Martin Prinz

 3.5 Sterne bei 32 Bewertungen
Autor von Die letzte Prinzessin, Die unsichtbaren Seiten und weiteren Büchern.
Martin Prinz

Lebenslauf von Martin Prinz

Martin Prinz, Jahrgang 1973, wuchs in Lilienfeld (Niederösterreich) auf und studierte Theaterwissenschaft und Germanistik. Inzwischen lebt er als Schriftsteller (u.a. »Der Räuber« und »Ein Paar«) und Drehbuchautor in Wien. Er wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Förderungspreis für Literatur der Stadt Wien, dem Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich und dem Outstanding Artist Award der Republik Österreich. Nominierung zum Österreichischen Filmpreis und Drehbuch-Preis des Filmfestivals in Gijon für die Verfilmung des Romans »Der Räuber«.

Alle Bücher von Martin Prinz

Die letzte Prinzessin

Die letzte Prinzessin

 (28)
Erschienen am 11.09.2016
Die unsichtbaren Seiten

Die unsichtbaren Seiten

 (2)
Erschienen am 07.05.2018
Über die Alpen

Über die Alpen

 (1)
Erschienen am 14.04.2010
Der Räuber

Der Räuber

 (1)
Erschienen am 01.01.2002
Ein Paar

Ein Paar

 (0)
Erschienen am 28.08.2007
Puppenstille

Puppenstille

 (0)
Erschienen am 29.07.2003

Neue Rezensionen zu Martin Prinz

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krimielses avatar

Rezension zu "Die letzte Prinzessin" von Martin Prinz

Biografischer Roman trifft Schmöker
krimielsevor 2 Jahren

Das Buch "Die letzte Prinzessin" von Martin Prinz schildert das ereignisreiche Leben der letzten Habsburger Prinzessin Elisabeth vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts.
Es ist ein Roman, keine Biografie, und daher kein vollständiger Lebensbericht und auch nicht chronologisch aufgebaut. Elisabeth Petznek alias Prinzessin Elisabeth, alias die "rote Prinzessin" ist die Tochter von Kronprinz Rudolf, beeinflusst und erzogen von ihrem Großvater Kaiser Franz Joseph, wuchs in Glanz und Gloria der Donaumonarchie auf. Aus den kühlen familiären Verhältnissen ihrer Jugend, geprägt vom frühen und geheimnisvollen Tod ihres Vaters Kronprinz Rudolf, vom Großvater als mögliche Erbin herangezüchtet, heiratet sie gegen dessen Willen früh und unter ihrem Stand, verbunden mit dem Verzicht auf jegliche Ansprüche auf den Thron. Nach unglücklicher Ehe und den Schrecken des Ersten Weltkrieges, die sie zwar spürte, aber keinesfalls wie die übrige österreichische Bevölkerung hungernd durchleiden musste, wendet sie sich den Sozialdemokraten zu und heiratet 1948 Leopold Petzek, einen Sozialdemokraten, Lehrer und langjährigen Weggefährten.

Die Geschichte beginnt mit dem Tod der 80jährigen Elisabeth Petznek 1963 in Wien und ist über weite Passagen aus der Sichtweise ihres Portiers Paul Mesli erzählt. Parallel dazu erinnert man sich als Leser gemeinsam mit dem alten Portier an Elisabeths Jugend, so wie sie ihm davon erzählt hatte.
Für mich überraschend wurde den Tagen nach dem Tod der Prinzessin und dem Bericht des Portiers darüber viel Raum eingeräumt, auch am Ende des Romanes findet der Autor den Weg dorthin zurück.

