Martin Walser Ein liebender Mann

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Inhaltsangabe zu „Ein liebender Mann“ von Martin Walser

Goethes letzte Liebe – Martin Walsers erster historischer Roman. Fünfundfünfzig Jahre Altersunterschied liegen zwischen Goethe und seiner letzten großen Liebe Ulrike von Levetzow, als sie sich 1821 in Marienbad kennenlernen. War diese Ulrike wirklich so ein »flatterhaftes Persönchen«, wie sie von der Literaturwissenschaft dargestellt wird? Martin Walser glaubt nicht daran: »Goethe wäre ein Idiot gewesen, wenn er sich in sie, wie sie verzeichnet wurde, verliebt hätte.« Mit diesem Buch hat Walser eine Ulrike geschaffen, »die der Liebe Goethes würdig« ist. Martin Walser liest selbst.

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  • So stimmig in sich selbst - und doch so langweilig

    Ein liebender Mann
    extremehappy

    extremehappy

    Inhaltszusammenfassung: Der Dichter Goethe verliebt sich mit 73 Jahren leidenschaftlich in die 19-jährige Ulrike von Levetzow - aber wird seine Liebe erwidert? Meine Meinung: Dieses Buch ist echt anstrengend und hätte deutlich kürzer ausfallen können. Jede Aussage wird nämlich mindestens drei Mal wiederholt, damit auch ja alle es verstehen. Gut fand ich, dass die Form der Geschichte so passend war für Goethe: Der Erzählstil ist ziemlich überschwänglich und ein bisschen altmodisch. Auch der Sprecher des Hörbuchs (der Autor selbst), hat einen tollen Job gemacht: Er rollt das "R" wie kein Zweiter und hat so eine richtige Altherrenstimme. Es passt alles wirklich gut zueinander und vermittelt einem anschaulich Goethes Welt, innen wie außen. Leider macht das das Ganze aber auch nicht interessanter bzw. erträglicher! Ich muss sagen, ich fand das Hörbuch ideal zum Einschlafen, es plätscherte so dahin Fazit: Eigentlich ein gutes Buch, lohnenswert besonders für Goethe-Liebhaber, aber man muss sich ganz schön durchackern, um nicht zu sagen -quälen. Kennt ihr das?

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  • Rezension zu "Ein liebender Mann" von Martin Walser

    Ein liebender Mann
    Ofelia

    Ofelia

    21. April 2010 um 19:53

    Ein liebender Mann von Martin Walser gelesen beleuchtet die Liebe des gealterten Goethe zu der jungen Ulrike. Eine Liebe die aufgrund des großen Altersunterschieds nicht sein kann. In Walsers Roman zeigt sich die Liebe der beiden sehr stark als geistige und platonische Beziehung und weniger als lüsterne Alterserscheinung Goethes. Da der Leser in diesem Roman Einblick die Gedanken Goethes, wie er sie womöglich damals gedacht hat, sieht man Goethe nicht nur als längst vergangenen, großen Dichter, sondern auch als Menschen ganz persönlich, Trotz der Tatsache, dass es sich um die Liebe handelt, ist es dennoch kein Liebesroman und kann auch sonst in keine strenge Kategorie eingeordnet werden. Da der Autor selbst liest gewinnt das Hörbuch noch dazu, auch wenn Walsers Sprechweise für manche gewöhnungsbedürftig sein könnte.

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  • Rezension zu "Ein liebender Mann" von Martin Walser

