15 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 17 Rezensionen
(9)
(3)
(3)
(1)
(2)

Inhaltsangabe zu „Der kleine Japaner“ von Martin Niessen

Die Tücken des japanischen Alltags sind für Ausländer unzählig. Diese Erfahrung musste auch Martin Niessen machen, als er nach der Erdbebenkatastrophe des 11. März 2011 als Korrespondent des ZDF nach Japan kam. Selten politisch korrekt, oft ironisch, manchmal sarkastisch, aber nie ohne Sympathie für die Menschen beschreibt er, was ihm dort im Lauf von insgesamt vierzehn Monaten widerfährt. Dem Buch zugrunde liegt ein wöchentlicher Blog, in dem der Autor während seines Aufenthalts aus seinem Alltag in dem vor allem durch die atomare Katastrophe von Fukushima verunsicherten Land erzählte.

Witzig geschrieben, manchmal ziemlich lästerlich. Ob das Japaner gutheißen würden?

— Angie*
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Atomkraft? - Nein, danke! Schilder? - Immer her damit!

    Der kleine Japaner

    rikku_revenge

    Zitat: „Nur Atomkraftwerke kommen hier in den Hausmüll.“ Inhalt: Die Tücken des japanischen Alltags sind für Ausländer unzählig. Diese Erfahrung musste auch Martin Niessen machen, als er nach der Erdbebenkatastrophe des 11. März 2011 als Korrespondent des ZDF nach Japan kam. Selten politisch korrekt, oft ironisch, manchmal sarkastisch, aber nie ohne Sympathie für die Menschen beschreibt er, was ihm dort im Lauf von insgesamt vierzehn Monaten widerfährt. Dem Buch zugrunde liegt ein wöchentlicher Blog, in dem der Autor während seines Aufenthalts aus seinem Alltag in dem vor allem durch die atomare Katastrophe von Fukushima verunsicherten Land erzählte. (Quelle: dotbooks.de) Meine Meinung: Brillant. Mehr brauche ich eigentlich gar nicht dazu sagen. Dieses Buch hat mir so unheimlich gut gefallen, dass ich auch jetzt noch viele der lustigen Fakten über die Japaner im Kopf habe und mich manchmal beim Kopfschütteln darüber erwische. Natürlich immer mit einem Lächeln im Gesicht ;) Martin Niessens Blogeinträge, die eben nun in einem ebook zusammengefasst wurden, blicken am Anfang eines jeden Eintrags bzw. Kapitel immer mit einem kritischen Auge auf die (atomare) Situation in Japan sowie die deutschen politischen Verfehlungen. Wunderbar sarkastisch geht er damit um - man kommt gar nicht um das Grinsen herum. Aber auch der (verrückte) japanische Alltag spielt eine große Rolle in dem Buch. Selbst ich, die ja eigentlich schon sehr viel über die japanische Kultur und ihre liebenswerten Macken weiß, war vieles "Neuland". Nackenstützkissen im Unterleibsdesign mit Damenslip, WC-Restaurants und der Beruf Ohrreiniger - wer kennst das nicht schon? Aber wusstet ihr auch wie schweineteuer Obst ist? Allein EINE EINZIGE weiße Erdbeere kostet ein halbes Vermögen - dafür ist sie aber doppelt und dreifach eingepackt. Klar, wenn man schon so viel Geld ausgibt, um mal kurz etwas zwischen den Zähnen zu haben, dann aber etwas, was vorher nicht schon kaputt gegangen ist. Natürlich darf man auch den Schilderwahnsinn nicht vergessen. Raucherschilder, Toilettenschilder, Schilder über Schilder. In Japan ist ALLES möglich! =) Das Buch ist zu keiner Zeit langweilig gewesen und die Kapitel auch nicht zu lang. Häppchenweise lässt es sich am besten Lesen und ab und an sieht man sogar ein Bild! Die Fotos kann man übrigens auf der Facebookseite des Buches ansehen. Fazit: Der kleine Japaner von Martin Niessen ist ein Allrounder. Politisch informierend, sarkastisch aber auch einfach nur unglaublich lustig. Die (auch mir teils neuen) Fakten über den japanischen Alltag sind humorvoll beschrieben und zeigen auf, wie wundervoll anders dieses Völkchen doch tickt. Am liebsten würde ich mich vor Niessen-san verbeugen, aber ich würde wohl nicht den genauen Winkel treffen, der dafür bestimmt ist ;) In diesem Sinne nur ein großes: Arigatou!

    Mehr
    • 2
  • "All the best stuff is made in Japan..."

