Martin Walser Das dreizehnte Kapitel

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Inhaltsangabe zu „Das dreizehnte Kapitel“ von Martin Walser

Mit einem Festessen im Schloss Bellevue fängt es an: Ein Mann sitzt am Tisch einer ihm unbekannten Frau und kann den Blick nicht von ihr lösen. Wenig später schreibt er ihr, und zwar so, dass sie antworten muss. Beide, der Schriftsteller und die Theologin, beteuern immer wieder, dass sie glücklich verheiratet sind, dennoch gehen sie ein Briefabenteuer ein, das nur deshalb sein darf, weil es aussichtslos ist: Ihre Briefe bleiben Hängebrücken über einem Abgrund namens Wirklichkeit.

http://novelero.de/das-dreizehnte-kapitel/

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    Das dreizehnte Kapitel

    Looony

    Martin Walser - Das dreizehnte Kapitel ***** Inhalt Basil Schlupp, berühmt als Schriftsteller des Bestsellers Strandhafer, sitzt bei einem Festakt im Schloss Bellevue an einem Tisch mit der Theologin Maja Schneiin, die er im Anschluss nicht mehr vergessen kann. Da es ihm im Rahmen des Festaktes nicht gelingt ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, versucht er Gleiches anschließend mit einem Brief, sein Zu-Ihr-Hingezogen-Sein gestehend. Zwischen den beiden (zufrieden) Verheirateten entsteht ein Briefwechsel, in dem die beiden eine Nähe zueinander aufbauen, die nur im Raum des geschrieben Wortes existiert und auch nur dort überdauern kann. Meine Meinung „Das dreizehnte Kapitel“ war mein erstes Buch von Martin Walser. Und es ist ihm direkt gelungen mich zu begeistern und zum Fan zu machen. Es geht um Eitelkeit, Selbstverliebtheit und Verrat, um Ehe, um Glaube, um betrügen und betrogen werde. Es geht um die Liebe und ihre vielen Faszetten - sanftmütig und stabil / wild und unberechenbar / hingebungsvoll und leidenschaftlich / explosiv und fragil / phantastisch und real. „Solange man jede Woche zweimal miteinander schläft, kann von Liebe nicht die Rede sein. (…) Oft haut ja dann auch einer ab, dann weiß man, dass es nicht Liebe war, was die Nähe provozierte. Erst, wenn das Geschlechtsleben nachlässt, aber das Gefühl nicht, erst dann empfiehlt es sich, das, was jetzt die Nähe produziert Liebe zu nennen.“ (S.34) Und es geht um die Macht des geschriebenen und (nicht) gesprochenen Wortes. Zunächst hat mich vor allem Walsers Kunst mit der Sprache umzugehen, die er Basil für seine Briefe an Maja leiht, begeistert. Die Gefühle, die Basil in Maja hervorruft und nährt, ruft Walser zugleich im Leser wach. Ich habe mit-gelitten als Majas Briefe ausbleiben, bin mit-balanciert auf der wackeligen Brücke, die die beiden zwischen ihren Leben und Herzen bauen. Walser spielt geschickt mit Metaphern und Zitaten und stets zieht sich ein Hauch von Sarkasmus und Selbstironie durch seine noch so poetischen Worte. „Ein inniger Dank an die Technikwelt, dass sie uns mit dem E-Mail eine Adressierung geschenkt hat, die in jedem Gewimmel per Zuruf funktioniert!l“ (S. 147) Mitten im Briefwechsel habe ich mich gefragt: Wie kann, wie soll das enden, wie kann diese Unmöglichkeit möglich werden und bleiben ohne zerstört zu werden. Das Ende dann - ohne etwas vorweg nehmen zu wollen - hat mich kalt erwischt. Es hat mir ganz neue Dimensionen eröffnet auf die zuvor aufgebauten Emotionen. Auch ich war gefangen in „der Möglichkeit des Unmöglichen“ und muss nun neu sortieren. Mein Blick fällt nachträglich auf neue Ebenen der Charaktere, eine Vielschichtigkeit wird offenbart, die ich zuvor nur unbewusst wahrgenommen habe und die nun Konturen bekommt. Für mich ein Buch, das man nochmal und dann immer wieder lesen muss. Fazit Eine eindeutige Leseempfehlung! Anspruchsvoll, wortgewaltig und voller ehrlicher menschlicher Empfindungen und Befindlichkeiten! „Unsere Buchstabenketten sind Hängebrücken über einem Abgrund namens Wirklichkeit.“ (S. 111)

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher

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    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Die Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben. 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  • Zwischen Briefeschreiben, Theologie und Liebe.

    Das dreizehnte Kapitel

    simone_richter

    06. April 2014 um 20:09

    Der Schriftsteller Basil Schlupp begegnet auf einem Empfang des Bundespräsidenten der Theologin Maja Schneilin. Der Empfang war für den Mann der Theologin, Korbinian Schneilin, gedacht. Frau Schneilin beachtet Herrn Schlupp dabei kaum und doch schreibt er ihr einen Brief und sie antwortet. Beide verheimlichen ihren Ehepartnern den Schriftwechsel, obwohl sie ihre Partner lieben. Nach einer Krebsoperation von Korbinian Schneilin unternimmt er mit seiner Frau eine große Radtour durch Kanada und sie berichtet darüber über Ihr I-Phone ihrem Brieffreund. Der Briefroman ist voller Exzentrizität. Er beginnt mit einer Alltagssituation - dem Verliebtsein eines Schriftstellers in die Frau eines Anderen. Wonach es die Herzen der beiden Briefpartner verlangt bleibt schriftlich und somit platonisch. Die Theologin als Protagonistin bedarf es, um die Korrespondenz auf Karl Barth, dem Schweizer „Kirchenvater des 20. Jahrhunderts", die das Hauptthema des Buches bildet, zu bringen. Zum Schluss allerdings tritt die Theologie in den Hintergrund durch die Krebserkrankung von ihrem Ehemann und die Spur der Briefpartnerin verliert sich in den Wäldern Kanadas. Virtuos und stilsicher schreibt Walser in diesem "13 Kapitel" über "zierliche Lachexplosionen" von Frau Schneilin und kurvenreich geht es weiter mit Duzen und Intimitäten, jedoch dann kommt die Frostigkeit , da der Dichter Basil in einem Interview gesagt hat: "dass das meiste, was in seinem Leben zwischen ihm und Frauen passiert sei, "aus Höflichkeit geschah". Sie sieht sich verraten und schreibt, nun wieder per Sie. Dieses Buch ist ein Flirt mit dem Unmöglichen. Der Briefroman ist Liebesmonolog und Geschlechterdrama in einem. Und ein Hoch auf die Ehe. Zuletzt wird die Frau von Basil Schlupp ihrem Mann den Titel ihres nie vollendeten Manuskripts schenken - "Das dreizehnte Kapitel".

