Martin Prinz

 3,5 Sterne bei 42 Bewertungen
Autor von Die letzte Prinzessin, Die letzten Tage und weiteren Büchern.
Autorenbild von Martin Prinz (©Lukas Beck/ Quelle: Insel Verlag)

Lebenslauf

Martin Prinz, Jahrgang 1973, wuchs in Lilienfeld (Niederösterreich) auf und studierte Theaterwissenschaft und Germanistik. Inzwischen lebt er als Schriftsteller (u.a. »Der Räuber« und »Ein Paar«) und Drehbuchautor in Wien. Er wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Förderungspreis für Literatur der Stadt Wien, dem Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich und dem Outstanding Artist Award der Republik Österreich. Nominierung zum Österreichischen Filmpreis und Drehbuch-Preis des Filmfestivals in Gijon für die Verfilmung des Romans »Der Räuber«.

Alle Bücher von Martin Prinz

Cover des Buches Die letzte Prinzessin (ISBN: 9783458176831)

Die letzte Prinzessin

(27)
Erschienen am 11.09.2016
Cover des Buches Die letzten Tage (ISBN: 9783990274156)

Die letzten Tage

(10)
Erschienen am 27.02.2025
Cover des Buches Die unsichtbaren Seiten (ISBN: 9783458177401)

Die unsichtbaren Seiten

(2)
Erschienen am 07.05.2018
Cover des Buches Über die Alpen (ISBN: 9783570010532)

Über die Alpen

(2)
Erschienen am 14.04.2010
Cover des Buches Der Räuber (ISBN: 9783990271186)

Der Räuber

(1)
Erschienen am 01.04.2014
Cover des Buches Der Räuber (ISBN: 9783990274224)

Der Räuber

(0)
Erschienen am 21.08.2025
Cover des Buches Ein Paar (ISBN: 9783902497284)

Ein Paar

(0)
Erschienen am 28.08.2007

Neue Rezensionen zu Martin Prinz

Cover des Buches Die letzten Tage (ISBN: 9783990274156)
mimitati_555s avatar

Rezension zu "Die letzten Tage" von Martin Prinz

mimitati_555
Hat mich leider nicht erreicht

Der Kreisleiter Johann Braun errichtet ein höchstpersönliches Standgericht, es ist April im Jahr 1945, die letzten Tages des Zweiten Weltkrieges sind angebrochen, die Rote Armee steht quasi vor der Tür. Es werden Menschen abgeurteilt, mit denen er oder einer seiner Helfer eine Rechnung offen haben, Junge, Alte, Unschuldige, Personen, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren oder an denen ihnen etwas nicht passt. Wegen diesem Mordregime wird den Beteiligten etwas später der Prozess gemacht.

»Du bist ein halbes Kind. Sie haben dich nicht durchsucht. Sie haben dich aufgegriffen und in der Arrestbaracke eingesperrt. Sie haben deine Angst gesehen, sie mussten dich nicht durchsuchen. Dich und deine Angst. Sie war das Einzige, das dir geblieben ist.« (Seite 9)

Anhand von Gerichtsakten und anderen Unterlagen dokumentiert Martin Prinz einen ungeheuerlichen Vorgang aus den letzten Kriegsjahren, er zeigt auf, wie die Täter vorgingen und sich später herausredeten, keiner von ihnen stand zu seiner Schuld. Auf diesen Tatsachenroman hatte ich mich sehr gefreut, bin aber leider nicht warm geworden mit der Geschichte. Dies lag in erster Linie an dem Aufbau des Buches, der mehr als außergewöhnlich gewesen ist. Die Sprache trocken, für mich unzugänglich, veraltet, die Chronologie mir zu sprunghaft, stellenweise verstand ich gar nicht, was gemeint war. Für Leserinnen und Leser historischer Literatur sicherlich eine Bereicherung, für mich leider eher nichts.

Cover des Buches Die letzten Tage (ISBN: 9783990274156)
Steve91s avatar

Rezension zu "Die letzten Tage" von Martin Prinz

Steve91
Tatsachenroman über Kriegsverbrechen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs - erschütternd, aber sperrig