Durch für meinen Geschmack zu viele Wiederholungen verlor sich die Geschichte hier zu sehr. Viele rückblickend betrachtete Ereignisse in Elisabeths Leben sind unter der Voraussetzung beschrieben, dass man einigermaßen sattelfest in der Habsburger Familiengeschichte ist - ich musste hier einiges nachschlagen bezüglich Verwandschaftsverhältnissen und historischen Ereignissen, an denen sich der Autor ohne näher darauf eingeht entlang hangelt.
Die ausführlicher beschriebenen Begebenheiten sind eher familiärer Natur, teilweise verflochten mit ziemlich banalen Gedanken. Das gibt dem Ganzen zwar einen recht persönlichen und familiären Touch, andererseits ist es mir unmöglich nachzuvollziehen, was Dichtung und was Wahrheit entspricht. Bei letzteren stört mich ehrlich gesagt auch die kindlich-naive Sprache, die so ganz verschieden von der recht sachlichen (und mir teilweise zu verschachtelten) Sprache ist, mit der Ereignisse und Hintergründe angetippt werden. Ich habe manchmal das Gefühl, zwei Bücher zu lesen. Ein stichpunktartiges Sachbuch und einen (für mich ehrlich gesagt recht banalen) Roman über einen alten Portier und eine Prinzessin.

Nach sehr gut geschriebenen Passagen in der zweiten Hälfte des Buches, wie zum Beispiel Hergang des Attentates auf den österreichischen Ministerpräsident Stürgkh und die Person des Friedrich Adler, der sich von der als opportunistisch dargestellten Sozialdemokratie abwendet, wird die Zeit zwischen den Weltkriegen leider gar nicht angesprochen, statt dessen findet der Autor wieder zu Portier Muesli und seinen Gedanken zurück.

Das Buch hat mich leider nicht wirklich abholen können. Es ist eine in meinen Augen nicht gut gelungene Mischung aus historisch belegter Biografie, den Erinnerungen eines Wegbegleiters und einem schwülstigen Schmöker, letzteres ist so gar nicht mein Metier, besonders wenn Inhalt und Sprache sehr seicht sind.

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tardys avatar

Rezension zu "Die letzte Prinzessin" von Martin Prinz

Die letzte Prinzessin
tardyvor 2 Jahren

Klappentext:
Als Elisabeth Petznek 1963 in Wien stirbt, werden auch die scharfen Schäferhunde in ihrem Bett ruhig. Knapp 80 Jahre ist sie geworden. Jähzornig, verletzlich, unbeherrscht, offenherzig, schroff und eigensinnig. Eine Frau, die ihr ganzes Leben weder in die ihr zugedachten noch in die von ihr ersehnten Rollen gepasst hatte. Anlässlich ihrer Geburt im Jahr 1883 wurde sie als Enkelin Kaiser Franz Josephs noch mit Geschützsalven, Fackelzügen und Aufmärschen gefeiert, 80 Jahre später ko¨nnte sich die Situation nicht sta¨rker von jener des imperialen Pomp unterscheiden. Sie hatte mit allem gebrochen, was ihre Herkunft einmal bedeutete. 1948 hatte sie zum zweiten Mal geheiratet: Leopold Petznek, ihren langjährigen Lebensgefährten, einen Lehrer und sozialdemokratischen Politiker; der erste Mann, der nicht vor ihr kapitulierte. Der Roman erzählt die Lebensgeschichte einer verwöhnten Enkelin, Habsburgerin und Sozialistin, einer vierfachen Mutter und Salondame, die ebenso großherzig und charmant wie eigensinnig sein konnte.

Meine Meinung:
Es ist mir schwer gefallen, das Buch überhaupt zu Ende zu lesen. Der anstrengende Schreibstil und die sehr vielen Informationen, die ohne hinreichende Erklärung für den unkundigen Leser nutzlos waren, haben es leider nicht geschafft mich mitzunehmen. Ich war schlichtweg überfordert. Da ich keinerlei Wissen über die Habsburger besitze konnte ich der Handlung nur schwer folgen und hätte ständig eigene Recherchen durchführen müssen. Dies will ich aber nicht, sondern ich erwarte von einem Buch, dass es dies für mich erledigt. Oder mir zumindest die Quellen dafür vorgibt. Zumindest einen Stammbaum hätte ich mir gewünscht. Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt, ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass es durchaus Leser gibt, die sich mit diesem Buch anfreunden können.

