Martin Thomas Pesl , Kristof Kepler Das Buch der Schurken

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Inhaltsangabe zu „Das Buch der Schurken“ von Martin Thomas Pesl

Was wäre die Welt ohne Schurken? Unfassbar langweilig: Sherlock Holmes ohne Moriarty, Paris ohne Fantômas oder gar das Monster ohne Frankenstein? Im Herrn der Ringe würde vermutlich ununterbrochen gepicknickt, Alice würde den lieben langen Tag nur durchs Wunderland hopsen und Hannibal Lecter an Sojawürstchen knabbern. Schurken machen das Leben erst spannend, das unserer Helden und natürlich auch unseres. Martin Thomas Pesl hat die 100 genialsten und coolsten Bösewichte der Weltliteratur zur verschmitzten Schurkenparade versammelt. Mit Schurkenskala.

Ein unterhaltsames und liebevoll gestaltetes Lexikon literarischer Bösewichte.

— Lesemanie
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    Das Buch der Schurken
    Wassollichlesen

    Wassollichlesen

    07. May 2016 um 10:17

    Wenn wir ganz ehrlich sind, dann lieben wir sie doch eigentlich alle. Mehr noch, als die langweiligen Retter und Helden (außer Batman) - die Schurken. Die Bösewichte, die Outlaws, die größenwahnsinnigen Möchtegernweltherrscher, die Gangster, die Antihelden.Zumindest akzeptieren wir sie und sehen ihre Daseinsberechtigung, denn ohne Schurken keine Helden.Und endlich werden sie mal in einem Buch katalogisiert. In "Das Buch der Schurken" widmet sich Martin Thomas Pesl ganz der dunklen Seite und mit ihr den 100 genialsten und coolsten Bösewichten der Literaturgeschichte. Wenn auch mit der ein oder anderen Ausnahme. So verbietet es zum Beispiel, die selbst auferlegte , im Vorwort genannte Regel, dass es nur einen Bösewicht pro Autor geben darf. So entscheidet sich Pesl beispielsweise gegen die Definition der Bösartigkeit aus "Harry Potter" Voldemort und für Dolores Umbridge. Vielleicht ist diese Entscheidung aber gar nicht so schlecht, denn erstens gibt es nicht mehr viel, das über Voldemort gesagt werden könnte, was die Fans der Romane nicht schon längst wissen und zweitens hat Pesl so noch ein bisschen Spielraum für ein eventuelles Nachfolgewerk."Seine Eltern waren aller Wahrscheinlichkeit nach Rabeneltern, und seine Seele, das sei jetzt mal so behauptet, ist so schwarz, wie sein Gefieder. Ungerührt reißt der Rabe den ohnehin schon niedergeschlagenen Trauernden noch tiefer in die Verzweiflung."Das Buch ist wie ein Katalog und ich empfehle, es nicht stupide an einem Stück von vorne bis hinten zu lesen, sondern sich so wie ich, erst einmal nur mit den Schurken auseinanderzusetzen, die ihr schon kennt. Wenn ihr alle Bösewichte kennt, dann vergesst meinen vorigen Satz. Wer weiß, über welche Person er hier liest, der weiß den jeweiligen Beitrag und das gesamte Werk viel mehr zu schätzen und wird die Beschreibungen auch wesentlich unterhaltsamer finden.Ich habe mich bisher mit den mir bekannten 42 Bösewichten beschäftigt und kann nur sagen, dass das Böse schon Spaß macht. Das liegt vor allem am Schreibstil des Autors. Wer Wörter wie "Schurkativität" verwendet, den kann man nur mögen. Schöne Zweideutigkeiten und Anspielungen werden abgerundet von der quartettähnlichen Übersicht mit Attributen zu den jeweiligen Schurken. Natürlich mit Sternchen versehen und ganz individuell. Und als wäre das noch nicht alles, gibt es zu jedem der Verbrecher (es gibt übrigens auch weibliche) eine passende Illustration. Zusätzlich steht uns am Ende noch eine Schurkenrangliste von 1-20 zur Verfügung. Zum Selbstausfüllen. Hier wurde wirklich an alles gedacht!!Fazit:"Das Buch der Schurken" ist zweifellos ein Buch, das jeder Literaturfreund im gut sortierten Regal stehen haben sollte; ob als Nachschlagewerk oder Inspiration für die nächste Lektüre.