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  • "Ihre Briefe bleiben Hängebrücken über einem Abgrund namens Wirklichkeit."

    Das dreizehnte Kapitel

    FraHaMa

    05. April 2014 um 12:27

    1. Satz: Schloss Bellevue, sagte ich. Rückseite: Mit einem Festessen im Schloss Bellevue fängt es an: Ein Mann sitzt am Tisch einer ihm unbekannten Frau und kann den Blick von ihr nicht lösen. Wenig später schreibt er ihr, und zwar so, dass sie antworten muss. Beider, der Schriftssteller und die Theologin, beteuern immer wieder, dass sie glücklich verheiratet sind, dennoch gehen sie ein Briefabenteuer ein, das nur deshalb sein dar, weil es aussichssichtslos ist: Ihre Briefe bleiben Hängebrücken über einem Abgrund namens Wirklichkeit. Lesegefühl: Ein entschleunigtes Buch, dass langsam die "Beziehung" der beiden Briefeschreiber aufbaut. Aufgrund einer Irritation  versiegt der Briefwechsel kurzfristig, um dann umso intensiver fortgeführt zu werden. Das Buch hat einen Sog, denn so gerne wollte ich wissen, wie die Geschichte endet. Das Ende allerdings ist überraschend und liess mich mit einem lauten Ausruf im Lesesessel zurück. Was ich gerufen habe, verrrate ich nicht. (Rezi von Fra)

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  • Sehr schöne und erfrischende Prosa über die Liebe