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W

Rezension zu "Die letzte Prinzessin" von Martin Prinz

Für ein glückliches Leben braucht man mehr als Gold und Silber
Waschbaerinvor 2 Jahren

Wenn man an das Kaiserhaus in Wien denkt, dann fallen einem auf Anhieb Sissi mit ihrem Ehemann Kaiser Franz-Joseph und ihr unglücklicher Sohn Rudolf ein. Das Leben dieser Personen bot Stoff genug für romantische, als auch tragische Filme. Doch die Romantik bleibt tatsächlich dem Film vorbehalten und nicht dem realen Leben.

Von der einzigen Tochter des Kronprinzen Rudolf und seiner Ehefrau Stephanie handelt dieser biographische Roman - "Die letzte Prinzessin". Elisabeth hatte wohl alles, was man mit Geld kaufen kann. Aber wie ich diesem Buch von Martin Prinz entnehme, bekam sie viel zu selten die Dinge, die sie zum Leben brauchte - wie Liebe, Zuneigung oder ein beständiges Zuhause. Zeit ihres Lebens war sie eine Getriebene.

Der Autor beginnt dieses Buch vom Ende her, dem Tod von Elisabeth. Sie hatte im Voraus bestimmt, dass ihre Kinder erst dann ihr Haus betreten durften, nachdem ihr Testament erfüllt war und die Kunstgegenstände dem Staat Österreich übergeben waren. Ihr treu ergebener Diener Mesli war in ihren letzten Willen eingeweiht und sollte mit dafür Sorge tragen, dass alles so kommen würde, wie sie es bestimmt hatte. Da fragt man sich schon, welch seltsames Verhältnis sie zu ihren Kindern hatte. Diese spielen übrigens in diesem Roman so gut wie keine Rolle.

Ihr Vater, Kronprinz Rudolf verabschiedete sich nicht einmal von Elisabeth, bevor er nach Mayerling fuhr und sich dort, zusammen mit seiner Geliebten Mary das Leben nahm. Für dieses kleine Mädchen Elisabeth war dies ein ungeheurer Schock, denn mit dem Vater verband sie von jeher eine tiefe, kindliche Liebe. Die Mutter Stephanie blieb zu ihrer Tochter dagegen immer etwas auf Distanz. Es dürfte so eine unterkühlte Mutter - Tochter - Beziehung gewesen sein, wie dieses ganze Gemäuer, in dem sie lebten.

In einem Schloss geboren, hatte Elisabeth unzählige Zimmerfluchten durch die sie streifen konnte, aber keine Spielkameraden. Erst spät lernt sie eher zufällig eine Freundin kennen und erfährt von dieser, dass es Armut gibt, etwas von dem Elisabeth vorher nie wusste, dass es überhaupt existiert, was darauf hinweist, wie sehr sie in einem goldenen Käfig lebte.

Dass Elisabeth ein sehr verwöhntes Mädchen war zeigt sich besonders daran, als sie sich in Otto von Windisch-Graetz verliebte und darauf bestand, dass er sie heiratete, obwohl er verlobt war. Vom Großvater, dem Kaiser, bekam sie eine großzügige und prunkvolle Ausstattung, die für mehrere Leben gereicht hätte. Doch der ganze Reichtum half nicht. Mit dieser erzwungenen Ehe schaffte sie sich selbst ihr jahrelanges Martyrium. Die Ehe wurde nicht glücklich und es folgte eine lange und hässliche Scheidung mit einem unwürdigen Kampf um die gemeinsamen Kinder. Mit den romantischen Vorstellungen einer Prinzessin hat das ganz und gar nichts zu tun. Im Gegenteil!

Wie der Autor darlegt, war Elisabeth eine recht schwierige und auch bestimmende Person. Aufbrausend den Dienstboten gegenüber, was diese damit quittierten, dass Otto auch während der Jahre der Trennung über jeden Schritt Elisabeths informiert wurde.

