Dem Kroisleitner sein Vater

von Martin Schult 
3,4 Sterne bei56 Bewertungen
Dem Kroisleitner sein Vater
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Positiv (27):
C

Eine spannende Krimikomödie

Kritisch (15):
Engel1974s avatar

Krimi mit Ecken und Kanten, zuviele Personen, langatmige Handlung und Charaktere, bei denen man nicht weiß, wo man sie einordnen soll

Alle 56 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Dem Kroisleitner sein Vater"

»Eine Oper im Dreivierteltakt – Heimatfilm, Bergdrama und Krimi – Martin Schult bringt mit Frassek und seinem Assistenten Sprotz den Berliner Wedding in die Steiermark, lässt Menschen sterben und wieder auferstehen und höchst unterhaltsam zwei Welten aufeinanderprallen.« Christoph Schröder, freier Literaturkritiker und Mitglied der Jury des Deutschen Buchpreises 2016

Dem Kroisleitner Karl sein Vater ist tot. 104 war der alte Kroisleitner, aber noch topfit, das lag an der guten Luft oder am Marillenschnaps. Schon bald ermittelt die Kriminalpolizei aus der nahen Bezirkshauptstadt, was der wortkarge Wanderer mit der schlechten Ausrüstung damit zu tun hat. Ebenjener mit dem Namen Frassek, seines Zeichens Polizeiobermeister aus Berlin, hatte sich doch nur in der Steiermark von seinem letzten, gelinde gesagt unglücklich verlaufenen, Fall erholen wollen - und von seiner pubertierenden Tochter. Inmitten von Lügen, Intrigen und Dorfklatsch wird Frassek unversehens vom Tatverdächtigen zum Ermittler.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783550081743
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Ullstein Buchverlage
Erscheinungsdatum:14.07.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 14.07.2017 bei Audio Media Verlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Gisevor einem Jahr
    Origineller Regionalkrimi

    Als der alte Kroisleitner tot aufgefunden wird, scheint zunächst mal alles auf natürlichen Tod zu deuten, ist er doch ganze 104 Jahre alt. Doch dann gibt es Verdächtigungen und Verdächtige, die Polizei beginnt zu ermitteln. Währenddessen kommt Emma zurück aus ihrem Londoner Leben als erfolgreiche Sängerin und möchte sich wieder der Mutter annähern. Nach zehn Jahren Abwesenheit ist das nicht so einfach. Der Berliner Polizist Frassek war zunächst auf Kurzurlaub im Ort, wird aber wegen der Gleichzeitigkeit der Ereignisse mit dem Tod des alten Kroisleitner des Mordes verdächtigt. Doch bald gerät er von der Rolle des Verdächtigen in die des Ermittlers, denn die steirischen Kollege stellen sich manchmal etwas seltsam an.

    Mit viel Lokalkolorit und Situationskomik porträtiert der Autor Martin Schult die Bergwelt der steirischen Alpen mit dem kleinen Örtchen St. Margarethen und dessen Bewohner, die manchmal skurril, manchmal nur eigenbrötlerisch, auf jeden Fall immer sehr eigenwillig ihren Weg gehen. Eine starke Prise aus der örtlichen Sagenwelt rundet das Heimatfilmmäßige dieses Buches gekonnt ab. Man kann es sich richtig vorstellen, dieses kleine schmucke Örtchen, das so gerne dieses Jahr den Blumenpreis erringen möchte und stattdessen mit einem gewaltigen Fliegen-, Krähen- und Marderproblem zu tun bekommt. Doch welch Wunder, manche Ereignisse lassen sich dann doch sehr naturwissenschaftlich erklären, manche allerdings bewahren ihren besonderen Charakter. So spinnt der Kriminalroman seine Fäden und treibt die Spannung immer weiter auf den Höhepunkt zu bis zum Show-Down, bei dem viele der Protagonisten in höchste Lebensgefahr geraten.