    Der kleine Japaner

    joergmcfly

    12. June 2013 um 16:59

    “Gute Elektronik kommt doch nur aus Japan”, bemerkt Marty in der deutschen Synchronfassung von "Zurück in die Zukunft" – was nicht ganz so weit greift wie das in der Überschrift genannte Originalzitat. Nicht nur Sushi, Mangas und japanische Motorräder erfreuen sich hierzulande berechtigter Beliebtheit, sondern auch die japanische Lebens- und Denkweise weckt in diesem Zusammenhang (und bei 80er-Jahre-Retro-Fans nicht nur wegen “Karate Kid”) gesteigertes Interesse im “Westen”. Filme wie “Black Rain” mit Michael Douglas oder “Die Wiege der Sonne” mit Sean Connery haben ebenfalls ein fasziniertes Publikum gefunden, obwohl sie natürlich auch immer nur einzelne Facetten herausgegriffen und dramatisiert haben. In diese Kerbe schlägt und eine diesbezügliche Marktlücke füllt nun “Der kleine Japaner”, ein Buch von Martin Niessen, das ich nach einer von genau wegen der oben genannten Werke geweckten Neugier vorgenommenen Bewerbung bei bloggdeinbuch PUNKT de vom Verlag als ePub-Version zum Rezensieren zur Verfügung gestellt bekommen habe. Das ganze ist ähnlich wie die inzwischen berühmten “Frau Freitag“-Bücher o.ä. ein Tagebuch bzw. Blog (ursprünglich wöchentlich erschienene Beiträge) in Buchform, das die tagtäglichen Erlebnisse des Autors/Erzählers mit aktuellen Ereignissen (Fukushima nimmt natürlich eine nicht unwichtige Rolle ein) und vor allem mit dem “Japan-Filter” vor besagten Ereignissen berichtet. Fast nebenbei lernt man schmunzelnd und aus erster Hand über kulturelle Kontraste zwischen “uns” und “denen” kennen. Das Thema “Mülltrennung” beispielsweise… die Sache hat mich irgendwie an eine Geschichte von Ephraim Kishon erinnert, der in der Schweiz vergeblich nach einem öffentlichen Papierkorb sucht & ihn dann doch nicht nutzen kann, weil er – so der herbeieilende Ordnungshüter – noch neu sei und deshalb sauber gehalten werden müsse. Herrlich auch die Bemerkung über sprechende Elektrogeräte – der Aufzug, der hofft, dass man sich in ihm wohlfühlt, könnte auch “Per Anhalter durch die Galaxis” entsprungen sein (man denke an die elektronischen Türen der “Herz aus Gold” und Eddie, den Bordcomputer…) Mein Eindruck insgesamt: Ich bin ja nun auch begeisterter Blogleser und nicht nur -schreiber, weil mir einfach das Format – die ideale Balance zwischen persönlich und journalistisch – so gefällt, und da hat dieses Buch bzw. der Autor (der übrigens “ganz offiziell” für das ZDF in Japan tätig war, also kein Amateur ist) schon stilistisch meinen Geschmack getroffen. Und selbst wenn einige der satirisch-überspitzt dargestellten Fakten auch eine andere Interpretation zuließen, wie ein Amazon-Rezensent bemerkt – es mag schon sein, dass Japan doch ganz anders ist (diesbezüglich kann ich eh nicht mitreden bzw. den Autor des Buchs widerlegen), aber das Buch will sichtlich in erster Linie unterhalten und stellt ganz selbstverständlich nicht “die ganze Wahrheit” dar, sondern einen Bericht, wie manche Gebräuche dort auf “uns Westler” eben WIRKEN. Klar, dass da noch immer Aufklärungsbedarf bleibt, aber ich muss sagen, dass ich auch gar nicht erwartet hätte, dass die japanische Kultur hier komplett für uns enträtselt wird, sondern eher Denk- und Nachforschungsanstöße gegeben. Und davon abgesehen ist doch sowieso nichts erfrischender, als festzustellen, dass andere auch so ihre liebe Not im Leben haben, in Fettnäpfchen tapsen etc. (muss man sich ja nur mal die ganzen “Pleiten-Pech-und-Pannen-Videos bei YouTube anschauen). Ich jedenfalls habe das Buch mit großem Genuss gelesen und empfehle es mit gutem Gewissen weiter Herzlichen Dank an den Verlag “dotbooks” und wie immer an BloggDeinBuch PUNKT de für die Vermittlung eines kostenlosen Rezensionsexemplars!

    Mehr
  • Mit Humor gelästert

    Der kleine Japaner

    Starbucks

    19. May 2013 um 20:30

    Martin Niessen war in Japan - und hat alles gebloggt, was ihm aufgefallen ist. 'Der kleine Japaner' ist vor allem ein Blog-Buch seiner Reise nach Japan. Ich fahre normalerweise oft nach China und kann das gut nachvollziehen, worüber wir Europäer uns so oft lustig machen. Ich mache dann auch gern Fotos und erzähle es. Wenn man ein Buch darüber schreibt, muss man aber sicher ein kleines bisschen sensibler sein. Das Buch hat nicht geschafft, was ich erhofft hatte: einen kleinen Einblick, vielleicht auch Verständnis für die japanische Kultur zu bekommen. Dazu hat dann eher die tolle Leserunde geholfen. Niessen bringt lustige Bilder, die ich unglaublich gut fand. Aber was macht er mit den Japanern? Er macht aus ihnen Nippo-was-auch-immers. Hmmh. Sind wir dann Alemannonnen oder Germanisten oder Germanoten oder was? Humor ist gut, aber hier wird ja eher gelästert, und das ist nicht so schön. Hat Niessen versucht, Erklärungen für seine Beobachtungen zu finden? Ich habe auch geschmunzelt, dann aber wieder nach ein wenig Respekt für eine fremde Kultur gesucht. Ich kann auch nicht sagen, dass mich das Buch nicht angesprochen hat - ich lese so gern über mir fremde Kulturen - und es ist auch deutlich als Humorbuch ausgezeichnet, aber es bleibt ein saurer Nachgeschmack. Daher möchte ich hier nur 2-3 Sterne vergeben.

