Martin Page Antoine oder die Idiotie

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Inhaltsangabe zu „Antoine oder die Idiotie“ von Martin Page

Wie ein kleiner Bruder der fabelhaften Amelie stolpert der junge Antoine auf der Suche nach dem Glück durch Paris. Er hat einen Freund, der aufgrund falscher Arznei im Dunkeln leuchtet, eine lesbische Freundin, die Achterbahn fährt, um schwanger zu werden, sowie einen Vermieter, der an Alzheimer leidet und daher keine Miete mehr eintreibt.§Eigentlich könnte Antoine zufrieden sein, doch er ist einfach zu klug. Das soll sich ändern: Antoine will nicht mehr denken, und daher versucht er zunächst, Alkoholiker zu werden, dann, sich umzubringen, und schließlich, so zu werden wie alle -§In 25 Sprachen wurde der satirische Erstling von Martin Page seit seinem Erscheinen übersetzt. Ein "Kultroman", dessen Leichtfüßigkeit und geistreicher Witz sehr angenehm aus der französischen Literaturlandschaft hervorstechen.

War leider überhaupt nicht mein Schreibstil... Zu viele komplizierte Satzstrukturen und Wörter, die ich noch nie gehört habe.

— Tessas-Buecherwelt

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  • Antoine oder die Idiotie

    Antoine oder die Idiotie

    Moena

    Antoine lebt als ewiger Student in den Tag hinein und streift durch Paris, während um ihn herum lauter kleine Merkwürdigkeiten passieren. So hat Antoine einen besten Freund, der im Dunkeln leuchtet, und eine lesbische Freundin, die Achterbahn fährt, um schwanger zu werden (etwas, das Antoine ziemlich auf den Magen schlägt). Außerdem zahlt Antoine keine Miete, weil sein Vermieter an Alzheimer leidet und die Miete schlichtweg vergisst. Ansonsten schlägt sich Antoine durch, indem er im Supermarkt täglich ein wenig Shampoo oder Zahnpasta klaut - eben nur so viel, wie er gerade braucht. Das ist okay, findet Antoine. Bücher stiehlt er in einzelnen Seiten, die er zu Hause nach und nach wieder zusammenklebt. Zwanzig solcher »Sonderausgaben« hat Antoine schon gesammelt. Eigentlich könnte Antoine also ziemlich zufrieden sein. Ist er aber nicht. Und er ist überzeugt davon, dass das nur an seiner Intelligenz liegt. Er ist einfach zu klug, um glücklich zu sein! Dagegen möchte Antoine etwas unternehmen. Zuerst versucht er, Alkoholiker zu werden. Der Versuch scheitert allerdings kläglich, als Antoine nach einem halben Glas Bier im Krankenhaus landet. Seinen nächsten Ausweg sieht er im Selbstmord. Aber auch das misslingt, diesmal sogar ohne einen ernsthaften Versuch, da Antoine die Idee nach einem Besuch in einem Selbstmörderseminar doch nicht mehr so gut erscheint. Schließlich trifft Antoine eine folgenschwere Entscheidung: um sich das Leben zukünftig leichter und angenehmer zu gestalten, will er aufhören zu denken. Und tatsächlich scheint es für Antoine endlich einmal aufwärts zu gehen (wenn es auch eher auf Zufällen beruht). Nur eines hat Antoine in seinem Plan nicht einkalkuliert: Seine Freunde, denen der alte Antoine viel lieber war. »Antoine oder die Idiotie« ist ein Buch voller skurriler Figuren und Begebenheiten. Amüsiert haben mich vor allem die ersten Kapitel über Antoines Versuche zu Alkoholsucht und Suizid - zwei Themen, die normalerweise so gar nicht amüsant sind. Doch in Antoines Welt scheint es völlig normal zu sein, sich in einer Kneipe das Saufen beibringen zu lassen (denn jemand wie Antoine braucht für so etwas natürlich Hilfe) oder ein Seminar für Selbstmörder zu besuchen. Aber glücklicherweise schlagen beide Versuche fehl, sodass Antoine dem Leser auch weiterhin erhalten bleibt. Zwischen allem Humor und allerlei Skurrilitäten birgt Antoines Geschichte aber auch etwas Tragisches. Denn eigentlich ist Antoine etwas Besonderes. Ein Außenseiter, der sich nicht anpassen kann, weil er zu intelligent ist und ständig alles hinterfragen und durchdenken muss, der nicht bereit ist, Dinge einfach als normal anzusehen, nur weil alle anderen das tun. Das schließt ihn aus der Gesellschaft oft aus und macht ihn unglücklich. Besonders die Tatsache, dass er vermutlich nie eine Frau an seiner Seite haben wird, macht ihn einsam. Um glücklich zu sein, muss Antoine also gewissermaßen »dumm« werden. Langsam aber sicher passt er sich an, hört auf zu denken und nimmt die Welt, wie sie ist - er wird so wie alle. Und damit wird aus Antoine nicht unbedingt ein besserer Mensch. Fazit Ein Roman, der auf humorvolle Weise Kritik an einer Gesellschaft übt, in der Nachdenken und Hinterfragen schnell einsam macht.