    Den kleineren und größeren Problemen dieses steirischen Örtchens zu folgen, ist dabei immer sehr amüsant und spannt den Leser schnell in die Geschichte ein. Dabei verliert sich das Buch nie in den verschiedenen Genres, in die es hineinspielt, sondern behält den humorvollen, aber auch ernsten Blick auf seine Protagonisten. Herausgekommen ist ein gut ausgeklügeltes Buch mit vielen Handlungsfäden, die zunächst sehr verworren erscheinen und gekonnt mit viel Spannung zum Schluss entwirrt und zusammengeführt werden. Ein gelungener Auftakt zu einer neuen Krimi-Serie.

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    A
    AnjaIrisvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Regionalkrimi
    Erster Fall für Frassek

              Cover: Schutzumschlag mit stilisierter Bergkulisse und ansprechender Schrift. Fällt auf in der Buchhandlung.
    Story: Am Toten Mann, oberhalb des Dörfchens St.Margarethen wird der 104jährige Alois Kroisleitner tot aufgefunden. Mit zerschundenen Knien und blaugefarbter Zunge. Bald gibt es viele Verdächtige. War es der Sohn? Oder doch der fremde Wanderer? Der entpuppt sich allerdings bald als Polizist aus Berlin, und wird unversehens vom Verdächtigen zum Ermittler. In der idyllischen Steiermark kommt er so manchem Familiengeheimnis auf die Spur.
    Bewertung: Ein wirklich gelungener Mix aus Heimatfilm, Bergdrama, und Kriminalroman. Ich habe mit großem Vergnügen die Verknüpfungen und Verwirrungen innerhalb dieser sympathischen Dorfgemeinschaft und ihrer Feriengäste verfolgt. Witzig fand ich auch die Idee, mit der Figur der Amy, an eine verstorbene, reale Sängerin zu erinnern. Die Figuren sind alle so lebendig beschrieben, daß man sich beim lesen direkt nach St. Margarethen versetzt fühlt. Die Mentalität der Dorfbewohner wird gut rübergebracht. Die ganzen Verwicklungen und Seitenstränge machen das Buch spannend und interessant.  Man bekommt ein Gefühl von Urlaub in den Bergen, und hat trotzdem einen spannenden Krimi.Mir gefällt der Schreibstil von Martin Schult sehr, und ich freue mich schon auf die Fortsetzung, denn es ist ja der erste Band einer neuen   Serie. Ich kann das Buch jedem Krimifan, und besonders Liebhabern von Regionalkrimis sehr empfehlen.        

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    L
    Leserin3vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Mord plus Spannung plus Humor plus Dialekt
    Tod im Grünen

    Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod, an diese Kolumne von Bastian Sick erinnert der Titel des Werkes mit dem beschaulich dargestellten Bergidyll, welches das Cover dieses Buches ziert. Beschaulichkeit aber hat wenig zu tun mit dem vorliegenden Krimi, und schon gar nicht mit dem brummigen Polizeiobermeister Frassek im grünen Herz Österreichs. Eigentlich will er sich nur erholen, denn sein Beruf hat ihm in letzter Zeit ein Bein gestellt, dazu familiäre Belastungen, und auch der Umgang mit der Tochter im schwierigen Alter, welche ihn «sowas von alt» findet, hat ihn recht gestresst. Endlich Ruhe finden in der Bergwelt der Steiermark!

    Doch ein Todesfall ereignet sich, und der «Piefke» wird sogar zum ersten Tatverdächtigen. Zudem zieht er in Unkenntnis der Berggeher-Tradition auch noch die falschen Klamotten an. Da er jedoch nun mal da ist, muss er letztendlich auch ermitteln. Alt aber will Frassek dabei nicht aussehen, will er sich doch auch vor den örtlichen Kollegen nicht blamieren.

    Hinzu kommt noch, dass es kluge Einheimische mit viel Menschenkenntnis gibt, welche die Ohren aufsperren, ihre Beobachtungen machen und sich einen Reim auf die Geschehnisse bilden können.