    Das dreizehnte Kapitel

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. February 2014 um 15:39

    Der Schriftsteller Basil Schlupp sitzt bei einem Festessen im Schloss Bellevue und kann den Blick nicht mehr von einer ihm unbekannten Frau lösen. Er erfährt, dass sie die Theologin Professor Dr. Maja Schneilin, die Frau des an diesem Abend geehrten Molekularbiologen ist. Wenig später schreibt er ihr einen Brief, einen, auf den sie antwortet. Die beiden beginnen einen Briefwechsel, der immer intensiver und eindringlicher wird. Beide sind glücklich verheiratet und betonen das auch immer wieder. Trotzdem schreiben sie sich Dinge, die sie ihrem Ehepartner nicht anvertrauen würden. Die beiden genießen ihren kleinen Verrat an den Ehepartnern, wie sie das bezeichnen. An ein persönliches Treffen ist nicht zu denken. Gerade diese Aussichtslosigkeit macht diesen Austausch möglich. Basil Schlupp fiebert jedem Brief von Maja entgegen, das Warten auf Post und die Ungewissheit, ob sie überhaupt noch einmal antwortet, lassen ihn täglich leiden.  Wenn ich von einem Schriftsteller gern einen Liebesbrief hätte, dann ist es Martin Walser. Seine Sprache ist wirklich wunderschön. Aber uns trennen 40 Jahre und kennen uns leider auch nicht persönlich, daher wird das wohl eher nicht passieren. :-) Ich gestehe, dass dies mein erstes Walser-Buch war. Keine Ahnung wie mir der Autor die letzten 30 Jahre entgehen konnte. Eines weiß ich sicher: Ich habe etwas verpasst. Der Name Walser war mir natürlich schon vom Hören bekannt, aber bei Autoren Jahrgang 1927 vermute ich normalerweise, dass in den Büchern die Nazis aus den Kellern stürmen und das schreckt mich ab. Ein Vorurteil, ich weiß.  Dabei schreibt Martin Walser über das größte, immer aktuelle und wichtigste Thema der Welt: Die Liebe. Ich lese schon sehr lange keine Liebesromane mehr. Wenn Fräulein Gutsherrentochter im viktorianischen Reifrock die Herren in Gehröcken anschmachtet oder sich in den Feldarbeiter ‚unter Stand‘ mit nacktem Oberkörper und Glutaugen verliebt, dann gähne ich herzhaft und gelangweilt. Zu viele Klischees und immer die gleichen Dreiecksvarianten und Missverständnisse. Anziehen und Abstoßen, Schmetterlingsgefühle und Liebeskummer: Ich mag es nicht mehr lesen.  Wie erfrischend ist da doch Walser. Was er über die Liebe schreibt, ist so originell und authentisch, dass ich am liebsten mein Badewasser gegen seine Bücher austauschen würde, um mal ausgiebig in seinen Worten zu baden. Mir haben schon viele Bücher schöne Geschichten erzählt, aber «Das dreizehnte Kapitel» hatte mir etwas zu sagen.   Ich habe das Buch wegen des Namens «Basil Schlupp» gekauft. Ich finde diesen Namen für einen Schriftsteller, der das Buch «Strandhafer» geschrieben hat, einfach umwerfend passend und originell. Als ich den Namen las, hatte ich sofort ein Bild von ihm im Kopf. Dass «Maja Schneilin» eine sehr helle Blondine ist, das muss man auch nicht extra erwähnen, das weiß man, wenn man den Namen liest. Der Vor- und der Nachname sind weiß, wie frisch gefallener Schnee.  Das Buch ist fast ein Brief-Roman. Es gibt nur wenige Textstellen, die Basil Schlupps Sicht die Dinge erzählen. Meistens liest man den reinen Austausch zwischen den beiden, erst als Brief, später als E-Mail.  Sein erster Brief nach dem Festessen ist sehr gewagt, dafür, dass er an eine ihm unbekannte Frau geht. Er bezeichnet sie als Naturereignis, das ihn getroffen hat. Sie hat seine gesamte weibliche Fanpost, die er bis dahin in seiner Schublade gesammelt hat, so entwertet, dass er sie zum Müllcontainer getragen hat. Über ihr Aussehen sagt er: Ihre Erscheinung. Ihre Stimme. Ihr Gesicht. Ihr Kopf. Wie Sie Ihren Kopf tragen! So, als müssten Sie ihn andauernd präsentieren. Sie müssen sich dessen, dass Sie Ihren Kopf tragen, andauernd bewusst sein. Sie kennen Ihr Gesicht. Diese Gleichzeitigkeit zweier Zeiten. Eine Vierzehn- und eine Vierundvierzigjährige vollkommen vereint…. Und Ihre Haare. In Form und Farbe dieses Nein zu jeder Frisur. Und doch eine Haar-Sensation…  Ich musste lachen, als ich das gelesen habe. Ehrlich gesagt bin ich nicht sicher, ob ich diesen Text über die Haare als Kompliment auffassen würde. Später im Buch bezeichnet er ihre straff zurückgebundenen Haare sogar einmal als «nach hinten gequält». Aber Basil Schlupps Worte sind zwar außergewöhnlich, aber ernst gemeint. Es sind echte Komplimente an sie. Genauso wie er schreibt, dass sie ein großes Gesicht hat. Das Gesicht der Präsidentenfrau ist winzig dagegen.  In diesem ersten Brief provoziert er sie. Er denkt über ihren Nachnamen Schneilin nach, den sie von ihrem Mann, dem Molekularbiologen Professor Dr. Korbinian Schneilin scheinbar bei der Heirat angenommen hat.  Dass Sie Ihren Namen mit Titeln zugebaut haben, weiß ich zu schätzen. So wie Sie sind, dürfen Sie doch nicht unter einem anderen Namen verschwinden, passt nicht zu Ihnen! Sie sehen, ich werde kritisch. Sie werden Ihre Gründe dafür haben. Der schönste Grund wäre: Sie sind eine geborene Schneilin. Sie sind überhaupt seine Schwester und leben im schönsten Inzest mit Ihrem Prachtsbruder. Er könnte sexuelle Probleme haben, sagt die Alltagspsychologie, weil er, statt einer Krawatte, eine Fliege trägt. Zu welch ordinär-abenteuerlichen Vermutungen reißen Sie mich hin! Dann erzählt er ihr zum Schluss noch, dass er nach diesem Abend im Bellevue mit seiner Frau geschlafen hat. Kurz gesagt, ein Brief, der sich wirklich am Rande der Frechheit bewegt, weil er Unterstellungen und ehrlich gemeinte Komplimente enthält. Aber sie antwortet tatsächlich.  Lieber Herr Schriftsteller, (wenn ich Frau Professor bin, sind Sie Herr Schriftsteller), das ist bei Ihnen zu lernen: Man kann etwas tun, ohne zu wissen, warum. Allerdings, eine Art Grund dafür, dass ich Ihren Brief beantworte, also ein Warum für meinen Brief finde ich doch: Ihre Art, an meinem Namen herumzudoktern. Und das erstaunlich erfolgreich. Ich bin tatsächlich eine geborene Schneilin, aber keine inzestuöse Schwester, sondern eine Cousine zweiten Grades. Sie wollten nach Indien und haben Amerika entdeckt…  Sie antwortet charmant, locker und als Theologin und Frau. Damit beginnt ein unterhaltsamer Briefwechsel auf hohem intellektuellen Niveau. Basil Schlupp balzt in jedem Brief, überschwenglich und wortgewaltig, aber man glaubt es ihm. Es wirkt nicht peinlich, wenn er schreibt, er fühle sich «nominiert», weil sie ihm auf seine Briefe antwortet. Zum ersten Mal unterschreibt er in diesem Brief nicht mit «Ihr Basil Schlupp», sondern mit «Ihr Nominierter». Und sie antwortet ihm zum ersten Mal mit «Lieber Vorwurfsfreudiger». Ab da taut auch Maja langsam auf. Ihre Briefe werden immer persönlicher und Anreden und Verabschiedungen in den Briefen werden immer kreativer. Die Intimität wächst. Immer wieder betont er, wie glücklich er ist, dass sie ihm schreibt und wie sehr er auf jeden ihrer Briefe wartet. Die beiden erzählen sich aus ihrem Alltag, diskutieren über die Dinge des Lebens, über Theologie und erzählen sich kleine Geheimnisse, die sie ihren Ehepartnern nicht anvertrauen. Aber beide wissen auch, dass über die Briefe hinaus nichts möglich ist.  Unsere Buchstabenketten sind Hängebrücken über einen Abgrund namens Wirklichkeit. Ich erlebe mich, mich hinüberhangelnd, ohne je drüben den Fuß setzen zu können auf etwas, das mich trägt. Ich lebe von Ihnen. Das erlebe ich. Das ist doch nicht nichts. Auch wenn es nichts ist als Buchstaberei. Ich schau Ihre Sätze an und werde durchströmt von Berührung. Berührung bis ins Innerste. Bis dahin, wo ich mich noch nicht erlebt habe. Aber es bleibt bei nichts. Das ist, was wir haben dürfen: nichts.  Trotz der Aussichtslosigkeit verliebt er sich in sie, in ihre Briefe. Er geht an Orte, an denen er hofft, Maja zu treffen. Obwohl es dafür keinen Grund gibt, dass sie dort auftauchen könnte. Er geht in ein Café und besorgt am Tisch einen zweiten Stuhl für sie, obwohl er natürlich weiß, dass Maja nicht kommen wird. Aber, er möchte vorbereitet sein, falls das Unmögliche doch einmal geschieht.  Die Theologin zertrümmert den Belletristen. Und der gibt sich selig geschlagen. Auf dem Rückweg habe ich Schritt für Schritt ihre Briefe gefeiert. Ich war zu lange vernünftig. Der Gewohnheitskäfig, ausgestattet mit allem Drum und Dran. Durch Sie spüre ich, dass mir der Wahnsinn abhandengekommen ist. Sie sind der helle Wahnsinn. Und das alles per Briefpapier. Der Lebenswunsch. Hört. Auf nichts. Als auf sich. Selbst. Und dann kommt es per Zufall zu der Begegnung, am Flughafen. Er kommt von der Buchmesse, sie fliegt gerade ab und steht in der Schlange. Er ruft ihr seine E-Mail-Adresse zu. Kurz darauf schreibt sie ihm von ihrem IPhone die erste Mail. Er bezeichnet es etwas später als «Das Wunder von Tegel». In dieser ersten Mail hatte ich als Leserin zum ersten Mal wirklich das Gefühl, dass auch Maja ihm deutlich näher ist, als sie zugibt. Sie verabschiedet sich als «Ihre seltsam fröhliche Davonfliegerin».  Die E-Mails zwischen den beiden werden noch intensiver als ihre Briefe. Ich habe mich mit jedem Mail, das Basil von Maja bekam mit ihm mit gefreut. Doch als die beiden bei den Anreden «Liebster Liebster» und «Liebste» sind, ist auf einmal Schluss. Maja schreibt ihm nicht mehr. Kommentarlos. Und er fällt in ein tiefes Loch. Mehrmals am Tag fragt er seine Mails ab, aber es gibt keine Nachricht von ihr.  Das Warum tut zwar einmal so, als gebe es nach, als sei es müde, könne einfach auf alles verzichten, aber dann, wenn mir wieder einmal auf meine schon gar nicht mehr ernst gemeinte Frage vom Apparat geantwortet wurde: Keine Objekte, auf einmal fährt das gerade noch dahindämmernde Warum hoch, bäumt sich auf, kriegt eine innerste Lautstärke und Bewegungsschärfe, wird eine nichts als beißende Gewalt und will von mir jetzt beantwortet werden, oder ich werde hinabgestoßen in etwas,  was ich Hölle nennen werde. Die Geschichte ist damit nicht zuende, die Story geht weiter, aber ich will nicht das Buch erzählen, sondern die Sprache wiedergeben, die dieses Buch besonders für mich macht. Gerade diese Schilderung seines «Liebeskummers» finde ich sehr authentisch. Ja, genau so ist es. Er hat es in seiner außergewöhnlichen Sprache so perfekt getroffen. Die Art und Weise, wie Martin Walser schreibt, spricht mich persönlich an und ich bin davon beeindruckt.  Ich wische das Blut ab und klebe die Stelle mit Müdigkeit zu. Was für ein wunderschöner Satz. Wie so viele wunderschöne Sätze in diesem Buch.  «Das dreizehnte Kapitel» ist kein Buch für Leser, die Action mögen. Aber für jene, wie mich, die einfach nur schöne, kreative und originelle Prosa mögen, ist es ein wirklich sehr empfehlenswertes Buch. Und es hat mich sehr gut unterhalten, von der ersten bis zur letzten Seite.  Martin Walser hat mit mir einen neuen Fan. Ich habe mir gleich im Anschluss noch ein Buch von ihm gekauft. 

