Die Akademiemorde

von Martin Olczak 
3,9 Sterne bei65 Bewertungen
Die Akademiemorde
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Ein Krimi rund um die Vergabe der Literaturnobelpreise

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Inhaltsangabe zu "Die Akademiemorde"

Eine mysteriöse Mordserie erschüttert Schweden.
Stockholm, im Mai: Im weltberühmten Hotel Berns Salonger hat man gerade Strindbergs 100. Todestag begangen. Die Festrede hielt der Ständige Sekretär der Schwedischen Akademie, ein würdiger Mann und ebenfalls angesehener Schriftsteller. Jetzt kurz vor Mitternacht ist er auf dem Weg nach Hause, durch einen abgeschiedenen Park. Hier trifft es ihn unvermittelt, das Schicksal. Hier wird er ermordet. Tatwaffe ist ein altertümlicher Schwarzpulverrevolver, der die Polizei vor Rätsel stellt. Noch bevor sie sich für eine Ermittlungsrichtung entscheiden kann, geschehen am nächsten Tag vier weitere, ebenso schonungslose Morde. Die Opfer: ebenfalls Mitglieder der Akademie, die für die Auslobung des jährlichen Literaturnobelpreises verantwortlich ist. Was treibt den Mörder um?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442713653
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:480 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:08.02.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Krimi rund um die Vergabe der Literaturnobelpreise
    Serienmord rund um den Literatur-Nobelpreis

    Oje, schon wieder ein skandinavischer Krimi mit einem Serienmörder – das war mein erster Gedanke, Skepsis inklusive. Doch wegen des interessanten Umfelds, nämlich der Nobelpreisakademie, habe ich den Krimi dann doch näher betrachtet.

    Inhalt:


    Am Abend des 14. Mai 2012 wird Hubert Rudqvist, Vorsitzender der Akademie und Festredner bei der Feier zum 100. Todestag des Autors August Strindberg, auf dem Nachhauseweg mit einem altertümlichen Revolver erschossen. Rudqvist wird nicht das einzige Opfer bleiben. Nach und nach werden weitere Mitglieder der Akademie ermordet.
    Die Polizei steht von einem Rätsel, da die wenigen Zeugenaussagen sich deutlich widersprechen. Der eine will Strindberg gesehen haben, ein anderer eine alte Frau.

    Claudia Rodriguez, eine toughe Ermittlerin, macht sich so ihre eigenen Gedanken. Die sind bei den Kollegen nicht so gerne gesehen. Sie gerät ins Schussfeld von Kompetenzgerangel und persönlichen Animositäten zwischen ihren Vorgesetzten. Also wirft man sie aus dem Team. Doch niemand rechnet mit dem Ehrgeiz und der Verbissenheit mit der Claudia diesen Fall weiterverfolgt. Gemeinsam mit ihrem alten Freund, dem Antiquar Leo Dorfman, ermittelt sie eigenmächtig weiter.

    Natürlich lösen die beiden das Mysterium rund um August Strindberg und den Serienmörder…

    Erzählstil/Spannung:

    Abweichend von sonst üblichen tristen Erzählstil der Skandinavier liest sich das Buch leicht und flüssig. Als besonderes Zuckerl bietet der Autor einen kleinen Einblick in die Welt des Komitees: zu Beginn jedes Kapitels pickt er ein Jahr heraus, nennt den Träger oder die Trägerin des Literatur-Nobelpreises. Ein Auszug aus der Begründung der Jury, warum ausgerechnet diesem Schriftsteller der Preis zugesprochen wird, darf auch nicht fehlen. Dann folgt noch die kurze Anmerkung ob der Geehrte den Preis angenommen hat oder nicht (wie z. B. J. P. Sartre)

    Die Spannung steigert sich von Mord zu Mord.

    Als Leserin hätte ich die Streithanseln in der Mordkommission mehrfach beuteln können. Privater Zoff, kindische Streitereien und Kompetenzgerangel haben bei einer solchen Mordserie nichts zu suchen. Wo bleibt da das Innenministerium, das hier ordnend eingreift? Dass ausgerechnet eine gute Mitarbeiterin aus dem Team fliegt, erscheint mir sehr unwahrscheinlich. Die sollten doch froh sein, stichhaltige Lösungsansätze zu bekommen. So muss Claudia den Umweg über alte Seilschaften nehmen.
    Die Polizisten sind hier ein wenig Frauen verachtend dargestellt. Das und die Streitereien kosten zwei Sterne.

