Ein perfekter Freund

von Martin Suter 
4,0 Sterne bei398 Bewertungen
Ein perfekter Freund
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Neue Kurzmeinungen

LeveretPales avatar

Interessante Idee, gut geschrieben, allerdings sehr vorhersehbare Handlung

BettinasBuecherecks avatar

Packend, verwickelt, clever! Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Und das Ende wieder einmal genial!

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Inhaltsangabe zu "Ein perfekter Freund"

Durch eine rätselhafte Kopfverletzung hat der Journalist Fabio Rossi eine Amnesie von fünfzig Tagen. Als er seine Vergangenheit zu rekonstruieren beginnt, stößt er dabei auf ein Bild von sich, das ihn zutiefst befremdet. Er scheint merkwürdige Dinge getan, ein seltsames Verhalten an den Tag gelegt zu haben in jener Zeit. Aber offenbar gibt es Leute, denen es lieber wäre, jener Fabio bliebe ausgelöscht.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257233780
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:337 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:31.10.2003
Das aktuelle Hörbuch ist am 22.01.2009 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    suse9s avatar
    suse9vor 2 Jahren
    Gut geschrieben, schnell gelesen, nicht mehr loslassend und unbequem

    Nun ja, die Story kommt erst einmal nicht gerade originell daher: Fabio erwacht in einem Krankenhaus und kann sich an nichts mehr erinnern, an nichts, das 50 Tage zurückliegt. Die Frau, die sich als seine Freundin ausgibt, ist ihm fremd und die, die er liebt, lässt sich an seinem Krankenbett nicht blicken. Man sagt, er habe einen Unfall gehabt und durch einen Schlag oder Sturz seine Erinnerungen teilweise verloren. Sie kämen wieder oder nur bruchstückhaft oder auch nicht.

     

    Ich mag solche Geschichten nicht. Sie laufen immer nach gleichem Schema ab, alles wiederholt sich und Langeweile ist aufgrund vorhersehbarer Handlungsstränge vorprogrammiert. Nicht so, wenn Martin Suter am Werk war. Er schreibt eigentlich so ganz anders als ich es mag:  keine blumigen Landschaftsbeschreibungen, keine detaillierten Erklärungen zu Charakteren und Umgebungen. Klar, geradlinig und schnörkellos erzählt er seine Geschichte. Der Leser kommt nicht in den Genuss von zusätzlichen Informationen. Er befindet sich mit dem Helden auf einer Ebene und muss, wie dieser, Schritt für Schritt vorgehen und Seite für Seite die Puzzleteile zusammenlegen. Dabei fühlt es sich an, als ob man selbst ein Stück seiner Erinnerungen verloren hat.

     

    Der Held selbst lässt zu wünschen übrig. Man will ihn gern haben, kann es aber nicht. Also ich nicht. Es wird Leser geben, die ihn gut finden und verstehen. Aber wie im richtigen Leben, so ist es auch hier bei Suter, man entwickelt mal mehr und mal weniger Sympathien. Trotzdem will ich unbedingt wissen, was der Fabio der zurückliegenden 50 Tage so angestellt hat. Ich verfolge mehrere Theorien, muss sie aber alle wieder verwerfen und am Ende schüttelt der Autor mit dem letzten Satz meine Meinung noch einmal so richtig durcheinander.

     

    Ich mag solche Geschichten nicht, aber ich mag solche Bücher, die zum Nachdenken anregen, die Klischees bedienen, um sie dann wieder zu durchbrechen. Ich mag Bücher, die mir den Spiegel vorhalten und die Frage aufwerfen, der man sich stellen muss: „Was würde ich tun?“

    Kommentare: 1
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    Ninabeckerss avatar
    Ninabeckersvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Gutes Buch, dem meiner Meinung nach etwas Spannung gefehlt hat. Das Ende war toll! <3
    Eine neue Chance

