Martin Rasper

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»No Sports« hat Churchill nie gesagt

»No Sports« hat Churchill nie gesagt

 (3)
Erschienen am 21.12.2017
Vom Gärtnern in der Stadt

Vom Gärtnern in der Stadt

 (0)
Erschienen am 27.02.2012

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MissStrawberrys avatar

Rezension zu "»No Sports« hat Churchill nie gesagt" von Martin Rasper

Der geringe Wahrheitsgehalt so mancher Zitate
MissStrawberryvor 10 Monaten

In den 1980er Jahren gab es eine kleine Buchserie über Urban Legends, die ich liebte und immer wieder las. „Die Spinne in der Yucca-Palme“ war der erste Band davon. „No Sports“ hat Churchill nie gesagt – Das Buch der falschen Zitate reiht sich da bestens ein. Erstaunlich, wie es immer wieder zu falschen Zitaten kommt und wie schnell und einfach sie sich hartnäckig verbreiten und „einnisten“!

Bei mir hat dieses Buch bewirkt, dass ich nie wieder ein Zitat zitieren werde, wenn ich die Quelle nicht selbst überprüft habe! Das Übernehmen ist regelrecht gefährlich, wenn man sich nicht bis auf die Knochen blamieren möchte.

Die Kapitel bzw. Abschnitte über die jeweiligen Zitate beginnen mit einer Übersicht, die das Zitat nennt, danach folgen meist der angebliche Urheber, der Grad des Wahrheitsgehaltes, die Art der Verfälschung, ein Kreativitätsgrad, der Urheber der Verfälschung, die Zeit des ersten falschen Zitierens.

Die Erklärungen sind äußerst interessant und aufschlussreich. So manches der Zitate kennt und nutzt man selbst gern. Bei einigen hätte ich zwar nicht den (angeblichen) Verfasser nennen können, dennoch kam fast schon Scham auf, dass ich sie überhaupt benutzt hatte! Aber ich kann ja über mich selbst lachen! Ich hab viel gelernt und bin sicher, dass ich immer mal wieder nachlesen werde, sobald mir eins der Zitate vorgesetzt wird!

Ich finde dieses Büchlein informativ und unterhaltsam, auch wenn man nicht auf jeder Seite laut lachen muss. Der Humor ist hier ein wenig unterschwellig, aber dennoch vorhanden. Mir hat’s gefallen! Macht dann in der Summe auch die vollen fünf Sterne.

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "»No Sports« hat Churchill nie gesagt" von Martin Rasper

Traue keinem Zitat, das du nicht selbst überprüft hast!
R_Mantheyvor einem Jahr

Vielleicht ist das die Maxime von Martin Rasper. Dankbar sollte man ihm für dieses vergnügliche Buch auf jeden Fall sein. Denn auf der einen Seite kann man von ihm eine Menge lernen, und auf der anderen Seite entlarvt er dabei auch unfassbar dreiste Menschen, die Zitate im Extremfall einfach erfinden.

Eine feinere Variante entsteht, wenn sich Autoren auf eine ihnen angeblich zustehende künstlerische Freiheit berufen und Menschen, die sich nicht mehr wehren können, Ansichten oder Verhaltensweisen unterschieben, die diese mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht besessen hatten. Ein geradezu klassisches Beispiel dafür ist Daniel Kehlmanns Buch "Die Vermessung der Welt" aus dem Jahre 2005. Da dieses Werk lange auf der Bestsellerliste stand, muss man wohl davon ausgehen, dass viele Menschen es gelesen haben und die darin enthaltenen Darstellungen von bekannten Wissenschaftlern für wahr halten. Martin Rasper kommentiert ein solches, Alexander von Humboldt unterstelltes Zitat in diesem Buch und begründet seine erheblichen Zweifel an seinem Wahrheitsgehalt. Einmal in die Welt gesetzt verbreiten sich solche Behauptungen jedoch sehr schnell und verselbstständigen sich zur geglaubten Wahrheit. Vermutlich wird auch Raspers daran nichts mehr ändern.

Im Buch findet der Leser 22 solche erfundenen, falschen oder nicht völlig korrekten, weil verfremdeten Zitate, die meistens sehr bekannt sind, weil sie immer wieder zur Untermalung von gewissen Argumentationsketten gerne benutzt werden, sich also umso tiefer als wahr ins Gedächtnis vieler Menschen einprägen.

