Martin Schoeller Identical

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    Identical

    R_Manthey

    20. July 2015 um 09:53

    Wie unterschiedlich doch die Empfindungen beim Betrachten derselben Bilder bei verschiedenen Menschen sein können. Im Vorwort zu diesem Bildband liest man: "Wenn man sich die Porträts von eineiigen Zwillingen anschaut, spürt man ein unbehagliches Gefühl aufsteigen. Die Natur hat hier ein perfektes Ebenbild geschaffen, und zwar von der Art, die eine Verbindung zwischen natürlicher Technologie und Science-Fiction herstellt. Durch die außergewöhnliche Ähnlichkeit eineiiger Zwillinge kommen so viele unbeantwortete Fragen an die Oberfläche." Was man an solchen Aussagen wirklich sieht, sind lediglich die irrationalen Ängste der Autorin solcher Sätze, die mit ihnen sicher ungewollt an die Oberfläche ihrer Persönlichkeit gelangen. Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, diesen Band von Porträts als Bedrohung zu empfinden. Ganz im Gegenteil. Ich spürte bei den Bildern vielmehr eine einzigartige Faszination. Man kann sie auch als Rätsel betrachten, denn natürlich ist nicht alles an Zwillingen identisch. Und man kann studieren, wie sich dies mit zunehmendem Alter ausprägt. Ich habe mich nicht wie die Autorin des Vorworts gefragt, welche Verbindungen zwischen natürlicher Technologie und Science Fiction besteht, sondern wie man sich fühlen mag, wenn man als Kind täglich in sein Ebenbild blickt, und welche sonderbare Beziehung dadurch zwischen eineiigen Zwillingen entstehen muss. Im Buch findet man auch Porträts von eineiigen Zwillingen (oder auch Mehrlingen) verschiedenen Geschlechts. Dadurch bietet sich die einmalige Gelegenheit, zu beobachten, wie sich die Geschlechtsausprägungen im Gesicht bei identischen Voraussetzungen darbieten. Dieser Band enthält insgesamt 51 Doppel- oder Mehrfachporträts von Zwillingen bzw. Mehrlingen, aufgenommen in der sogenannten Close-up-Technik. Dabei entstehen Nahaufnahmen, bei denen man jemanden so ins Gesicht sehen kann, wie man es sich in der Realität wahrscheinlich nicht trauen würde. Die Gesichter verharren scheinbar ausdruckslos, sodass wir nichts in ihnen lesen können. Dadurch erst wird ein Vergleich scheinbar identischer Gesichter von unseren inneren Vorurteilen und Projektionen befreit. Martin Schoeller, der diesen Bildband mit seinen Fotografien erschuf, erklärt dies ausführlicher in seinem klugen Nachwort, das in einem herrlichen Kontrast zum Vorwort steht und dadurch die Vielfalt menschlicher Assoziationen beim Betrachten desselben Phänomens eindrucksvoll veranschaulicht.

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  • Rezension zu "Identical" von Martin Schoeller

    Identical

    HeikeG

    27. October 2012 um 12:06

    Die Faszination der Symmetrie oder Dopplereffekt . Zwillinge faszinieren. In der Menschheitsgeschichte spielte die Idee des Individuums im Doppelpack schon immer eine große Rolle. In manchen Kulturkreisen galten sie als göttliche Wesen, in anderen wurden sie verteufelt. So zeugt zum Beispiel die Geschichte von Castor und Pollux oder Romulus und Remus von der frühen Begeisterung der Menschen für das Phänomen. In der Antike allerdings hat man Zwillingspaare für eine Perversion der Natur gehalten, was dazu führte, dass eines der beiden Neugeborenen in der Regel getötet wurde, um die Natur zurück ins Gleichgewicht zu bringen und dem Menschen, der nur Differenz begreifen kann, sein Gefühl von Einzigartigkeit zu erhalten. Auch Schriftsteller haben sich der spannenden Frage von Gleichem und doch Gegensätzlichem gewidmet, die vielleicht bekanntesten Zwillinge in der Literatur sind die Schwestern in Erich Kästners Roman "Das doppelte Lottchen". . Martin Schoeller, der 1968 in München geborene und in Frankfurt am Main aufgewachsene, in Deutschland allerdings noch recht unbekannte New York Bewohner, zählt in den USA zu den bekanntesten jungen Fotografen. Er hat sich dem Phänomen des "Dopplereffekts" angenommen und 46 eineiige Zwillinge, zwei Drillinge und drei Vierlinge, differierend in Hautfarbe, Alter oder Geschlecht, vor seiner Linse platziert und in der ihm ganz eigenen Art abgelichtet. Close-up nennt er seine wohl reinste Form des Porträts - spektakuläre Nahaufnahmen, bei denen die Kameralinse genau auf Augenhöhe seines Gegenübers gebracht wird und weiches Neonlicht verwandt wird. Jede Falte, jede noch so kleine Sommersprosse oder Pore im Gesicht seines Gegenübers wird und bleibt auf seinen Aufnahmen sichtbar. Er fotografierte bereits zahlreiche Prominente wie Bill Clinton, Barack Obama, Angelia Jolie, Brad Pitt oder Eminem. Und nun nicht minder interessante, vielleicht sogar faszinierendere, augenscheinlich zwei (drei, vier) Versionen ein und derselben Persönlichkeit. . Der opulente Bildband von ausgezeichneter Qualität bildet jeweils auf einer Doppelseite (bei Drillings- und Vierlingspärchen sind die Seiten zum Ausklappen) Nahaufnahmen der "synchronen" Geschwister ab, von denen eine unglaublich fesselnde Wirkung ausgeht. Scheinbar emotionslos und mit einem nahezu statischen, anscheinend nicht vorhandenen Ausdruck, schauen uns seine natürlichen "Klone der Natur" direkt in die Augen, "wodurch der Betrachter ein Gesicht lesen muss, ohne den Vorteil umfeldbedingter Fingerzeige zu haben, die wir normalerweise für unsere zwischenmenschlichen Reaktionen benutzen.", erklärt Schoeller. Ganz schnell wird dadurch sichtbar, dass die vermeintlich gleichen Versionen voneinander gänzlich unabhängig agieren und zuweilen recht deutliche Unterschiede vorhanden sind. Auch wenn diese Doppelgänger mit der gleichen genetischen Ausstattung ins Leben gestartet sind und sie sich zuweilen fast erschreckend ähnlich sehen, bewirken Umwelteinflüsse und Zufallsprozesse, dass sie doch nicht zu hundert Prozent identisch sind. Martin Schoeller zeigt uns, auch wenn man zunächst von Gleichheit und Symmetrie in der menschlichen Form ausgeht - als Einheit oder Erweiterung ihrer selbst -, völlig eigenständige Individuen, die sich im Extremfall sogar als konträr geschlechtlich herausstellen. . "Die räumliche Nähe dieser anscheinenden Gleichheit, identisch gerahmt und durch unser Bestreben unterstütz, Muster zu erkennen und hervorzubringen, gibt uns die Chance, mit Bedacht darüber nachzudenken, wie wir ein Gesicht anschauen - unvertraut, unvergesslich, verabscheut oder bewundert.", stellt der deutsche Fotograf folgerichtig fest. Sein Wunsch, dass wir weniger schnell urteilen und dafür die zahllosen kleinen Assoziationen und feinen Unterschiede in Betracht ziehen sollten, aus denen jede dieser nonchalanten Einschätzungen besteht, geht nach dem Zuschlagen der letzten Seite dieses außergewöhnlichen, hochgradig emotionalen Buches, auch auf den Betrachter über und wirkt noch lange nach.

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