    Fazit:

    Martin Olczak ist ein Autor, den ich mir merken werde. 

    Kommentare: 1
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    Katjuschkas avatar
    Katjuschkavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Spannender Krimi der Literaturszene in Schweden
    Die Akademiemorde

    Ich habe das Buch vor 4 Monaten gelesen, jetzt endlich die Rezi: 

    Nach der Feier zum 100. Todestag von August Strindberg wird der Oganisator des Festes auf dem Heimweg ermordet.

    Aber das ist der nur der Beginn einer Mordserie, bei der immer mehr Mitglieder der schwedischen Akademie ermordet werden.
    Ein Motiv liegt für das Ermittlerteam um Claudia Rodriguez zuerst völlig im Dunkeln.
    Und immer ist der Täter der Poizei einen Schritt voraus!
    Die restlichen Akademiemitglieder müssen jetzt unbedingt beschützt werden bis der Täter gefasst ist!
    Hat Strindberg etwas mit Täter und Motiv zu tun?
    Die schwedische Akademie selbst scheint bei der Lösung des Falles der Schlüssel zu sein....

    Die Personen sind klasse beschrieben, die Handlung ist stimmig und spannend bis zum Schluss.

    Über jedem Kapitel stehen Zitate verschiedener Literatur-Nobelpreisträger.
    Manche kannte ich - manche nicht. Interessant und hat mit gut gefallen!

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    j125s avatar
    j125vor 2 Jahren
    Ich habe mehr erwartet

    Inhalt:
    In Stockholm wird der Ständige Sekretär der Schwedischen Akademie ermordet. Die Umstände des Mordes erscheinen mysteriös und bald darauf gibt es weitere Morde. Wieder sind es Mitglieder der Akademie. Hat der Mord möglicherweise etwas mit dem Literaturnobelpreis zu tun, für dessen Verleihung die Schwedische Akademie zuständig ist?

    Meine Meinung:

    Mich hat das Thema Literaturnobelpreis total angesprochen, weshalb ich das Buch gleich auf meine Wunschliste gesetzt habe. Leider bin ich eher mit der Erwartung eines Thrillers an das Buch herangegangen, anstatt einen Roman zu erwarten, wie es auf dem Cover steht. Vielleicht war ich deshalb etwas enttäuscht.

    Die Aufmachung ist mir sofort positiv aufgefallen. Die Kapitel werden durch Informationen über Literaturnobelpreisträger und die Begründung der Auswahl eingeleitet. Der Leser erhält so interessante Fakten.

    Die Handlung hat mir leider nicht so gut gefallen. Es war ziemlich langweilig und ich habe die ganze Zeit auf spannende Höhepunkte gewartet. Leider gab es die nicht so wirklich. Die Protagonisten haben mir ebenfalls nicht so gefallen, was sicher auch dazu führte, dass ich die Handlung langweilig fand. Ich hatte einfach kein Interesse an den Personen, von denen es übrigens recht viele gab. Viele Namen zumindest. Ermittlerin Claudia Rodriguez war mir einfach nicht sympathisch und auch nach über 400 Seiten ist sie mir irgendwie fremd. An dem Antiquar Leo Dorfman ist nur seine Leidenschaft für Bücher interessant. Die anderen Protagonisten benehmen sich frauenfeindlich oder anderweitig ekelig, also war auch dort niemand dabei, den man gern mag.

    Am Ende nahm die Geschichte zwar an Fahrt auf, aber der Zufall spielte hier doch eine große Rolle. Der Fall ist zwar gelöst, aber etwas anderes bleibt einfach offen. Das ist zwar realistisch, schließlich weiß auch ich nicht, wie mein Tag morgen aussehen wird, aber ich finde da wird ein Faden einfach fallen gelassen. Vielleicht hätte man auf diesen lieber ganz verzichtet.