    Sprünge in der Handlung und im Ortswechsel gibt es jede Menge in der Story, nicht nur gesellschaftlich und hoch oben auf den Hügeln der Steiermark, beim Toten Mann, sondern auch unversehens vom Verdächtigten zum Verdachtschöpfenden. Da wird gestorben und fröhlich wieder auferstanden, getratscht und intrigiert.

    Einige Male war ich versucht, mir Notizen zu machen, denn an etlichen Stellen geht es ziemlich wirr durcheinander, und ich musste teils ein paar Seiten zurückblättern. Es gibt so viele Geheimnisse, dass man auf jeder neuen Seite und hinter jedem Stein eine neue Überraschung erwartet.

    Mir gefiel die humorige Note, welche durch den Dialekt noch zusätzlich Nahrung erhält. Hier ist eine geniale Verbindung zum Werktitel gelungen. Wahrscheinlich hat dem Kroisleitner sein 104-jähriger Vater, dessen Tod der unmittelbare Anlass für diesen Krimi bot, vom Himmel herab heimlich mitgeschmunzelt. Unwahrscheinlich? Mag sein, aber die ganze Geschichte ist es doch – oder?

    Wer die Bayern-Krimis liebt, ob als Serie im Fernsehen oder als Buch, wird auch den "Kroisleitner" lieben. Meinen Geschmack trifft das Buch nicht so.

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    T
    Trucksvor einem Jahr
    Verworren und leider auch langatmig teilweise

    „Dem Kroisleitner sein Vater“ ist der Auftakt zu einer Krimiserie, in dessen Mittelpunkt der bärbeißige Polizeiobermeister Frassek steht.

    Martin Schult kannte ich bis dato noch nicht, fand den Klappentext und besonders den Titel als Bayern-Fan aber super und dachte „Hey, da werfen wir mal einen näheren Blick rein..!“

    »Eine Oper im Dreivierteltakt – Heimatfilm, Bergdrama und Krimi, so wird das Buch beworben und ich muss sagen, das trifft es genau auf den Punkt. Besser kann man das Buch nicht beschreiben.

    Klappentext

    Dem Kroisleitner Karl sein Vater ist tot. 104 war der alte Kroisleitner, aber noch topfit, das lag an der guten Luft oder am Marillenschnaps. Schon bald ermittelt die Kriminalpolizei aus der nahen Bezirkshauptstadt, was der wortkarge Wanderer mit der schlechten Ausrüstung damit zu tun hat.

    Ebenjener mit dem Namen Frassek, seines Zeichens Polizeiobermeister aus Berlin, hatte sich doch nur in der Steiermark von seinem letzten, gelinde gesagt unglücklich verlaufenen, Fall erholen wollen - und von seiner pubertierenden Tochter.

    Inmitten von Lügen, Intrigen und Dorfklatsch wird Frassek unversehens vom Tatverdächtigen zum Ermittler.

    Frassek stolpert also sozusagen lediglich in den Fall hinein, wenn man so will und das zu lesen war schon irgendwie unterhaltsam.

    Allerdings leider auch sehr verworren teilweise und langatmig zudem... Teilweise hätte ich das Buch fast abgebrochen, weil ich dachte, das geht gar nicht, habe es dann aber doch zuende gelesen. Doch leider konnte es mich nicht überzeugen, da mir auch die Spannung in wesentlichen Momenten doch gefehlt hat. Klar ist das ein Krimi und kein Thriller, aber trotzdem sollte doch Spannung vorhanden sein und die hat mir hier fast durchgängig leider gefehlt...



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    kuechenqueenvor einem Jahr
    Langeweile pur

    Karl Kroisleitners Vater, immerhin 104 Jahre alt, wird tot am Berg Toter Mann gefunden. Kurios: Seine Knie sind aufgeschürft und seine Zunge ist blau. Dies erinnert an eine alte Sage, die besagt, daß bereits jemand mit diesen Merkmalen dort den Tod gefunden hat. Der dort urlaubende berliner Polizeiobermeister Frassek wird schnell zum Hauptverdächtigen, da er sich dort nicht sehr zugänglich zeigt.