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  • Rezension zu "Antoine oder die Idiotie" von Martin Page

    Antoine oder die Idiotie

    Clari

    15. June 2010 um 13:43

    Martin Page, Jahrgang 1975, hat mit der vorliegenden Erzählung eine äußerst geistreiche, hintergündige Geschichte über die Abgründe des menschlichen Daseins und Denkens vorgelegt. Wer hat nicht schon mal daran gedacht, daß zu viel Denken , Wissen und Verstehen zu Vereinzelung, Außenseitertum und folgerichtig zu Isolation führen kann? Hier versucht einer, diesem Teufelskreis des Daseins als Wissender und Intellektueller zu entkommen. Im Alter von 18 Jahren hat Antoine seine liebevollen Eltern verlassen, um in der Haupstadt sein Glück zu suchen. Da er vorurteilsfrei und von wachem Verstand ist, bleibt er unter den Massen ein Heimatloser. Um von seinem Verstand loszukommen, der ihn arm, ledig und deprimiert sein läßt, versucht Antoine sich zuerst als Alkoholiker, besucht danach eine Schule zum Erlernen des Selbstmordes, um sich schließlich ganz der Aufgabe zu widmen, das eigene Denken aufzugeben und sich der Idiotie zu verschreiben. Ein Hilfsmittel bei diesem Vorhaben ist die von seinem Kinderarzt verordnete Medizin Heurozack. Damit gelingt es ihm , die Welt gelassener und ruhiger zu betrachten und nicht alles und jedes Ding zu hinterfragen. Er sucht ein Fitneßstudio auf, pflegt sein Äußeres und wird mehr und mehr zum Durchschnittsbürger, bis er zuletzt als Krönung seiner Laufbahn zum Börsenmakler wird. Am Ende wird die Geschiche ein wenig irreal. Der Autor kann die kultivierte und feinsinnig-skurrile Erzählung nicht bis zum Ende durchhalten. In Ansätzen aber hat er uns die Welt gezeigt , wie sie ist: voller Widersprüche, Ungereimtheiten, Ungleichheit. Alles läuft darauf hinaus, den Sinn des Lebens zu ergründen, der aber nicht zu finden ist. In wahren Gedanken-und Wortkaskaden und mit einem kunstfertigen Sprachgerauch wird die Welt von Antoine, und damit unsere Welt, in diesem Buch beschrieben. Nicht in gleichmäßigem Fluß verläuft die Erzählung, sondern versetzt mit den satirischen, überzeichneten Selbst-und Fremdbeobachtungen des Antoine erleben wir die Widersprüche und Irrwitzigkeiten, mit denen das Leben ausgestattet ist. Das Buch ist heiter, voll spritziger Komik, philosophisch und hintergründig und bereitet einen großen Spaß beim Lesen.

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  • Rezension zu "Antoine oder die Idiotie" von Martin Page

    Antoine oder die Idiotie

    mezzomix

    11. June 2009 um 17:49

    Mit toller Sprache beschreibt Page seinen Protagonisten der unter seinem Intellekt leidet und zum Idioten werden möchte. Lesenswert!