    Fazit:
    Die Idee bzw. das Thema hat mich sehr angesprochen, aber die Umsetzung war leider nicht so toll. Ich habe wirklich mehr erwartet. Kann man lesen, muss man aber nicht.

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    Gulans avatar
    Gulanvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Solider Thriller mit interessanten Aspekten zum großen schwedischen Autor Strindberg.
    Die Rache des Herrn Strindberg.

    „...Die ganze Welt verfolgt dieses Drama. Die ganze Polizeitruppe arbeitet an der Sache, aber wir haben keine Täter, keine Spur, keinen verdammten Scheißdreck. Also, Rodriguez, da frage ich dich doch. Was zum Teufel sollen wir jetzt machen?“
    „Wir brauchen einen Experten.“
    Der Polizeichef verzog nicht eine Miene, sagte kein Wort, aber Rolf Hedlund beugte sich vor, mit einem aasigen Grinsen im Gesicht.
    „Im Polizeigebäude wimmelt es nur so vor Experten. You name it. Kriminaltechniker. Psychologen, die ein Täterprofil vorbereiten, Waffenspezialisten, die...“
    „Aber einer fehlt“, fiel Claudia ihm ins Wort. „Wir brauchen einen Literaturexperten.“ (S. 108)

    Ein Serienmörder geht um in Stockholm. Sein erstes Opfer ist Hubert Rudqvist, ständiger Sekretär der Schwedischen Akademie, der Verkündiger der Literaturnobelpreise. Danach sterben weitere Mitglieder der Akademie. Kommissarin Claudia Rodriguez rätselt vor allem über das Motiv des Mörders. Nach einem internen Machtkampf wird sie ausgebootet und schließlich sogar zur Fahndung ausgeschrieben. Ihr bleibt nur eine Möglichkeit: Den Akademiemörder auf eigene Faust dingfest machen, mit Hilfe ihres Ex-Freunds, dem Antiquar und Literaturexperten Leo Dorfman.

    Früher waren solche Werke durchaus häufiger mein Lesestoff. Thriller mit geheimen Verschwörungen, Geheimbünden oder etwas ähnlichem. Dan Brown oder sowas. „Die Akademiemorde“ knüpft an diese Tradition an, allerdings bedient sich Autor Martin Olczak nicht in der Kirchen-, sondern in der Literaturgeschichte. Dieser Aspekt war für auch Hauptgrund für die Lektüre und da konnte das Buch durchaus bei mir punkten. Dass der Autor jedes Kapitel mit einem Literaturnobelpreisträger und der Begründung der Akademie für dessen Auszeichnung beginnt, kann man noch als (netten) Schnickschnack abhandeln. Aber der Autor gibt ein paar Einblicke in die Arbeit der Akademie und er macht vor allem neugierig auf den Mann, der – soviel darf ich verraten – das Motiv für die Morde hervorbringt: August Strindberg. Der große schwedische Schriftsteller war zeitlebens ein umstrittener Mann, sozialkritisch, radikal, exzentrisch, psychisch labil. Strindberg rieb sich in zahlreichen persönlichen Fehden auf und war insbesondere darüber erbost, nicht den Literaturnobelpreis erhalten zu haben.

    Und da wären wir auch schon bei meinem Problem mit dieser Art Thrillern: Dass die Ereignisse von damals einen Geheimbund und einen Serienmörder auf den Plan rufen, ist natürlich arg an den Haaren herbeigezogen. Darüber hinaus gibt es auch weitere Dinge, die mich nicht richtig überzeugt haben: Die ziemliche Eindimensionalität der meisten Figuren und die überspitzt und grobschlächtig dargestellten Machtkämpfe innerhalb der Polizeibehörde.

    „Die Akadamiemorde“ bietet andererseits solide Spannung, Action und zwei sympathische Protagonisten (hier ist es Olczak hoch anzurechnen, dass er die zwangsläufig wieder aufflammenden Emotionen zwischen beiden äußerst zurückhaltend einsetzt). Es unterhält ganz passabel, nicht weniger, aber auch nicht mehr – und das ist der Grund, warum ich nur noch selten zu dieser Art Thrillern greife.