    Der Inhalt hört sich zwar gut an, jedoch ist das Buch alles andere als spannend oder interessant. Die Handlung hat mich überhaupt nicht gebannt und durch die zahlreichen Charaktere wird alles sehr verwirrend. Noch dazu ergeht sich der Autor in der Vorstellung der Charaktere, so daß man immer wieder versucht ist, das Buch einfach in die Ecke zu legen. 

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    Oliver_Müllervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Abgedrehter Bergkrimi mit skurillen Charakteren und überraschenden Wendungen
    Wilder Bergkrimi um tote Sängerinnen, Legenden von toten Männern und anderen dubiose Vorkommnisse

    Was Deutsche und Österreichter trennt, das ist die gemeinsame Sprache. So ungefähr könnte man den vorliegenden Kriminalroman in Kurzfassung beschreiben.

    Das allein würde aber nicht ausreichen, um dieses sehr unterhaltsame Buch vorzustellen. Zum Inhalt: Ein 104jähriger ist gestorben. Das ist erstmal nichts ungewöhnliches bei diesem Alter. Umso mehr aber, wenn der Mann mit blauer Zunge, aufgeschrammten Knien und einem abgerissenen Knopf in der Hand gefunden wird.

    Über Umwege wird ein Berliner Polizist dann erst zum Verdächtigen, bevor er es ist, der die Ermittlungen quasi übernimmt. Dabei stößt er auf allerhand skurille Dorfbewohner, die alle ihre Geheimnisse haben.

    Was erst ganz humorvoll beginnt, bekommt nach und nach einen ernsteren Ton und wird immer spannender. Kunstvoll gelingt es dem Autor, die vielen Fäden miteinander zu verweben und den Leser dabei bei der Stange zu halten, denn immer bleiben Rätsel offen und hinter jeder gelösten Frage wartet weiteres Stirnrunzeln.

    Erst am Ende, nach einer Entführung, Morden und anderen verrückten Vorkommnissen, die schon fast an biblische Plagen erinnern, löst sich alles auf und der Leser kann sich wohlig aufatmend in seinem Lesesessel zurücklehnen. Endlich weiß man, wer der Mörder ist und warum alles gekommen ist, wie es kommen musste. Sogar, was mit der englischen Sängerin namens Amy in London geschehen ist.

    Hut ab vor dem Autor, der diese vertrackte Geschichte bis zum Ende souverän durchzieht, nie in extreme Albernheiten abdriftet und dabei super unterhält. Ganz klare Leseempfehlung.

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    Wedmas avatar
    Wedmavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannend, atmosphärisch, humorig. Eine gute Wahl, wenn man Familiengeschichten liebt!
    Spannender Kriminalroman.

    „Dem Kroisleitner, sein Vater“ habe ich gern gelesen und kann ihn v.a. diejenigen empfehlen, die gerne Familienromane mit viel regionalem Kolorit lesen.

    Es ist ein Kriminalroman, eher ein Roman als Krimi, wobei es hier auch einen Mord und eine Ermittlung mit Auflösung zum Schluss gibt, der von den urigen Figuren der St. Margarethener in der Steiermark und ihren spannenden Familiengeschichten lebt.

    Diese Figuren fand ich authentisch, eigen, skurril und liebenswürdig. Besonders gut gefallen hat mir die Wirtin im Valentiner, dem St. Margarethener Wirtshaus. Eine quirlige, neugierige Frau mit wohl geübter Beobachtungsgabe, die z.T. ihre eigenen Ermittlungen anstellt, da sie ihre Pappenheimer kennt und eins und eins zusammenzählen kann.

    Die Handlung hat mehrere Stränge, die prima zu einander passen, abwechselnd erzählt werden und in ein großes Finale münden. Spannend war mir der Roman bis zum Schluss, den ich in nur paar Lesesitzungen fertig geschmökert habe.

