Martin Rowson Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman

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Inhaltsangabe zu „Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman“ von Martin Rowson

Für Friedrich Nietzsche war Laurence Sterne der »freieste Schriftsteller aller Zeiten«, und in keinem anderen Roman der Weltliteratur wird diese Freiheit so witzig und raffiniert in Szene gesetzt wie im ›Tristram Shandy‹, diesem Meisterwerk der Abschweifung und wilden Assoziation. Frei aber sind nicht nur Autor und Buch – frei fühlt man sich vor allem als Leser, wenn man sich auf das wunderbare Abenteuer dieser Lektüre einlässt und plötzlich merkt, wie eng das Korsett so vieler anderer Romane ist.
»Diese Übersetzung jagt heißkalte Glücksschauer über des Lesers Rücken.«
Frankfurter Rundschau (Quelle:'Flexibler Einband/06.04.2010')

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  • Rezension zu "Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman" von Laurence Sterne

    Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman

    firlefanz

    10. March 2009 um 11:20

    Ich lasse Autoren im Grunde vieles durchgehen. Aber was Sterne geschrieben hat schlägt dem Fass wirklich den Boden aus. Zunächst einmal ist der Titel des "anti-novel" schon irreführend. Der liebe Tristram wird erst auf Seite 201 (von etwa 450) geboren. Es liegt auf der Hand, dass es nicht sein Leben sein kann, das da so ausufernd geschildert wird. In erster Linie geht es um seinen Vater Walter Shandy mit einem Faible für Nasen, seinen Onkel Toby, der gemeinsam mit seinem Bediensteten Trim Kriegsschauplätze nachstellt. Tristrams eigenes Leben zeigt sich nur in einer kurzen Episode, in der er durch Frankreich reist. Die Kapitel sind höchstens vier Seiten lang. Das kürzeste besteht aus nur einem Satz. Die ganze Sache wird dadurch aber nicht einfacher, da Sterne keinen Wert auf eine stringente Handlung legt. Er würfelt die Anekdoten durcheinander, lässt zwei Kapitel auch einfach mal leer, um sie dann einige Seiten später nachzuholen (sehr eindrucksvoll dokumentiert Sterne dies selbst in einer Art Handlungsskizze am Ende des achten Buchs). Auch sein Satzbau zwingt den Leser dazu, ständig auf der Hut zu sein. Der gute Laurence scheint etwas gegen Anführungs- und Schlusszeichen gehabt zu haben. Sätze die nach folgendem Schema aufgebaut sind, sind keine Seltenheit: Wörtliche Rede, Hauptsatz, Nebensatz, Nebensatz, wörtliche Rede. Es ist ein großartiges Buch. Kein Zweifel. Wikipedia sagt allerhand über seine Bedeutung als Vorläufer zum Bewusstseinsstrom. Und es ist witzig. Aber nun ja. Ich liebe eben Romane. Gebt mir einen 500 -seitenlangen Charles Dickens und ich bin glücklich. Ich brauche einen Anfang, einen Spannungsbogen zum Höhepunkt hin und dann einen ordentlichen Schluss. Einige Kapitel (das Nasenkapitel zum Beispiel) mochte ich sehr. Aber insgesamt fand ich dieses Buch anstrengend. Trotzdem sollte man es lesen.

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