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    MikkaGs avatar
    MikkaGvor 2 Jahren
    Literatur kann tödlich sein


    Ein literarisch bewanderter Mörder, der seine Opfer so gerissen wie stilvoll zur Strecke bringt. Die Opfer: Mitglieder der Schwedischen Akademie, die Jahr für Jahr wieder den Gewinner des Nobelpreises für Literatur bestimmen. Passend dazu wird jedem Kapitel der Name eines Preisträgers vorangestellt, mit einem kurzen Auszug aus der Begründung der Akademie. Kann es einen perfekteren Krimi für Leser geben, die an akuter Bibliophilie leiden?  Ich sage nein. Es fließen immer wieder Informationen über diverse Autoren ein, sowie faszinierende Blicke hinter die Kulissen der Schwedischen Akademie.

    Ich fand das Buch unglaublich spannend, mit vielen unerwarteten Wendungen. Zum einen wollte ich natürlich unbedingt dahinterkommen, wer denn nun der Mörder ist, und zum anderen befindet sich die Polizei in einem ständigen rasanten Wettlauf mit ihm. Denn auch, nachdem die Mitglieder der Schwedischen Akademie unter Schutz gestellt werden, findet der Akademiemörder Mittel und Wege...

    Das ist intelligente Spannung, die sich nicht in Litern von Blut messen lässt. Besonders bestechend ist in meinen Augen, mit welcher Genialität der Mörder seine Taten plant. Er ist der Polizei immer mehrere Schritte voraus, jede Spur verläuft im Sande oder erweist sich als Sackgasse... Er inszeniert seine Rache wie ein Schauspiel. Manches fand ich im ersten Moment nicht 100%ig glaubhaft (der Mörder erschien mir gelegentlich fast allmächtig), aber der Autor löst immer auf,  wie der Mörder dieses oder jenes möglich gemacht hat.

    Meiner Meinung nach lässt die Polizei das naheliegendste Mordmotiv völlig außer acht. Auch wenn es sie nicht unbedingt direkt zum Mörder geführt hätte, hätte dahingehende Recherche sie vielleicht wenigstens auf die richtige Spur gebracht! Aber darüber möchte ich mich gar nicht weiter beschweren, denn die Auflösung stellte sich als wesentlich komplexer und ungewöhnlicher heraus, als ich erwartet hatte. Der naheliegendste Gedanke ist sozusagen gerade mal die Spitze des Eisbergs!

    Die Idee, einen Krimi in der literarischen Szene anzusiedeln, ist meiner Auffassung nach sehr originell, denn wann man an Autoren, Literaturagenten, Bibliothekare und Buchhändler denkt, kommen einem sicher eher Begriffe wie "friedlich" oder "Bildungsbürgertum" in den Sinn als solche wie "Serienkiller" oder "Blutrache".

    Im Mittelpunkt stehen die Kommissarin Claudia Rodriguez und der Buchantiquar Leo Dorfmann.

    Claudia ist eine hervorragende Ermittlerin, die es aber nicht einfach hat, sich auch als solche zu behaupten. An ihrem Namen und Aussehen ist sie direkt als Ausländerin zu erkennen - oder besser gesagt, als Schwedin mit Migrationshintergrund, denn Schweden ist alles, an das sie sich erinnern kann. Obwohl sie perfekt Schwedisch spricht, hat sie es mit Vorurteilen zu tun. In diesem Fall ist sie auch noch gezwungen, mit einem Kommissar zusammenzuarbeiten, der sie darüber hinaus wegen ihres Alters und Geschlechts nicht ernst nimmt - ein sexistischer, selbstherrlicher Platzhirsch mit Macho-Allüren. 

    Claudia war mir sehr sympathisch, denn sie ist nicht nur intelligent, entschlossen und mutig, sondern auch bereit, für ihre Prinzipien einzustehen.

    Auch Leo ist ein interessanter, liebenswerter Protagonist. Er muss heimlich in seinem Antiquariat schlafen, weil er nicht genug damit verdient, um sich eine Wohnung leisten zu können, und dennoch liebt er seine Bücher heiß und innig.