    Mehr
  • Leserunde zu "Der kleine Japaner" von Martin Niessen

    Der kleine Japaner

    MartinNiessen

    Wieso stehen Fußgänger mitten in der Nacht bei strömendem Regen zehn Minuten an einer roten Ampel, obwohl weit und breit kein einziges Auto zu sehen ist? Warum reden Getränkeautomaten, Rolltreppen und Fahrstühle permanent auf einen ein? Was läuft schief, wenn man(n) morgens Porno-Mangas lesend in der U-Bahn steht und Schülerinnen ihre Körper für eine neue Designer-Handtasche verkaufen, gleichzeitig die Geburtenrate aber eine der niedrigsten der Welt ist? Wieso kosten ein paar Kirschen den Gegenwert der monatlichen Leasingrate für einen Mittelklassewagen? Warum spricht selbst in der 37-Millionen-Metropole Tokyo kaum jemand Englisch? Weshalb setzt ein Land mit der Erfahrung von Hiroshima und Nagasaki und beinahe idealen Voraussetzungen für eine alternative Energieversorgung fast ausschließlich auf Atomkraft - und das selbst nach Fukushima noch? Leseprobe   Liebe Leserinnen, liebe Leser, ist Euch das auch schon mal passiert? Dass Ihr von A nach B reisen wolltet und in C gelandet seid? Ich flog von Frankfurt nach Tokyo, kam aber auf einem anderen Planeten an. So zumindest kam es mir vor. Insgesamt 14 Monate verbrachte ich nach dem 11. März 2011 und der dreifachen Katastrophe aus Erdbeben, Tsunami und atomarem GAU in diesem merkwürdigen Land, das wir Japan und die Japaner Nippon oder Nihon nennen. Ob Ihr schon einmal in Japan gewesen seid, schon immer einmal hin wolltet oder auch nur eine literarische Reise antreten möchtet - ich freue mich, wenn Ihr meine Erfahrungen teilt und darüber mit mir diskutiert. Für diese Leserunde stellt dotbooks 25 Exemplare meines eBooks "Der kleine Japaner - Im Land der aufgehenden Sonne und abrauchenden Atomkraftwerke" zur Verfügung. Habt Ihr Interesse? Dann beantwortet bitte bis 25. Januar folgende Frage: Was verbindet Ihr mit Japan? Herzliche Grüße, Martin Niessen Und hier noch ein paar Informationen über mich: Martin Niessen, Jahrgang 1968, ist studierter Politologe und Islamwissenschaftler. Als Reporter des ZDF dreht der gebürtige Rheinländer Nachrichtenbeiträge und Reportagen in aller Welt. Er berichtet aus Krisen- und Katastrophenregionen wie dem indonesischen Aceh nach dem Tsunami 2004 oder dem 2010 durch ein schweres Erdbeben zerstörten Haiti. Von April 2011 bis Juni 2012 war er als Korrespondent des ZDF in Japan. Martin Niessen ist verheiratet und lebt in Hamburg.

    Mehr
    • 523
  • Rezension zu "Der kleine Japaner" von Martin Niessen

    Der kleine Japaner

    kornmuhme

    24. February 2013 um 12:38

    Überhaupt nicht mein Humor ... In 36 kurzen Kapiteln geht Autor Martin Niessen den (Un-)Sitten der Japaner nach und versucht, mit satirischem, bissigem Stil den Kuriositäten des japanischen Alltags auf den Grund zu gehen. Für mich blieb es bei einem Versuch ... War ich anfangs noch recht angetan und zuversichtlich, auf humorvolle Art etwas über das für uns Europäer doch oftmals fremde Leben in Japan zu erfahren, stellte sich schnell eine Ernüchterung ein. Der Humor kommt auf brachiale Weise daher, ein Gag muss den nächsten jagen, da wird aber auch alles, wirklich alles gnadenlos durch den Kakao gezogen. Dass die Firma TEPCO, verantwortlich für die Strahlenkatastrophe in Fukushima und den darauf folgenden Vertuschungen und kriminellen Machenschaften, ihr Fett wegkriegt, kann ich voll und ganz verstehen. In diesem besonderen Fall halte ich den satirischen Stil auch für angemessen (wobei man sich natürlich auch fragen kann, inwieweit wir Deutschen ein Recht dazu haben, über TEPCO herzuziehen, wo wir a) noch nicht einmal ein Endlager für unseren Atommüll haben und b) sich die deutsche Regierung, was die Zwischenlager in Gorleben und Asse angeht, wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat!). Doch dabei bleibt Martin Niessen nicht stehen. Über sämtliche Eigenheiten der Japaner wird sich lustig gemacht, und am Ende einiger Kapitel meint der Autor mit Bemerkungen wie "Oh, hab' ich wieder gelästert? Ich geh' mich jetzt schämen!" noch einen extra dicken Pluspunkt in Sachen Humor sammeln zu können. Schmerzlich vermisst habe ich Hintergrundinformationen, warum die Japaner in manchen Dingen so "merkwürdig" (für europäische Gemüter) sind. Warum gibt es in Tokyo kaum öffentliche Mülleimer? Warum wird so viel Wert auf das häufige Verneigen gelegt? Was hat es mit dem Schilderwahn auf sich? Und und und ... Ich hatte permanent das Gefühl, der Autor zeigt mit dem Finger auf die Dinge und will uns sagen "Guckt mal, wie witzig!". Mir fehlte es häufig an feinsinnigem Humor und leisen Tönen - und irgendwie am Respekt für die Japaner, obwohl das garantiert nicht in der Absicht des Autors lag! Eine Sache fand ich besonders nervig: In Ermangelung einer festen Bezeichnung für die Japaner (tja, WAS läge auch näher, als die Menschen dort einfach so zu nennen??) verwendet der Autor ständig das Wort Nippo und hängt beliebige Endungen an, so dass Wortungetüme wie Nippoten, Nippotomaten, Nipponten, Nippolinguisten, Nippodrom etc entstanden. Nein, mit diesem Buch bin ich nicht glücklich geworden. Die Leserunde war zwar super, Martin Niessen war unglaublich aktiv, hat alle Fragen beantwortet und mitdiskutiert, aber ich bin geistig nach etwa einem Viertel des Buches ausgestiegen und konnte mich auch nicht mehr an der LR beteiligen. Vielleicht konnte mich das Buch auch deshalb nicht begeistern, weil es sich um aneinandergereihte Blog-Einträge handelt, die der Autor in wöchentlichem Abstand während seines einjährigen Aufenthaltes in Japan verfasst hat. Leider nur 1 von 5 Sternen