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  • Sehr schöne und erfrischende Prosa über die Liebe

    Das dreizehnte Kapitel

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. February 2014 um 15:38

    Der Schriftsteller Basil Schlupp sitzt bei einem Festessen im Schloss Bellevue und kann den Blick nicht mehr von einer ihm unbekannten Frau lösen. Er erfährt, dass sie die Theologin Professor Dr. Maja Schneilin, die Frau des an diesem Abend geehrten Molekularbiologen ist. Wenig später schreibt er ihr einen Brief, einen, auf den sie antwortet. Die beiden beginnen einen Briefwechsel, der immer intensiver und eindringlicher wird. Beide sind glücklich verheiratet und betonen das auch immer wieder. Trotzdem schreiben sie sich Dinge, die sie ihrem Ehepartner nicht anvertrauen würden. Die beiden genießen ihren kleinen Verrat an den Ehepartnern, wie sie das bezeichnen. An ein persönliches Treffen ist nicht zu denken. Gerade diese Aussichtslosigkeit macht diesen Austausch möglich. Basil Schlupp fiebert jedem Brief von Maja entgegen, das Warten auf Post und die Ungewissheit, ob sie überhaupt noch einmal antwortet, lassen ihn täglich leiden.  Wenn ich von einem Schriftsteller gern einen Liebesbrief hätte, dann ist es Martin Walser. Seine Sprache ist wirklich wunderschön. Aber uns trennen 40 Jahre und kennen uns leider auch nicht persönlich, daher wird das wohl eher nicht passieren. :-) Ich gestehe, dass dies mein erstes Walser-Buch war. Keine Ahnung wie mir der Autor die letzten 30 Jahre entgehen konnte. Eines weiß ich sicher: Ich habe etwas verpasst. Der Name Walser war mir natürlich schon vom Hören bekannt, aber bei Autoren Jahrgang 1927 vermute ich normalerweise, dass in den Büchern die Nazis aus den Kellern stürmen und das schreckt mich ab. Ein Vorurteil, ich weiß.  Dabei schreibt Martin Walser über das größte, immer aktuelle und wichtigste Thema der Welt: Die Liebe. Ich lese schon sehr lange keine Liebesromane mehr. Wenn Fräulein Gutsherrentochter im viktorianischen Reifrock die Herren in Gehröcken anschmachtet oder sich in den Feldarbeiter ‚unter Stand‘ mit nacktem Oberkörper und Glutaugen verliebt, dann gähne ich herzhaft und gelangweilt. Zu viele Klischees und immer die gleichen Dreiecksvarianten und Missverständnisse. Anziehen und Abstoßen, Schmetterlingsgefühle und Liebeskummer: Ich mag es nicht mehr lesen.  Wie erfrischend ist da doch Walser. Was er über die Liebe schreibt, ist so originell und authentisch, dass ich am liebsten mein Badewasser gegen seine Bücher austauschen würde, um mal ausgiebig in seinen Worten zu baden. Mir haben schon viele Bücher schöne Geschichten erzählt, aber «Das dreizehnte Kapitel» hatte mir etwas zu sagen.   Ich habe das Buch wegen des Namens «Basil Schlupp» gekauft. Ich finde diesen Namen für einen Schriftsteller, der das Buch «Strandhafer» geschrieben hat, einfach umwerfend passend und originell. Als ich den Namen las, hatte ich sofort ein Bild von ihm im Kopf. Dass «Maja Schneilin» eine sehr helle Blondine ist, das muss man auch nicht extra erwähnen, das weiß man, wenn man den Namen liest. Der Vor- und der Nachname sind weiß, wie frisch gefallener Schnee.  Das Buch ist fast ein Brief-Roman. Es gibt nur wenige Textstellen, die Basil Schlupps Sicht die Dinge erzählen. Meistens liest man den reinen Austausch zwischen den beiden, erst als Brief, später als E-Mail.  Sein erster Brief nach dem Festessen ist sehr gewagt, dafür, dass er an eine ihm unbekannte Frau geht. Er bezeichnet sie als Naturereignis, das ihn getroffen hat. Sie hat seine gesamte weibliche Fanpost, die er bis dahin in seiner Schublade gesammelt hat, so entwertet, dass er sie zum Müllcontainer getragen hat. Über ihr Aussehen sagt er: Ihre Erscheinung. Ihre Stimme. Ihr Gesicht. Ihr Kopf. Wie Sie Ihren Kopf tragen! So, als müssten Sie ihn andauernd präsentieren. Sie müssen sich dessen, dass Sie Ihren Kopf tragen, andauernd bewusst sein. Sie kennen Ihr Gesicht. Diese Gleichzeitigkeit zweier Zeiten. Eine Vierzehn- und eine Vierundvierzigjährige vollkommen vereint…. Und Ihre Haare. In Form und Farbe dieses Nein zu jeder Frisur. Und doch eine Haar-Sensation…  Ich musste lachen, als ich das gelesen habe. Ehrlich gesagt bin ich nicht sicher, ob ich diesen Text über die Haare als Kompliment auffassen würde. Später im Buch bezeichnet er ihre straff zurückgebundenen Haare sogar einmal als «nach hinten gequält». Aber Basil Schlupps Worte sind zwar außergewöhnlich, aber ernst gemeint. Es sind echte Komplimente an sie. Genauso wie er schreibt, dass sie ein großes Gesicht hat. Das Gesicht der Präsidentenfrau ist winzig dagegen.  In diesem ersten Brief provoziert er sie. Er denkt über ihren Nachnamen Schneilin nach, den sie von ihrem Mann, dem Molekularbiologen Professor Dr. Korbinian Schneilin scheinbar bei der Heirat angenommen hat.  Dass Sie Ihren Namen mit Titeln zugebaut haben, weiß ich zu schätzen. So wie Sie sind, dürfen Sie doch nicht unter einem anderen Namen verschwinden, passt nicht zu Ihnen! Sie sehen, ich werde kritisch. Sie werden Ihre Gründe dafür haben. Der schönste Grund wäre: Sie sind eine geborene Schneilin. Sie sind überhaupt seine Schwester und leben im schönsten Inzest mit Ihrem Prachtsbruder. Er könnte sexuelle Probleme haben, sagt die Alltagspsychologie, weil er, statt einer Krawatte, eine Fliege trägt. Zu welch ordinär-abenteuerlichen Vermutungen reißen Sie mich hin! Dann erzählt er ihr zum Schluss noch, dass er nach diesem Abend im Bellevue mit seiner Frau geschlafen hat. Kurz gesagt, ein Brief, der sich wirklich am Rande der Frechheit bewegt, weil er Unterstellungen und ehrlich gemeinte Komplimente enthält. Aber sie antwortet tatsächlich.  