Martin Walser

 3.5 Sterne bei 821 Bewertungen
Autor von Ein fliehendes Pferd, Ein liebender Mann und weiteren Büchern.
Autorenbild von Martin Walser (©Karin Rocholl / Quelle: Rowohlt)

Lebenslauf von Martin Walser

Die Vergangenheit ist sein Element: Der im Jahr 1927 in Wasserburg am Bodensee geborene Martin Walser zählt zu den großen deutschen Gegenwartsautoren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs holte Walser das Abitur nach und studierte in Regensburg und in Tübingen. Während seines Studiums arbeitete er als Reporter und als Hörspielautor für den Süddeutschen Rundfunk. Die Gruppe 47 lud Walser ab 1953 zu ihren Tagungen ein und zeichnete ihn 1955 für seine Erzählung „Templones Ende“ aus. Walser schrieb Romane, Essays, Novellen und Theaterstücke. Im Mittelpunkt seines Schaffens steht das Scheitern des Einzelnen am Leben. Die Helden seiner Romane sind keine starken Typen, sondern eher zerbrechliche Charaktere, die um ihre persönliche Ehre und um ihr privates Glück kämpfen und sich in einem permanenten Seelennotstand befinden. Zu seinen bekannten Werken gehören „Ehen in Philippsburg“ (1957), „Jenseits der Liebe“ (1976), „Ein fliehendes Pferd“ (1978), „Seelenarbeit“ (1979), „Die Verteidigung der Kindheit“ (1991), „Ein springender Brunnen“ (1998), „Der Lebenslauf der Liebe“ (2001) und das umstrittene Werk „Tod eines Kritikers“ (2002). In ihrer Gesamtheit lesen sich Walsers Romane und Novellen wie eine Chronik der Bundesrepublik. Für seine Arbeit erhielt Walser zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem im Jahr 2015 den Friedrich-Nietzsche-Preis für sein Lebenswerk und 1981 den Georg-Büchner-Preis. 1998 nahm er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegen. Sein Leben lang war Martin Walser gut für Kontroversen und Debatten und mischte sich in die politischen und gesellschaftlichen Diskurse seiner Zeit ein. Martin Walser lebt in Überlingen am Bodensee.

Neue Bücher

Spätdienst

 (2)
Erscheint am 21.07.2020 als Taschenbuch bei ROWOHLT Taschenbuch.

Gesamtausgabe letzter Hand

Neu erschienen am 24.03.2020 als Hardcover bei Rowohlt.

Alle Bücher von Martin Walser

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Buchformat:
Cover des Buches Ein fliehendes Pferd9783518743652

Ein fliehendes Pferd

 (197)
Erschienen am 06.10.2015
Cover des Buches Ein liebender Mann9783499255618

Ein liebender Mann

 (88)
Erschienen am 01.02.2011
Cover des Buches Ehen in Philippsburg9783518377093

Ehen in Philippsburg

 (70)
Erschienen am 23.10.1985
Cover des Buches Tod eines Kritikers9783499252266

Tod eines Kritikers

 (82)
Erschienen am 02.06.2009
Cover des Buches Das dreizehnte Kapitel9783499267598

Das dreizehnte Kapitel

 (41)
Erschienen am 01.04.2014
Cover des Buches Ein springender Brunnen9783518396001

Ein springender Brunnen

 (27)
Erschienen am 21.02.2000
Cover des Buches Angstblüte9783644002418

Angstblüte

 (27)
Erschienen am 05.10.2009
Cover des Buches Ein sterbender Mann9783499272165

Ein sterbender Mann

 (27)
Erschienen am 15.12.2017

Neue Rezensionen zu Martin Walser

Neu

Rezension zu "Der Augenblick der Liebe" von Martin Walser

Über die Flüchtigkeit echter Glücksmomente und das Wesen wahrer Liebe
MaryWLucavor einem Tag

Das Beste vorneweg: Ich liebe, nein, ich vergöttere Walsers Art, sich auszudrücken.

Neben seinem großen Interesse und Verständnis für die menschliche Natur, mit all ihren Stärken und Schwächen, ist es seine einzigartige Sprache, in der ich ein jedes Mal regelrecht schwelge, die mich dazu treibt, wieder ein weiteres seiner Werke in Angriff zu nehmen. 

Vermag die Handlung per se, sofern überhaupt vorhanden, auch nicht immer zu fesseln: Walsers ureigene und daher so herrlich unverbrauchten Wortkompositionen, seine Kunst, auch einfache Begriffe so zu arrangieren und zu nutzen, dass die daraus geformten Aussagen weitaus mehr Bedeutung(en) haben als die jeweiligen Sätze Buchstaben und natürlich der leise, oft in Selbstironie mündende Humor - all das packt einen dafür direkt an der Wurzel. Mich zumindest.

Und seien die Brocken, die er einem zum Fraß vorwirft, auch noch so schwer verdaulich: Man wird sie andächtig und mit Genuss verspeisen. Schon allein deshalb, weil sie so appetitlich angerichtet sind.

Viele seiner Aussagen, wie etwa jene über das "Gefangensein" sind universell bzw. steht es einem jeden frei, sie so für sich zu interpretieren, dass sie Erkenntnis und persönlichen Nutzen stiften, obwohl sie vom Initiator dieser Gedankenanstöße womöglich ganz anders gemeint waren. Das ist für mich auch ein sehr reizvolles "Walser-Charakteristikum".