    Die Sprache ist bewusst regionalgefärbt, insb. bei den Bewohnern des Dorfes in der Steiermark. Da musste ich oft schmunzeln. Situationskomik kam noch oft genug dazu.

    Fazit: „Dem Kroisleitner, sein Vater“ finde ich toll und sehr lesenswert. Ich habe diese Geschichten sehr gern gelesen, mich dabei wohl gefühlt, die urige Atmosphäre in der Steiermark, feinen Humor uvm. genossen. Gerne vergebe gerne 5 Sterne und bleibe auf weitere Werke aus der Feder von Martin Schult gespannt.

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    amena25vor einem Jahr
    Crossculture-Krimi

    Frassek, Polizeiobermeister in Berlin, hat mehr als nur eine Pechsträhne. Vor kurzem ist erst die Mutter gestorben, jetzt der Vater, die Frau hat ihn verlassen und seine pubertierende Tochter findet ihn ,,sowas von alt“. Die Beerdigung des Vaters schwänzt er einfach und fährt stattdessen weiter in die Berge, wo er in dem kleinen Dorf St. Margarethen in der Steiermark landet. Zurück in Berlin muss er sich um abzuschiebende Asylanten kümmern, die auf geheimnisvolle Weise jedes Mal vorgewarnt werden und rechtzeitig verschwinden. Als Frassek und sein Kollege Sprotz versuchen, den Täter, genannt der ,,Robin Hood vom Humboldthain“, durch eine List zu fassen, blamieren sie sich grandios. Und dann erfährt Frassek auch noch, dass er als Verdächtiger in einem Mordfall in St. Margarethen gesucht wird. Der 104-jährige Alois Kroisleitner wurde ermordet, und zwar genau zu dem Zeitpunkt, als sich Frassek dort aufhielt. Da hilft nur noch die Flucht nach vorn. Frassek begibt sich samt seiner Tochter ins idyllische St. Margarethen und ermittelt selbst. Dabei kommen nicht nur lange gehütete Dorf- und Familiengeheimnisse zutage, auch die Ereignisse im und nach dem 2. Weltkrieg spielen eine Rolle.

    Die Gattung ,,Kriminalroman“ beschreibt den Charakter des Buches nur bedingt. Zwar gibt es Tote, Verdächtige und Mörder, die Spannung ergibt sich aber eher aus der Mischung von Regionalem, Historischem, allgemein Menschlichem und Witz. Klamauk ist durchaus vorhanden, wenn Berliner Schnauze auf Steiermark trifft. Doch hat das Buch weit mehr als so mancher humorige Regionalkrimi zu bieten. Wenn Frassek und der ,,junge“ Kroisleitner sich über das Sterben unterhalten, geht es schon fast ins Philosophische.

    Die häufigen Orts- und Perspektivenwechsel fordern die Aufmerksamkeit des Lesers. So einiges muss man sich wie ein Puzzle zusammensuchen, auch in die Sprache der St. Margarethener muss man sich erst einfinden. Doch gerade das macht den besonderen Reiz dieses Buches aus. Mich hat das Buch gut unterhalten, gerade weil es sich eher um eine Mischung aller möglichen Gattungen und Stile als um einen Krimi im eigentlichen Sinne handelt.



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    Zmeis avatar
    Zmeivor einem Jahr
    Spannend, atmosphärisch, authentisch, toll geschrieben!

    Der Roman hat mir super gut gefallen, ich habe den in einem Rutsch gelesen und empfehle ihn sehr gerne weiter.

    Die Leseprobe hat mich schon sehr beeindruckt und der Rest hat mich absolut überzeugt und restlos begeistert.

