Martin Sonneborn

 4.3 Sterne bei 77 Bewertungen
Autor von Herr Sonneborn geht nach Brüssel, Das PARTEI-Buch und weiteren Büchern.
Autorenbild von Martin Sonneborn (©  DIE PARTEI)

Lebenslauf von Martin Sonneborn

Martin Sonneborn wurde 1965 in Göttingen geboren. Nach seinem Abitur studierte er Publizistik, Germanistik und Politikwissenschaft an den Universitäten in Münster, Berlin und Wien. Seine Magisterarbeit schrieb er über das Satiremagazin TITANIC. Ab dem Jahre 1995 arbeitete er selbst als Redakteur bei diesem Magazin, fünf Jahre später wurde er dessen Chefredakteur. Seit 2006 ist er für die Satire-Rubrik „Spam“ auf Spiegel Online verantwortlich. Zudem ist er Mitherausgeber des „endgültigen Satiremagazins“. Immer wieder macht Sonneborn mit medienwirksamen Aktionen auf sich aufmerksam: So holte er angeblich mit einem Fax an die wahlberechtigten FIFA-Mitglieder, in dem er ihnen unter anderem eine „Schwarzwälder Kuckucksuhr und einen Fresskorb mit Bierkrug“ in Aussicht stellte, die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland. Auch gründete er im Jahre 2004 mit weiteren Redakteuren der TITANIC „Die Partei“, amtiert als deren Bundesvorsitzender und machte durch mehrere Aktionen auf sich aufmerksam. So stießen etwa der geplante Mauerbau am 9. November an der innerdeutschen Grenze (mithilfe der IG Bau), ein Staatsbesuch in Georgien (mit Kniefall und Kranzniederlegung) sowie ein Kanzlerkandidatinnen-Casting auf großes Medienecho. Über seinen Dokumentarfilm „Heimatkunde“, der ihn bei der Umwanderung Berlins zeigt, schrieb der Berliner Kurier: "Üble Ossi-Hetze im Kino", wohingegen der Spiegel urteilte: "Eine schaurig schöne Momentaufnahme zum Stand der Einheit." Martins Sonneborn veröffentlichte bisher die Bücher „Ich tat es für mein Land“ sowie „Das Partei-Buch: Wie man in Deutschland eine Partei gründet und die Macht übernimmt“.

Neue Bücher

Herr Sonneborn geht nach Brüssel

 (29)
Erscheint am 10.09.2020 als Taschenbuch bei Kiepenheuer & Witsch.

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Cover des Buches Herr Sonneborn geht nach Brüssel9783462000443

Herr Sonneborn geht nach Brüssel

 (29)
Erscheint am 10.09.2020
Cover des Buches Das PARTEI-Buch9783462040906

Das PARTEI-Buch

 (18)
Erschienen am 27.02.2009
Cover des Buches Ich will auch mal Kanzler werden...9783462042573

Ich will auch mal Kanzler werden...

 (6)
Erschienen am 18.04.2011
Cover des Buches Quatsch9783462044751

Quatsch

 (4)
Erschienen am 08.11.2012
Cover des Buches Bundesliga raus aus Afghanistan!9783862653355

Bundesliga raus aus Afghanistan!

 (2)
Erschienen am 15.10.2013
Cover des Buches Ich tat es für mein Land9783936261370

Ich tat es für mein Land

 (2)
Erschienen am 14.09.2005
Cover des Buches Heimatkunde9783548374420

Heimatkunde

 (1)
Erschienen am 01.06.2012

Neue Rezensionen zu Martin Sonneborn

Neu

Rezension zu "Herr Sonneborn geht nach Brüssel" von Martin Sonneborn

Informativ und sehr unterhaltsam
-Leselust-vor 8 Monaten

Kurzmeinung:

"Herr Sonneborn geht nach Brüssel" ist ein wirklich unterhaltsames Sachbuch, welches den Leser*innen auf humorvolle Weise näher bringt, wie das europäische Parlament funktioniert und was hinter den Kulissen abläuft. Eines meiner Highlights in diesem Jahr!


Meine Meinung:

Ich würde mich als durchaus politikinteressierten Menschen beschreiben. Ich schaue Nachrichten, informiere mich im Internet und versuche, in einem angemessenen Rahmen auf dem Laufenden zu bleiben. Sachbücher über Politik habe ich bisher aber kaum gelesen. Zu trocken, zu staubig und unnötig kompliziert erschienen sie mir meist. Als Zielgruppe kamen mir da immer alte weiße Männer mit Kordjackett mit Lederflicken an den Ellbogen in den Sinn.

