Martin Page

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Antoine oder die Idiotie

Antoine oder die Idiotie

 (32)
Erschienen am 12.04.2005
Die besten Wochen meines Lebens

Die besten Wochen meines Lebens

 (21)
Erschienen am 14.09.2011
An Weltuntergänge gewöhnt man sich

An Weltuntergänge gewöhnt man sich

 (8)
Erschienen am 28.02.2006
Tour de France

Tour de France

 (3)
Erschienen am 15.03.2005
Bienenzucht nach Samuel Beckett

Bienenzucht nach Samuel Beckett

 (0)
Erschienen am 01.10.2011
Die Libelle des achten Jahres

Die Libelle des achten Jahres

 (0)
Erschienen am 01.09.2003
Die Geheimschrift

Die Geheimschrift

 (1)
Erschienen am 01.03.1985

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Rezension zu "Antoine oder die Idiotie" von Martin Page

Antoine oder die Idiotie
Moenavor 6 Jahren

Antoine lebt als ewiger Student in den Tag hinein und streift durch Paris, während um ihn herum lauter kleine Merkwürdigkeiten passieren. So hat Antoine einen besten Freund, der im Dunkeln leuchtet, und eine lesbische Freundin, die Achterbahn fährt, um schwanger zu werden (etwas, das Antoine ziemlich auf den Magen schlägt). Außerdem zahlt Antoine keine Miete, weil sein Vermieter an Alzheimer leidet und die Miete schlichtweg vergisst. Ansonsten schlägt sich Antoine durch, indem er im Supermarkt täglich ein wenig Shampoo oder Zahnpasta klaut - eben nur so viel, wie er gerade braucht. Das ist okay, findet Antoine. Bücher stiehlt er in einzelnen Seiten, die er zu Hause nach und nach wieder zusammenklebt. Zwanzig solcher »Sonderausgaben« hat Antoine schon gesammelt.

Eigentlich könnte Antoine also ziemlich zufrieden sein. Ist er aber nicht. Und er ist überzeugt davon, dass das nur an seiner Intelligenz liegt. Er ist einfach zu klug, um glücklich zu sein!
Dagegen möchte Antoine etwas unternehmen. Zuerst versucht er, Alkoholiker zu werden. Der Versuch scheitert allerdings kläglich, als Antoine nach einem halben Glas Bier im Krankenhaus landet. Seinen nächsten Ausweg sieht er im Selbstmord. Aber auch das misslingt, diesmal sogar ohne einen ernsthaften Versuch, da Antoine die Idee nach einem Besuch in einem Selbstmörderseminar doch nicht mehr so gut erscheint.

Schließlich trifft Antoine eine folgenschwere Entscheidung: um sich das Leben zukünftig leichter und angenehmer zu gestalten, will er aufhören zu denken. Und tatsächlich scheint es für Antoine endlich einmal aufwärts zu gehen (wenn es auch eher auf Zufällen beruht). Nur eines hat Antoine in seinem Plan nicht einkalkuliert: Seine Freunde, denen der alte Antoine viel lieber war.

»Antoine oder die Idiotie« ist ein Buch voller skurriler Figuren und Begebenheiten. Amüsiert haben mich vor allem die ersten Kapitel über Antoines Versuche zu Alkoholsucht und Suizid - zwei Themen, die normalerweise so gar nicht amüsant sind. Doch in Antoines Welt scheint es völlig normal zu sein, sich in einer Kneipe das Saufen beibringen zu lassen (denn jemand wie Antoine braucht für so etwas natürlich Hilfe) oder ein Seminar für Selbstmörder zu besuchen. Aber glücklicherweise schlagen beide Versuche fehl, sodass Antoine dem Leser auch weiterhin erhalten bleibt.

Zwischen allem Humor und allerlei Skurrilitäten birgt Antoines Geschichte aber auch etwas Tragisches. Denn eigentlich ist Antoine etwas Besonderes. Ein Außenseiter, der sich nicht anpassen kann, weil er zu intelligent ist und ständig alles hinterfragen und durchdenken muss, der nicht bereit ist, Dinge einfach als normal anzusehen, nur weil alle anderen das tun. Das schließt ihn aus der Gesellschaft oft aus und macht ihn unglücklich. Besonders die Tatsache, dass er vermutlich nie eine Frau an seiner Seite haben wird, macht ihn einsam.