    Das Leben im Dorf in der Steiermark wurde so authentisch beschreiben, die Figuren so lebendig und echt, auf eigene Art sympathisch, ihre Lebensgeschichten so spannend und mit einander verwoben, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

    Da prallen zwei, gar drei Welten auf einander: Berliner, St. Margarethener in der Steiermark und die Wiener. Alle sprechen ihre Dialekte, was deutlich im Text erkennbar ist, und dem Ganzen Urigkeit und Authentizität verleiht. Auch diese Naturverbundenheit der Menschen im steierischen Dorf hat mich  beeindruckt. Wenn Berliner Frassek unter Stress zur Zigarette greift, geht der Einheimische Karl zu seiner Wiese und Josef sucht seine Bank im Wald auf.

    Die zweite Zeitebene hat dem Roman noch viel mehr Tiefe verliehen, denn die Geschehnisse aus dem 2.ten Weltkrieg haben direkten Einfluss auf das heutige Leben. Die Briefe aus 1946 sind eine wahre Bereicherung, auch weil sie Antworten zu den Fragen liefern, die die Menschen im Heute zu beantworten suchen, aber nicht nur.

    Auch Themen wie Sterbehilfe und Depressionen bei älteren Menschen, Suche nach eigener Identität, nach dem Glück im Leben, nach wahrer Liebe bei den Jüngeren sind sehr gut und passend in die Geschichte hineingewoben worden. Die Gesamtaussage des Romans, es gibt übrigens mehrere, ist schon stark.

    Alle Rätsel werden am Schluss aufgelöst und die Fragen beantwortet.

    Es ist vielleicht kein Krimi im klassischen Sinne, eher ein Familienroman mit Krimielementen, aber ein sehr gut gelungener. Spannend bleibt es bis zum Schluss, denn es gibt mehrere Erzählstränge, und jeder hat seinen eigenen Spanungsbogen, der mich bis zur letzten Seite gefesselt hat. Das Buch ließ sich sehr gut lesen. Der Schreibstil ist flüssig, hier und da leicht humorig. Die Geschichte an sich ist ganz toll erzählt, ich bin sehr vom Autor und seinem Können angetan. So einen tollen Roman habe ich schon länger nicht in den Händen gehalten.

    Das Buch ist Hardcover in Grün mit Umschlagblatt, der Titel und Autor glänzend hervorgehoben. Perfekt als Geschenk.

    Fazit: Spannend, atmosphärisch, authentisch, ganz toll geschrieben. Ein Wohlfühlbuch, das man kaum aus der Hand legen kann, wenn man gerne Romane voller Familiengeheimnisse mit viel Lokalkolorit und entsprechenden Verwicklungen liest. Urlaubsfeeling pur und Spannung zugleich! Bitte mehr davon!

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    yellowdogs avatar
    yellowdogvor einem Jahr
    ungewöhnlich

    Die konservative Krimileserschaft war anscheinend von dem Roman irritiert, im Sinne von zu wenig Krimi. Ich habe das Buch daher mehr aus literarischer Sicht gelesen.

    Zunächst geht es ja tatsächlich um einen Mord an einen alten Mann. Vermutlich ermordet, offenbar gewaltsam mit Gift, das langsam und qualvoll wirkte.

    Der Sohn des Toten, Karl Kroisleitner, nimmt es schwer, dennoch kommt der Verdacht gegen ihn auf, auch bei der Polizei.

    Dann gibt es noch Polizisten Frassek aus Berlin, der offenbar Familienstress handelt und eine junge Frau, Emma, die nach einer missglückten Karriere unter dem Künstlernamen Amy in ihre Heimat zurückkehrte.

    Diese verschiedenen Handlungsstränge wirken anfangs verwirrend, man muss sich erst einlesen.

    Auch sind die Figuren alle nicht unbedingt sympathisch gehalten, und sie können auch nerven! Das macht es dem Leser nicht einfacher, aber es lohnt sich, denn interessant sind sie schon.

    Überzeugend jedoch ab Kapitel 9, in dem Emma alte Briefe aus Kriegszeiten liest. Die Vergangenheit spielt eine Rolle. Das macht den Stoff schon interessanter. Doch es gibt noch mehr Überraschungen, die ich hier natürlich noch nicht verraten werde.

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