    Ein liebender Mann
    HeikeG

    HeikeG

    12. August 2008 um 15:36

    Alter Mann, junges Mädchen - peinlich oder zeitgemäß? Dass Amor auch noch bei reifen Menschen wie der Blitz zuschlagen kann, ist durchaus keine Seltenheit und dass dies alles andere als kitschig und peinlich ist, zeigt Martin Walser in seinem neuesten Roman "Ein liebender Mann". Ungewöhnlich ist vielleicht der gewaltige Altersunterschied des Anbetenden zu seiner Auserwählten, aber prominente Pärchen der Gegenwart zeigen, dass eine derartige Konstellation nicht unbedingt eine Ausnahmeerscheinung ist. Vierundsiebzigjährig verliebt sich Johann Wolfgang von Goethe bei einem Kuraufenthalt im Böhmischen Marienbad in die neunzehnjährige Ulrike von Levetzow. Dies beflügelt einen Sommer lang noch einmal dessen Innerstes. Die Symptome einer derartigen Gefühlswallung machen auch vor dem, bereits in ganz Europa als berühmter Schriftsteller gefeierten und verehrten Herrn Geheimrat keinen Halt. Und wie das mit einem leidenschaftlich Verliebten ist, er leidet. Goethe kann nicht mehr schlafen und nichts essen. Schwärmerische Erregung bestimmt den kompletten Tagesablauf. Hunderte Mal geht er zum Fenster, um die hellwache junge Contresse vielleicht im Hotel gegenüber zu sehen. Er führt sich auf wie ein Siebzehnjähriger, schwebt in einer völlig subjektiven Dimension. Die Liebe macht ihn in diesem Stadium zum Sklaven. Ständig schwankt er zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, zwischen der Möglichkeit und der Unmöglichkeit hin und her, will sie sogar heiraten. Als der Plan misslingt, schreibt er seinen Schmerz noch auf dem Rückweg nach Weimar nieder - in der "Marienbader Elegie" - die Walser in sein Buch einzubetten weiß. Äußerst gelungene Autorenlesung Walsers "liebender Mann" wurde bereits viel besprochen, dabei hoch gepriesen, aber auch verrissen. Der Verlag "Hoffmann und Campe" brachte im März die akustische Version heraus, gelesen vom Autor höchstpersönlich. Nun ist das mit Autorenlesungen so eine Sache. Nicht immer können sie als gelungen bezeichnet werde. Ist doch der Tonfall des Geschriebenen häufig wichtiger, als das Gesagte. Herausragende Sprecher von Hörbüchern erkennen diesen intuitiv und lassen den Rhythmus, die Satzmelodie in ihren Vortrag einfließen und erschaffen ein Gesamtkunstwerk, das weit über die Eigenlektüre des Buches hinausgeht. Dem in Wasserburg am Bodensee geborenen Altmeister der deutschen Literatur ist dies allerdings herausragend gelungen. Walser liest nicht nur vor, er zelebriert und legt enormen Pathos in seinen Text, betont die Intensität und die virtuose Diktion seines Romans um ein Vielfaches. Sein ureigenster "Walser-Ton" mit dem mächtigen rollenden "R" seines allemannischen Zungenschlages bringt dem Hörbuch eine besondere Atmosphäre, macht es zum lebendigen Schauspiel. Walser moduliert, beschleunigt oder verlangsamt die Sprechgeschwindigkeit auf professionelle Art und Weise. Er präsentiert den munteren, humorvollen Goethe genauso prädestiniert wie den Verzweifelten, Enttäuschten; kontrastiert den schleppenden Gang des alternden Mannes mit einer Sprache, die gewaltig, rasant, atemlos daherkommt, in ihrer Tiefe und Klarheit aber ebenso liebevoll, herzlich und schmunzelnd ist, dass man meint, der alte Geheimrat selbst sitzt hinter dem Mikrofon und spricht aus seinem Leben. Sein Goethe lebt - in seinem Leiden und in all seiner Lächerlichkeit. Doch keineswegs ein "Lustgreis", sondern ein Mann, der sich seines Alters stets bewusst ist und der im Kopf immer wieder das gleiche Rechenspiel vornimmt: 74 minus 19 Gleich 55 - denn 55 Jahre liegen zwischen ihm und Ulrike, fast ein ganzes Leben. Unglücksglück Walser ist ein glänzender Entertainer - vor allem in der Rolle des leicht unwirschen Goethe. Es scheint, als ob er damit seine Lebensrolle gefunden habe. Aus dem "liebenden Mann" ist am Ende zwar ein desillusionierter Mann geworden - eine Alterstragödie, aber Martin Walser hat sie äußerst respektvoll und feinfühlig erzählt und in Szene gesetzt. Die Geschichte dieser unmöglichen Liebe wühlt auf. Walser legt dem "Dichterfürsten" Sätze in den Mund, spricht ihm Gefühle, Humor und eine mächtige Portion Eitelkeit zu, die man sich durchaus als Eigenschaften am alternden Goethe vorstellen kann. Natürlich ist es nur ein Roman, ist Fiktion. Man sollte es daher mit der biografischen Wahrheitstreue nicht allzu genau nehmen. Der Autor erfüllt einen Teil von Goethes Leben mit selbigem. Er schreibt die Liebesbriefe neu, die Ulrike von Levetzow kurz vor ihrem Tod verbrennen und bei sich begraben ließ. Vielleicht ist es auch eine Art Schmerzverarbeitung für Martin Walser. Er selbst spricht davon, dass man den Schmerz, den wir alle kennen und den Goethe in seinem Roman durchlebt, nicht überwinden könne. Auch nicht durch das Schreiben, wie es der "wahre Goethe" einmal zu sagen pflegte. Das Schreiben vermöge nur, aus dem Schmerz etwas Schönes zu machen. Wenn man es schafft, ihn in Worte zu fassen, in Verse zu pressen, dann tut er für kurze Zeit weniger weh. Und danach müsse man eben wieder schreiben. Der Schmerz sei nichts Negatives, er gehöre zum Leben: "Wer glaubt, dass das Leben nur das Eine ist - Glück oder Unglück - der hat noch nicht richtig hingeschaut, nicht richtig hingefühlt. Es gibt nur beides, nämlich Unglücksglück", sagte der 80-jährige Literat in einem Interview. Als besonderes Highlight wartet das Hörbuch mit dem von Franz Schubert vertonten Gedicht aus Goethes "Wilhelm Meister" "Nur wer die Sehnsucht kennt" (D 877, No.4) auf, die an mehreren Stellen unter den gesprochenen Text gelegt wird oder als eigenständige Passage zu hören ist. Eingespielt von Mischa Maisky (Cello) und Daria Hovora (Piano). Fazit:: Der Roman: Sicherlich einer der rührendsten und liebevollsten Walsers. Das Hörbuch: Es hätte kein besserer Sprecher gefunden werden können. Keine Altherrensentimentalität, sondern aufrichtige Auseinandersetzung in typischer Walser-Manier.

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