Martin Rasper »No Sports« hat Churchill nie gesagt

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Inhaltsangabe zu „»No Sports« hat Churchill nie gesagt“ von Martin Rasper

Wer kennt sie nicht, Churchills berühmte Ablehnung der körperlichen Ertüchtigung? Oder Einsteins düstere Prophezeiung: »Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.« Oder Galileis letzten Satz: »Und sie bewegt sich doch!« Was all diese Sätze gemeinsam haben: Sie sind komplett erfunden. Martin Rasper folgt den Spuren der berühmtesten falschen Zitate. Er deckt auf, was wirklich gesagt wurde – oder eben nicht –, folgt der Entstehungsgeschichte dieser berühmten Aussagen und erklärt, wie sie zustande gekommen sind. Ein Buch voller Aha- und Ach-so-Effekte, zum Nachschlagen, Querlesen, Mitdenken und Wundern. Mit einem Vorwort von Goethe

Schnell zu lesen, humorvoll und informativ.

— Sikal

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    »No Sports« hat Churchill nie gesagt

    R_Manthey

    13. October 2017 um 11:11

    Vielleicht ist das die Maxime von Martin Rasper. Dankbar sollte man ihm für dieses vergnügliche Buch auf jeden Fall sein. Denn auf der einen Seite kann man von ihm eine Menge lernen, und auf der anderen Seite entlarvt er dabei auch unfassbar dreiste Menschen, die Zitate im Extremfall einfach erfinden.Eine feinere Variante entsteht, wenn sich Autoren auf eine ihnen angeblich zustehende künstlerische Freiheit berufen und Menschen, die sich nicht mehr wehren können, Ansichten oder Verhaltensweisen unterschieben, die diese mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht besessen hatten. Ein geradezu klassisches Beispiel dafür ist Daniel Kehlmanns Buch "Die Vermessung der Welt" aus dem Jahre 2005. Da dieses Werk lange auf der Bestsellerliste stand, muss man wohl davon ausgehen, dass viele Menschen es gelesen haben und die darin enthaltenen Darstellungen von bekannten Wissenschaftlern für wahr halten. Martin Rasper kommentiert ein solches, Alexander von Humboldt unterstelltes Zitat in diesem Buch und begründet seine erheblichen Zweifel an seinem Wahrheitsgehalt. Einmal in die Welt gesetzt verbreiten sich solche Behauptungen jedoch sehr schnell und verselbstständigen sich zur geglaubten Wahrheit. Vermutlich wird auch Raspers daran nichts mehr ändern.Im Buch findet der Leser 22 solche erfundenen, falschen oder nicht völlig korrekten, weil verfremdeten Zitate, die meistens sehr bekannt sind, weil sie immer wieder zur Untermalung von gewissen Argumentationsketten gerne benutzt werden, sich also umso tiefer als wahr ins Gedächtnis vieler Menschen einprägen.Vor dem Lesen von Raspers Werk hatte ich mir nicht vorstellen können, wie man aus diesem Konzept ein wirklich spannendes Buch machen kann. Aber bei Raspers verbindet sich in origineller und wirklich seltener Weise die Fähigkeit zu präziser geistiger Arbeit mit der Kunst, intellektuell anspruchsvoll zu unterhalten. Wie Raspers vorgeht, lässt sich an einem Beispiel verdeutlichen: Das Albert Einstein zugeschriebene Zitat "Wenn die Beinen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben" wird auf der das entsprechende Kapitel einleitenden (Standard-) Seite so kommentiert: "Wahrheitsgehalt 0 Prozent; Art der Verfälschung: Umformulierung, Zusammenführung, Zuschreibung; Kreativitätsgrad: 5 von 5 Sternen; Urheber Darwin (1859) teilweise, Maeterlinck (1901) teilweise; Urheber der Verfälschung Fortin (1941) teilweise, Poulton (1966) teilweise." Anschließend erklärt Raspers diese im Text ausführlich und versieht es am Ende mit Quellenangaben. Und schließlich folgt auf der Eingangsseite zu jedem Kapitel stets, was der angebliche Autor (hier also Einstein) des falschen Zitats tatsächlich zum Thema gesagt hat. Am Schluss des Buches erläutert Raspers dann noch einmal kurz seine Methode.Für mich war dies ein überraschend gutes und sehr lehrreiches Buch. Übrigens ist das Vorwort tatsächlich von Goethe. Der Mann heißt jedoch nicht Johann Wolfgang, sondern Henning. Verwandtschaftliche Beziehungen sind nicht überliefert.