Mit unserem heutigen Verständnis ist Elisabeths Leben bis dahin nur schwer zu erfassen. Erst später, als sie Sozialistin und durch eine erneute Heirat zu Elisabeth Petznek wurde, wird sie mir als Leser sympathisch. Leider ist mehr von der Potenz ihres Ehemannes Otto die Rede (was mich nicht sonderlich interessiert), als von  ihrem Wandel zur Sozialistin. Wurde durch die Einstellung ihres Vaters zur Monarchie bereits der Boden bereitet?

Wie schon zu Anfang geschrieben, ist es ein biographischer Roman, in dem sich Wahrheit und Dichtung einander ergänzen. Da dürfen geheimnisvolle Andeutungen am Ende des Buches natürlich nicht fehlen. 

Ich wurde durch diesen Roman neugierig gemacht, mich näher mit dem Hause Habsburg zu beschäftigen. Was will man von einem Roman mehr?

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Gespräche aus der Community

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Insel_Verlags avatar

Das Leben der roten Erzherzogin

Königin Sissi kennt Ihr alle. Aber wie ging es mit den Habsburgern eigentlich weiter?
In seinem gerade erschienenen Roman Die letzte Prinzessin erzählt Martin Prinz vom Leben Elisabeth Petzneks – der verwöhnten Enkelin von Sissi und Franz Joseph, Habsburgerin und Sozialistin, einer vierfachen Mutter und Salondame, die ebenso großherzig und charmant wie eigensinnig sein konnte.

»Martin Prinz setzt mit seinem klug komponierten Roman dieser außergewöhnlichen Habsburgerin ein Denkmal und zeigt zugleich, wie schwierig es ist, die Zeichen der Zeit, in der man lebt, richtig zu deuten.« Katja Gasser, ORF

Anlässlich ihrer Geburt im Jahr 1883 wurde Elisabeth Petznek als Enkelin Kaiser Franz Josephs noch mit Geschützsalven, Fackelzügen und Aufmärschen gefeiert, 80 Jahre später könnte sich die Situation nicht stärker von jener des imperialen Pomp unterscheiden. Denn sie hatte mit allem gebrochen, was ihre Herkunft einmal bedeutete.

Lasst Euch doch einfach von Martin Prinz in die Welt der Erzherzogin mitnehmen, hier liest er Euch einige Seiten daraus vor:

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Neugierig geworden? Hier geht’s zur Leseprobe »


Wir laden Euch gemeinsam mit Martin Prinz ein, seinen Roman Die letzte Prinzessin im Rahmen dieser Leserunde zu entdecken und freuen uns schon auf Eure Fragen und Eindrücke. Falls Ihr Lust habt, Euch literarisch auf Elisabeth Petzneks Spuren zu begeben, bewerbt Euch bis zum 12. Oktober über den blauen »Jetzt bewerben«-Button* und beantwortet uns folgende Frage:

Welche historische Figur fasziniert Dich am meisten?

Über den Autor: Martin Prinz, Jahrgang 1973, wuchs in Lilienfeld (Niederösterreich) auf und studierte Theaterwissenschaft und Germanistik. Inzwischen lebt er als Schriftsteller (u.a. »Der Räuber« und »Ein Paar«) und Drehbuchautor in Wien. Er wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Förderungspreis für Literatur der Stadt Wien, dem Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich und dem Outstanding Artist Award der Republik Österreich. Nominierung zum Österreichischen Filmpreis und Drehbuch-Preis des Filmfestivals in Gijon für die Verfilmung des Romans »Der Räuber«.

* Im Gewinnfall verpflichtet Ihr Euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von 4 Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Veröffentlichen einer ausführlichen Rezension auf LovelyBooks.de, nachdem Ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet Ihr vor Eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir die Bücher nur innerhalb Europas verschicken.
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