Martin Walser Ehen in Philippsburg

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Inhaltsangabe zu „Ehen in Philippsburg“ von Martin Walser

<p>Wie Hans Beumann nach seinem Studium »ins Leben tritt«: Er zieht nach Philippsburg in ein Zentrum ungekränkten westdeutschen Wirtschaftswunders. Er verkehrt mit Anwälten, Chefredakteuren, Rundfunkintendanten, Industriellen – mit Menschen, die sich selber ihr kleines Privatglück inszeniert haben. Den kritischen Zustand dieser bereits wieder restaurativ stabilisierten Gesellschaft zeigen die Ehen der Erfolgreichen.</p>

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    Ehen in Philippsburg
    Angelin

    Angelin

    25. June 2013 um 13:16

    Walsers "Ehen" habe ich kurz nach Bölls "Clown" und Koeppens "Treibhaus" gelesen: was sie gemeinsam haben, ist eine unerschütterliche Abrechnung mit der deutschen Restaurationsrepublik, in der dem Einzelnen nur drei Optionen zur Verfügung stehen: Opportunismus oder zahnloser Widerstand oder ein Sprung von der Brücke.  Anders als "der Clown" Hans Schnier erkennt Walsers Hans Beumann früh, wie man sich erfolgreich durch die Gänge und Kanäle der Philipsburger Elite buddeln kann. Das Zauberwort heißt Ehe, doch im Grunde bedeutet sie nichts anderes, als sich legal in die Creme de la Creme hineinzuprostituieren. Die Ehen in Philipsburg sind faul, löchrig und bar jeder Liebe, Leidenschaft und Zuneigung; diese holt Mann sich im Sebastianum, einer Kreuzung aus Bordell und Burschenschaft, in welcher Hans Beumann gegen Ende des Romans zum Ritter geschlagen wird. Es scheint, als ob in Walsers "Ehen" nur Fieslinge und Karikaturen überleben. Echte, weil leidensfähige und liebensfähige Menschen geraten unter die Räder; für Nischen, in denen Menschlichkeit praktiziert werden könnte, ist kein Platz. Wenn Walsers Humor nicht so über den Geschehnissen thronen würde, könnte man an der Unerbittlichkeit des Philipsburger Kosmos geradezu verzweifeln.

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  • Rezension zu "Ehen in Philippsburg" von Martin Walser

    Ehen in Philippsburg
    malter

    malter

    Worum es geht Kann man in der Inhaltsangabe nachlesen. Was mir gefällt Das Buch lebt von seinen schönen, sehr bildhaften und treffenden Beschreibungen der Menschen und deren Begegnungen. Es vermitteln dem Leser interessante Einblicke in die beschriebene Gesellschaft und überzeichnet diese stellenweise bis hin zur Karikatur. Die vier Episoden sind geschickt ineinander verflochten, bilden aber jede für sich einen eigenen Abschluss. Was mir nicht gefällt Mir als Leser ging vor allem die wörtliche Rede ab. Stattdessen hangelt man sich durch sehr lange Satzkonstrukte und ganzen Passagen mit indirekter Rede. Das behindert vor allem zu Beginn den Lesefluss, ich konnte mich aber daran gewöhnen. Wie es sich ließt Man merkt dem Buch an, dass es älteren Datums ist. Trotz der fehlenden wörtlichen Rede ließt es sich flüssig und zieht den Leser durch die guten Charakterisierungen mit in die Geschichte. In zwei Passagen verliert sich der Autor in eine meines Erachtens unnötig langatmige Beschreibung, was den Lesefluss hemmt. Dann nimmt das Buch wieder Fahrt auf. Persönliches Fazit Für mich war Martin Walsers Ehen in Philippsburg ein Ausflug in eine vergangene Zeit. Dies gilt sowohl für den Schreibstil wie auch für die Thematik und den Inhalt der Gesellschaftsbeschreibung. Dennoch – oder gerade deswegen – hat es Spaß gemacht und darf gerne auf dem eigenen Bücherstapel landen.

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    bogi

    bogi

    26. December 2012 um 19:20
  • Rezension zu "Ehen in Philippsburg" von Martin Walser

    Ehen in Philippsburg
    Kathafee

    Kathafee

    12. February 2012 um 10:58

    Der Schreibstil gefiel mir gut. Ich mochte die Vergleiche und Metaphern, durch die ich mich in die Gedanken von Hans, Alwin und Benrath mühelos hineinversetzen konnte. Außerdem mochte ich, dass es verschiedene Erzähler gab, die die Gesellschaft aus unterschiedlichen Perspektiven wiedergaben (nur schade, dass kein weiblicher dabei war). Jeder Teil war in sich abgeschlossen und endete mit einem schockierenden Moment, dennoch war der rote Faden zwischen ihnen vorhanden. Leider gab es auch einige Längen, das waren für mich die Partys bei den Volkmanns, sowie dieser Text von Klaff im letzten Teil.. der war mir irgendwie zu durcheinander. Gut umgesetzt fand ich auch, dass am Ende nochmal die Geschichte von Beumann aufgegriffen wurde und man vor Augen geführt bekommt, wie er mittlerweile selbst teilweise dieser Gesellschaft geworden ist. Mit allem was dazu gehört. Ein Buch, dass mich zum Nachdenken gebracht hat.