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  • „No Sports“ hat Churchill nie gesagt

    »No Sports« hat Churchill nie gesagt

    Sikal

    12. October 2017 um 20:44

    Jeder kennt sie, jeder verwendet sie – Zitate. Bei dem einen oder anderen ist uns nicht ganz klar woher es stammt, bei manchem aber besteht kein Zweifel darüber – Goethe, Einstein, Luther, etc. Wirklich kein Zweifel? Bevor wir das nächste Mal eine berühmte Persönlichkeit bemühen, sollten wir das Buch von Autor, Geologen und Journalist Martin Rasper zu Rate ziehen. Denn nicht überall wo ein großer Name drauf steht (oder besser gesagt darunter), ist auch ein großer Name drin Mit viel Humor beginnt der Autor bereits in der Einleitung, seine Liebe zu Zitaten und seine ersten Erfahrungen damit zu erzählen. Diesen Humor verliert er bis zur letzten Seite nicht, was das Buch wirklich leicht leserlich macht und so die beinahe 200 Seiten im Nu verschlungen sind. Die Zitate selbst werden auf einer Seite kurz vorgestellt, mit Wahrheitsgehalt, Art der Verfälschung,  eventuelle andere/weitere Urheber und einem Kreativitätsgrad versehen und auf den nächsten genauer erläutert.  Die nachstehenden Erläuterungen sind dann genau das, was das Buch lesenswert macht – nicht nur, dass hierbei Anekdoten zum Zitat erzählt werden (so wurden über ein Zitat gegenseitige wissenschaftliche Abhandlungen und Interpretationen verfasst, ohne auch nur den geringsten Zweifel aufkommen zu lassen, dass der angegebene Urheber echt sei), auch die geschichtlichen Umstände zur Zeit, in der das Zitat entstanden sein soll – oder letztendlich wirklich entstanden ist, kommen nicht zu kurz. Vom Autor selbst wurden die Geschichten zu den Zitaten aber nicht einfach im Internet recherchiert – langwierige Nachforschungen stehen teilweise hinter den einzelnen Geschichten, jahrelange Nachforschungen in Bibliotheken oder das Verfolgen von Spuren über viele Quellen hinweg. Diese Fakten hinter den oft so kurzen Sätzen wie „No Sports“ machen das Buch nicht nur lesenswert -sondern, wenn man will, auch zu einem Nachschlagewerk… Kurzum, das Werk ist humorvoll, lesenswert, informativ und schwungvoll zu lesen – empfehlenswert für jeden „Besserwisser“ oder Zitatensammler. Wenn Sie übrigens wissen wollen über welches Zitat wissenschaftlich gestritten wurde, muss ich Sie enttäuschen – ich gebe das hier nicht preis – Sie müssen schon selbst lesen. Apropos Lesen: „In Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit.“ Thomas Carlyle (oder vielleicht doch nicht?) Fazit: Schnell zu lesen, humorvoll und informativ

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  • Charisma und Widersprüchlichkeit