    Mehr
  • Rezension zu "Der kleine Japaner" von Martin Niessen

    Der kleine Japaner

    Traenenherz

    18. February 2013 um 10:58

    Klappentext: "Nur Atomkraftwerke kommen hier in den Hausmüll." Die Tücken des japanischen Alltags sind für Ausländer unzählig. Diese Erfahrung musste auch Martin Niessen machen, als er nach der Erdbebenkatastrophe des 11. März 2011 als Korrespondent des ZDF nach Japan kam. Selten politisch korrekt, oft ironisch, manchmal sarkastisch, aber nie ohne Symphatie für die Menschen beschreibt er, was ihm dort im Lauf von insgesamt vierzehn Monaten widerfährt. Dem Buch zugrunde liegt ein wöchentlicher Blog, in dem der Autor während seines Aufenthalts aus seinem Alltag in dem vor allem durch die atomare Katastrophe von Fukushima verunsicherten Land erzählte. Witzig, skurril und unglaublich ehrlich – Erleben Sie Japan hautnah! Quelle: dotbooks Die Story: Es gibt in diesem Buch eigentlich keine Story zu erzählen, sondern eine Aneinanderreihung von Erkenntnissen und Erfahrungen aus dem Japan Aufenthalt des Herrn Niessen. Schreibstil, Perspektiven, Aufbau: Das vorliegende Buch ist im Tagebuchstil geschrieben, es lässt sich leicht und flüssig lesen, aber man braucht, zumindestens ich brauchte, immer mal kleine Pausen, da die Informationsflut doch sehr enorm ist, was einen leicht erschlagen könnte. Gegliedert ist das Buch in Kapitel, und es gibt sehr viel Bildmaterial, der das Buch aufwertet, und die Informationen die man so bekommt unterstreicht, wenn auch manchmal mit einem Augenzwinkern. Wer nicht die Möglichkeit hat auf einem Tablet, oder einem eBook-Reader der auch Farben anzeigt, das Buch zu lesen, der kann auf Facebook die Bilder bewundern, incl. Zusatzbilder. Covergestaltung: Hellgrün-gelbes Cover mit großem Atomkraftzeichen, und der kleine Japaner essend. Meine Farben sind es zwar nicht, aber sie sind eindringlich und passen zum Thema, deshalb finde ich es in Ordnung. Zum Autor: Martin Niessen, Jahrgang 1968, ist studierter Politologe und Islamwissenschaftler. Als Reporter des ZDF dreht der gebürtige Rheinländer Reportagen in aller Welt. Er berichtet aus Krisen- und Katastrophenreginonen wie dem indonesischen Aceh nach dem Tsunami 2004 oder dem durch das Erdbeben 2010 zerstörten Haiti. Von April 2011 bis Juni 2012 war er als Korrespondent des ZDF in Japan. Martin Niessen ist verheiratet und lebt in Hamburg. Meine Meinung: Dieses kleine Büchlein entstand eigentlich als wöchentlicher Blog während des 14 monatigen Aufenthalt im Kernkraft-verseuchten Japan, als Herr Niessen als Korrespondent des ZDF dort abgestellt war. Er versuchte dadurch die Geschehnisse die er erleben musste zu verarbeiten, und so dachte er, da dieses Thema uns alle angeht, und er Bestärkung darin erfuhr den Blog als Buch zu veröffentlichen, er könnte auch anderen Menschen damit ein wenig mitgeben. Ich finde das ist ihm sehr gut gelungen. Er untermalt seine Blogeinträge mit Geschehnissen in aller Welt, und zeigt positive wie negative Seiten an diesem teilweise sehr suspekten Völkchen auf. In vielen Sachen kann ich seine Sichtweise total verstehen, und daher nur mit dem Kopf schütteln, wie eine eigentlich so fortschrittliche Nation eigentlich so schlecht mit sich selbst umgeht. Zu Anfang des Buch ist es eher die leichtere Art von Humor, gewürzt mit Ironie und Sarkasmus, aber um so weiter man in dem Buch fortschreitet, um so schwerer wird einem das Herz beim Lesen, und es ruft einfach nur noch Unverständnis hervor. Wäre er an diese Themen nur bitter ernst heran gegangen, dann weiß ich nicht wie er diesen Aufenthalt überstanden hätte. Aber man kann eben nicht immer nur an die schönen Seiten denken, sondern es ist wichtig auch auf Missstände hinzuweisen, das darf kein Tabu sein. Natürlich ist nicht alles in dem Buch absolut ernst zu nehmen, aber das lockert das Lesen ein wenig auf. Fazit: Ich kann das Buch empfehlen, allerdings ist die Art von Humor vielleicht nicht für jeden was, ich für mich kam damit aber gut zurecht. Persönliche Erfahrungen sind es wert auch mit vielen Menschen geteilt zu werden! Von mir gibt es dafür gute 4 Herzen. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Martin Niessen für die tolle Leserunde bedanken, und natürlich bei dem Verlag dotbooks GmbH für das Rezensionsexemplar.