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  • Rezension zu "Ehen in Philippsburg" von Martin Walser

    Ehen in Philippsburg
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. November 2011 um 18:46

    Die Ehen in Philippsburg habe ich gerne und zügig gelesen. Durchaus nicht immer einfach - ein Satz kann durchaus mal über eine halbe Seite gehen. Aber sehr gefällig und teilweise ironisch. So manche Situation kann man immer noch nachvollziehen und brachte mich zum Schmunzeln. Eine kleine Leseprobe? Bitte schön: "Seit er aber seine Amerikareise hinter sich hatte, ließ er - was er früher verachtet hatte, denn das Englische war ihm zur Aufnahme in seinen Sprachgarten einfach zu grob gewesen, einen Seemannsdialekt hatte er es genannt -, jetzt ließ er seine ganze Reisebeute in seine Reden einströmen. Natürlich nicht "allright" und "o.k.", sondern Ausdrücke wie: muddle-through als Methode sei ihm zuwider; public relations seien eine condition sine qua non; seine Arbeit gelte nicht nur den happy few; er wissen von seinen Freunden, und darunter seien einige big wheels, dass sein approach auch in der Politik Beachtung gefunden habe; er werde sich niemals der oder jener pressure-group beugen; auf snob-appeal lege er keinen Wert, er mache auch nicht in understatement um jeden Preis..." Viel Spaß bei tiefsinnigen und teilweise anrührenden Geschichten in Philippsburg!

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  • Rezension zu "Ehen in Philippsburg" von Martin Walser

    Ehen in Philippsburg
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    26. May 2009 um 12:35

