Martin Sixsmith Philomena

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Inhaltsangabe zu „Philomena“ von Martin Sixsmith

Philomena is now a major film starring Judi Dench and Steve Coogan, directed by Stephen Frears
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  • Der Weg, mich mit diesem Buch zu enttäuschen, ist mit guten Absichten gepflastert

    Die Schuld in uns

    StefanieFreigericht

    29. September 2017 um 23:08

    Jan, alleinerziehender Vater, fährt mit seinen zwei Kindern für zwei Wochen in die „Alte Welt“, in der Westpfalz. Vordergründig wurde das abgelegene Urlaubsziel ausgewählt, um jenseits von Wellness und Internet Zeit als Familie zu verbringen, tatsächlich hat der Vater jedoch eine ganz persönliche Verbindung mit diesem Ort, eine, von der er lange selbst nichts wusste. Doch seine Recherchen bringen nicht nur das Dorf gegen ihn auf, sie bringen auch Gefahren für seine ganze Familie. Das klang ja ganz gut, geschrieben laut Vorwort nach einer wahren Geschichte sogar, doch ich wurde reichlich enttäuscht. Erstens fand ich die Geschichte völlig überzogen, zweitens unglaubwürdig, drittens lauerten mir etwas zu viele erhobene Zeigefinger und „Holzhammer“-Hinweise.Über den Punkt, überzogen zu sein, könnte man vielleicht noch streiten, das mit der „wahren Geschichte“ ist schon etwas anders, denn die realen Bezüge liegen außerhalb Deutschlands und lassen sich meiner Meinung nach dann doch nicht so direkt übertragen, außerdem ist die Zeit eine ganz andere. Ja, es hat diese Art Verbrechen, speziell von der genannten Institution, auch hier in Deutschland gegeben, es wird sie schrechlicherweise von verschiedenen auch heute noch geben, jedoch in anderem Umfang und in anderer Art und Weise; damit wird man der Opfer nicht gerecht. Ich sehe eindeutig die gute Absicht, den Willen, das Unrecht anzuprangern, finde die ganze Geschichte jedoch völlig aufgesetzt. Und hier beginnt dann mein Problem mit der Glaubwürdigkeit:Wer nennt seine Kinder (keine Zwillinge, wohlgemerkt) Julian und Julia? Das KANN doch nur Spott anziehen (ist aber noch harmlos im Vergleich zum Rest). Wer bucht mit seinen Kindern Zimmer in einer Pension und BLEIBT dort, wenn 1. es keine Möglichkeit gibt, nachts die Zimmer von innen abzuschließen 2. der vermutlich geistig behinderte Sohn der Pensionswirtin vor sich hin murmelt „Die Kinder sollten nicht hier sein, das ist kein guter Ort für Kinder.“3. die Gäste von der Pensionswirtin dauernd gemaßregelt werden, z.B. „In der Alten Welt wird nicht gelogen, das mag auf viele Stadtmenschen befremdlich wirken. Gewöhnen Sie sich daran, die Wahrheit zu sagen, das ist mein guter Rat an Sie.“4. den Gästen beim Gang durchs Dorf heftige Ablehnung entgegenschlägt? „Das Letzte, was wir hier gebrauchen können, sind Leute, die herumschnüffeln.“ Dazu Drohungen durch Fremde unterwegs, neben denen man dann aber unverdrossen herläuft.Papa Jan mag seine Recherchen ja für SEIN Seelenheil als wichtig empfinden, aber welcher Mensch tut so etwas seinen Kindern an? Nach Hause zum Opa schaffen, zurück in die Pension und etwas von einem Notfall murmeln, fertig. Gegen die Pension Elisabeth wirkt Bates‘ Motel geradezu normal und anheimelnd. Überhaupt die Erziehung der Kinder, das wirkt ein wenig aus der Zeit gefallen, so etwas kenne ich von der Kindheit meiner Mutter, 50er/60er Jahre, nicht von heute. Julian ist 12, Julia 15.1. Jan mag keine Smartphones selbst für Kinder in Julias Alter, mit 15? Ich hasse ja selbst diese Feiern, bei denen ich von allem unter 25 nur die Scheitel sehe, weil sie dauertippen, aber ein wenig Realitätssinn bei Eltern…(ich hätte ja nie gedacht, dass mich jemand dazu bringt, Handynutzung bei Kindern zu verteidigen)2. die 15jährige wird für zu jung gehalten für Kaffee, der 12jährige für Cola. Jaaa, es gibt Gesünderes. Aber Julia könnte mit 16 in eine Lehre gehen und Papi würde dort wohl kaum die Kaffeemaschine bewachen können, von Besuchen bei Freunden mal abgesehen. Da lieber Mengen und Rahmen festlegen.3. Jan unterstützt ja die Schauspielambitionen seiner Tochter. Aber erst einmal soll sie natürlich Abi machen, dann studieren, danach kann man gerne über ihr Hobby „reden“. Jaaa, ich hasse die dummen Gänschen, die „Star“ werden wollen, und halte viel davon, einen Beruf zu lernen, der eben keine Altersarmut impliziert. Aber was will er ernsthaft erzwingen, wenn der Nachwuchs volljährig ist? Ja, die Finanzierung. Doch auch dafür könnte das Kind nach derzeitiger Rechtslage auf Unterhalt klagen – es kann schließlich auch nicht angehen, dass Kinder nur genau den Beruf erlernen dürfen, der Ziel der Eltern ist.4. dieser überstrenge Vater ist so vertrauensselig, dass beide Kinder am nächsten Tag an den Proben für das Theaterstück teilnehmen dürfen, nur betreut vom anderen Pensionsgast, Geiger, einem bis dahin völlig Unbekannten? Und Papi schaut nicht mal eine Zeit lang zu?5. Kurz vor 22 Uhr wird die 15jährige zu Bett geschickt – in den Ferien 6. Wenn ein Kind verschwindet, lässt man das andere bei einem vorher völlig Fremden? Ach ja, die „Holzhämmer“ fehlen noch. Es wimmelt von Sätzen wie: „Darunter ein kleinerer Hinweis: Kloster Rosenthal.Er musste kurz schlucken und es lief ihm eiskalt den Rücken herunter.“ Geht’s auch etwas weniger dick aufgetragen? Leider nein. Immerhin ist der Part mit der Bigotterie für mich gut vorstellbar, wenn auch etwas zu ungebrochen in diesem gesamten Dorf. Keiner denkt anders? Schwer vorstellbar heutzutage. Dann glaubt jemand im Buch an Mordversuche gegen die eigene Person und – geht nicht zur Polizei, geht nicht weg – nichts. Auch nicht, als es zu einem vermuteten Anschlag auf eine weitere Person kommt. Diverse weitere Fakten: „Natürlich wusste er, dass gemeinhin empfohlen wurde, Adoptivkindern nicht anzuvertrauen, dass sie adoptiert waren.“ Nein, ganz im Gegenteil, heute rät man Adoptiveltern, bereits mit Babys über das Thema zu reden, um es selbstverständlich werden zu lassen, benutzt Begriffe wie „Bauchmutter“, um kein späteres Trauma aufkommen zu lassen. https://pfad.wordpress.com/Dazu dann ein Satz wie „Liebende Eltern würden ihr Kind jedenfalls nicht in ein Heim geben, oder?“ Nun dummerweise „mögen“ wir alle zwar keine tot aufgefundenen Kinder, die vorher auf irgendwelchen Toiletten zur Welt kamen. Was aber dann? Wollen wir dann so einen Spruch wie vorab lesen, statt vielleicht alternativ auch von Eltern auszugehen, die wissen, dass sie ihrem Kind nicht das bieten können, was es erhalten sollte? Die deshalb ihr Kind zur Adoption freigeben, verantwortlich handeln (vom Staat den Eltern entzogene Kinder werden NICHT zur Adoption freigegeben)?Der „Topmanager“ Jan kann 2 Wochen Urlaub nehmen und muss nie mit der Firma telefonieren, wie inzwischen selbst viele normale Angestellte? Welcher „Topmanager“ redet von sich als solcher?Ein Psychiater in einer Klinik rät einem Mann ab davon, etwas weiter zu verfolgen, was diesen offensichtlich sehr beschäftigt? Ein Psychiater???Wenn ich ein Tier vor mir sehe, kann ich sofort Krankheit von Vergiftung unterscheiden, wenn… Und das geht so weiter und weiter und weiter. Das Buch hat mehrheitlich 5-Sterne Bewertungen, also liegt es eventuell an mir oder ich habe schlicht einfach zu viele richtig gute Bücher gelesen in letzter Zeit. Schade um die Zeit. Zum ersten Male möchte ich negative Sterne vergeben. Es gibt ein Vorwort, das eindeutig nicht von den gleichen Leuten korrigiert/geschrieben wurde wie der Rest des Buches: bitte nacharbeiten. Folgebuch: The Lost Child of Philomena Lee: A Mother, Her Son, and a Fifty-Year Search von Martin Sixsmith.(oder der Film „Philomena“ mit der wunderbaren Judi Dench)