Lieber Herr Schriftsteller, (wenn ich Frau Professor bin, sind Sie Herr Schriftsteller), das ist bei Ihnen zu lernen: Man kann etwas tun, ohne zu wissen, warum. Allerdings, eine Art Grund dafür, dass ich Ihren Brief beantworte, also ein Warum für meinen Brief finde ich doch: Ihre Art, an meinem Namen herumzudoktern. Und das erstaunlich erfolgreich. Ich bin tatsächlich eine geborene Schneilin, aber keine inzestuöse Schwester, sondern eine Cousine zweiten Grades. Sie wollten nach Indien und haben Amerika entdeckt…  Sie antwortet charmant, locker und als Theologin und Frau. Damit beginnt ein unterhaltsamer Briefwechsel auf hohem intellektuellen Niveau. Basil Schlupp balzt in jedem Brief, überschwenglich und wortgewaltig, aber man glaubt es ihm. Es wirkt nicht peinlich, wenn er schreibt, er fühle sich «nominiert», weil sie ihm auf seine Briefe antwortet. Zum ersten Mal unterschreibt er in diesem Brief nicht mit «Ihr Basil Schlupp», sondern mit «Ihr Nominierter». Und sie antwortet ihm zum ersten Mal mit «Lieber Vorwurfsfreudiger». Ab da taut auch Maja langsam auf. Ihre Briefe werden immer persönlicher und Anreden und Verabschiedungen in den Briefen werden immer kreativer. Die Intimität wächst. Immer wieder betont er, wie glücklich er ist, dass sie ihm schreibt und wie sehr er auf jeden ihrer Briefe wartet. Die beiden erzählen sich aus ihrem Alltag, diskutieren über die Dinge des Lebens, über Theologie und erzählen sich kleine Geheimnisse, die sie ihren Ehepartnern nicht anvertrauen. Aber beide wissen auch, dass über die Briefe hinaus nichts möglich ist.  Unsere Buchstabenketten sind Hängebrücken über einen Abgrund namens Wirklichkeit. Ich erlebe mich, mich hinüberhangelnd, ohne je drüben den Fuß setzen zu können auf etwas, das mich trägt. Ich lebe von Ihnen. Das erlebe ich. Das ist doch nicht nichts. Auch wenn es nichts ist als Buchstaberei. Ich schau Ihre Sätze an und werde durchströmt von Berührung. Berührung bis ins Innerste. Bis dahin, wo ich mich noch nicht erlebt habe. Aber es bleibt bei nichts. Das ist, was wir haben dürfen: nichts.  Trotz der Aussichtslosigkeit verliebt er sich in sie, in ihre Briefe. Er geht an Orte, an denen er hofft, Maja zu treffen. Obwohl es dafür keinen Grund gibt, dass sie dort auftauchen könnte. Er geht in ein Café und besorgt am Tisch einen zweiten Stuhl für sie, obwohl er natürlich weiß, dass Maja nicht kommen wird. Aber, er möchte vorbereitet sein, falls das Unmögliche doch einmal geschieht.  Die Theologin zertrümmert den Belletristen. Und der gibt sich selig geschlagen. Auf dem Rückweg habe ich Schritt für Schritt ihre Briefe gefeiert. Ich war zu lange vernünftig. Der Gewohnheitskäfig, ausgestattet mit allem Drum und Dran. Durch Sie spüre ich, dass mir der Wahnsinn abhandengekommen ist. Sie sind der helle Wahnsinn. Und das alles per Briefpapier. Der Lebenswunsch. Hört. Auf nichts. Als auf sich. Selbst. Und dann kommt es per Zufall zu der Begegnung, am Flughafen. Er kommt von der Buchmesse, sie fliegt gerade ab und steht in der Schlange. Er ruft ihr seine E-Mail-Adresse zu. Kurz darauf schreibt sie ihm von ihrem IPhone die erste Mail. Er bezeichnet es etwas später als «Das Wunder von Tegel». In dieser ersten Mail hatte ich als Leserin zum ersten Mal wirklich das Gefühl, dass auch Maja ihm deutlich näher ist, als sie zugibt. Sie verabschiedet sich als «Ihre seltsam fröhliche Davonfliegerin».  Die E-Mails zwischen den beiden werden noch intensiver als ihre Briefe. Ich habe mich mit jedem Mail, das Basil von Maja bekam mit ihm mit gefreut. Doch als die beiden bei den Anreden «Liebster Liebster» und «Liebste» sind, ist auf einmal Schluss. Maja schreibt ihm nicht mehr. Kommentarlos. Und er fällt in ein tiefes Loch. Mehrmals am Tag fragt er seine Mails ab, aber es gibt keine Nachricht von ihr.  Das Warum tut zwar einmal so, als gebe es nach, als sei es müde, könne einfach auf alles verzichten, aber dann, wenn mir wieder einmal auf meine schon gar nicht mehr ernst gemeinte Frage vom Apparat geantwortet wurde: Keine Objekte, auf einmal fährt das gerade noch dahindämmernde Warum hoch, bäumt sich auf, kriegt eine innerste Lautstärke und Bewegungsschärfe, wird eine nichts als beißende Gewalt und will von mir jetzt beantwortet werden, oder ich werde hinabgestoßen in etwas,  was ich Hölle nennen werde. Die Geschichte ist damit nicht zuende, die Story geht weiter, aber ich will nicht das Buch erzählen, sondern die Sprache wiedergeben, die dieses Buch besonders für mich macht. Gerade diese Schilderung seines «Liebeskummers» finde ich sehr authentisch. Ja, genau so ist es. Er hat es in seiner außergewöhnlichen Sprache so perfekt getroffen. Die Art und Weise, wie Martin Walser schreibt, spricht mich persönlich an und ich bin davon beeindruckt.  Ich wische das Blut ab und klebe die Stelle mit Müdigkeit zu. Was für ein wunderschöner Satz. Wie so viele wunderschöne Sätze in diesem Buch.  «Das dreizehnte Kapitel» ist kein Buch für Leser, die Action mögen. Aber für jene, wie mich, die einfach nur schöne, kreative und originelle Prosa mögen, ist es ein wirklich sehr empfehlenswertes Buch. Und es hat mich sehr gut unterhalten, von der ersten bis zur letzten Seite.  Martin Walser hat mit mir einen neuen Fan. Ich habe mir gleich im Anschluss noch ein Buch von ihm gekauft. 