    Der Autor schafft es, dem Leser einen Charakter mit wenigen Worten näher zu bringen. Die meisten Charaktere fand ich dreidimensional und überzeugend, nur Claudias unsympathischer Widersacher war mir manchmal zu einseitig widerlich.

    Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Besonders die Dialoge lesen sich natürlich und glaubhaft, und der Autor hat meines Erachtens ein gutes Gespür für Szenenaufbau, Erzähltempo und die richtige Balance: bildreich und detailliert, aber nicht überfrachtet. Der Schreibstil ist intelligent, dabei aber lebendig und unterhaltsam.

    Fazit:
    Ein Serienkiller treibt sein Unwesen im literarischen Milieu: seine Opfer sind die Mitglieder der Schwedischen Akademie, deren Aufgabe es ist, den Literaturnobelpreis zu vergeben. Diese Idee fand ich schon ungewöhnlich und originell, aber die Umsetzung hat mich dann vollends überzeugt - denn der Autor zaubert noch viele ungewöhnliche, originelle Einfälle aus dem Hut. Die Geschichte enthüllt eine Ebene nach der anderen, und ich fand das hochspannend!

    Auch die Charaktere haben mir gut gefallen. Ich bin noch selten einem Buchbösewicht begegnet, der seine Taten so perfide bis ins kleinste Detail durchplant. 

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    glanzentes avatar
    glanzentevor 3 Jahren
    Rezension - Die Akademiemorde

    Stockholm wird von einer rätselhaften Mordserie erschüttert. Mehrere Mitglieder der Schwedischen Akademie, die jedes Jahr den Nobelpreis für Literatur vergibt, werden auf außergewöhnliche Weise umgebracht. Der Mörder trägt einen Gehrock und einen Zylinder und er schießt mit einem Revolver, wie er um die Mitte des 19. Jahrhunderts gebräuchlich war.

    An einigen Stellen war es für mich zu viel des Guten. Sei es die Anzahl der Toten trotz Schutz und teilweise die Todesarten. Auch der Streit innerhalb der Polizei und die Suspendierung der Ermittlerin ist für mich nicht nachvollziehbar.

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    P
    PoldisHoerspielseitevor 3 Jahren
    Die Akademiemorde (Martin Olczak)

    Kurz nach einer Festrede auf den 100. Todestag von August Strindberg wird der Ständige Sekretär der schwedischen Akademie ermordet, die Tatwaffe ist ein antiker Revolver. Doch noch bevor sich das Ermittlerteam formen kann, werden weitere Morde an Mitgliedern der schwedischen Akademie bekannt, die jährlich den Literaturnobelpreis verleiht. Kurz darauf wird Polizistin Claudia Rodriguez von den Ermittlungen ausgeschlossen, macht aber auf eigene Faust mit ihrem Ex-Freund, dem Antiquar Leo Dorfmann, weiter...

    Schwedenkrimis haben den Ruf, düster und melancholisch zu sein, doch diese Struktur durchbricht Autor Martin Olczak mit seinem Roman „Die Akademiemorde“. Hier geht es temporeich, manchmal sogar richtig witzig zu, dennoch ist ein sehr prägsamer und spannender Roman entstanden. Der Bezug zum Literaturnobelpreis wird zu Anfang jeden Kapitels mit einigen Hintergrundinformationen zu bisherigen Preisträgern verstärkt, die jeweils einen interessanten Bezug zu aktuellen Geschehen vorweisen können. Das reizvolle Thema wird gut ausgekostet und mit einer flüssig erzählten Handlung versehen, die lange Zeit Identität und Motiv des Mörders im Unklaren lässt. Erst im letzten Drittel wird die Spur etwas offensichtlicher gelegt, doch auch dann hat Olczak noch einige Überraschungen und Wendungen für seine Leser parat. Noch besser hätte es mir gefallen, wenn der Autor mehr auf die Psyche des Täters eingegangen wäre, so bleibt leider einiges offen und wird als gegeben vorausgesetzt. Ansonsten ist ein wirklich runder und lesenswerter Roman entstanden, der mich schnell fesseln konnte.