    Mehr
  • Rezension zu "Der kleine Japaner" von Martin Niessen

    Der kleine Japaner

    wasserminze

    18. February 2013 um 09:23

    Inhalt Der kleine Japaner beinhaltet die (Blog-)Aufzeichnungen des Autors Martin Niessen aus seiner Zeit als ZDF-Korrespondent nach der Fukushima-Katastrophe in Japan. Niessen wirft in 36 Kapiteln einen ernsthaften Blick auf das Weltgeschehen und einen humorösen auf die Eigenheiten der Japaner. Gestaltung Vom gestalterischen Gesichtspunkt aus betrachtet finde ich das Cover nicht gelungen. Der strengen Covervorgaben des dot.book Verlages lassen wenig Gestaltungsfreiraum und schaffen zwar eine homogene Programmoptik, in diesem Fall jedoch kein gutes Cover. Die doch etwas 'verstrahlten' Farbauswahl und die Kombination aus den rivalisierenden Elementen Atomzeichen, Autorenfoto und Photoshop-Lensflare-Effekt hätten mich dieses E-book definitiv nicht in Betracht ziehen lassen, hätte der Leserunden-Text nicht so interessant geklungen. Schade, denn aus dem wirklich guten Autorenfoto hätte sicherlich ein besseres Cover entstehen können. Einziger Pluspunkt des Covers: Es fällt optisch auf. Gedanken Martin Niessen erzählt über den großen und kleinen Wahnsinn im Land der aufgehenden Sonne. Geschichten über Mülltrennung, Fahrrad-Strafzettel, Baderituale und Hotelzimmersuche sind amüsant und kurzweilig, wenn auch der Humor des Autors auf kurzen Strecken durchaus anstrengend werden kann. Bei Einblicken in den Umgang Japans mit der Atomkraft bleibt man ratlos zurück. Lachen? Weinen? Insgesamt erhält der Leser ein breites Panorama an Anekdotenhaften Einblicken in das Leben der Japaner aus Sicht eines kurzzeitig Zugezogenen. Enttäuschend fand ich nur das letzte Kapitel, das zu einer Zusammenfassung gerät. Dies bleibt sicherlich der 'Blogherkunft' des Textes geschuldet, rundet das Buch allerdings nicht auf dem Niveau der vorigen Einträge ab. Fazit Der kleine Japaner ist ein Text für das Schmunzeln Zwischendurch, der Spaß macht. Flüssiger Stil, Bebilderung und kurze Kaptel tun ihr übriges und machen den Text für mich zu einem guten Pendler-ebook.

    Mehr
  • Rezension zu "Der kleine Japaner" von Martin Niessen

    Der kleine Japaner

    LeseJulia

    16. February 2013 um 12:34

    großartig In einem herrlich sarkastisch-ironischen Tonfall nimmt Martin Niessen die Eigenheiten der Japaner aufs Korn, die er in seinem 14-monatigen Aufenthalt in Nihon nach der Atomkatastrophe im April 2011, erleben durfte und musste. Dabei ist es ihm aber gelungen auch die Besonderheiten des dennoch wundervollen Land und Völkchens herauszuarbeiten. Er nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und scheut auch Themen wie Walfang, exorbitant hohe Kosten für frisches Obst, Prostitution und sprechende Klobrillen nicht. Gekrönt wird der herrliche erfrischende Schreibstil in Tagebuchform durch zahlreiche Bilder, die alle Kuriositäten veranschaulichen. Diese kommen auf dem PC oder einem Farb-Ebook sicher besser rüber als auf einem E-Ink-gerät, aber dennoch geben sie einen Eindruck. Dieses Buch ist wirklich eine absolut gelungene Mischung aus Faszination, Kritik und Verwunderung für-an-über ein Land, welches durch die Atomkatastrophe von Fukushima 2011 weltweit in den Fokus der Medien gerutscht ist. Trotz der oft auch sehr deutlichen Kritik an den Machenschaften und fragwürdigen Traditionen der Japaner, bekommt man Lust dieses Land zu besuchen, um sich ein eigenes Bild zu machen, wie anders dieses Völkchen doch ist, anders, aber dennoch liebenswürdig und mit Sicherheit großartige Gastgeber. Volle 5 Sterne von mir für dieses lustige und auch nachdenklich stimmende Buch. Leseempfehlung für alle Reisebegeisterten und Japan-Fans, die über die nötige Portion Humor verfügen auch zwischen den zeilen lesen zu können ;)