Martin Prinz Tatsachenroman war für den österreichischen Buchpreis nominiert. In ihm schildert der Autor die Verbrechen, die in einem Tal in Österreich gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von einigen SS- Mitgliedern und Wehrmachtssoldaten verübt wurden. Der Krieg neigt sich dem Ende zu und dennoch finden dort sinnloserweise noch einige Personen den Tod.
Am Ende erläutert Prinz, wie er an die Akten und Unterlagen dazu kam und das erklärt auch die Darstellung der Geschehnisse im Roman: denn Prinz hat sich an den Gerichtsakten und Vernehmungen orientiert, teilweise werden Aktennotizen direkt wiedergegeben, vieles wird aber auch per indirekter Rede dargestellt.
Dabei werden die Ermordungen der Personen wie in einzelnen Kapiteln beschrieben, passend dazu die finden sich dann die Aufzeichnungen aus dem Gericht. Das Buch strotzt vor Namen, Protagonisten gibt es natürlich nicht wirklich. Teilweise empfand ich das Lesen als sperrig, was sicher auch an der konsequenten Verwendung der indirekten Rede liegt. Zusätzlich lassen einen die grausigen Tatsachen mit dem Kopf schütteln. Dazu die Darstellung von blindem Gehorsam, Willkür, Grausamkeiten - sicherlich keine Lektüre für jedermann, dennoch ein gutes Buch.

Cover des Buches Die letzten Tage (ISBN: 9783990274156)
Eternal-Hopes avatar

Rezension zu "Die letzten Tage" von Martin Prinz

Eternal-Hope
Es ist erst vorbei, wenn es ganz vorbei ist

Es ist April 1945. Die letzten Tage des zweiten Weltkrieges sind angebrochen, und auch im Osten von Österreich weiß das im Grunde jeder. Die sowjetische Armee hat schon weite Teile des östlichen Flachlandes eingenommen, doch nun bewegt sie sich überraschenderweise seit Wochen nicht weiter. Klar ist fast allen, der Krieg wird demnächst enden. Selbst die größten Fanatiker zweifeln daran, dass die versprochene Wunderwaffe im letzten Moment noch zum Einsatz kommen würde. Wer pragmatisch ist, will diese letzte Zeit nur noch überleben. Nicht unnötig im Volkssturm sein Leben opfern oder auf eine andere Art den letzten Kriegstagen zum Opfer fallen.

Doch auch in dieser Zeit gibt es jene, die unbarmherzig morden, bis zum letztmöglichen Moment, aus persönlicher Rache, aus Ideologie, aus Unterwürfigkeit, weil sie es können, warum auch immer. Die ihre Feinde am liebsten öffentlichkeitswirksam und als Verräter gebrandmarkt hängen und die Leichen zur Abschreckung tagelang baumeln lassen. Wer ins Visier der HJ und der sonstigen verbleibenden Nazis gekommen ist, egal wie minder das eigene angebliche Vergehen, der muss um sein Leben fürchten. Selbst Polizisten, Kranke oder Verwundete sind nicht sicher vor dem Vorwurf, sich dem Volkssturm nicht angeschlossen zu haben oder die Wehrmacht zu zersetzen. Jegliche Akte der Menschlichkeit etwa gegenüber früheren Kriegsgefangenen oder Menschen aus anderen Ländern machen einen der Kollaboration verdächtig. Und manchmal braucht es auch gar nichts außer Pech, um gefangen genommen und gehängt zu werden. Nicht einmal halbe Kinder sind davor sicher.

Die Gerichtsakten der Täter aus dem Jahr 1947, als sie wegen Kriegsverbrechen schließlich selbst zum Tode verurteilt wurden, sind erhalten geblieben. Und darin wird nachlesbar, wie sie sich rauszureden versuchen, nichts zugeben wollen, die Schuld auf andere oder die Umstände schieben oder nichts gewusst und nichts mitbekommen haben wollen, sich an nichts erinnern wollen, solange es nicht schwarz auf weiß bewiesen werden kann. 

Es ist einigen mutigen Menschen zu verdanken, dass diese Gerichtsakten und damit auch die Geschichten all der unschuldigen Opfer der Mörder der letzten Tage erhalten geblieben sind. Lange gab es auch in der Gemeinde Reichenau an der Rax, am Rande der Alpen - da, wo die Sowjetarmee erst etwas später hingekommen ist - wie an so vielen anderen Orten wenig Interesse an Dokumentation und Aufarbeitung. Doch einer hat mutig die Informationen aus den Gerichtsakten geordnet und gesammelt, ein anderer sie kopiert und archiviert, und am Ende wurde der Schriftsteller Martin Prinz gebeten, daraus etwas zu machen.

Das Ergebnis finden wir hier. Als "Roman" würde ich diese Ansammlung an Gerichtsprotokollen, ab und zu unterbrochen durch kurze literarische Einschübe in der Du-Form, die sich an die Ermordeten richten, nur unter einer sehr weiten Auffassung dieses Begriffes bezeichnen. Es sind Gerichtsakten und die lesen sich wie solche - durchaus nüchtern und trocken, doch gerade durch das Bewahren der ursprünglichen Sprache wird so viel von der Feigheit der Täter unmittelbar spürbar. "Eine Sprache, die immer wieder in jenem Konjunktiv landet, der die Wirklichkeit jeder Tat zur bloßen Annahme aushöhlt", wie der Autor seine Vorgangsweise im Nachwort begründet.

