Martin Walser Die Inszenierung

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Inhaltsangabe zu „Die Inszenierung“ von Martin Walser

Ein meisterliches Kammerspiel über das Kunstwerk der Verheimlichung, die Ehe und das seriöseste Leiden überhaupt: die Liebe Der berühmte Theaterregisseur Augustus Baum liegt nach einem Schlaganfall im Krankenhaus. Herausgerissen aus der Inszenierung von Tschechows 'Möwe', inszeniert er vom Krankenhauszimmer aus weiter – nicht nur das Stück, sondern auch sich selbst. Die Nachtschwester Ute-Marie, seine Frau Dr. Gerda und er sind die Figuren, die er so handeln lässt, dass ein Roman draus wird.

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  • Walsers künstliche Sprachkunst...

    Die Inszenierung

    Creed

    17. December 2016 um 15:17

    Ein Theaterregisseur wird mitten in den Proben wegen eines leichten Herzinfarkts ins Krankenhaus eingeliefert und verguckt sich in eine viel jüngere Nachtschwester. Im Laufe der Handlung wird klar, dass der Mann sich bei jeder neuen Inszenierung in eine andere Frau verliebt, stets jünger und immer seine jeweilige 'Muse' darstellend. Seine Gattin kennt das Spiel, hat aber keinen Nerv mehr, weitere Affären zu ertragen. Am Ende steht der Regisseur mit leeren Händen da, von allen verlassen, von allen zum Narren gehalten. Dieser Plot, der im Prinzip auch eine RTL-Fernsehproduktion sein könnte, wird stark aufgewertet durch die sprachliche Kraft Walsers und seine stets nachdenkenswerten und klugen Gedanken, egal, ob man diesen zustimmt oder nicht. Natürlich wirkt sein überbordender Sprachstil auch hier (wie immer) reichlich gekünstelt und nicht wirklich realitätsnah, soll heißen, so wie Walser schreibt, spricht kein Mensch. Seine Sprache wirkt etwas schwülstig. Aber dies ist nun mal sein ureigener Stil, sein Markenzeichen gewissermaßen. Mittlerweile habe ich mich an diese Form des Erzählens gewöhnt und kann so besser die eigentlichen Geschichten dieses legendären deutschen Schriftstellers genießen. Aus Walsers Worten spricht oft eine gewisse Wut und Entrüstung. So auch hier, wo er den Regisseur zuerst als Mann schildert, der alles im Griff hat, seine Umwelt quasi wie ein Theaterstück inszeniert. Später dann ist dieser eine ärmliche, enttäuschte Figur. Nebenbei lernt man eine Menge über Tschechow und sein berühmtes Bühnenstück "Die Möwe", auf welches Walser immer wieder Bezug nimmt, und zwar so sehr, dass man wirklich Lust bekommt, sich näher mit dem russischen Autor Tschechow zu beschäftigen. Fazit: Für Freunde der komplexen Erzählung lesenswert, für Gelegenheitsleser garantiert uninteressant bis nervig. Und für Menschen, die Walsers Schreibstil ablehnen, ist auch dieses Buch eine wahre Folter. Nichtsdestotrotz eine (für mich persönlich) interessante, fordernde Lektüre voller literarischer Anspielungen.

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  • Ein ungewöhnlicher Stil lässt sicher so manchen Walser-Leser etwas irritiert zurück

    Die Inszenierung

    WinfriedStanzick

    19. December 2013 um 11:07

      Auch im hohen Alter zeigt sich Martin Walser mit seinen Romanen als vielfältiger und phantasiereicher Schriftsteller. Hatte sein letztes Buch „Das dreizehnte Kapitel“ die Form eines Briefromans, nimmt der neue, für Walser eher kurze Roman einen anderen Weg. Hauptsächlich in der Form des Dialogs, ohne einen Erzähler, handeln die Personen durch Rede und Gegenrede und bilden so eine Art Kammerstück, wie man es sonst aus dem Theater kennt, das in dem Buch eine besondere Würdigung erfährt. Wie meistens bei Walser geht auch in „Die Inszenierung“ wieder um die Liebe, um den Raum, den sie bildet mit den Winkeln Leidenschaft, Abhängigkeit und Wahn.     Augustus Baum, ein über die Grenzen hinaus bekannter, gar berühmter Theaterregisseur, liegt im Krankenhaus, während seine Assistentin und ehemalige Geliebte die von ihm begonnene Inszenierung von Tschechows "Möwe" weiter leitet.   Aus seinem Krankenzimmer heraus, gleichsam wie aus einer Schaltzentrale inszeniert Augustus Baum weiter, das Theaterstück und vor allem immer wieder sich selbst. Eine Vielzahl unterschiedlicher Menschen besucht den Regisseur, der sich selbst als Künstler versteht und der genießt seine Rolle so sehr, dass er, ziemlich bald genesen, seine Krankheit weiter vortäuschen  muss, um sein Krankenzimmer als Refugium behalten zu können.   Das ist die die Ehefrau Gerda, von Beruf Ärztin und Autorin des Buches "Abhängigkeit, Wahn und Wirklichkeit. Weil er das Essen in der Klinik unzumutbar findet, bringt sie ihm welches hin, und spricht mit Augustus über seine zahlreichen früheren Affären und seine aktuelle mit der Nachtschwester: "Wenigstens diese drei letzten Affären muss ich dir ins Gedächtnis rufen, weil allein dadurch eine Art Hoffnung erscheinen kann, die jetzige Affäre als etwas zu erleben, was, wie alles Vorangehende, seine Zeit haben wird, und dann hat es sich gehabt." Und da ist Ute-Marie, die Nachtschwester, 29 Jahre alt, (so lange ist Augustus mit Gerde verheiratet!) Sie will aus dem Leben einer Krankenschwester ausbrechen und Augustus will sie sogar zur Hauptdarstellerin seines Stückes machen.   Eng mit dem Stück "Die Möwe" verbunden, wird das Krankenzimmer so zur Bühne, der Roman zu einem frivolen Kammerstück mit den Themen Fremdgehen, Abhängigkeit, mit  Geständnissen und Geheimnissen, die am Ende zur Erkenntnis führen, dass die Kluft zwischen Frauen und Männern unüberwindbar groß sei.   Walser hat einen ironischen Roman geschrieben, mit dem er Skakespeares Diktum "all the world's a stage" in Szene setzt. Ein ungewöhnlicher Stil lässt sicher so manchen Walser-Leser etwas irritiert, vielleicht sogar enttäuscht zurück. .

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