    Mehr
  • Rezension zu "Der kleine Japaner" von Martin Niessen

    Der kleine Japaner

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    INHALT Kurz nach dem großen Erdbeben und dem Vorfall im Atomkraftwerk Fukushima verbrachte Martin Niessen einige Zeit in Japan als Korrespendent für das ZDF. In einem wöchentlichen Rhythmus hat er kleine Beiträge verfasst, die hier in seinem eBook zusammengefasst werden. Darin geht es um Witziges und Kurioses, beispielsweise Mülltrennung, Mode & Lifestyle oder die Lebensmittelindustrie. Dem jeweiligen Kapitel (insgesamt sind es 36) vorangestellt sind kurze Informationen über politische und gesellschaftliche Ereignisse sowohl in Japan als auch in Deutschland, anschließend beginnt der Blog. MEINE MEINUNG Der Autor versucht sich in einem satirisch-lustigen Tonfall, schießt meiner Meinung nach jedoch des öfteren übers Ziel hinaus. Viele Dinge sind aus der Luft gegriffen (lassen sich aber anhand eines witzigen Fotos "belegen") werden fehlinterpretiert oder schlicht und ergreifend nicht recherchiert. So würde man zB sehr schnell heraus finden, dass das einzelne Exemplar einer "unreifen" Erdbeere nicht deswegen umgerechnet 6,30 EUR kostet, weil sie einzeln verpackt wurde und das Material entsprechend teuer ist - nein, es handelt sich hier um eine spezielle Züchtung. Doch darauf muss Herrn Niessen erst eine aufmerksame Leserin seines Blogs aufmerksam machen. Viele Beobachtungen werden verallgemeinert, ins Lächerliche gezogen, mit noch mehr triefendem Sarkasmus verfeinert und dem Leser vorgesetzt. Nur selten wird hinterher der Unterschied zwischen Fakt und Fiktion aufgeschlüsselt und die tatsächlichen Zustände in Japan bleiben durch die nie enden wollende Übertreibung im Unklaren. Beispiel: "Aber die ganze Beugerei im beengten öffentlichen Raum führt natürlich dazu, dass ich ständig aufpassen muss, nicht aus Versehen eine Kopfnuss zu bekommen, wenn der Typ vor mir - am Handy klebend und ins Nichts starrend - unvermittelt zu einer Verbeugung ansetzt. Wonach er sich natürlich in aller Form entschuldigen würde, da bin ich mir sicher. Vermutlich sogar mit einer Verbeugung." Viele Dinge, die ich anfangs noch sehr erheiternd fand, wurden mit der Zeit lästig, weil sie überzogen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit wieder aufgegriffen wurden. Beispielsweise die Tatsache, dass "Japan" in der Landessprache "Nippon" heißt. Entsprechend stellte der Autor die Frage, wie die Japaner zu bezeichnen wären, und weil er keine Antwort parat hatte, beschloss er kurzerhand, die Bezeichnung zu variieren. So findet sich in allen Kapiteln ein Begriff nach Schema: "nippo + 'beliebige, zum Thema passende Endung' ". Von "Nippotouristen" über "Nippolinguisten" bis "Nippophotisten" ist alles dabei. Insgesamt fehlte mir der Respekt für die Kultur, Einfühlungsvermögen und -wille sowie eine gewisse Ernsthaftigkeit. Ich hatte das Gefühl, dass ein Witz den nächsten gejagt hat und es nur darum ging, die Leser satirisch zu unterhalten, ohne jedweden Inhalt zu vermitteln. Erst im Nachwort teilt Niessen mit, was ihm alles an seinem Aufenthalt gefallen hat. Schade, dass davon auf den mehr als 200 Seiten vorher nichts zu bemerken war. Was mir dagegen gut gefallen hat, waren unzählige Bilder, durch die man zumindest einen kleinen Einblick in das Land und die Eigenheiten seiner Bewohner bekommen hat. Für mich war es leider nichts, doch ich kann mir vorstellen, dass Fans dieses Humors auf ihre Kosten kommen werden.