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  • Schurkenparade

    Das Buch der Schurken
    Lesemanie

    Lesemanie

    16. April 2016 um 07:00

    Was wäre eine Geschichte ohne einen Gegenspieler zu ihrem Helden? Sie würde wohl recht öde anmuten und den Leser kaum wirklich packen. Schurken sind das Salz in der Suppe - wohltemperiert geben sie der Erzählung den Kick um im Gedächtnis zu bleiben. Zu schwach dosiert verfehlen sie diese Wirkung und sollten sie zu dominant sein, können sie die Suppe auch versalzen. Kurz: mit dem Schurken steht und fällt eine Geschichte.In seinem Buch der Schurken setzt Martin Thomas Pesl diesen Figuren nun ein Denkmal - in Form von 100 Lexikoneinträgen zu nicht so netten Figuren aus Romanen aus aller Welt. In der Einleitung zu seinem Werk definiert er den Begriff der seiner Arbeit zugrunde liegt: "Die Definition von Schurke umfasst natürlich Schurken und Schurkinnen, Bösewichte, Unsympathen, Antagonistinnen, Fieslinge, Gauner, Egomanen, üble Hunde und sonstige widrige Mächte. Sie wollen jemandem Böses oder sich selbst - und nur sich selbst - Gutes."Einen derart riesigen Fundus auf eine "Top 100" einzudampfen ist eine beachtliche Leistung. Und Pesl hat sich dafür eine Reihe Regeln auferlegt, die das Resultat umso interessanter machen: dazu gehört an erster Stelle der Versuch, eine gewissen Balance zu wahren zwischen bekannten und unbekannten Charakteren, männlichen und weiblichen Personen, sowie zwischen den verschiedenen Sprachen und Regionen der Welt. So ist diese Hitparade nicht zu einem reinen Schaulaufen von Fieslingen geworden, die wir alle kennen (obwohl sich auch Personen wie Harry Potters Dolores Umbridge und die Grauen Herren aus Momo wiederfinden), sondern bietet dem Leser auch ganz neue Leseinspirationen: so hat es Roman mit Kokain von dem russischen Schriftsteller Mark Lasarewitsch Levi dank Pesl ebenso auf meine Bücherliste geschafft wie Das rote Kornfeld von dem Chinesen Yu Zhan'ao oder aber Herr der Krähen von dem kenianischen Romancier und Kulturwissenschaftler Ngugi wa Thiong'o. Im Anhang stolpert der Leser übrigens über ein detailliertes Literaturverzeichnis - wer also durch die Lektüre Lust auf neue Bücher bekommen hat, findet dort alle wichtigen Informationen.Pesl hat bei der Auswahl seiner Schurken nicht nur darauf geachtet, sich nicht auf die westliche Literatur zu beschränken und Schurken von allen Kontinenten anzuführen, sondern hat zusätzlich zu menschlichen Schurken auch tierische inkludiert: beispielsweise Schir Khan aus dem Dschungelbuch, Moby Dick oder Edgar Allen Poes Rabe. Außerdem eine Reihe mythischer Figuren aus epischen Sagen wie Beowulf, Gilgamesch, der Odysee und den Nibelungen. Der Leser blickt also auf mehr als dreitausend Jahre Schurkengeschichte!Der Ton ist locker und stellenweise blitzt eine entspannte Ironie durch, die verrät wie viel Spaß Pesl mit Büchern hat und wie viel Spaß es ihm gemacht haben muss, diese Liste zu kuratieren. Hie und da streut er hochinteressante Hinweise auf Literturadaptionen und -akionen mit ein: so unter anderem auf das Café Rottenmeier, das im Rahmen des Tokyo-Festivals 2010 als Persiflage auf den japanischen Jugendwahn eröffnet wurde. Die Kellnerinnen des Rottenmeier, benannt nach der strengen Gouvernante in Heidis Lehr- und Wanderjahre, wurden als alte Jungfern geschminkt und angewiesen, ihren Service barsch und streng zu verrichten.Last but not least verdienen die Illustrationen, die Kristof Kepler beigesteuert hat, an dieser Stelle Erwähnung. Sie greifen Pesls leichte Ironie auf und vermögen es außerdem, Helden, von denen man in vielen Fällen bereits seit Jahren ein bestimmtes Bild im Kopf hat oder die durch Filmadaptionen Kultstatus erlangt haben, so darzustellen, dass sie vertraute Züge aufweisen und dennoch Neuheiten beinhalten.

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