Das Buch war für mich aufgrund dieser sperrigen Sprache, und auch, weil es zwar durchaus chronologisch die Ereignisse der letzten Kriegstage wiedergibt, aber nicht in der üblichen bekannten Form den Spannungsbogen einer durchgängigen Erzählung aufweist, sondern viele Einzelschicksale kurz porträtiert, sehr herausfordernd zu lesen. Es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, diese Anstrengung auf mich zu nehmen, da ich dadurch auf authentische Weise einen Eindruck von den Denk-, Sprech- und Handlungsweisen der Täter, aber auch von der Atmosphäre der letzten Kriegstage im Osten von Österreich bekommen habe - und weil dadurch der Schicksale der Opfer gedacht wird. Leseempfehlung für alle, die bereit sind, sich mit diesem düsteren Thema zu befassen und sich dafür auf ein sperriges Buch einzulassen, das im Gedächtnis bleiben wird.

Gespräche aus der Community

Das Leben der roten Erzherzogin

Königin Sissi kennt Ihr alle. Aber wie ging es mit den Habsburgern eigentlich weiter?
In seinem gerade erschienenen Roman Die letzte Prinzessin erzählt Martin Prinz vom Leben Elisabeth Petzneks – der verwöhnten Enkelin von Sissi und Franz Joseph, Habsburgerin und Sozialistin, einer vierfachen Mutter und Salondame, die ebenso großherzig und charmant wie eigensinnig sein konnte.

»Martin Prinz setzt mit seinem klug komponierten Roman dieser außergewöhnlichen Habsburgerin ein Denkmal und zeigt zugleich, wie schwierig es ist, die Zeichen der Zeit, in der man lebt, richtig zu deuten.« Katja Gasser, ORF

Anlässlich ihrer Geburt im Jahr 1883 wurde Elisabeth Petznek als Enkelin Kaiser Franz Josephs noch mit Geschützsalven, Fackelzügen und Aufmärschen gefeiert, 80 Jahre später könnte sich die Situation nicht stärker von jener des imperialen Pomp unterscheiden. Denn sie hatte mit allem gebrochen, was ihre Herkunft einmal bedeutete.

Lasst Euch doch einfach von Martin Prinz in die Welt der Erzherzogin mitnehmen, hier liest er Euch einige Seiten daraus vor:



Neugierig geworden? Hier geht’s zur Leseprobe »


Wir laden Euch gemeinsam mit Martin Prinz ein, seinen Roman Die letzte Prinzessin im Rahmen dieser Leserunde zu entdecken und freuen uns schon auf Eure Fragen und Eindrücke. Falls Ihr Lust habt, Euch literarisch auf Elisabeth Petzneks Spuren zu begeben, bewerbt Euch bis zum 12. Oktober über den blauen »Jetzt bewerben«-Button* und beantwortet uns folgende Frage:

Welche historische Figur fasziniert Dich am meisten?

Über den Autor: Martin Prinz, Jahrgang 1973, wuchs in Lilienfeld (Niederösterreich) auf und studierte Theaterwissenschaft und Germanistik. Inzwischen lebt er als Schriftsteller (u.a. »Der Räuber« und »Ein Paar«) und Drehbuchautor in Wien. Er wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Förderungspreis für Literatur der Stadt Wien, dem Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich und dem Outstanding Artist Award der Republik Österreich. Nominierung zum Österreichischen Filmpreis und Drehbuch-Preis des Filmfestivals in Gijon für die Verfilmung des Romans »Der Räuber«.

* Im Gewinnfall verpflichtet Ihr Euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von 4 Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Veröffentlichen einer ausführlichen Rezension auf LovelyBooks.de, nachdem Ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet Ihr vor Eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir die Bücher nur innerhalb Europas verschicken.
513 BeiträgeVerlosung beendet
krimielses avatar
Letzter Beitrag von  krimielse
Ich bin spät dran mit der Rezension und entschuldige mich. Ich hatte über die Feiertage nochmal in dem Buch herumgelegen, ein paar Sachen nachgeschlagen und jetzt die Besprechung dazu geschrieben. Auch wenn mich der Roman nicht wirklich überzeugen konnte bedanke ich mich ganz herzlich dafür, dass ich ihn lesen durfte. https://www.lovelybooks.de/autor/Martin-Prinz/Die-letzte-Prinzessin-1240686439-w/rezension/1411523640/1411528035/

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