    Martin Walsers Erstlingsroman „Ehen in Philippsburg“ ist ein in vieler Hinsicht beeindruckendes literarisches Ereignis. Der Roman ist gespickt mit Personal, das mir, um es milde zu sagen, bis auf zwei Ausnahmen unendlich unsympathisch ist. Diese Protagonisten benehmen sich auch besonders unsympathisch, heuchlerisch, machohaft, flegelhaft, egozentrisch und fast degeneriert asozial. Bezeichnend dafür ist die im ganzen Buch fehlende Empathie. Nur müssen die Protagonisten eines Romans sympathisch sein? Nein, natürlich nicht. Die Überzeugungskraft, der Vermittlungswille des Autors entscheidet, ob man gebannt den Taten, Gedanken und Verfehlungen eines hoffnungslos asozialen Protagonisten folgt, oder eben nicht. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass ein Buch wie „Ehen in Philippsburg“ nicht die Ideen, sozialen Werte oder die persönliche Einstellung zu Frauen (die in diesem Buch besonders unsympathisch ist) des Autors spiegelt, sondern ein Werk der Fiktion ist, ein kritisches Bild einer Gesellschaft, einer Zeit. Dass Martin Walser sich da persönlich zurückzieht und seine Protagonisten agieren lässt, ist eine der viele Stärken dieses Romans. Hans Beumann ist der Hauptprotagonist dieses besonderen Entwicklungsromans, der als hoffnungsvoller, schüchterner und naiver Bursche mit einer Empfehlung seines Professors nach Philippsburg (eine Variante von Stuttgart?) kommt um beim größten Medienkonzern einen Job zu finden. Er wird beim Vorstellen nicht vom Boss empfangen und nennt, da er dem Empfangsmädchen Marga (die im weiteren Verlauf eine wichtige Rolle spielen wird) eine Adresse nennen muss, die Adresse seiner Studienbekannten und Tochter eines Konzernchefs Anne. Hier kommt er erstmals mit der Bigotterie dieser vornehmen Gesellschaft in Berührung, da Annes Eltern quasi der Mittelpunkt dieser „Promiclique“ sind. Annes Vater als kühler, aber effizienter Konzernchef, Annes Mutter als scheinbar nymphomanisch veranlagte kulturinteressierte Festveranstalterin; dazu Anne als wirklich einziger Mensch ohne Makel in diesem Roman, bezeichnenderweise von Hans Beumann als „alte Jungfer“ klassifiziert. Da mit Marga nichts läuft und Annes Vater Job und Aufstiegsmöglichkeiten bietet, beginnt, er ein Verhältnis mit Anne, das durch eine ungewollte Schwangerschaft in der zweiten Teil des Romans, der aus der Sicht des mit Annes Eltern befreundeten Gynäkologen erzählt wird. Martin Walsers Lösung der Form in diesem Roman ist einfach wunderbar. Er lässt im zweiten Teil Dr. Benrath seine Geschichte erzählen, die dem regen sittlich verwerflichen Treiben dieser Gesellschaft um nichts nachsteht. Mit seiner Frau verbindet ihn schon lange nicht mehr viel, am meisten noch das Wissen, dass sie ohne ihn nicht existieren könne, dass sie es nicht überleben würde, würde er sie für Cécile verlassen, der charmanten und von fast allen begehrten Kunsthändlerin. Dr. Benrath ist ein weiteres Prachtexemplar dieser empathielosen, sozial gestörten Gattung Mensch, der nur sein soziales Weiterkommen und seine sexuellen Wünsche im Kopf hat und dadurch seine Frau mehr oder weniger in den Selbstmord treibt. Als Benrath heimkommt und seine Frau tot am Boden liegen sieht, greift er nicht hin, er berührt sie nicht, er ruft weder Rettung noch Polizei, er weiß es auch so, es ist zu spät. Mehr Anteilnahme hat er nicht. Er bittet einen bekannten Rechtsanwalt, sich um alles zu kümmern und reist (nachdem er merkt, dass seinem Verhältnis zu Cécile seine nun tote Frau fehlt) ab. Der dritte Teil ist aus der Sicht des Rechtsanwalts, der letztendlich auch an seinem Verlangen nach Cécile scheitert und seiner Frau geschildert, während der vierte Teil wieder Hans Beumann zurückholt, der Aufzeichnungen, Skripte oder gar einen Romanentwurf des verschwundenen Nachbarn liest und knapp vor seiner Eheschließung in den Kreis der erfolgreichen „Sebastianer“ (eine Art Mitglied- bzw. Ritterstatus im Nachtlokal- oder Bordell- Sebastian, wo die von Hans noch immer heiß begehrte Marga jetzt tanzt…) geschlagen wird. „Ehen in Philippsburg“ endet damit, dass Hans Beumann perfekt in das Bild dieser „feinen Gesellschaft“ passt und, nachdem er merkt, wie leicht das Lügen am Telefon ist, fast direkt aus Margas Bett in die Umarmung seiner Frau schlüpft. Was diesen Roman trotz aller Widerlichkeiten zum aufregenden Leseereignis macht, ist Martin Walsers Sprache, seine Art, diese Protagonisten unkommentiert und ohne Stellungnahme zu Wort kommen zu lassen. Wunderbare Prosa, unter anderem auch mit viel verstecktem Humor (man lese die große Bordellszene am Ende, die quasi aus Hans Beumanns Sicht geschildert wird, der mittlerweile einige Gläser getrunken hat und die ganze Tanzszene inklusive Choreografie ernst und humorlos kommentiert); lange, teilweise verschachtelte Sätze, die sich wirklich lohnen, langsam gelesen zu werden. So wurde „Ehen in Philippsburg“ ein wirklich großes Buch, ein beklemmendes Sittenbild, ein großartiges Portrait der Zeit des Wirtschaftswunders in Deutschland, ein vermutliches Vorbild für „Glamour Society und Markenromane“ von Frédéric Beigbeder, Michel Houellebecq, Bret Easton Ellis, Christian Kracht und anderen Autoren. Ein Roman, der in feinster literarischer Manier so konsequent wie nur irgendwie möglich eine Gesellschaft ad absurdum führt. Ganz große Literatur.

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  • Rezension zu "Ehen in Philippsburg" von Martin Walser

    Ehen in Philippsburg
    tinsch

    tinsch

    24. September 2008 um 13:27

    das erstlingswerk dieses autors zählt zu meinen favoriten aus dem gesamtwerk walsers. in vier abschnitten wird ein gesellschaftliches abbild seiner zeit geschaffen. die vier abschnitte werden jeweils aus der perspektive unterschiedlicher, handelnder personen erzählt und fortgeführt, dass sich infolgedessen ein gesamtbild der erzählsituation aus vier verschiedenen perspektiven bildet. glänzend erzählt, großartig angelgt!

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  • Rezension zu "Ehen in Philippsburg" von Martin Walser

    Ehen in Philippsburg
    chriesl

    chriesl

    07. September 2008 um 17:49

    Irgendwo habe ich gelesen, dass dies das beste Buch von Walser sein soll. Hmm, wenn die anderen noch langatmiger und -weiliger sind, dann frag ich mich, warum Walser so berühmt geworden ist.