Um glücklich zu sein, muss Antoine also gewissermaßen »dumm« werden. Langsam aber sicher passt er sich an, hört auf zu denken und nimmt die Welt, wie sie ist - er wird so wie alle. Und damit wird aus Antoine nicht unbedingt ein besserer Mensch.

Fazit

Ein Roman, der auf humorvolle Weise Kritik an einer Gesellschaft übt, in der Nachdenken und Hinterfragen schnell einsam macht.

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Rezension zu "Die besten Wochen meines Lebens" von Martin Page

Rezension zu "Die besten Wochen meines Lebens" von Martin Page
milasunvor 6 Jahren

Virgile, ein neurosengeplagter, dreißigjähriger Junggeselle wird per Nachricht auf seinem Anrufbeantworter von einer Frau namens Clara verlassen. Keine Seltenheit in Virgiles bisherigem Leben, "aber im vorliegenden Fall erfuhr Virgile, dass er von einer Frau verlassen worden war, die er gar nicht kannte und mit der er - das lag wohl auf der Hand - niemals eine Beziehung gehabt haben konnte." Fortan macht er sich - bestürzt "von dem Schlag, sich als Objekt einer zurückgewiesenen Liebe zu fühlen" auf die Such nach der geheimnisvollen Clara. Und wir leider Gottes mit ihm! Angelockt von dem bezaubernden Titel, habe ich selten ein Buch gelesen, das mich dermaßen gelangweilt hat und dessen Protagonist so wenig Mitgefühl bei mir hervorgerufen und mich so genervt hat. Mit "Woody Allen trifft Amélie" wird das Buch angepriesen - mir kam es eher so vor, als hätte sich der gelangweilte Holden Caulfield in die Ausweglosigkeit von Kafkas "Der Prozess" verirrt. Eine echte Enttäuschung!

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Rezension zu "Die besten Wochen meines Lebens" von Martin Page

Rezension zu "Die besten Wochen meines Lebens" von Martin Page
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Virgile, Junggeselle, dreißig Jahre, schreibt ausschließlich mit orangefarbenen BIC-Kulis, würde nie ohne Marc Aurels Selbstbetrachtungen verreisen, fürchtet sich vor Exhibitionismus beim Einkaufen im Supermarkt und arbeitet in einer Pariser Werbeagentur. Er ist ein liebenswerter Hypochonder mit eher tragikomischen Liebesbeziehungen, die er gerne mit seiner Analytikerin bespricht.Mit anderen Worten: Virgile ist ein Mann, der oft verlassen wird.

Doch als ihm eines Tages Clara auf dem Anrufbeantworter den Laufpaß gibt, ändert sich alles. Virgile kennt keine Clara, da ist er sich ganz sicher. Ein Streich? Ein Anfall von Frühdemenz? Bestürzt (wie krank ist er wirklich?), verwirrt (seine Ex-Freundinnen rufen ihn an, um ihn wegen Clara zu trösten!) und überaus verwundert (warum besichtigen fremde Leute seine Wohnung?) sucht Virgile nach Erklärungen. Er findet keine. Und als er beschließt, die Frau zurückzuerobern, die er gar nicht kennt, weiß er noch nicht, daß dies die beste Entscheidung seines Lebens ist ...

Virgile ist ein Hypochonder und ein sehr eigentümlicher Kauz. Obwohl erst Anfang Dreißig machte er auf mich den Eindruck eines mindestens zehn Jahre älteren Mannes, der in aller Ruhe seine Ticks hatte reifen lassen können. Claras Anruf erschüttert in zutiefst und so ist er sofort überzeugt, sterbenskrank zu sein, was ihn zu einigen Kurzschlusshandlungen hinreissen lässt. Es ist sehr interessant ihn durch die veschiedenen Phasen seiner Trennung von der unbekannten Clara zu begleiten, obwohl ich es manchmal als ein wenig viel des Guten empfand.

Sehr schön erzählt, erinnert das Buch sofort an Woody Allen und seine Fime. Ein skurriler Charakter, der mit einer gewissen Selbstironie seinen Weg durchs Leben sucht.

Fazit: Liebhaber von Woody Allen Filmen, werden ihre Freude an diesem Buch haben.

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