Ganz anders ist es jedoch mit "Herr Sonneborn geht nach Brüssel". Viele werden Martin Sonneborn als Chefredakteur des Satiremagazins "Titanic" kennen. Oder aus Satireformaten im Fernsehen, wie der Heute Show. Da kommen einem Adjektive wie "trocken" oder "staubig" nun wirklich nicht in den Sinn. Sondern sein lockerer, humorvoller, sarkastischer Ton, den man von ihm kennt -und genau so hat er auch dieses Buch geschrieben. Mit viel Humor und jeder Menge bissigen Kommentaren erklärt er den Leser*innen die Hintergründe und Funktionsweise des EU-Parlaments. Klärt auf über die Arbeit in Ausschüssen und Gremien, über Abstimmungen, Lobbypartys und Auslandsreisen. Ich habe durch dieses Buch viel über die EU gelernt. Zum Beispiel darüber, wie Gelder verteilt werden, wie neue Gesetze entstehen, wie die Arbeit der Abgeordneten ganz praktisch aussieht und welchen Einflüssen sie unterliegen. Und auch auf die Absurdität der teils wirklich überbordenden Bürokratie macht Martin Sonneborn mit Hilfe der Satire aufmerksam.

Die interessanten Informationen und Fakten sind gespickt mit lustigen Anekdoten und solchen, bei denen einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Es hat mich ziemlich schockiert, wie viel Korruption, Absprachen und Einflussnahme etc es im EU-Parlament gibt. Dieses Buch ist dann eben doch nicht nur zum Lachen, sondern hat mich teilweise auch echt wütend und fassungslos gemacht. Sonneborn versteht es großartig, mit satirischen Mittel auf absurde bürokratische Regeln oder politische Missstände aufmerksam zu machen.

Teilweise konnte ich seinen Humor zwar nicht teilen und sehe einige Passagen auch wirklich kritisch, z.B. seine Reproduktion von von Sexismus und Rassismus. Das ist einfach etwas, was ich auch für satirische Zwecke nicht ok finde und ich nicht drüber lachen kann. Aber insgesamt fand ich seine Aktionen gut und denke, dieses Buch ist sehr gut geeignet, um den "normalen Bürger*innen" auf sehr unterhaltsame Art und Weise Politik und die Funktionsweise demokratischer Prozesse näherzubringen.


Fazit:

"Herr Sonneborn geht nach Brüssel" ist ein sehr informatives und gleichzeitig unterhaltsames Buch über Europapolitik –von Abstimmungen im Parlament über Geschäftsreisen bis hin zu Geschichten aus dem Hinterstübchen und den Einfluss von Lobbyismus und Korruption. Martin Sonneborn zeigt mit satirischen Mitteln die Absurdität der überbordenden Bürokratie auf, aber macht gleichzeitig deutlich, warum sich diese EU trotzdem lohnt.

Eine Empfehlung für alle, die sich für europäische Politik interessieren. Und eigentlich auch für alle, die das eigentlich nicht so sehr tun, sich aber gern unterhalten lassen.


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Rezension zu "Herr Sonneborn geht nach Brüssel" von Martin Sonneborn

Lehrreich, aber mit Abzügen
Ignovor 8 Monaten

Im Frühjahr 2014 gelingt der PARTEI etwas überraschend der Einzug ins EU-Parlament. Martin Sonneborn, ehemaliger Chefredakteur der Titanic und zuletzt u.a. im Ensemble der heute show, wechselt nach Brüssel (und Straßburg, wie wir lernen werden), wo er nicht nur auf freundlichen Empfang trifft. Auf der Hinterbank der Fraktionslosen, zwischen Ultrarechten und Ultrarechteren, verfolgt er ein herausforderndes Ziel: Wo er schon mal hier ist, kann er auch herausfinden, wie die EU eigentlich funktioniert.


Herr Sonneborn geht nach Brüssel – Untertitel Abenteuer im Europaparlament – erschien 2019 bei Kiepenheuer & Witsch. Das Buch ist satirisch-autobiografisch verfasst und berichtet chronologisch auf 432 Seiten von ausgewählten Ereignissen der ersten fünf Jahre von Sonneborns Zeit als MdEP.


