Martin Pollack

 4.1 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor von Anklage Vatermord, Kaiser von Amerika und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Martin Pollack

Martin Pollack, geb. 1944, aufgewachsen in Linz und Amstetten, Schriftsteller, Journalist und Übersetzer aus dem Polnischen. Sein bekanntestes Werk, „Der Tote im Bunker“, die Aufarbeitung seiner NS-belasteten Familiengeschichte, spielt teilweise in Amstetten. Weitere wichtige Werke: u. a. die Essaybände „Kontaminierte Landschaften“ (2014), „Topografie der Erinnerung“ (2016) sowie der Doku-Roman „Die Frau ohne Grab“ (2019).

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Das alte Amstetten

Erscheint am 04.11.2019 als Hardcover bei Edition Winkler-Hermaden.

Die Frau ohne Grab

Neu erschienen am 19.08.2019 als Hardcover bei Zsolnay, Paul.

Alle Bücher von Martin Pollack

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Cover des Buches Anklage Vatermord (ISBN:9783596160402)

Anklage Vatermord

 (4)
Erschienen am 01.10.2004
Cover des Buches Kaiser von Amerika (ISBN:9783423142656)

Kaiser von Amerika

 (3)
Erschienen am 01.11.2013
Cover des Buches Galizien (ISBN:9783458732679)

Galizien

 (2)
Erschienen am 15.04.2013
Cover des Buches Sarmatische Landschaften (ISBN:9783100623034)

Sarmatische Landschaften

 (1)
Erschienen am 01.03.2006
Cover des Buches Mythos Czernowitz (ISBN:9783936168259)

Mythos Czernowitz

 (1)
Erschienen am 15.10.2008
Cover des Buches Kontaminierte Landschaften (ISBN:9783701716210)

Kontaminierte Landschaften

 (1)
Erschienen am 18.02.2014
Cover des Buches Der Tote im Bunker (ISBN:9783423135283)

Der Tote im Bunker

 (1)
Erschienen am 01.12.2006
Cover des Buches Die Frau ohne Grab (ISBN:9783552059511)

Die Frau ohne Grab

 (0)
Erschienen am 19.08.2019

Neue Rezensionen zu Martin Pollack

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Rezension zu "Kaiser von Amerika" von Martin Pollack

Rezension zu "Kaiser von Amerika" von Martin Pollack
WinfriedStanzickvor 8 Jahren

Zu allen Zeiten der bekannten Geschichte haben sich große Massen von Menschen auf den Weg gemacht, ihren bisherigen Wohnort, ihr altes Land verlassen und oft unter großen Gefahren für Leib und Leben, das Herz voller Hoffnung auf ein besseres Leben, nach einem neuen Land gesucht, eines, von dem sie sich Arbeit und Nahrung und vor allem so etwas wie Zukunft versprachen.

In diesen Tagen melden die Nachrichtensender, dass eine Einsatztruppe der EU die griechischen Behörden dabei unterstützt, Flüchtlinge aus aller Herren Länder, die über die türkisch- griechische Grenze in das neue Gelobte Land EU einreisen wollen, abzufangen und zurückzuschicken. Über Jahre vorher waren es die italienischen Inseln vor Sizilien, wie Lampedusa, die im Focus der öffentlichen Wahrnehmung standen, weil Flüchtlinge vor allem aus Afrika, mit ihren Booten dort anlandeten. Jedenfalls die, die nicht vorher im Mittelmeer ertrunken waren, und deren Zahl bis heute niemand kennt.

Das vorliegende Buch des Österreichers Martin Pollack erzählt von einer solchen Massenbewegung und dokumentiert sie in Wort und Bild. Um das Jahr 1900 wurden Hunderttausende von Menschen, in ihrer großen Zahl Juden aus Galizien nach Amerika gelockt, dem Gelobten Land, wo jeder seines eigenen Glückes Schmied ist.

„Vor der Kulisse der Häuser ragte eine riesenhafte Frauengestalt aus dem Wasser, mit einen Strahlenkranz um dien Kopf und einer Fackel in der zum Himmel gestreckten Hand. Das sei die heilige Mutter Gottes, sie heiße die geliebten Polen mit einen einladenden Lächeln willkommen.“ Es war vor allem dieses Bild, was zunächst langsam, dann zu einem regelrechten Strom anschwellend, Hunderttausende von Menschen aus dem Armenhaus der Habsburgermonarchie, aus Galizien, nach Amerika lockte. Alle suchten sie ein besseres Leben und glaubten fest daran, der „Kaiser von Amerika“ werde sie dort mit offenen Armen empfangen und willkommen heißen.

Und so wie heute die Flüchtlingsbewegungen nach Europa ein lukratives Geschäft sind für allerlei mafiose Netzwerke, so verdienten auch damals viele Agenten, Beamte, Gendarmen, amerikanische Unternehmen und die großen Schifffahrtslinien ein Vermögen mit diesen armen Menschen.

Martin Pollack zeichnet diese Geschichte eindrücklich nach in einem Buch, bei dem sich fast auf jeder Seite die Parellelen zur Gegenwart aufdrängen – die Geschichte von den ewigen Verlierern und den ewigen Gewinnern. Und die Geschichte von der nicht auszurottenden Sehnsucht nach einem besseren Leben.

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