Die ausufernden Passagen über La Mettrie hingegen fand ich irgendwann recht ermüdend. Sie wirkten auf mich wie eine Rechtfertigungsorgie. L' organisation. Les remords ... Vielleicht bin ich aber auch einfach nicht gebildet genug, um die Tragweite dieser Diskurse über unnötige Schuldgefühle vollumfänglich zu begreifen. Jedenfalls brummte mir nach dem Lesen der Schädel. Und ich bin nun auch nicht wirklich motiviert, mich mit La Mettrie eingehender zu beschäftigen. 

(Kurz streift Walser bzw. sein Alter Ego in diesem Zusammenhang auch den Holocaust. Für seinen Umgang mit dieser Thematik steht er ja nicht erst seit gestern im Kreuzfeuer der Kritik. Ich möchte mich dazu nicht näher äußern.)

Am Ende scheinen all diese präventiven Verteidigungsstrategien ohnehin obsolet. Weil das Herz sich nicht darum schert, was das Hirn für es austüftelt. 

Dieses ewige Bestreben, mit dem Verstand die Bedürfnisse des Herzens und die sogenannten niederen Triebe zu (er)fassen, ist mir dennoch wohlvertraut. Ebenso wie das zermürbende Hin und Her und die damit verbundene Zerrissenheit. Die vermeintliche Klarheit ist immer nur von kurzer Dauer. Was einem zunächst richtig erscheint, ist plötzlich von Grund auf falsch. Und wenig später verhält es sich wieder genau umgekehrt.

Anstrengend ist auch der in der Mitte des Buches vorherrschende Sprachmix aus  englischen, deutschen und französischen Versatzstücken. Zwar leuchtet mir durchaus ein, dass manches "unübersetzbar" ist und bleibt, aber dieses Kauderwelsch ist für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten.

Hin und wieder stellt sich der plötzliche Wechsel vom Deutschen ins Englische aber auch als sehr passend heraus. Etwa, als Zürn nach einem Händedruck des "Quetschers" konstatiert: "Nothing broken, so far." 

Sympathisch wiederum finde ich, dass Walser ... äh ... Gottlieb Zürn dem weiblichen Geschlecht so zugetan ist. Doch trotz all der Wärme schimmert manchmal auch der Chauvi durch. Dadurch, dass er Frauen z.B. abspricht, etwas in SEINEN Augen Herabwürdigendes um ihretwillen zu tun, setzt er sie selbst herab. Das hat was von Entmündigung. "Fellatio" lautet hier auch das Stichwort.

Überhaupt haben die Darstellungen von Erotik in diesem Buch allesamt etwas von einem verkrampften Eiertanz, der mit echter Sinnlichkeit wenig gemein hat. Was eigentlich  tragisch ist für jemanden, der sich doch so danach verzehrt - nach eben jener Sinnlichkeit.

Aber ebenso wie die Liebe selbst in jede ihrer schillernden Facetten niemals langweilig wird, werden mir auch Walsers Bücher niemals fad. 

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Rezension zu "Ein Flugzeug über dem Haus und andere Geschichten" von Martin Walser

Unerwartet starker Tobak für ein Debüt
Andreas_Theisvor 18 Tagen

Und unerwartet auch, daß manche seiner Kurzgeschichten so ähnlich klingen, als seien sie aus der Feder von Georg Klein geflossen. Nach dem Motto: wenns absurd zu werden beginnt, dann bleibe am Ball... und steigere es möglichst noch. Musste bei den teils kafkaesken Szenen oft lachen, so prall überzeichnet und surreal sind die ängstlichen Gedanken und tastenden Verhaltensversuche der Figuren. Spießbürgerliche Lebensweltenge vermischt sich mit hereinbrechenden alptraumhaften Geschehnissen und offenkundig ersehnter gedanklicher Flucht in erstbeste statt vernünftige Erklärungen.

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Rezension zu "Ein sterbender Mann" von Martin Walser

Ein Roman der nicht reifen durfte
KINSKINSKIvor 22 Tagen

Gut, die Hauptfigur ist nicht sonderlich sympathisch. Wer depressive Menschen kennt oder selbst betroffen ist weiß aber, dass der Autor bei der Figurenentwicklung damit nur korrekt gearbeitet hat. Die Geschichte erfährt keine Steigerung. Da sie aber nicht dahinplätschert fällt das nicht negativ auf. Was sich schon negativ auf meinen Lesefluss und meine Leselust ausgewirkt hat, war die wirre Vermischung vieler Elemente. Es wechseln die Erzählperspektive, die Textsorte, der Fokus….. Insgesamt hat der Roman auf mich unausgegoren gewirkt. Gelesen habe ich ihn dennoch (gerne).

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Gespräche aus der Community

Neu
Cover des Buches Ein fliehendes Pferdundefined
Hallo ihr Lieben,

bei uns gibt es im Rahmen der Aktion "Blogger schenken Lesefreude"  oben genanntes Buch zu gewinnen:

http://www.booknerds.de/2015/04/blogger-schenken-lesefreude-und-booknerds-de-ebenso-unser-grosses-gewinnspiel/

Außerdem liegen auf dem Gewinntisch noch 19 weitere Bücher!

Viel Glück!

P.S.: Bitte ausschließlich auf booknerds.de kommentieren, nicht hier.
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Zusätzliche Informationen

Martin Walser wurde am 23. März 1927 in Wasserburg (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

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auf 95 Wunschlisten

von 25 Lesern aktuell gelesen

von 15 Lesern gefolgt

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