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  • Wunderbare Lektüre

    Das dreizehnte Kapitel

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. July 2013 um 04:48

    Wunderbare Lektüre, wie man es kaum anders von Martin Walser erwartet. Der einsetzende Briefwechsel erinnert sehr entfernt etwas an Daniel Glattauer's "Gut gegen den Nordwind", jedoch sehr viel gehobener, formulierter. Die Handlung ist vielschichtige aufgebaut und weckt Emotionen. Ich bin begeistert und werde das Werk irgendwann sicherlich erneut lesen.

  • Rezension zu "Das dreizehnte Kapitel" von Martin Walser

    Das dreizehnte Kapitel

    Weltverbesserer

    17. February 2013 um 19:29

    Ich glaube, es ist noch nicht meine Zeit für dieses Buch gekommen. In diesem Buch wird eine andere Sprache gesprochen als die, die ich schön, aufregend und unterhaltsam finde. Die Sprache ist zwar intelligent und tiefgründig, aber die Wortwahl ist so überaus durchdacht, dass die Sätze schon wieder konstruiert wirkten und es mir zu langweilig wurde. Ich bin aber guter Dinge, dass ich die Story in ein bis zwei Jahrzehnten auch unterhaltsam finden KÖNNTE. Darum stelle ich das Buch noch mal ein paar Jahre in mein Holz- Regal zurück und lasse es (oder mich) reifen. ---- Basil Schlupp - Schriftsteller und Maja Schneilin - Theologin lernen sich bei einem Festessen im Schloss Bellevue kennen. Beide sind verheiratet. Basil schreibt Maja ein paar Tage nach dem Essen einen Brief und gesteht ihr, dass sie ihn beschäftigt hat. Als sie ihm ein bis zwei Wochen später antworte, beginnt der Briefwechsel, in dem sich die beiden viel von ihren jeweiligen Partnern schreiben. ----- Der Grund warum ich das Buch nach 103 Seiten zur Seite gelegt habe ist, dass ich sehr langweilig fand, was die beiden sich über ihre Ehen geschrieben haben und wie sie es geschrieben haben (spricht und schreibt man so mit 50, 60 oder 70 Jahren? Ich kenne bisher niemanden...). Der Briefwechsel ist sehr sachlich und mit einer sehr soliden Zuneigung den eigenen Partnern gegenüber gespickt. Man wird kein Zeuge einer Romanze oder großer Gefühle. Das habe ich allerdings schon erwartet, da im Klappentext von Liebesbriefen die Rede war. Vielleicht ist es so, dass ich noch nicht nachempfinden kann, wie man sich nach 15 oder 25 Jahren Ehe fühlt. Ich bleibe mit einem großen Fragezeichen zurück. Vielleicht finde ich die Antwort ja genau in 15 Jahren in diesem Buch...

