Martin Schleske Der Klang

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Inhaltsangabe zu „Der Klang“ von Martin Schleske

Einer der großen Geigenbauer der Gegenwart erzählt von den Geheimnissen seines Berufes. Alle Phasen des Geigenbaus, vom Auffinden des geeigneten Holzes bis hin zur Wölbung und Lackierung des Instruments, werden ihm zum Gleichnis für persönliche Entwicklung, für unsere Berufung und unseren Platz im Leben. Wir werden zu einem klingenden Instrument, wenn sich in uns das Unsagbare, das Unerhörte des Lebens ausspricht. Die Botschaft dieses einzigartigen Buches spiegelt sich in den sensiblen Fotos von Donata Wenders, der international bekannten Fotografin aus Berlin.
Die Originalausgabe zeichnet sich zudem durch ihre hochwertige Ausstattung aus: gebunden mit edlem Schutzumschlag und gedruckt auf feinem Papier, auf dem die Fotos von Donata Wenders hervorragend zur Geltung kommen, durchgehend zweifarbig gestaltet - ein ganz besonderes Geschenk auch für alle Liebhaber schöner Bücher.

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  • Rezension zu "Der Klang" von Martin Schleske

    Der Klang

    michael_lehmann-pape

    25. January 2011 um 12:04

    Spiritualität der Klänge Was hat der Bau eines Instrumentes mit dem Leben selbst zu tun? Die Antwort gibt Martin Schleske, Meistergeigenbauer auf knapp 340 Seiten in einer Art und Weise, die tatsächlich durchaus an den klang einer guten Geige erinnert. Keine theoretische Abhandlung legt er vor, keine abstrakten Gedankengebilde philosophischer Prägung, sondern Gleichnisse setzt er sich zum Ziel. So, wie der Jesus der Bibel seine Botschaft oft und oft in Gleichnissen erzählt hat, so wendet sich auch Martin Schleske der Innerlichkeit des Mensch in höchst spiritueller Weise auf dem Weg der Gleichnisse zu. In einem, das bereits vorweg erwähnt, hochwertig gestalteten Buch, mit sprachlicher Kraft und einigen, wohlgesetzten, nicht überbordenden Fotografien von Donata Wenders, die die inhaltlichen Klänge noch einmal anders vertiefen. Der intellektuelle Ausgangspunkt seiner Spurensuche des inneren Klanges Gottes in dieser Welt und im Menschen ist die Erkenntnis Friedrich Hundertwassers, dass es kaum mehr möglich ist, Gleichnisse zum Leben zu schaffen und damit eine intensive und meditative Form der Sprache des Glaubens droht, verloren zu gehen. Gleichnisse zum Leben zu schaffen bedeutet aber nichts anderes, als den Dingen und Ereignissen des Lebens eine Deutung zu geben, die durch hinhören und hinsehen sich langsam und innerlich erst erschließt. Der erfahrungsorientierte Ausgangspunkt seiner, in wunderbarer sprachlicher Form niedergeschriebener, Gedanken sind jene Momente seiner eigentlichen Tätigkeit, des Geigenbaus, die er selbst „heilig“ nennt, Momente des Zusammenfließens vielfache Strömungen des Lebens, Offenbarungen über den Kern des Schaffens und Seins. So beginnt Schleske sein „Glaubensbuch“ einer religiösen Erfahrungsdimension, die weitab von Ritualen oder intellektuellen Verständnissen sich bewegt. Rein äußerlich nutzt Schleske hierbei die Beschreibung des Baus einer Geige in den vielen, vielen kleinen und einzelnen Schritten, von der Idee, der Auswahl des Holzes, der genauen Prüfung des Materiales hin zum ersten Handgriff und, nach langer Zeit und vielen weiteren, kleinen Schritten, endend mit dem reinen Klang der fertigen Geige. Jeden dieser Schritte transzendiert Schleske und legt ihn aus als Gleichnis selbst für eine Dimension hinter den Äußerlichkeiten des Handwerkes, die nicht wirklich rational beschreibbar, in der gewählten Erzählform und der beständig erlebbaren, persönlichen Nähe des Autors mitschwingt und vielfach eigene Assoziationen und Erkenntnismomente freisetzt. Das also, was im besten Sinne ein Gleichnis erwirken will. Wenn er den Klang der Geige näher beleuchtet, vom äußeren, technischen Aspekt hineinführt in die Ausarbeitung der Klangmöglichkeiten, zugleich die Gefährdungen der späteren Harmonie des Klanges benennt und das Ganze als Gleichnis für die Balance, die mögliche und angelegte Harmonie und das Zusammenspiel der seelischen Möglichkeiten des Menschen auslegt, dann schwingen hier durchaus fühlbar die gestalterischen „heiligen“ Kräfte des Lebens, in Schleskes Verständnis Gott selbst, mit. Wie die Energien im Wechselspiel die Schwingungen und damit den Schall hervorrufen und wie dies austariert sein muss für einen wirklichen Eigenklang des Instruments, das ist wirklich ein hervorragend gewähltes Bild für eine seelische Balance und die tief reichenden Energien des inneren Lebens. Energien, die er im folgenden in seinem ruhigen Fluss der Sprache als sieben Resonanzen benennt und weiter ausführt. Ebenso geht er im späteren Verlauf des Buches der Wölbung und Faserung des Geigenholzes nach und stellt dies als Gleichnis gegen jede Form zwanghafter Lebensführung und zwanghaften Glaubens in den Raum. Dies sind nur zwei Momente aus den 14 einzelnen Schritten, die Schleske nacheinander vorstellt und spirituell vertieft. Martin Schleske ist ein ganz wunderbar anderes Buch gelungen. Dem freien Fluss des Lebens folgend und ihn freisetzend, nicht in Schablonen sperrend. Mit Gleichnissen und nicht mit steilen Regeln, offen spirituell suchend und nicht dogmatisch religiös festgelegt. Voller Ehrfurcht für die Schönheit des Lebens und nicht kühl rational. Zudem ist Martin Schleske nicht nur ein hervorragender Geigenbauer, sondern auch ein begnadeter Erzähler, der allein schon sprachlich das Lesen des Buches zu einem Erlebnis macht.

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