    Wie ist es wohl für jemanden, aufzuwachen, eine Frau an dem Krankenhausbett zu sehen, die man "nicht kennt" und nach und nach herauszufinden, dass man Freundin und Job verlor? 
    Dies alles geschieht Fabio Rossi in dem Roman "Ein perfekter Freund" von Martin Suter, nach einem Schlag auf den Kopf. 
    Wenn man bedenkt, dass dieses Buch ein Krimi sein soll, empfinde ich es als etwas langweilig. Oft ist die Handlung nur so dahingeplätschert. Natürlich hat such alles nach und nach aufgeklärt und auch Fabio Rossi erlangt teile seiner fehlenden 50 Tage, doch meiner Meinung nach hat sich dies etwas gezogen. 
    Im Laufe des Romans entdeckt er, dass er vor seinem Unfall über einen Skandal in der Schweizer Schokolade recherchierte. Ob dies etwas mit seinem Unfall zu tun hat bleibt lange unklar. Für mich waren die vielen verschiedenen Begriffe der Namen der einzelnen Firmen, durch die Fabio versucht den Skandal aufzudecken, etwas verwirrend und ich habe sie oft verwechselt. 
    Von Anfang an hat der Titel "Ein perfekter Freund" Freiraum für Phantasie gelassen und auch im Laufe des Romans wusste man nicht genau, ob der Titel ironisch gemeint ist. Martin Suter hat erfolgreich eine falsche Fährte gelegt. Ich finde das hat die Spannung am Ende des Buches erheblich erhöht.
    Meiner Meinung war es jedoch sehr vorhersehbar, dass er seine alte Liebe wieder findet.
    Das Ende war für mich sehr gelungen, da fabio einerseits eine letzte gute Tat macht, sich aber andererseits geschickt aus der Affäre zieht und aus der Schweiz verschwindet.
    Zusammenfassend war es ein sehr guter Roman, dem etwas Spannung gefehlt hat. 

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    kleinechaotins avatar
    kleinechaotinvor 4 Jahren
    Ein perfekter Freund, auch wenn es manchmal anders erscheint.

    Das Buch "Ein perfekter Freund" von Martin Suter erzählt die Geschichte des 33-jährigen Journalisten Fabio Rossi, welcher im Krankenhaus erwacht und sich an eine Zeitspanne von 50 Tagen überhaupt nicht erinnern kann. Er weiß nicht was er in dieser Zeit gemacht hat und wie er sich verhalten hat - weder die Trennung von seiner Freundin Norina noch seine aktuelle Freundin Marlen sind in seiner Erinnerung vorhanden. Auch sein bester Freund Lucas kommt ihm irgendwie fremd vor. Seine aktuelle Jobsituation und seine eigene Veränderung vor dem Unfall sind ihm ebenso fremd.

    Im Laufe des Buches beginnen sich die Lücken zu schließen und Fabio beginnt seine Vergangenheit zu erkennen und zu verarbeiten. Auch die Verarbeitung der Ereignisse mit seinem sozialen Umfeld erklärt so einige Situationen, vor allem die Beziehung zu Lucas wird verschiedenen Blickwinkeln unterworfen und man beginnt zu verstehen, warum das Buch diesen Titel trägt.

    Mir gefiel das Buch sehr gut - es war sehr flüssig zu lesen und ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Ich mag den Schreibstil von Martin Suter sehr gerne und auch die Thematik hat mich angesprochen - vor allem der niveauvolle Zugang zu dem Thema Gedächtnisverlust sprach mich an.

    Ich würde das Buch weiterempfehlen, auch für LeserInnen, die sich sonst eher nicht mit Romanen beschäftigen - das Buch hat einen angenehmen Schreibstil, eine verständliche und klare Sprache sowie einen packenden Inhalt. 

    (Ich habe bereits vor Jahren "Remember Me" von Sophie Kinsella gelesen (ein Buch, dass sich ebenfalls mit dem Thema Gedächtnisverlust beschäftigt, allerdings eher auf humorvoller und romantischer Weise) - wobei für mich das Buch von Martin Suter um einiges leichter lesbar war und für mich persönlich auch ansprechender war).