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  • Rezension zu "Das dreizehnte Kapitel" von Martin Walser

    Das dreizehnte Kapitel

    54books

    27. January 2013 um 13:27

    Insgesamt enttäuschender Liebes-Brief-Roman des Altmeisters, auch wenn hin und wieder seine Klasse aufblitzt.
    Meine kritische Auseinandersetzung hier http://wp.me/p37mWY-59

  • Rezension zu "Das dreizehnte Kapitel" von Martin Walser

    Das dreizehnte Kapitel

    WinfriedStanzick

    17. September 2012 um 13:08

    Einen Briefroman über die Liebe legt Martin Walser in seinem neuen Buch vor, voller theologischer Reflexionen nicht nur über die Kraft der Liebe nach 1. Korinther 13, das dem Buch den Namen gab, sondern auch eine Art Fortsetzung seiner drei letzten Bücher „Mein Jenseits“ , „Muttersohn“ und „Über Rechtfertigung“. Es ist nämlich kein Zufall, dass der Schriftsteller Basil Schlupp (so ein Name fällt nur Walser ein) auf einem Empfang des Bundespräsidenten in Berlin eine Theologin kennen lernt und für sie entbrennt. Denn in dem kurz auf diese Begegnung beginnenden Briefwechsel der beiden (Schlupp schreibt den ersten Brief) kann Walser so seinem Lieblingsthema frönen. Seine Entdeckung des Theologen Karl Barth (die Theologieprofessorin Maja Schneilin nennt ihn ihren „Meister“) und seiner dialektischen Theologie der Unmöglichkeit („Glauben ohne Hoffnung auf Hoffnung“) hat Walser ergriffen. Es geht um die Unmöglichkeit des Möglichen bzw. die Möglichkeit des Unmöglichen. Maja Schneilin beschreibt das in einem ihrer immer intensiver und intimer werdenden Brief an Basil Schlupp so: „Also: Eine Rechtfertigung kann es nur geben, sofern werde vor Gott noch vor den Menschen eine Rechtfertigung gesucht wird. Es ist keine mögliche, sondern die unmögliche Möglichkeit.“ Die beiden, die sich nach ihrer ersten Begegnung nur noch über ihre Briefe (später kommen noch zeitgemäße Emails hinzu) austauschen werden, öffnen sich einander zusehends und gewinnen eine ausgesprochenen Lust an dem, was sie beide übereinstimmend und nicht wenig lustvoll den Verrat nennen. Sie teilen sich gegenseitig Dinge aus dem Leben ihrer jeweiligen Partner mit, die diese nicht ungedingt goutiert hätten. „Das dreizehnte Kapitel“ ist ein Buch, das den Leser immer mehr in seinen Bann zieht, obwohl es, wie so oft bei Walser voller skurriler Nebenfiguren steckt. Drei Bücher hat er nun in 2012 schon veröffentlicht. Es ist etwas Neues in ihm, dem mittlerweile 85- jährigen Martin Walser, was hinaus will, in die Welt drängt, ausgesprochen und so real gemacht werden will. An einer Stelle lässt er seinen Basil Schlupp, mit ihm wohl so einiges verbindet, in einem der zahllosen Briefe an die von ihm verehrte Maja Schneilin schreiben: Wenn wir "nicht in jedem Augenblick das schreiben können, was in diesem Augenblick unser sogenanntes Dasein ausmacht, dann können wir es - das Schreiben - lassen." Mir hat das Buch gefallen. Walser literarische Auseinandersetzung mit der Rechtfertigungstheologie finden ich spannend und lohnend und verweise in diesem Zusammenhang auf das Buch von Michael Felder „Mein Jenseits. Gespräche über Martin Walsers ‚Mein Jenseits“ (bup 2012), in dem Theologen von ihren Lektüreerfahrungen berichten. Martin Walser schrieb zu diesem Sammelband, all diese Aufsätze und Essays nährten in ihm die Einbildung, '"Religion und Literatur seien die zwei Seiten einer einzigen Medaille, und die heißt eben: unser Dasein.'" Meine theologischen Lehrer, vor allem die beiden schon lange verstorbenen praktischen Theologen Gert Otto und Henning Luther haben mich das schon vor Jahrzehnten gelehrt, und tatsächlich waren es neben den alltäglichen Lebens- und Leidenserfahrungen der Menschen, mit denen ich im Pfarramt lebte und arbeitete, für mich immer wieder die Reflexionen und Brechungen, die die Literaten und Dichter in ihren Romanen, Erzählungen und immer wieder auch in ihren Gedichten unserem Dasein gaben, die mir halfen, die biblische Botschaft, die ich zu verkündigen hatte, in dieses Dasein hinein auszulegen.