Vor dem Lesen von Raspers Werk hatte ich mir nicht vorstellen können, wie man aus diesem Konzept ein wirklich spannendes Buch machen kann. Aber bei Raspers verbindet sich in origineller und wirklich seltener Weise die Fähigkeit zu präziser geistiger Arbeit mit der Kunst, intellektuell anspruchsvoll zu unterhalten. Wie Raspers vorgeht, lässt sich an einem Beispiel verdeutlichen: Das Albert Einstein zugeschriebene Zitat "Wenn die Beinen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben" wird auf der das entsprechende Kapitel einleitenden (Standard-) Seite so kommentiert: "Wahrheitsgehalt 0 Prozent; Art der Verfälschung: Umformulierung, Zusammenführung, Zuschreibung; Kreativitätsgrad: 5 von 5 Sternen; Urheber Darwin (1859) teilweise, Maeterlinck (1901) teilweise; Urheber der Verfälschung Fortin (1941) teilweise, Poulton (1966) teilweise." Anschließend erklärt Raspers diese im Text ausführlich und versieht es am Ende mit Quellenangaben. Und schließlich folgt auf der Eingangsseite zu jedem Kapitel stets, was der angebliche Autor (hier also Einstein) des falschen Zitats tatsächlich zum Thema gesagt hat. Am Schluss des Buches erläutert Raspers dann noch einmal kurz seine Methode.

Für mich war dies ein überraschend gutes und sehr lehrreiches Buch. Übrigens ist das Vorwort tatsächlich von Goethe. Der Mann heißt jedoch nicht Johann Wolfgang, sondern Henning. Verwandtschaftliche Beziehungen sind nicht überliefert.

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Sikals avatar

Rezension zu "»No Sports« hat Churchill nie gesagt" von Martin Rasper

„No Sports“ hat Churchill nie gesagt
Sikalvor einem Jahr

Jeder kennt sie, jeder verwendet sie – Zitate. Bei dem einen oder anderen ist uns nicht ganz klar woher es stammt, bei manchem aber besteht kein Zweifel darüber – Goethe, Einstein, Luther, etc. Wirklich kein Zweifel?

Bevor wir das nächste Mal eine berühmte Persönlichkeit bemühen, sollten wir das Buch von Autor, Geologen und Journalist Martin Rasper zu Rate ziehen. Denn nicht überall wo ein großer Name drauf steht (oder besser gesagt darunter), ist auch ein großer Name drin

Mit viel Humor beginnt der Autor bereits in der Einleitung, seine Liebe zu Zitaten und seine ersten Erfahrungen damit zu erzählen. Diesen Humor verliert er bis zur letzten Seite nicht, was das Buch wirklich leicht leserlich macht und so die beinahe 200 Seiten im Nu verschlungen sind.

Die Zitate selbst werden auf einer Seite kurz vorgestellt, mit Wahrheitsgehalt, Art der Verfälschung,  eventuelle andere/weitere Urheber und einem Kreativitätsgrad versehen und auf den nächsten genauer erläutert.

 Die nachstehenden Erläuterungen sind dann genau das, was das Buch lesenswert macht – nicht nur, dass hierbei Anekdoten zum Zitat erzählt werden (so wurden über ein Zitat gegenseitige wissenschaftliche Abhandlungen und Interpretationen verfasst, ohne auch nur den geringsten Zweifel aufkommen zu lassen, dass der angegebene Urheber echt sei), auch die geschichtlichen Umstände zur Zeit, in der das Zitat entstanden sein soll – oder letztendlich wirklich entstanden ist, kommen nicht zu kurz.

Vom Autor selbst wurden die Geschichten zu den Zitaten aber nicht einfach im Internet recherchiert – langwierige Nachforschungen stehen teilweise hinter den einzelnen Geschichten, jahrelange Nachforschungen in Bibliotheken oder das Verfolgen von Spuren über viele Quellen hinweg. Diese Fakten hinter den oft so kurzen Sätzen wie „No Sports“ machen das Buch nicht nur lesenswert -sondern, wenn man will, auch zu einem Nachschlagewerk…

Kurzum, das Werk ist humorvoll, lesenswert, informativ und schwungvoll zu lesen – empfehlenswert für jeden „Besserwisser“ oder Zitatensammler.

Wenn Sie übrigens wissen wollen über welches Zitat wissenschaftlich gestritten wurde, muss ich Sie enttäuschen – ich gebe das hier nicht preis – Sie müssen schon selbst lesen. Apropos Lesen: „In Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit.“ Thomas Carlyle (oder vielleicht doch nicht?)

Fazit:

Schnell zu lesen, humorvoll und informativ

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