Der Koch

von Martin Suter 
3,9 Sterne bei15 Bewertungen
Der Koch
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Inhaltsangabe zu "Der Koch"

Maravan, 33, tamilischer Asylbewerber, arbeitet als Hilfskraft in einem Zürcher Sternelokal, tief unter seinem Niveau, denn Maravan ist ein begnadeter, leidenschaftlicher Koch. In Sri Lanka hatte ihn seine Großtante in die Kochkunst eingeweiht, nicht zuletzt in die Geheimnisse der aphrodisischen Küche. Als er gefeuert wird, ermutigt ihn seine Kollegin Andrea, die von seinen Fähigkeiten weiß, zu einem Deal der besonderen Art: einem gemeinsamen Catering für Liebesmenüs. Anfangs kochen sie für Kunden, die ihnen eine Sexualtherapeutin vermittelt. Doch ihr Erfolg spricht sich herum, und eine weitaus zahlungskräftigere Klientel bekundet Interesse: Männer aus Politik und Wirtschaft - und deren Grauzonen. Maravan hat Sorge, das Geschäft könne ›unanständig‹ werden. Und das wird es. Doch er benötigt das Geld, um seine Familie in Sri Lanka am Leben zu erhalten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257802894
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:26.01.2010
Das aktuelle Buch ist am 27.09.2011 bei Diogenes erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor 3 Jahren
    es wird viel gekocht, aber dem Leser kommt kein Hunger auf


    Der tamilische Koch Maravan möchte ein Meisterkoch werden. Eigentlich ist er es schon. Er arbeitet in einem Gourmettempel bei DEM Koch in der Schweiz, allerdings als Küchenhilfe. Er schnippelt und wäscht Teller, träumt vom eigenen Restaurant. Als er seinen Job verliert, macht ihm seine ehemalige Kollegin Andrea ein Angebot. Er hatte sie zu Hause bekocht und dieses Mal war nicht nur köstlich, es hatte erotische Auswirkungen auf ihren Körper. Die beiden agieren nun schwarz als Caterer mit erotischen Gerichten: «Love Food». Im Prinzip ist das auch schon alles. Er liebt sie, sie aber nicht ihn, denn sie ist lesbisch, dafür aber die junge Sandana, die er nicht liebt. Gähn … Das Ganze wird nebenbei garniert mit ein wenig Weltpolitik. Waffenhändler, sexbesessene Reiche, trickreiche Bosse, die ihr Geld in der Finanzkrise retten wollen, die Bourgeoise von Zürich, alle landen irgendwann bei Maravan, speisen im Sternerestaurant. Der Tamile selbst hat mit Politik nichts am Hut, muss sich aber mit seinen Landsleuten gutstellen, um Aufträge zu bekommen. Seine Schwester bettelt dauernd nach Geld, das er in die Heimat senden soll, denn dort macht die Politik das Leben teuer. Nebenbei wird erwähnt, dass die junge Tamilin Sandana zwangsverheiratet werden soll, sich das nicht gefallen lassen will.
    Hier wird ein wenig angerissen, aber drüber hinweggeschrieben. Die Reichen sind dekadent, verfressen und böse. Klischee lässt grüßen.
    Maravan bedient sich der ayurvedischen Rezepte seiner Großtante, setzt sie ins Moderne der Molekularküche. Er hantiert mit Vakuumkocher, Mixer, Siphon, kreiert Kügelchen, serviert auf Löffeln, in Reagenzgläsern und Phiolen. Normalerweise lese ich gern Bücher, in denen gekocht wird, ich rieche Gewürze, den Duft von brodelnden Essenzen, sehe das Menü vor mir. Nichts davon geschah beim Lesen. Nicht mal der Hunger stellte sich ein. „Gefrorene Safran-Mandel-Espuma und ihre Safrantexturen“, «Curry vom jungen Huhn auf Sashtika-Reis mit Korianderschaum und „Eislutscher aus Lakritze-Honig-Ghee“ kamen in meinem Kopf nicht an, destilliert im Vakuumkocher, gematschte Molukulare. Widerkäuend über lange Strecken wurde gekocht, serviert, bis die Langeweile aufkam von der Brodelei.

    Gut erzählt ist die Geschichte allemal. Aber das reicht nicht. Was wollte der Autor sagen? Die Schweiz ist verstickt in Waffengeschäfte und Finanztricksereien, liefert in Kriegsländer, während die Kriegsflüchtigen eben diese Bosse hier bekochen, bis sie von Völlerei geplagt am Herzinfarkt krepieren, bezahlt von dem Geld, was sie am Krieg verdienten. Die Kette schließt. Für mich floss die Geschichte dahin, nett erzählt, ohne Höhepunkte und Spannung. Die Protagonisten sind flach, geben nichts her. Die ganze Geschichte treibt an der Oberfläche, nichtssagend in Inhalt und Protagonisten. 

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    Ginevras avatar
    Ginevravor 5 Jahren
    Love Food für gestresste Manager... und die Folgen!

    Der junge Maravan wird von seiner Großtante auf Sri Lanka in die Geheimnisse ayurvedischer Kochkünste eingeweiht. Darunter finden sich zahlreiche Rezepte mit "therapeutischer" Wirkung - für buchstäblich alle Lebenslagen.
    Als 33-jähriger politischer Flüchtling, den es in die Schweiz verschlagen hat, jobbt er weit unter seiner Qualifikation im Gourmet-Tempel "Chez Huwyler". Von seinen Kollegen schikaniert, erobert er dennoch die Gunst der attraktiven Bedienung Andrea. Für sie kocht er ein ganz besonderes Mahl: mit aphrodisierender Wirkung, der sich selbst die bekennende Lesbe nicht entziehen kann! So entsteht zwar nicht die von Maravan ersehnte Love Story, aber die durchschlagende Geschäftsidee mit dem vielversprechenden Namen "Love Food"...