  • Rezension zu "Antoine oder die Idiotie" von Martin Page

    Antoine oder die Idiotie

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. July 2007 um 21:32

    Ist es nicht frustrierend zu sehen wie alle anderen Erfolg haben nur bei einem selbst will es nicht so recht klappen? Die anderen haben Haus, Frau, Geld, Auto optional noch Kinder und fliegen zweimal im Jahr in Urlaub. Ist das nicht ungerecht? Und warum ich nicht? Ich bin kein schlechter Kerl. Nett, zuvorkommend, habe noch nie jemanden Umgebracht und bin darüber hinaus auch noch überdurchschnittlich intelligent. Vielleicht liegt es ja daran. Vielleicht sollte ich nicht soviel nachdenken? Vielleicht sollte ich auch mal im Leben was riskieren? Denn mehr auf die Fresse fallen als jetzt kann ich eigentlich gar nicht- sprich tiefer sinken. So wie es aussieht haben nur Deppen Glück und Erfolg im Leben, also wird es in nächster Zeit wohl ein erstrebenswertes Ziel sein zu einem Trottel, Arschloch kurz- zu einem durchschnittlichen Idioten wie Du und Ich zu werden... ...aber wie wird man den nun zu einem Idioten der von allen geliebt wird?? Das ist eine Frage die Antoine, Sorgenkind und Idiotenaspirant in diesem Buch, zumindest theoretisch nicht schwer fällt zu beantworten. Zwar besitzt er Intellekt genug um sich diverser Methoden zu bedienen die ihn ohne Umschweife in den Moloch der Geistigen Durchschnittlichkeit befördern könnten aber scheitert es meist an deren Durchführung. Was nützt es den festen Vorsatz zu fassen Alkoholiker zu werden -und dadurch die Welt nicht nur viel leichter und unbeschwerter wahr zu nehmen- wenn man sich zuvor durch Unmengen von Büchern wälzt die einem ein Panorama an verheerendsten Alkoholika vor Augen führt, die einen todsicher mit Idiotismus und Wahnsinn infiziert, und sich sogar bei einem Großmeister des Besäufnis, einem Papst der Promille, in Lehre begibt, wenn man -wie Antoine schmerzlich feststellen musste- nicht die Körperlichen Vorraussetzungen erfüllt um auf diesem Wege Idiot zu werden? Antoine scheint ebenso kein Talent zum Suizid zu haben. Das sich steht's um Dualitäten drehende Leben zu beenden, das sich für ihn in Dumme und Schlaue teilt und er mit seinem Geist eindeutig auf der falschen Seite steht, mag zwar anfänglich verlockend klingen, und bei Seminarbesuchen merkt man nicht der einzige mit diesem Wunsch zu sein, nur eignen sich schon sehr wenige zum Heldentod. Und schon gar nicht unser Antoine der sich ob dieser neuerlichen Niederlage hilfesuchend an seine Freunde wendet. Die hören ihm und seinen Dilemma zwar aufmerksam zu glauben aber, ob seinem Wunsch Dummkopf zu werden, das er das Ziel nicht nur schon erreicht sondern auch schon darüber hinaus geschossen sei. So kann er sich wieder nur an einen Gelehrten, einen Intellektuellen, einen Doktor wenden. Zwar ist er nur Kinderarzt behandelt Antoine jedoch schon seit knapp 2 Jahrzehnten und nicht nur in solchen Dingen wie rote Pusteln auf den Armen. Gerade jener Doktor scheint der Schlüssel für sein Problem zu sein, genauer gesagt das Medikament das er Antoine verschreibt. "Du wirst wie ein Zombie", versprach ihm dieser und sollte recht damit behalten. Es dauerte zwar einige Tage aber es stellte sich dann recht schnell eine neu Gleichgültigkeit im Leben unseres angehenden Idioten ein. Ihm war es beim kauf seiner neuen Turnschuhe egal ob Nike seine Schuhe in Asien von Kindern herstellen lässt. Ob krebserregende Stoffe in seiner neuen Levis schlummern oder adidas die Abkürzung eines typen Namens "Adolf" ist. Seine Unbekümmertheit ging sogar so weit das er sich in die Höhle des Klassenfeindes begab und sich an den Wartetresen um einen Big-Mac anstellte. Er war nun endlich das was er sein wollte. Ein Idiot, und ein glücklicher noch dazu. Nur leider wird die Welt nicht nur von Idioten regiert, denn wie wir ja schon wissen ist alles auf Zweisamkeit und Dualität aufgebaut, so das sich die allgemeine Dummheit bestens mit Geld und Reichtum versteht. Nur jenes Geld scheint den Frischlingen unter den Idioten wie Sand durch die Hände zu gleiten so das Antoine schnell vor dem Finanziellen nichts steht und nach wenigen Monaten seiner idiotischen Karriere ein vorzeitiges Ende droht...oder vielleicht doch nicht?? Den Dummen gehört die Welt. Der Autor Martin Page macht es dem Leser nicht leicht sein kleines Büchlein Antoine oder die Idiotie zu lieben. Ist es im ersten Teil noch liebenswert schrullig und skurril so kann es sich der Schreiber im zweiten Teil seines Werkes einfach nicht verkneifen mit dem Moralischen Zeigefinger zu wedeln. Er versteht es fabulös die Probleme unserer Gesellschaft zu karikieren ohne jedoch den Betroffenen direkt eine Spiegel vorzuhalten. Ohne auf sie zu deuten und zu sagen: "Du, genau du bist mit deinem schwachen Willen zum Alkoholiker geworden. Du bist selber an deiner Misere schuld", oder, "Schämst du dich den gar nicht überhaupt nur an Selbstmord zu denken?" Viel mehr zeigt er, auf eine Tragisch -komödiantischen Art, welche Formen von Unsinnigkeit unser Denken und Handeln in unserem normalen Leben annehmen kann. Paradoxer weise entpuppt sich erst durch ´das nachdenken´ der zweite Teil des Buches als logische Schlussfolgerung. Antoine, und mit ihm das Buch, verliert seinen Biss und seinen Charme und auch seine liebenswerte Naivität wird von neuen Werten überlagert. Gegen Ende wünscht man sich das er das Medikament wider absetzen würde um zumindest auf den letzten Seiten noch etwas von Martin Pages Esprit und Übermut zu erhaschen aber leider vergebens. Fans des ewigen Fragestellers Weibel oder der Cartoons aus der Feder Gary Larsons werden mit diesem Büchlein durchaus ihren Spaß haben. Für alle anderen ist es kein Pflichtkauf.

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