    Kommentare: 1
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Ein kleines literarisches Kunstwerk mit überzeugenden, individuellen Charakteren und gut gesetzten Beschreibungen und Handlungssträngen.
    Ein literarisches Kunstwerk

    EIN PERFEKTER FREUND ist Martin Suters dritter Roman, erschienen 2002 im Diogenes Verlag. Nach "Small World" und "Die dunkle Seite des Mondes" ist "Ein perfekter Freund" der letzte Teil der "Neurologischen Trilogie". Der Roman wurde 2003 mit dem Deutschen Krimipreis in der Kategorie "National" ausgezeichnet und 2006 mit den Schauspielern Martina Gedeck, Marie-France Pisier, und Carole Bouquet unter der Regie von Francis Girod verfilmt (Un ami parfait).

    Journalist Fabio Rossi erwacht mit einer Kopfverletzung im Krankenhaus. Ihm fehlt die Orientierung, er weiß nicht, wer und wo er ist. Als er vollends zu sich kommt, muss er feststellen, dass er sich an die letzten fünfzig Tage nicht erinnert. Doch irgendetwas muss in dieser Zeit vorgefallen sein, da ihm plötzlich viele Menschen mit Distanz und Kälte begegnen. Als nach und nach Erinnerungsbruchstücke zurückkommen, erfährt Fabio, dass er an einem wichtigen Artikel geschrieben hatte. Doch was war das für eine große Sache gewesen? Und warum stößt er bei seinen Recherchen immer wieder auf den Namen seines Freundes Lucas Jäger?

    Dass Fabio sich an nichts mehr erinnert, lässt ihn immer wieder in überraschende Situationen treten. So geht er in die Redaktion, obwohl er vor kurzem gekündigt hat. Er kämpft um seine Liebe Norina, welche er wochenlang mit einer anderen betrogen hat. Denn nicht nur seine Erinnerungen sind ausgelöscht, auch die Gefühle, die ihn dazu gebracht hatten, sie zu verlassen. Der vergessene Fabio führte ein neues, zu seinem Charakter unpassendes Leben, was dazu führte, dass sich ihm wichtige Menschen von ihm abwandten. Zu seinem Pech haben, im Gegenteil zu ihm, die Menschen, die er verletzte, die letzten fünfzig Tage nicht vergessen und das Verzeihen fällt ihnen sichtbar schwer. Doch Fabio kämpft um sie. Und der Leser kämpft mit ihm.

    EIN PERFEKTER FREUND ist ein kleines literarisches Kunstwerk mit überzeugenden, individuellen Charakteren und gut gesetzten Beschreibungen und Handlungssträngen. Der Leser fühlt sich in die Handlung hineingezogen, fiebert mit, denkt zusammen mit Fabio über das Mögliche sowie Unmögliche nach. Hindernisse, Stolpersteine und Konflikte werden passend eingesetzt und erhalten so den Spannungsbogen. Neugierig liest der Leser bis zur letzten Seite, denn er möchte erfahren, was hinter all den Geheimnissen und Unklarheiten steckt.

    Das Thema "Gedächtnisverlust" könnte als Klischee betrachtet werden, doch belehrt uns Martin Suter eines Besseren: nicht auf das Thema kommt es an, sondern um dessen Umsetzung!

    Alexa

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    winter-chills avatar
    winter-chillvor 5 Jahren
    Rezension zu "Ein perfekter Freund" von Martin Suter

    Und wieder einmal hat mich ein Roman von Suter mehr als nur überzeugt. Es ist immer wieder erstaunlich wie elegant, klar und fesselnd Suter schreiben kann, mit welcher Feinfühligkeit er seine Figuren zeichnet und wie stilsicher er die Szenen entwirft. Jeder Dialog sitzt, jede Szene scheint mit höchster Sorgfalt gewählt. Ich kann „Ein perfekter Freund“ nur uneingeschränkt empfehlen – ein spannender, unterhaltsamer und dabei doch sehr tiefgründiger Roman.

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    Ritjas avatar
    Ritjavor 5 Jahren
    Spannend, verwirrend und gut

    Auf die Bücher von Martin Suter freue ich mich jedes Mal. "Ein perfekter Freund" ist nicht das aktuellste Buch von ihm, aber trotzdem lesenswert. Ich mag den Schreibstil von Suter, der es dem Leser einfach macht in die Geschichte einzusteigen und mit den Charakteren durch die Geschichte zu wandeln. 

    Fabio, Lucas, Marlen und Norina sind in diesem Buch die Hauptfiguren. Sie sind miteinander verbunden und müssen sich nun mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Was ist passiert an diesem Tag? An dem Tag, als Fabio einen Schlag auf den Kopf bekommt und dadurch eine Gedächtnislücke von 50 Tagen hat. Fabio versucht zu rekonstruieren, warum er geschlagen wurde, warum seine Freundin nun nicht mehr Norina, sondern Marlen heißt, warum er seinen Job gekündigt hat und zu einem arroganten Menschen geworden ist. Vieles irritiert ihn und lässt ihn zweifeln. 

    Ist Lucas sein Freund oder sein Feind? 
    Woran hat er zuletzt gearbeitet? Warum sind die Recherchedaten verschwunden? 
    Wer hat sie gelöscht? Oder war er es selbst?
    Warum reagieren die Menschen so negativ auf ihn? 
    Was hat die Gemüsehändlerin auf einmal gegen ihn? 

    Er muss "aufräumen", um zu sich zu finden. Dabei stößt er Türen auf, die besser geschlossen blieben, denn so langsam schließt sich der Kreis wieder und die Zeit wird knapp.

    Martin Suter schafft Spannung bis (fast) zum Schluss. Immer wieder werden neue kleine Details ans Licht gebracht und dadurch ein anderer Weg eingeschlagen. Immer wieder taucht auch der feine leise schwarze Humor von Martin Suter auf und schafft es den Leser gut zu unterhalten.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Rezension zu Ein perfekter Freund

    Fabio Rossi, vom Beruf Journalist, wächt im Krankenhaus wieder auf, nachdem er niedergeschlagen worden ist. Das Resultat dieses Schlages ist, dass sich Rossi an die letzten fünfzig Tage nicht mehr erinnern kann. Dazu kommt noch, dass er Marlen, seine neue Freundin, nicht erkennt- in seinen Erinnernungen ist er noch mit Norina zusammen. Doch diese will ihn nicht wieder sehen, da er sie mit Marlen betrogen hat.
    Sein bester Freund, Lucas Jäger, versucht,ihm all das Vergessene wieder in sein Gedächtnis zu rufen. Währenddessen entdeckt Fabio einige Fakten und Informationen, welche zu einem Riesenskandal geführt hätten, wenn er diese veröffentlicht hätte. Haben diese Informationen mit seinem Schlag auf den Kopf zu tun?
    Des Weiteren erfährt Fabio, dass ausgrechnet sein bester Freund mit seiner Norina zusammen ist. Die Freundschaft der beiden bricht auseinander, vor allem als Fabio bemerkt, dass Lucas mit den Leuten zusammenarbeitet, die einen solchen Skandal unbedingt verhindern möchten....



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    laughing_buddhas avatar
    laughing_buddhavor 6 Jahren
    Rezension zu "Ein perfekter Freund" von Martin Suter

    ...hilft in der Not.
    ...ist dabei selbstlos, auch wenn es mal riskant wird.

    ...muß man nur erkennen
    ...Ooops.

    Top Buch, Top (Suter)Sprache

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    Cosifans avatar
    Cosifanvor 6 Jahren
    Rezension zu "Ein perfekter Freund" von Martin Suter

    Der Plot ist mäßig interessant. Der Ich-Erzähler wacht im Krankenhaus auf und hat eine Gedächtnislücke betreffend die letzten 50 Tage. Nun recherchiert er und versucht herauszufinden, was passiert ist. Die Sprache ist lapidar, die Geschichte nicht besonders überzeugend. Das Gute: man hat das Buch schnell durchgelesen.

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    CamCams avatar
    CamCamvor 8 Jahren
    Rezension zu "Ein perfekter Freund" von Martin Suter

    Seine Hand spürte sein Gesicht, aber sein Gesicht spürte seine Hand nicht. - Die ersten Sätze

    Fabio Rossi, Journalist, erwacht im Krankenhaus - und erinnert sich nicht mehr an die letzten 50 Tage. Die blonde Frau, die ihn jeden Tag besucht, und behauptet, seine Freundin zu sein, erkennt er nicht - statdessen erinnert er sich ganz genau an Norina, seine Ex, und er kann nicht verstehen, weshalb er mit ihr Schluss gemacht hat. Auch sonst hat sich viel verändert - besonders er selbst, wie ihm alle berichten. Doch warum? Langsam kommt er einer grossen Sache auf die Spur - zum zweiten Mal...

    - Achtung, ganz leichte Spoiler -

    Meine Meinung: Martin Suter mag man oder man mag ihn nicht. Das ist einfach so.

    Das Thema der Amnesie ist ja mittlerweile ziemlich ausgelutscht, wurde schon in unzähligen Büchern verwendet und ist hier mässig kreativ umgesetzt. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, nachvollziehbar - ja, Martin Suter versteht sein Handwerk, er weiss, wie man eine Geschichte konstruiert, wie man den Spannungsbogen aufbaut und wie die Charaktere zu handeln haben. Trotzdem, manchmal würde ich mir ein bisschen mehr Drama in seinen Geschichten wünschen - einen Selbstmord zum Beispiel, der im Buch vorkommt, wird so undramatisch und langweilig erzählt, dass ich nur so gedacht habe: "Oh. Er hat sich umgebracht. Okay." - Dabei ist das doch ein unglaublicher Wendepunkt in der Geschichte! Der lesen sollte denken: "Oh mein Gott!! Er hat sich umgebracht!! Wieso?!?!"
    Martin Suter schreibt aalglatt, er ist flüssig zu lesen und macht keine Knoten im Hirn. Halt einfach ein ganz normales Buch, kein besonders herausragendes, einfach ein normales Buch. Er ist aber ganz klar kein Poet. Schönheit in den Sätzen und Wörtern wie z.B. bei Cornelia Funke findet man nicht.
    Ich bringe hier mal ein Beispiel, zwei wahllos herausgesuchte Sätze. Als erstes Martin Suter:
    "Draussen fing ein Hund an zu bellen. "Jaspers!" schrie eine Frauenstimme. Das Bellen verstummte."
    Dann Cornelia Funke in Tintenherz:
    "Sie glaubte Stimmen zu hören, lauter als Staubfingers Musik, Männerstimmen, und eine furchtbare Angst machte sich in ihr breit, genauso schwarz und fremd wie in der Nacht, in der Staubfinger draussen auf dem Hof gestanden hatte."
    Hier sieht man genau den Unterschied: Suter macht kurze, knappe Sätze, mit einfacher Wortwahl, sodass es sehr flüssig zu lesen und einfach zu verstehen ist, mit immer den gleichen Formulierungen. Auch Funke ist flüssig zu lesen, allerdings viel poetischer, schöner, mit schönen Worten und einem sehr langen Satzbau, mit vielen Adjektiven. Darum muss Martin Suter so sehr auf den Aufbau und den Spannungsbogen einer Geschichte achten - bei Funke liest man auch weiter, wenn die Geschichte grade ein bisschen einschläft, einfach, weil ihre Formulierungen so schön sind.
    Ich persönlich bevorzuge die Funke-Variante. Das ist einfach mehr Literatur als das, was Martin Suter erzeugt, seine Bücher sind einfach nur Lesefutter, nichts besonderes. Natürlich gibt es gute Wendungen, korrekte Charaktere und so weiter, aber er hat einfach nicht das gewisse Etwas, das ein Buch auch braucht - Ästhetik.
    Martin Suter ist ein Handwerker, Funke ist eine Künstlerin.
    Wie gesagt - ich mag die Kunst lieber.
    Und genau deshalb kriegt Martin Suter mit diesem Buch nur 4 Sterne.

    Fazit: Ein typisches Martin-Suter-Buch, mit einfachen, immer gleichen Formulierungen, aber guten Wendepunkten und einem passablen Spannungsbogen. Schnell zu lesen - halt nur Lesefutter, kein poetisches, wunderschönes Werk. Mainstream eben.

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