    Martin Suter, geb. 1948 in Zürich, arbeitete zunächst in der Werbebranche und als Wirtschaftsjournalist, bevor er sich 1991 den Schreiben von Romanen, Drehbüchern, Theaterstücken und Songtexten zuwandte. Seitdem sind zahlreiche Unterhaltungsromane erschienen, die den unterschiedlichsten Sparten zuzuordnen sind. Meine Favorites: "Lila, Lila" (eine spritzige Gaunerkomödie), "Die Zeit, die Zeit" (ein besinnlich-amüsanter Zeitroman) und "Der Teufel von Mailland" (Krimi, ausgezeichnet mit dem Friedrich-Glauser-Preis).
    Mir hat dieses Hörbuch, souverän und wunderbar vorgelesen von dem bekannten Film- und Theaterschauspieler Heikko Deutschmann, sehr gut gefallen. Die Story ist kurzweilig, die Handlung geprägt von politischen Hintergründen. Man erfährt einiges über die tamilische Befreiungsbewegung, äthiopische Partisanen und die europäische Bankenkrise.
    Für mich ein lesens- bzw. hörenswerter Roman, den ich allen empfehle, die sich für leichte Komödien mit interessanten Hintergründen und Tiefgang begeistern können!

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    Thailas avatar
    Thailavor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Koch" von Martin Suter

    Ich habe schon ein paar Bücher von Martin Suter gelesen. er schreibt charmant und gefällig, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, wiederholen sich seine Geschichten sehr. Es geht immer um gutbürgerliche Menschen in Zürich, deren Welt sich im Laufe der Geschichte als fragiler erweist als sie dachten. Die ausführliche Beschreibung des Luxus und diverser Luxusartikel spielt eine entscheidende Rolle. In diesem Buch widmet Suter sich jedoch der Unterseite des Luxuslebens und hat damit ein interessantes Thema gefunden. Protagonist ist der Tamile Maravan, der als Flüchtling in der Schweiz lebt und als Küchenhelfer den Schikanen seiner Kollegen ausgesetzt ist. Dabei ist Maravan ein hervorragender Koch und außerdem ein Experte der ayuevedischen Küche der Aphrodisaika. Als seine Kollegen Andrea davon erfährt, hat sie eine zündende Geschäftsidee: Love Food. Mitten in der Wirtschaftskrise machen die beiden ein Cateringunternehmen auf. Aber die Nähe zum Rotlichtmilieu, die sich bald entwickelt, macht dem gläubigen Koch bald zu schaffen. Und auch das Schicksal seiner Familie in Sri Lanka, die in den Krieg zwischen Tamilen und der Regierung von Sri Lanka hineingerät, machen ihm Sorgen.
    Suter schreibt gewohnt leichtfüssig und glatt. Sein Sinn fürs Details kann sich vor allem in den Beschreibungen des Essens voll austoben. Man bekommt richtig Appetit beim Hören (oder Lesen). Aber in diesem Buch hat Suter auch ein politisches Anliegen. Er macht auf die blutigen Konflikte in Sri Lanka aufmerksam, die während des Schocks der Wirtschaftskrise fast untergingen und spricht auch das heikle Thema Waffenlieferungen an, die zur Eskalation von Kriegen soviel beiträgt.
    Gelesen wird das Hörbuch unaufällig aber solide von Heikko Deutschmann.

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    Cibo95vor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Koch" von Martin Suter

    "Der Koch" hat mir als Hörbuch gut gefallen. Suter geht auf die Problematik der in der Schweiz lebenden Tamilen ein und vermittelt einem ein Bild von dem Krieg und den Grausamkeiten in deren Heimat Sri Lanka. Der Protagonist, der tamilische Koch, ist sehr sympathisch und verletzt seine Prinzipien nur, um mit dem Geld. welches er mit "LoveFood" verdient, den Tamil Tigers zu geben. Er unterstützt die Organisation sehr widerstrebend, da ihm jede Art von Gewalt zuwider ist, aber sein Neffe ist in den Fängen der Organisation und sie versprechen ihm, diesem zu helfen, wenn er nur genug Geld für den Kampf spendet. Marawand (ich habe das Buch gehört und weiß nicht, wie man den Namen schreibt) kocht nach alten ayurvedischen Rezepten und gibt dem Menü eine sehr erotische Note. Bald spricht sich herum, was mit dem "Sexessen" möglich ist und er verdient gutes Geld ... ihm ist es unangenehm, aber er braucht das Geld. Er hat keine andere Chance, da er als tamilischer Asylbewerber in der Schweiz offiziell nicht arbeiten darf und somit erpressbar wird. Seine Geschäftspartnerin Andrea, in die er hoffnungslos verliebt ist, baut mit ihm zusammen LoveFood auf, doch sie liebt Frauen, keine Männer ... und da ist noch das tamilische Mädchen Sandana, in die könnte er sich auch verlieben. Doch Traditionen und Kasten stehen den beiden jungen Menschen im Weg.
    Ein weiter Suter, der mir gut gefallen hat!

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    MrsBenGurions avatar
    MrsBenGurionvor 3 Jahren
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    alterlippers avatar
    alterlippervor 6 Jahren
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    michella propellavor 6 Jahren
    Morellas avatar
    Morellavor 7 Jahren
    hexhexs avatar
    hexhexvor 7 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

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    bonds avatar
    HAI___-das Buch "DER KOCH" hat mir sehr gut gefallen!Habt ihr ähnlich gute Buchvorschläge für mich..?Kochen,Gewürze,Düfte,das alles in einer guten Story..Danke.
    Matzbachs avatar
    Letzter Beitrag von  Matzbachvor 8 Jahren
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