    Mehr
    • 2
  • Rezension zu "Der kleine Japaner" von Martin Niessen

    Der kleine Japaner

    silver111

    14. February 2013 um 00:23

    ZDF-Korrespondent Martin Niessen reist kurz nach dem Tōhoku-Erdbeben, welches einen verheerenden Tsunami auslöste mit dem eine Kernschmelze im AKW Fukushima einherging, nach Japan, um für 14 Monate die Folgen und den Umgang mit dieser Katastrophe zu beobachten. Über seine Eindrücke bloggt er wöchtentlich - und veröffentlicht sie schließlich nebst zahlreichen Fotos als Buch. Folglich liest sich "Der kleine Japaner" wie ein Blog - salopp, augenzwinkernd und mit vielen lebhaften Alltagssituationen von denen einen die meisten faszinieren, zum Lachen bringen, manche aber auch verwundern oder gar erschüttern. Kurzum: Der Leser erhält einen tiefen Einblick in die japanische Kultur und Mentalität. Die zahlreichen Schilderungen von sprechenden Aufzügen, Mülltrennungswahn, exorbitant teuren Erdbeeren und der skurrilen Etikette im Every-Day-Life führen dem Leser die Szenerie lebhaft vor Augen. Niessen nimmt die Japaner auf seine sarkastische Art auf die Schippe - allerdings ohne dabei jemals verletzend oder herablassend zu werden. Er zieht Vergleiche zu Deutschland und gibt Denkanstöße (bspw. die Angehörigkeit zum Buddhismus und Shintoismus zugleich oder die deutsche Discountermentalität) deren weitere Reflexion allerdings dem Leser selbst überlassen wird. In diesen Stellen steckt viel Potenzial, schade, dass Niessen nicht weiter auf diese Thematiken eingeht. Insgesamt ist "Der kleine Japaner" sehr empfehlenswert: Lesevergnügen ist augrund der abwechslungsreichen, witzigen Schilderungen und des lockeren Schreibstils jederzeit gewährleistet. Der einzige Wermutstropfen ist, dass man sich einige Stellen näher erläutert gewünscht, vielleicht mit "harten Fakten" unterfüttert gewünscht hätte, um auch ein bisschen historisches Wissen über Japan zu bekommen.

    Mehr
  • Rezension zu "Der kleine Japaner" von Martin Niessen

    Der kleine Japaner

    Maus71

    08. February 2013 um 17:35

    Unterhaltsam, witzig, erstaunlich - was man so alles erleben kann im Land der Kirschblüten. Meine ausführliche Rezi gibt es hier:

    http://gerade-gelesen.blogspot.de/2013/02/martin-niessen-der-kleine-japaner-ebook.html

  • Rezension zu "Der kleine Japaner" von Martin Niessen

    Der kleine Japaner

    Nicecat

    07. February 2013 um 13:13

    In dem Buch "Der kleine Japaner" erzählt uns Martin Niessen über seine Erfahrungen als Auslandskorrespondent anch der Dreifach-Katastrophe 2011 in Japan. Mit sehr viel Humor beschreibt er dort alltägliche Begebenheiten aus dem Land der aufegehenden Sonne. Egal ob Mode, Essen oder blaue Plastikelefanten als Baustellenabsperrungen, er zeigt mit Humor und auch ein wenig Sarkasmus die Kuriositäten diese schönen Landes. Man bekommt einen schönen Einblick in die Lebensweise. Aber auch vor den Problemen diese Landes macht Martin Niessen nicht halt. Er zeigt uns eine ungeschönte Seite dieses tollen Landes aber nicht ohne eine gesunde Portion Sarkasmus. Und doch lernt man zwischen vielen Lachern jede Menge, sowohl über das Land als auch über die Menschen und die Kultur. Mir persöhnlich hat das Buch sehr gut gefallen und ich hoffe das wir noch viele Geschichten von Martin Niessen in der Zukunft werden lesen können.

    Mehr
  • Rezension zu "Der kleine Japaner" von Martin Niessen

    Der kleine Japaner

    IraWira

    06. February 2013 um 12:15

    Puh, gar nicht so einfach, dieses Buch zu bewerten, da es doch recht vielschichtig ist. Mir hat es sehr viel Spaß gebracht, den "kleinen Japaner" zu lesen, ich habe manches Mal schallend gelacht und trotz des ausgeprägten (auch nicht immer zu ernst zu nehmenden) Humors, habe ich auch viele kritische Untertöne, viele ernste Informationen und viel Stoff zum Nachdenken aus dem Buch mitgenommen. In meinen Augen eine absolut gelungene Mischung, da es sich leicht und locker liest und man doch zwischendurch einmal stutzt und die Stelle noch einmal liest und sich fragt, ob das jetzt wirklich ernst gemeint sein kann oder...um festzustellen, dass es wirklich genau so gemeint ist. Der Autor, der nach der Katatstrophe von Fukushima für 14 Monate als Nachrichtenkorrespondent in Japan war, berichtet in dem Buch humorvoll und nicht ohne Biss von seinen Erfahrungen als Gai-jin, als Ausländer im japanischen Alltag und von den Folgen der Atomkatastrophe. Aller Kritik zum Trotz, klingt auch immer wieder die Zuneigung zu dem Gastland und seinen Bewohnern durch und das wirkliche Interesse an deren Leben und deren Sitten, sowie die Verständislosigkeit über viele politische Entscheidungen nach der Katstrophe mit deren Folgen die Menschen dort leben müssen. Ergänzt werden die Eindrücke, die auf Basis eines wöchentlichen Blogs für Familie und Freunde des Autors in seiner Zeit als Korrespondent in Japan entstanden, durch eine Vielzahl toller und prägnanter Fotos, die das ganze Leserlebnis noch abrunden. Ob als Zeitzeugnis, ls kleiner Einblick in japanische Besonderheiten oder einfach nur zum Vergnügen, ich finde, das Buch ist es auf jeden Fall wert gelesen zu werden!