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  • Irreführend ...

    Philomena

    Nele

    "Philomena" ist der Titel des Buches, doch die Frau namens Philomena spielt nur eine kleine Nebenrolle. Das Buch ist im Großen und Ganzen eine Rekonstruktion des Lebens eines Kindes, welches - zur Welt gebracht von einer Minderjährigen Irin (Philomena!) - im Irland der 1950er Jahre durch verschiedene politische Wirren und die damaligen Weltanschauungen zur Adoption freigegeben und anschließend in einer amerikanischen Familie großgezogen wird. Immer wieder auf der Suche nach seinen Wurzeln und geschädigt von der marginalen Erinnerung an seine Mutter wächst der Junge zu einem Mann heran, der sich in der Zeit des Vietnamkrieges immer mehr für die Politik interessiert und schließlich in der republikanischen Partei Fuß fässt. Die konservativen Ansichten des damaligen Amerikas hindern ihn daran, seine Homosexualität frei auszuleben, welches - da sein Arbeitgeber ebendiese konservativen Ansichten teilt - immer wieder zu Schwierigkeiten in seinem Leben und seinen Beziehungen führt. Das Buch an sich ist leicht zu lesen und stellenweise auch wirklich interessant. Leider hatte ich durch den Titel und auch den Umschlagtext, der von der Suche einer Mutter nach Ihrem unfreiwillig zur Adoption freigegebenen Kind erzählt, eine ganz andere Vorstellung vom Inhalt. Zusätzlich gibt das Buchcover und auch der Trailer, dem das Buch als Vorlage diente, dem Ganzen ebenfalls den Eindruck, dass die Hauptrolle weiblich ist. Das Fazit: Das Buch ist interessant, die Geschichte gut und nicht zu sachlich erzählt (schließlich handelt es sich beinahe um eine Detektiv- und/oder biographische Arbeit). Wer aber, wie ich, durch den Trailer und die Umschlaggestaltung die Suche einer Mutter nach seinem Kind lesen möchte, sollte Abstand nehmen.

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