    Als Hauptcharakter macht sich Claudia Rodriguez wirklich gut, mit ihrer unkonventionellen Art zu Ermitteln und einigen sehr stark ausgeprägten Wesenszügen konnte sie mich schnell für sich einnehmen. Auch Leo Dorfmann ist sehr gut umschrieben, seine schrullige und ungeschickte Art machen ihn zu einem liebenswerten Chaoten, der immer wieder für Lacher sorgt und einem ans Herz wächst. Die beiden gegensätzlichen Rollen ergänzen sich zwar sehr gut, machen aber umso unglaubwürdiger, dass die beiden mal ein Paar waren. Die verwendete Sprache ist recht simpel gehalten, was für einen guten Lesefluss sorgt, aber auch die eine oder andere Gelegenheit zur Steigerung der Atmosphäre auslässt.

    Der Krimi im Umfeld des Literaturnobelpreises überzeugt nicht nur durch sein reizvolles Thema, sondern auch durch den flüssigen und spannenden Verlauf. Die lockere Atmosphäre und die gut gelungenen Charaktere trösten dabei über einige kleinere Schwächen und Stolpersteine hinweg, sodass insgesamt ein unterhaltsamer Roman entstanden ist.

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    mordsbuchs avatar
    mordsbuchvor 3 Jahren
    Packender, spannender Kriminalfall!

    Mai 2012: Die Feier zum 100. Todestag von August Strindberg sind in vollem Gange. Robert Rudqvist der Organisator des Festes, ahnt nicht das, dass dies sein letzter öffentlicher Auftritt sein soll. Kurz nach seiner Rede, verlässt er das Fest und wird wenige Zeit später ermordet aufgefunden.

    Aber das war erst der Anfang, immer mehr Mitglieder der Akademie werden ermordet. Der Grund für die Morde ist für die schwedische Polizei völlig unklar und auch Ermittlerin Claudia Rodriguez rätselt, was es mit den Morden auf sich hat. Man könnte fast meinen, bei dem Täter handelt es sich um ein Phantom, denn er ist der Polizei immer ein ganzes Stück voraus. Doch können die noch verbliebenen Mitglieder der Akademie gerettet werden? Wird es der taffen Ermittlerin Claudia Rodriguez gelingen, den Täter zu stoppen? Und bringt sie sich, durch ihre Ermittlungen, auch selbst in Gefahr? Man darf gespannt sein …

    Fazit: Die Ermittler kommen total sympathisch rüber. Durch das offenen Ende kann man auf eine Fortsetzung mit dem tollen Team hoffen. Ein außergewöhnlicher Krimi, mit vielen Informationen zur Geschichte,der mich in seinen Bann gezogen hat. Bis zum Ende ein packender, spannender Kriminalfall! Volle Punktzahl!

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    Gela_HKs avatar
    Gela_HKvor 3 Jahren
    Mordserie im elitären Kreis

    Ein angesehenes Mitglied der Schwedischen Akademie wird mit einem altertümlichen Schwarzpulverrevolver in einem Stockholmer Park ermordet. Bereits am nächsten Tag werden auf die gleiche Weise weitere Akademiemitglieder, die für die Vergabe des Literaturnobelpreises verantwortlich sind, getötet. Die Polizei steht vor einem Rätsel und muss sich vor der Weltpresse verantworten. Doch interne Querelen um Zuständigkeiten erschweren die Ermittlungen. Claudia Rodriguez von der Zentralen Mordkommission ermittelt zusammen mit Buchantiquar Leo Dorfmann auf eigene Faust.

    Martin Olczak kann mit seinem rasanten und spannenden Schreibstil begeistern. Kaum zu glauben, dass dies sein erster Roman für Erwachsene ist. Sehr genau wird auf das kleinste Detail geachtet. Man kommt dem Mörder sehr nah ohne eine Ahnung zu haben, wer dieser skrupellose Mensch sein könnte und was ihn antreibt. Alles dreht sich um den alljährlich ausgelobten Literaturnobelpreis. Auf die Preisträger wird mit Vergabejahr und Akademiebegründung zwischen den Kapiteln hingewiesen. Besonders die Beschreibung der Arbeit der Akademiemitglieder ist sehr interessant und wird mit in die Handlung eingeflochten. Man erfährt viele Details rund um die Vergabe des Literaturnobelpreises über Jahrzehnte hinweg.