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  • Rezension zu "Das dreizehnte Kapitel" von Martin Walser

    Das dreizehnte Kapitel

    HeikeG

    08. September 2012 um 10:47

    Gefühlsausführlichkeiten im Nähe-Glück oder doch nur Dekorateure des Nichts . "Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte / und alle Geheimnisse wüsste / und alle Erkenntnis hätte; / wenn ich alle Glaubenskraft besäße / und Berge damit versetzen könnte, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich nichts." (Korinther 13,1-2) . Auf einer Feier im Schloss Bellevue anlässlich des 50. Geburtstages von Korbinian Schneilin, einem angesehenen Molekular-Biologen und Unternehmer, sitzt der renommierte Belletrist Basil Schlupp, Autor des Erfolgsbuchs "Strandhafer", am Tisch der Frau des Bundespräsidenten. Doch nicht sie erregt sein Aufsehen, sondern die Dame auf "höchstens halb zwei". Die 45-jährige Maja Schneilin, Professorin für Theologie und Gattin des Jubilars, mit ihrem "antiblonden" Haar und den "zierlichen Lachexplosionen" aus einem Mund voller "vibrierender Bereitschaft", erscheint ihm mit einer derart weiblichen Unverwechselbarkeit, dass es um den armen Schreiberling geschehen ist. "Als man bei dem in Rebenholz geräucherten Kalbstafelspitz mit Feldthymian-Traubensauce, Spitzkohlgemüse und gefüllter Linda-Kartoffel mit Kaiserstühler Bauchspeck angelangt war und dazu den trockenen Spätburgunder von der Ahr trank, und ich an der Bundespräsidentin vorbei zu Frau Schneilin hinübergeblickt hatte, ohne auch nur einen einzigen Antwortblick zu erhalten, spürte ich, dass mein Gefühlsstau bald nicht mehr auszuhalten war." Schon am Tisch lässt er sich zu einer ersten Unmöglichkeit hinreißen und einen Trinkspruch der Frau Präsident mit "Das Leben ist zu kurz, um deutsche Weine zu trinken." parlieren. Die zweite Verrücktheit folgt zwei Wochen nach dem einschneidenden Erlebnis. Schlupp schreibt in einem Anfall von "Entblößungssucht" der Professorin einen Brief und offeriert ihr seine "nicht bestellten Gefühlsangebote". Maja antwortet und schnell entspinnt sich eine nicht alltägliche, ja fast zwanghaft zu nennende "Briefekstase", auf dessen "Schreibwiese" Schlupp Tag und Nacht grast. Obwohl beide glücklich verheiratet sind, beichten sie sich zunehmend brisantere Dinge aus ihrem intimsten Privatleben. "Es geht in uns offenbar andauernd etwas vor, was wir dem, der da ist, nicht sagen können." . Genau dieser Umstand war Walsers energielieferndes und seine Schreibfreude aktivierendes Motiv, gesteht er in einem Interview. "Wir existieren da auf einer Frequenz, die im Alltag nicht anzubringen ist, da braucht man eine Ausdruckswelt dafür, und das habe ich ausgebeutet." Er statuiert bei seinen beiden Protagonisten ein Experiment, in das sie ohne es zu wollen, hineingeraten. Schlupp verführt die Theologin "von Wort zu Wort zu Wort" zu einem "Brückenbau in Voraussetzungslose". Ihre zunächst auf Papier geschriebenen, später als E-Mail versandten "Buchstabenketten" entwickeln sich mehr und mehr zu einer "Hängebrücke über einem Abgrund namens Wirklichkeit". Doch schon bald holt die Beiden die Realität ein, zudem ihre virtuelle Liaison auf so wackligen Füßen steht wie deren freischwebende "Wörterbrücke". Erweist sich ihr "Flirt mit der Unmöglichkeit" letztendlich gar nur als "Einbildungsgebäude"? "Wir sind die Extreme, die einander berühren. Und zwar durch nichts als ihr Extremsein. Das Extremsein als solches. Eine Art Rücksichtslosigkeit", stellt Maja Schneilin fest. . "Jetzt schauen wir in einen Spiegel / und sehen nur rätselhafte Umrisse, / dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, / dann aber werde ich durch und durch erkennen, / so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; / doch am größten unter ihnen ist die Liebe." (Korinther 13,12) . Nicht nur der Buchtitel deutet darauf hin, sondern Martin Walsers Zeilen weisen sichtbare Bezüge zum 13. Kapitel des ersten paulinischen Korintherbriefes, auch als "Hohelied der Liebe" gepriesen, auf. Walser sinniert über Ehe, Glaube, die Lust am Widerspruch, Fehlstellen in uns und natürlich die Liebe und was das große und manchmal ominöse Wort im Alltag bedeutet. Wie alle Bücher des im März 2012 85 Jahre alt gewordenen Meisters strotzt auch sein jüngstes Werk nur so vor Intensitäts- und Sprachenergie. Und wie fast immer bei ihm, ist es nicht der Plot, der für Spannung sorgt, sondern das Innenleben seiner Figuren. Der "Lustwandler seiner Ausdruckswelt", wie die FAZ über Martin Walser titelt, ergeht sich erneut in großen "Gefühlsausführlichkeiten". Dabei ist ihm keine sprachliche Erhöhung zu fremd. Sein Briefroman enthält Sätze, "die zu gut, zu wahrhaftig, zu markant sind, um nicht aufgeschrieben zu werden, (...) Formulierungen, bei denen einem mulmig werden kann", um noch einmal die FAZ zu zitieren. . Fazit: Martin Walsers "13. Kapitel" ist ein nachdenklich-berührendes, intelligentes Werk, das von Seite zu Seite eindringlicher wird. Wenn wir "nicht in jedem Augenblick das schreiben können, was in diesem Augenblick unser sogenanntes Dasein ausmacht, dann können wir es - das Schreiben - lassen.", lässt der Autor Basil Schlupp an Maja Schneilin schreiben. Es bleibt zu hoffen, dass auch Martin Walser noch lange davon Gebrauch machen kann, um weitere "Sachbücher der Seele" zu gebären. Denn: "Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf; sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbitten, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht über Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf." (Korinther 13,4-8a) . Oder um es mit Basil Schlupp alias Martin Walser zu sagen: . Wie viel mehr möchte man sein als man ist und überall immer zugleich in jedem Wasser fließen die Hitze sein der Wüste nachts das Eis das Tannenwipfelwiegen im Wind Freundschaftsstifter Stromableser Schlüssel- Wahrer aller Arzt und Kranker aller Ärzte. Früher stieß eins ans andere jetzt ist Platz bzw. Leere herrscht.

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