    Mehr
  • Rezension zu "Der kleine Japaner" von Martin Niessen

    Der kleine Japaner

    Raine

    04. February 2013 um 11:26

    In 36 kurzen Kapiteln berichtet der Autor von seinem Aufenthalt als Korrespondent des ZDF im fernen Japan kurz nach dem Atomkraftwerk-Unfall in Fukushima. Er erzählt von Mülltrennung, Fussball und Nudelsuppenautomaten, von Mode, Essen und dem öffentlichen Nahverkehr - und versucht dies alles humorvoll zu verpacken. Ob dieser Humor jedem gefällt, ist natürlich Ansichtssache. Dazu aber später mehr. Leider bekommen gerade Menschen, die noch nicht so viel von Japan wissen, nicht immer ein wirkliches Bild von diesem Land, da der Autor zu ziemlichen Übertreibungen neigt. Ein Beispiel aus dem Kapitel "Mülltrennung für Fortgeschrittene": Es gibt kaum öffentliche Mülleimer in Tokyo, weil die ordnungsliebenden Japaner so ihren Müll ja nicht vernünftig trennen können? - Nein. Entweder wusste Niessen es nicht besser oder die Information ging auf Kosten des Witzes verloren, jedoch gibt es einen wirklichen Grund für diese Tatsache. In den 90er Jahren kam es vermehrt zu Anschlägen, bei denen Bomben in Mülleimern versteckt wurden. Somit wurden die Mülleimer in öffentlichen Räumen drastisch reduziert und die Japaner sind einfach zu der Übereinkunft gekommen: Wer den Müll verursacht, muss ihn einfach wieder mitnehmen. So einfach ist das. Zwar nicht so lustig, aber doch sicherlich für die Leser ein interessanter Hinweis. (Ein anderes Highlight zum Thema Unwissenheit aus einem anderen Bereich zeigt übrigens auch folgender Satz: "Nicht nur, dass es völlig normal ist, wenn ein sechzigjähriger Business-Typ auf seinem Laptop in der U-Bahn „World of warcraft“ oder irgendwelche anderen Ballerspiele spielt [...]." WoW? Ein Ballerspiel? Ist klar.) Da das Buch jedoch auf einem persönlichen Blog beruht und Niessen keinerlei Vorkenntnisse zur Sprache, Kultur und Geschichte Japans hatte, kann man ihm die hin und wieder auftretende Verwirrtheit ohne Zweifel verzeihen. Schade nur, dass er einigen "Ungereimtheiten" nicht einmal auf die Spur kommen möchte und daher eher oberflächlich bleibt. Kurz zurück zum Humor. Dieser ist - wie bereits erwähnt - nicht immer bei allen gleich. So traf der Autor nicht immer den Meinen. Man bekommt schnell das Gefühl, dass ein Gag den nächsten jagen muss. Beinah alles wird ins Lächerliche gezogen oder mit deutschen Geflogenheiten verglichen. Ja, man kann das als "sarkastisch" oder "ironisch" betiteln. Oder aber manchmal auch einfach nur als arrogant. (Beispiel aus dem Buch zum Thema Ryokan: "Wenn man ankommt, steht die ganze Orgelpfeifenfamilie Spalier, schreit als Willkommen „Irasshaimasse“ und stößt sich beim Verbeugen die Stirn am Holzboden blutig." Entscheidet selbst.) Hin und wieder ein wenig Respekt für die fremde Kultur hätte dem Buch nicht geschadet. Dadurch wirkt die Bezeichnung "kleiner Japaner", wie Niessen sich selbst nennt und womit er sich am Ende der in Tagebuchform geschriebenen Kapitel verabschiedet, ein wenig... fehl am Platz. Trotzdem schafft es Niessen einen umfangreichen Einblick in den japanischen Alltag zu liefern. Von Anekdoten über Love Hotels bis hin zum Ekelfaktor von Lieferservice-Flyern zeigt er Seiten auf, die man sonst eher selten in Reiseberichten findet. Zudem scheinen ihm auch ein paar Dinge in (Zitat) "Merkwürdistan" gefallen zu haben, die er (leider erst) im letzten Kapitel aufzählt. Die vielen Fotos sind gut ausgewählt und unterstreichen den persönlichen Charakter des Buches. Auch das recht ungewöhnliche und eher plakative Cover ist passend gewählt. Wer den Humor mag - und hin und wieder mochte auch ich ihn -, wird auf alle Fälle sehr viel Spass damit haben. Und bei 4,99€ für 278 Seiten ist das eBook auch nicht gerade teuer.

    Mehr
  • Rezension zu "Der kleine Japaner" von Martin Niessen

    Der kleine Japaner

    irismaria

    04. February 2013 um 10:45

    In "Der kleine Japaner" berichtet Martin Niessen von seinen Erlebnissen, die er gemacht hat, als er als Korrespondent des ZDF 2011/12 vierzehn Monate in Japan lebte. Aus dem wöchentlichen Blog ist ein Buch geworden, das den Leser auf eine Reise in ein sehr fremdes Land mitnimmt. Niessen ist ein guter beobachter und beschreibt witzig, manchmal sarkastisch von Mülltrennung und unbekanntem Essen, Hightechtoiletten und Schilderwahn, dem Umgang mit der atomaren Katastrophe von Fukushima und vor allem vielen oft skurrilen Begegnungen mit den Menschen dort. Die eingebundenen Fotos beweisen das Beschriebene, ohne sie würde man manches kaum glauben wollen. "Der kleine Japaner" ist äußerst unterhaltsam und informativ zu lesen. Die Facebookseite des Autors und die Beiträge der Leserunde haben den Lesegenuss noch gesteigert. Für alle Japaninteressierten ist "Der kleine Japaner" in absolutes Muss!

    Mehr
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks