Elefant

von Martin Suter 
4,2 Sterne bei167 Bewertungen
Elefant
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Positiv (130):
P

Gentechnik. Ein großes Thema. Gar nicht so weit weg und gar nicht so abwegig. Toll und unterhaltsam geschrieben.

Kritisch (7):
D

relativ lahmer Plott, der nur durch geschickte Anordnung der Kapitel Spannung erzeugt. - Geht so.

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Inhaltsangabe zu "Elefant"

Ein Wesen, das die Menschen verzaubert: ein kleiner rosaroter Elefant, der in der Dunkelheit leuchtet. Plötzlich ist er da, in der Höhle des Obdachlosen Schoch, der dort seinen Schlafplatz hat. Wie das seltsame Geschöpf entstanden ist und woher es kommt, weiß nur einer: der Genforscher Roux. Er möchte daraus eine weltweite Sensation machen. Allerdings wurde es ihm entwendet. Denn der burmesische Elefantenflüsterer Kaung, der die Geburt des Tiers begleitet hat, ist der Meinung, etwas so Besonderes müsse versteckt und beschützt werden.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257069709
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:351 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:18.01.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 18.01.2017 bei Diogenes Verlag AG erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    winter-chills avatar
    winter-chillvor 4 Monaten
    Heiliges Wesen oder Gentechnik?

    Wie weit darf Wissenschaft gehen? In seinem aktuellen Roman „Elefant“ widmet sich Martin Suter diesmal dem Thema Genmanipulation und ihren ethischen Grenzen. Dabei spinnt er etwas weiter, was mittlerweile sogar schon Realität ist: Vor mehr als zehn Jahren haben Wissenschaftler aus Japan und den USA sogenannte „Glowing Animals“ erschaffen – Katzen, Kaninchen und Schafe, die im dunklen leuchten. Die Forscher erhielten dafür 2008  sogar den Nobelpreis. Allerdings leuchten die genveränderten Tiere nur, wenn sie angestrahlt werden und die Forschung nutzt die Technik im Endeffekt als Markierungsstoffe, um zu sehen, welche Zellen behandelt wurden.

    In Suters Roman nun, möchte der ehrgeizige Forscher Dr. Roux einen rosa leuchtenden Elefanten erschaffen. Eine Leihmutter – eine Elefantenkuh, die einem heruntergewirtschafteten Zirkus in der Schweiz gehört, ist schnell gefunden. Anfangs erhofft sich Roux hauptsächlich Anerkennung in der Wissenschaftler-Szene. Doch dann kristallisiert sich heraus, dass der Elefant nur so groß wie ein Zwergpudel werden wird. Das war zwar so nicht geplant, doch Roux wittert nun auch das große Geschäft: So ein Mini-Elefant wäre doch auch das perfekte Spielzeug für gelangweilte Millionärskinder. Doch es gibt auch Menschen, die nicht wollen, dass der kleine Elefant so endet. Kaung zum Beispiel, der burmesische Elefantenpfleger im Zirkus, der in dem kleinen Elefanten etwas Heiliges sieht. Oder Schoch, ein Obdachloser, der durch den leuchtenden Zwerg wieder zurück zu sich selbst findet. Und so beginnt eine nervenaufreibende Verfolgungsjagd um die halbe Welt. 

    Ich bin ja sowieso bekennender Suter-Fan und auch dieser Roman hat mich wieder zu Hundertprozent überzeugt. Wie gewohnt hat Suter auch mit „Elefant“ einen sehr Plot-starken Roman vorgelegt. Stilsicher, schnörkellos, temporeich und vor allem sehr spannend erzählt, mit hervorragend ausgearbeiteten Charakteren. Das Thema ist gut recherchiert und gesellschaftlich relevant. Trotzdem ist der Roman immer noch gut lesbare Unterhaltungsliteratur. Diesmal liegt über der Geschichte auch noch ein Hauch von Mystik und Märchen. Das zeigt sich auch darin, dass die Rollen der Figuren diesmal sehr stark in Gut und Böse aufgeteilt sind. Einfach ein wundervolles Buch.

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    Faancys avatar
    Faancyvor 5 Monaten
    Kann man lesen, muss man aber auch nicht

    "Elefant" ist ein wirklich toll geschriebenes Buch. Der Schreibstil ist etwas anspruchsvoller und die Handlung alles andere als gradlinig. Wir springen zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her, sodass sich das Puzzle langsam zusammensetzt. Es wird richtig spannend und eindrucksvoll, wenn sich alles plötzlich zusammenfügt. Das war wirklich bemerkenswert. 

    Auch die Charaktere sind toll ausgearbeitet. Jeder bringt seine eigene Geschichte mit und Sympathien baut man sofort auf. Auch den kleinen Elefanten schließt man sofort ins Herz. 

    Nichtsdestotrotz erschließt sich mir der Sinn hinter der Geschichte nicht.  Die Themen, sind deutlich erkennbar. So absurd alles klingen mag, so glaubwürdig ist es auf der anderen Seite dargestellt.  Nur leider hat das Buch für mich keinen Mehrwert. Es hat mich für die paar Stündchen unterhalten, aber einen tieferen Sinn gibt es für mich nicht. Man kann die Geschichte gut lesen, aber man verpasst nichts, wenn man es nicht tut. 

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    Booklove91s avatar
    Booklove91vor 6 Monaten
    Sabu Barisha

    Inhalt:
    Ein Wesen, das die Menschen verzaubert: ein kleiner rosaroter Elefant, der in der Dunkelheit leuchtet. Plötzlich ist er da, in der Höhle des Obdachlosen Schoch, der dort seinen Schlafplatz hat. Wie das seltsame Geschöpf entstanden ist und woher es kommt, weiß nur einer: der Genforscher Roux. Er möchte daraus eine weltweite Sensation machen. Allerdings wurde es ihm entwendet. Denn der burmesische Elefantenflüsterer Kaung, der die Geburt des Tiers begleitet hat, ist der Meinung, etwas so Besonderes müsse versteckt und beschützt werden.

    Meine Meinung:
    Ja, in diesem Buch geht es tatsächlich um einen kleinen rosaroten Elefanten, der im Dunkeln leuchtet und hinter dem wirklich viele Leute her sind. Zum Glück hat der kleine Elefant genug Beschützer.

    "Schoch war nie religiös gewesen, aber vor seinem Absturz hatte er
    durchaus daran geglaubt, dass es etwas gab, was seine Wahrnehmung und sein Vorstellungsvermögen überschritt. Eine höhere Wirklichkeit und vielleicht auch eine höhere Macht." (ZITAT)

    Das Buch ist herzerwärmend, einzigartig und wirklich fesselnd, was nicht zuletzt an dem hervorragenden Schreibstil  und dem auffallendem Cover liegt.

    Die Protagonisten sind mir im Laufe des Buches auch sehr ans Herz gewachsen und die rasante Verfolgungsjagd hat sogar einiges an Spannung mit ins Buch gebracht.

    Mit "Elefant" hat der Erfolgsautor Martin Suter eine aktuelle und relevante Thematik für einen hübschen Roman mit märchen­haften Zügen gewählt. Dass er dafür die Gen­techno­logie – ein unendlich komplexes Minen­feld voller ethischer und mora­lischer Grund­satz­fragen – auf wenige plakative Aspekte reduziert, ist legitim, denn ihm geht es in erster Linie um gefällige Unter­haltung vor ernstem Hinter­grund.

    "Als Mediziner sah Reber natürlich auch die Vorteile der Möglichkeit, Erbgut zu entschlüsseln und zu verändern. Man konnte zum Beispiel
    Genfunktionen ausschalten, die Alzheimer auslösten oder Krebs oder den Alterungsprozess oder andere Geißeln der Menschheit.
    Aber es bedeutete ebenfalls, dass man das Erbgut von Pflanzen, Tieren und Menschen umgestalten konnte. Man konnte sie designen." (ZITAT)

    Absolut Leseempfehlung meinerseits.

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    ManjaElss avatar
    ManjaElsvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Mein erstes Suterbuch. Spannend, amüsant und informativ zugleich. Gefällt mir.
    Mein erstes Suterbuch. Spannend, amüsant und informativ zugleich. Gefällt mir.

    Schoch ist ein Obdachloser, der eine versteckte Höhle an einem Flussufer bewohnt. Ab und an geht er raus, besorgt sich Essen oder Alkohol, trifft Bekannte. Doch eines Tages, nach einer solchen Tour, findet er seine Höhle nicht leer vor – ein kleiner rosa Elefant „wartet“ auf ihn. Und noch dazu leuchtet er… Was danach klingt, als hätte Schoch ein bisschen über den Durst getrunken, stellt sich schnell als Realität heraus. Denn der Minielefant ist echt! Doch woher kommt er?

    Dieses Buch war eines meiner 50 Bücher aus dem großen LB-Leserpreis-Überraschungspaket, welches ich gewonnen habe. Aufgrund des niedlichen Covers war es auch meine erste Wahl und erstes Buch für 2018. Es hat sich gelohnt ;) Denn nicht nur das Cover und der Klappentext, auch die Wortwahl von Suter gefallen mir, die Charaktere sind authentisch und man kann das Buch nur schwer aus der Hand legen. Doch es ist keine reine Feelgoodgeschichte, in der Schoch den Elefanten vor seinen skrupellosen Schöpfern die ihn vermarkten wollen, retten will. Auch das Thema Gentechnik wird realistisch und informativ angesprochen.
    Nichtsdestotrotz glaube ich, dass die Thematik ein noch größeres Potenzial gehabt hätte, welches nicht ganz genutzt wurde. An einigen Stellen wirkt die Story leider doch ein wenig oberflächlich. Dennoch vergebe ich, in Ermangelung halber Punkte (statt 4,5) 5 Sterne, denn das Buch hat mir ein paar schöne Lesestunden beschert!

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    dominonas avatar
    dominonavor 9 Monaten
    Gentechnik oder die Jagd nach dem rosa Elefanten

    Ich mag den Schreibstil des Autors und der hat mich auch wiedereinmal gut durch den hier vorliegenden kleinen Thriller geführt. Die Protagonisten waren mir fast alle sympathisch, aber mir haben so ein bisschen die Lebensweisheiten zwischen den Zeilen gefehlt, die ich vom Autor kenne. Am Anfang ist man von den Zeitsprüngen etwas irritiert, aber das findet sich irgendwann. 
    Das Buch animiert dazu, über Genforschung und seine Vor- und Nachteile nachzudenken. 

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    black_horses avatar
    black_horsevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Mein erstes Buch von Suter. Hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Tolle Mischung aus Gentechnik, Spannung und Gewissen.
    Der rosarote Elefant

    Gentechnik macht alles möglich. Alles? Wie weit darf die Wissenschaft gehen? Diesem Thema widmet sich Martin Suter in diesem Buch.

    Roux hat mit seiner Firma nur ein Ziel: er will einen rosa Elefanten designen, der im dunklen leuchtet. Eine mittels gentechnischer Veränderungen von Elefantenerbgut erschaffene Eizelle lässt er von Zirkuselefantin Asha austragen. Doch dann passiert etwas Unerwartetes: Der Elefantenfötus wächst nicht. Ist das Experiment misslungen?

    Als der alkohlkranke Schoch aus dem Suff erwacht, entdeckt er in seiner Wohnhöhle ein rosa Elefäntchen. Er sollte wirklich aufhören zu trinken. Oder ist das Tierchen echt?

    Diese beiden Handlungsstränge verknüpft der Autor zu einer spannenden Verfolgungsjagd, in der die Themen Gentechnik und Obdachlosigkeit zusammentreffen. Zu beiden Bereichen greift er viele Fragen auf. Das macht das Buch sehr abwechslungsreich.

    Kurze Kapitel, ausdrucksstarke Charaktere, straffe Handlung, so macht Lesen Spaß. Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite sehr gut unterhalten!

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    Edaaas avatar
    Edaaavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eines meiner absoluten Lieblingsbücher! Einfach nur toll.
    Lieblingsbuch!

    Dieser Roman hat meiner Meinung nach seine 5 Sterne absolut verdient. Martin Suters Schreibsstil ist extrem fesselnd und die Geschichte, die in diesem Buch geschrieben steht, ist mehr als nur Fantasie.

    Die Problematik der Gentechnik ist hier gut geschildert und sollte uns Menschen warnen, dass wir nicht in die Natur eingreifen dürfen nur wegen Geld, Ruhm und Anerkennung. Man merkt besonders, dass Geld und Gier  für den Genforscher Roux viel wichtiger ist, als der Respekt an die Natur!  
                                                                                                       
    Insbesondere Gier ist heutzutage eines der größten Triebe der Menschen... egal wie gefährlich das Projekt ist, wenn es Geld einbringt, ist es das wert. Wissenschaftler sollten vorsichtig sein, mit dem was sie tun und nicht einfach herum experimentieren, da sie eine gewisse Verantwortung gegenüber der Menschheit haben!

    Auf der anderen Seite gibt es aber noch Menschen, wie zum Beispiel den burmesischen Elefantenflüsterer Kaung, der versucht alles mögliche zu tun, um den kleinen Elefanten zu beschützen!

    Für mich ein sehr emotionales Buch! Große Empfehlung!!

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    Luthien_Tinuviels avatar
    Luthien_Tinuvielvor einem Jahr
    Warmherziger Roman um einen süßen kleinen rosa Elefanten

    Mich hat "Elefant" sehr bewegt. Das Buch erzählt die Geschichte eines kleinen rosa Elefanten, der plötzlich in der Höhle des Obdachlosen Schoch auftaucht, der sich diesem annimmt, jedoch bald feststellen muss, dass er nicht der einzige ist, der sich für den Elefanten interessiert.


    Das Werk ist aus verschiedenen Blickwinkeln in der Beobachterperspektive erzählt. Zentral geht es um den kleinen Elefanten, warum er rosa ist und leuchtet und die verschiedenen Interessen, die er auslöst. Das Werk hat einen flüssigen Schreibstil und lässt sich sehr gut zwischendurch lesen. Der kleine Elefant wird sympathisch, warmherzig und so liebevoll beschrieben, dass man ihn sofort ins Herz schließt. Die verschiedenen Perspektiven und auch die eingebauten Rückblenden helfen dem Leser, sich ein komplexes Bild von den Hauptcharakteren zu machen. Diese sind dem Leser dann zum Greifen nah.


    Auch wenn das Buch komplex aufgebaut erscheint durch die Zeitsprünge, fällt es doch nach kurzer Eingewöhnung leicht, dem roten Faden zu folgen. Bemerkenswert sind vor allem die kleinen Details, die die Erzählung aufweist. So finde ich es toll, wie Kleinigkeiten, die am Rande einer Perspektive kurz erwähnt werden, an späterer Stelle aus anderer Perspektive eine ganz andere Bedeutung für die Gesamtgeschichte entwickeln.


    Insgesamt ein sehr gelungener, warmherzig geschriebener Roman.

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    AnneEstermanns avatar
    AnneEstermannvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Elefant ist ein Buch über Menschlichkeit, Ethik und Empathie. Es war flüssig geschrieben, hat mich aber nicht ganz überzeugen können.
    Elefant von Martin Suter [Buchrezension]

    Zum Buch

    Ein Wesen, das die Menschen verzaubert: ein kleiner rosaroter Elefant, der in der Dunkelheit leuchtet. Plötzlich ist er da, wie aus dem Nichts. Und ausgerechnet der Obdachlose Schoch findet ihn. Wie das seltsame Geschöpf entstanden ist und woher es kommt, weiß nur einer: der Genforscher Roux. Er möchte aus diesem einmaligen Geschöpf eine weltweite Sensation machen. Allerdings hat der burmesische Elefantenflüsterer Kaung andere Pläne, der die Geburt des Tiers begleitet hat, und der Meinung ist, dass man so etwas Besonderes beschützen muss.

    Mein Fazit

    Fängt man das Lesen des Romans an, kommt man schnell in die Geschichte hinein.  Obwohl dieser im Jahr 2016 anfängt und einige Rückblenden beinhaltet, tut es der Eingängigkeit der Geschichte keinen Abbruch. Von Anfang an weiß man jedoch, wer auf der guten und wer auf der bösen Seite steht, doch vor allem das Ende lässt den Leser trotz aller Widrigkeiten zufrieden zurück.

    Die Idee hinter dem Roman ist definitiv einzigartig und gut umgesetzt worden, so dass man als Leser diesen Roman nicht aus der Hand legen möchte. Es zeigt, wie Autor Martin Suter gesellschaftskritisch wichtige Themen zu Papier bringen kann, ohne, dass die Geschichte zu langatmig, klischeehaft oder mit erhobenem Zeigefinger ist. Suter schafft auch, dass man sich für einen Lieblingscharakter entscheiden oder sogar mehrere haben kann.

    Ein Kritikpunkt wäre jedoch, dass die Geschichte an manchen Stellen recht kurz gehalten wurde, wie etwa in Zusammenhang mit der Gentechnik. Erwartet man einen (Wirtschafts-)Thriller wird man enttäuscht werden.

    "Elefant" ist ein Roman über Menschlichkeit, Ethik und Empathie, welcher mich jedoch nicht zu 100% überzeugen konnte.

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    IlonGerMons avatar
    IlonGerMonvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr angenehm ist, dass Suter es dem Leser überlasst, welcher der beiden konkurrierenden Sichtweisen er sich anschließen will.
    Er ist einfach da - und leuchtet!

    Skurril, das war ein erster Eindruck, den ich von diesem Buch nach der Vorschau und dem Klappentext bekommen hatte. Aber das ist nur ein Aspekt dieses Romans und zudem ein recht kleiner.
    Ja, es mutet skurril an, dass ein in Geldnöten schwebender Zirkusdirektor sich von einem Genforscher gegen das Versprechen einer größeren Geldsumme auf ein verrückt anmutendes Experiment einlässt. Roux, der Forscher, will einer der Elefantenkühe des Zirkus mittels künstlicher Befruchtung und zuvor erfolgter Genmanipulation zu ganz besonderem Nachwuchs verhelfen. Einen Tierarzt, der das Experiment begleitet, hat Roux auch gefunden.

    Schoch lebt in Zürich auf der Straße oder besser in einer Höhle, die sich am Uferweg des Flusses gebildet hat. Was er nachts plötzlich entdeckt, als er mit einem gehörigen Alkoholpegel aufwacht, kann er nicht glauben. Hat er Entzugserscheinungen? Aber nach seiner eigenen Feststellung kann es das nicht sein, denn getrunken hat er genug. Hat also ein Kind seine Höhle entdeckt und dort sein Spielzeug verloren? Doch so oft Schoch die Augen auch verschließt in dieser Nacht, sobald er sie wieder öffnet steht dieser rosafarbene und leuchtende Mini-Elefant wieder in der Ecke. Und ist beileibe kein Spielzeug, sondern sehr lebendig.

    Kaung ist schon seit vielen Jahren im Zirkus als Wärter für die Elefanten angestellt. Elefantenflüsterer trifft aber seine Einstellung zu all seinen Schützlingen sehr viel besser und so ist es auch nicht verwunderlich, dass er Roux und dessen Plänen mit großem Argwohn gegenübersteht. Das Experiment zu verhindern gelingt ihm nicht, aber er sorgt dafür, dass Roux von der Geburt zunächst nicht erfährt und aufgrund falscher Aussagen an das Scheitern seines Experiments glaubt.

    Schoch hat nun diesen kleinen Elefanten – und er übernimmt plötzlich Verantwortung für ein anderes Lebewesen. Diesen kleinen Elefanten will und muss er beschützen, daran besteht für ihn kein Zweifel, auch wenn seine Beweggründe auch für ihn selbst erst einmal im Dunkel bleiben. Hilfe erfährt er dabei durch die Tierärztin Valerie, die schon sehr bald eine Vertraute für ihn wird.

    Zwischen diesen Protagonisten entwickelt sich eine teilweise sehr verrückte und damit auch manchesmal sehr amüsante (Verfolgungs-)Jagd, die spannend auf der einen Seite und sehr anrührend auf der anderen Seite erzählt wird.
    Dabei sind die Seiten GUT und BÖSE sehr klar verteilt und erkennbar. Schoch und Kaung sind zweifelsfrei die Guten, auch Valerie gehört dazu. Roux und bedingt auch der Zirkusdirektor sind die Bösen, denen man auch als Leser sehr misstrauisch gegenüber steht. Und ohne dass man es bewusst will, beginnt man sich mit dem Thema Gentechnik zu beschäftigen und versucht, eine eigene Position dazu zu finden. Angenehm fällt dabei auf, dass die Thematik sehr verständlich dargestellt wird und der Autor uns einen informativen Einblick liefert. Und ebenso angenehm, dass Suter es dem Leser überlasst, welcher der beiden konkurrierenden Sichtweisen er sich anschließen will.

    Ein Buch für den Kopf und für das Herz – unbedingt lesen. Mich hat der kleine rosa Elefant sehr berührt.

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