    Durch die hohe Anzahl der Morde und die Brisanz, die durch den elitären Kreis der Mordopfer entsteht, hat die Polizei alle Hände voll zu tun. Doch anstatt sich mit voller Energie in die Ermittlungen zu werfen, streiten sich die Vorgesetzten um Zuständigkeiten. Denn hier wird über Sieg oder Niederlage auf hohem Posten entschieden. Zwischen die bereits verhärteten Fronten gerät die eigensinnige Ermittlerin Claudia. Anstatt ihr für wichtige Hinweise zu danken, wird sie von den Ermittlungen ausgeschlossen. Was sie nicht davon abhält, weiter nach der Spur des Mörders zu suchen.

    Die charakterstarken Figuren wirken glaubhaft und lebendig. Besonders der etwas weltfremde bücherliebende Antiquar Leo hat mich angesprochen. Seine Leidenschaft für Literatur und sein großes Wissen sind besonders wichtig für die Spurensuche.

          "Er nahme eine Leselampe aus der Vitrine. Dann setzte er sich in
          einen Sessel und blätterte vorsichtig, las die Notizen, die seit mehr
          als einem Jahrhundert in dem Marokkineinband geheim gehalten
          worden waren."


    Lange vergessene Gefühle zwischen den Protagonisten blitzen immer wieder auf, zeigen wie wichtig sie füreinander waren. Doch im Vordergrund steht die Jagd nach dem Mörder, der scheinbar alle Akademiemitglieder auszulöschen droht.  

    Auch wenn am Ende das Motiv nur schwer nachvollziehbar ist, hat dieser Krimi mich sehr gut unterhalten. Das Tempo ist rasant und der Spannungsbogen sehr hoch. Für Bücherliebhaber ein tolles Krimithema, das fesselnd umgesetzt wurde.

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    Guaggis avatar
    Guaggivor 3 Jahren
    Unterhaltung pur

    Um dieses Buch war ich eine ganze Weile herumgeschlichen, bis ich mich doch dazu durchringen konnte, es zu lesen.
    Mein Interesse weckte es, weil die Opfer alle der Schwedischen Akademie angehörten. Diese Akademie verleiht den Literaturnobelpreis und was gibt es Spannenderes als ein Buch, in dem es im groben eben auch um Bücher, oder besser um deren Erschaffer geht?
    Zweifel hatte ich ausschließlich wegen des Handlungsortes und meiner kleinen Unsicherheit skandinavischen Werken gegenüber.
    Ich bin mir immer noch sicher das ich die Namen und Orte nicht richtig ausspreche, aber zum Glück musste ich es niemandem vorlesen.
    Ein interessantes Extra für mich war, das jedem Kapitel ein Nobelpreisträger vorangestellt wurde. So erfuhr ich nicht nur den Namen einiger Preisträger, sondern auch das Jahr, in dem sie benannt wurden und die Begründung der Akademie. Das ich keinen dieser Preisträger kenne, ist eine andere Geschichte.
    Den Verlauf des Geschehens fand ich recht interessant und auch sehr spannend. Es wurde nicht zu viel Verraten und man erfuhr über den Mörder und seine Beweggründe nur so viel wie das Ermittlerpaar. Dieses Rätsel zu lösen war ein weiterer Punkt, der mich ans Buch fesselte, und konnte nur noch von den überraschenden Wendungen übertroffen werden. Das Motiv war für mich total weltfremd, aber dennoch liebte ich diese Mischung aus Verschwörung und Rachelust. Obwohl dieses Buch nicht als Krimi deklariert wurde, würde ich es dennoch in diese Kategorie einreihen und das nicht nur wegen einer spannenden Mörderjagd.

    Dieser Roman war ganz nach meinem Geschmack und erweckte zusätzlich meinen Ehrgeiz die Zusammenhänge noch vor den Hauptprotagonisten zusammensetzen zu wollen.

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