    Winston Churchill

    Igelmanu66

    »Die einzige Art und Weise, wie der Mensch unter wechselnden Umständen beständig bleiben kann, … ist, sich mit ihnen zu wandeln und doch seinem beherrschenden Sinn und Zweck treu zu bleiben.«   Den Namen Winston Churchill kennt vermutlich jeder, hat er doch in beiden Weltkriegen eine bedeutende Rolle gespielt und gilt als der bedeutendste britische Staatsmann des 20. Jahrhunderts. In diesem Buch stellt Thomas Kielinger nicht nur die wichtigsten Stationen seines langen Lebens vor, sondern präsentiert auch eine Reihe interessanter Dinge, die vielleicht nicht jedem bekannt waren und die geeignet sind, sich der faszinierenden Persönlichkeit Churchills neu zu nähern. Der Autor berichtet seit 1998 für „Die Welt“ aus London und wurde für seine journalistischen Beiträge vielfach ausgezeichnet.   Dieses Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Thomas Kielinger schreibt in einem leicht verständlichen Stil, der nie langweilig wirkt und von Anfang an neugierig macht – selbst, wenn man die geschichtlichen Rahmenbedingungen (natürlich) kennt.   Churchill war ein Mann mit vielen Begabungen. Das Schreiben lag ihm besonders im Blut, mit seinen Verdiensten als Autor finanzierte er seinen opulenten Lebensstil und 1953 erhielt er sogar den Nobelpreis für Literatur. Sein Talent zum Schreiben floss auch in seine Reden ein, die teils zu echten Klassikern wurden. Auch die Malerei hatte eine große Bedeutung für ihn, in Zeiten, in denen seine latent bipolare Veranlagung ihm zu schaffen machte, war sie sein Rettungsanker. Was ihn ferner auszeichnete, war ein fabelhaftes Gedächtnis – und zwar bis ins hohe Alter hinein. Und wie war das mit „no sports“? Nach der Lektüre dieses Buchs ist man schlauer und ahnt, dass es sich bei dieser Aussage erneut um eins von Churchills Spielen mit dem öffentlichen Image gehandelt haben muss.   Im Gegensatz zu anderen Biographien hält der Autor sich nicht lange mit Kindheit und Jugend auf, gerade lange genug, damit der Leser erkennen kann, wie sich gewisse Charakterzüge schon früh abzeichneten, wie er sich mit „eisernem Willen“ schon gegen seine Lehrer behauptete. Den Hauptteil nimmt zu recht sein politisches Schaffen ein, schließlich geht es hier um einen Mann, der mit 25 Jahren bereits ins Unterhaus gewählt wurde und der in den folgenden Jahrzehnten nahezu jedes Ministeramt des Landes bekleiden sollte und zweimal Premierminister wurde.   Was für mich beim Lesen besonders deutlich wurde, waren zwei Dinge. Zum einen das ungeheure Charisma, mit dem es Churchill gelang, Gegner und Anhänger zu beeindrucken. Und zum anderen eine enorme Widersprüchlichkeit, die sich durch sein ganzes Leben zieht und mir ziemlich zu denken gab. Beispiele? Er liebte Luxus und Bequemlichkeit, unterwarf sich aber mit schöner Regelmäßigkeit großen Mutproben und Unannehmlichkeiten. Für den Krieg empfand er gleichermaßen Faszination und Abscheu. 1920 befürwortete er Senfgaseinsätze in Mesopotamien, um ein Jahr später scharfe Rügen zu verteilen wegen eines Vorfalls, bei dem Frauen und Kinder angegriffen wurden. Obwohl er selbst aus Adelskreisen stammte, agierte er als Sozialreformer. Der spätere Kriegsminister forderte in früheren Jahren Kosteneinsparungen beim Militär zur Finanzierung sozialpolitischer Programme. Bei Streiks, Ausständen und Arbeitskämpfen wendete sich das Blatt erneut, da war er bereit, schwere Geschütze aufzufahren, um „nationale Gefahren“ abzuwenden. Und welcher Politiker konnte so erfolgreich sein, obwohl er einen doppelten Parteienwechsel vollzogen hatte? Wie konnte ein Mensch, der wegen offener Worte immer wieder aneckte und von dem es hieß, dass er eine „Verachtung für jedes Sichverstellen“ hätte, so oft seine Positionen und Ansichten ändern? Thomas Kielinger nennt diese Aufarbeitung eine »Spurensuche in einem Leben voller Gegensätze«. Hochinteressant!   Die Aufteilung der einzelnen Kapitel und Unterkapitel ist sehr gut strukturiert und übersichtlich. Der Leser erlebt durch die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hindurch viele wichtige politische Etappen mit, wobei der Fokus natürlich auf Churchills Beteiligung liegt. Die eingefügten Fotos passten ebenfalls gut und gefielen mir sehr. Interessant fand ich auch einen Link zu dem Gesprächsprotokoll einer Besprechung zwischen Churchill und Adenauer aus dem Jahr 1953. Die Unsicherheit, die man bei Adenauer wahrnehmen kann, konnte ich recht gut nachvollziehen. Was mir nicht so gefiel und folglich auch zum Punktabzug führte, war die für mein Empfinden doch zu große Verehrung, die der Autor Churchill entgegenbringt. Einige Formulierungen haben mich da doch etwas befremdet und ich hätte mir mehr Neutralität gewünscht.   Fazit: Hochinteressantes Porträt einer faszinierenden Persönlichkeit voller Charisma und Widersprüchlichkeiten.

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