Sonneborns Buch ist streitbar, wie auch Sonneborn selber streitbar ist. In einer Zeit, in der gerade die politische Rechte wieder fahnenschwenkend ins Rechtsextreme marschiert, darf man sicherlich die Frage diskutieren, ob eine Satirepartei der Europäischen Union zuträglich ist. Sonneborn gibt gerade zu Beginn seiner Amtszeit allen Grund für Kritik. Sein Abstimmungsverhalten – als Kritik an den Abstimmungsmarathons im EU-Parlament gedacht – ist diskutabel. Seine Gleichgültigkeit gegenüber dem Amt – ursprünglich sollte der PARTEI-MdEP jeweils monatlich zurücktreten, um möglichst viele in den Genuss der Parlamentariervorzüge zu bringen – ebenso. Sein scheinbar lässiges Verhalten gegenüber den ultrarechten Vertretern auf den Nachbarplätzen – Udo Voigt, der NPD-Mann, dient als Running Gag – im Zeitgeist problematisch.


Trotzdem hat Herr Sonneborn geht nach Brüssel auch eine andere Seite. Es zeigt einerseits eine Entwicklung, denn Sonneborn wächst auf seine Weise durchaus in die Verantwortung seines Amtes. Stehen wichtige und vor allem enge Abstimmungen an, weicht er von seinem Abstimmungsverhalten ab. Daneben verteidigt er sich erfolgreich gegen die Bundestagsverwaltung, als die PARTEI den Irrsinn der deutschen Parteienfinanzierung, der eigentlich nur den großen bestehenden Parteien nutzt, an seine Grenzen führt. Sonneborn auf plumpe Satire zu reduzieren, würde ihm nicht gerecht.


Herr Sonneborn geht nach Brüssel liefert tiefe Einblicke in den Parlamentsbetrieb auf EU-Ebene. An vielen Stellen ist das frustrierend, nicht nur weil dieser erwartbar bürokratisch ist. An vielen Stellen fand ich Sonneborn frustrierend, vor allem weil sein Humor – wider jeder Kritik, von der es genug gab – zahlreiche rassistische Elemente nutzt und er vielen Dingen, die nicht in der ersten Reihe stattfinden, mit einer Gleichgültigkeit begegnet, die schon an Realitätsferne grenzt. Trotzdem ist das Buch lehrreich. Es offenbart eine Sicht in den EU-Betrieb, die es in der konzentrierten Form in unterhaltsam bislang wohl noch nicht gab. Und auf eine sehr merkwürdige Weise trägt es auch eine tiefe Verbundenheit zum ursprünglichen Friedensprojekt EU in sich. Sonneborn macht keinen Hehl daraus, dass er die EU auf dem falschen Weg sieht, trotzdem aber daran glaubt, dass es einen besseren Weg für sie gäbe und der zu wichtig ist, um die EU selber auflösen zu wollen. Insofern ist Herr Sonneborn geht nach Brüssel auch ein Plädoyer für die EU.


Schlussendlich würde ich das Buch ohne Einschränkung empfehlen – wenn da nicht diese ständigen Rassismen wären. Die stoßen mir leider in 2019 nun doch zu sehr auf, als dass ich sie unter einem Deckmantel der Satire noch dulden würde. Weil das Buch aber wirklich lehrreich ist, bleibe ich bei einer recht hohen Bewertung. Es ist kompliziert.


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Rezension zu "Herr Sonneborn geht nach Brüssel" von Martin Sonneborn

Abenteuerliches Europa ...
Jens_Rohrervor 9 Monaten

2014 zieht der Satiriker Sonneborn als einziger Abgeordneter seiner Partei "Die PARTEI" ins Europaparlament ein. Was er dort erlebt hat, schildert er in diesem Buch. Das ist witzig, aber manchmal weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Politik wird von den großen Fraktionen für Konzerne und nicht für Bürger gemacht. Sehr lustig beschreibt er, was sich im Parlament an dubiosen Gestalten tummelt. Ein polnischer Monarchist, der das Frauenwahlrecht abschaffen will, der Choleriker Elmar Brocken (eigentlich Brok), der bei Empfängen regelmäßig einschläft, wohl um die Kraft zu haben, mit Büchern nach Praktikanten zu werfen. Eine lustige und wirklich oft abenteuerliche Reise nach Brüssel. Die komische Insel die weg will habe ich schonmal verdeckt. 

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Martin Sonneborn wurde am 15. Mai 1965 in Göttingen (Deutschland) geboren.

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