Martin Weteschnik 7 Stunden

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Inhaltsangabe zu „7 Stunden“ von Martin Weteschnik

Angsterfüllt sitzt ein junger Mann im Halbdunkel einer Blockhütte und schreibt. Sein Stift hastet über das Papier. Zuvor musste er auf dramatische Weise erfahren: In nur sieben Stunden kann sich die ganze Welt verändern.
Den Leser erwartet mit dem vorliegenden Buch ein packender Thriller vor historischem Hintergrund. Die "Tschirnhauslegende" prophezeit die Apokalypse für den Fall, dass die durch den Dresdner Universalgelehrten Ehrenfried Walther von Tschirnhaus einst getrennten Hälften eines rätselhaften Papiers wieder zusammenfinden. Die beiden mit einem Zahlencode versehenen Fragmente sind der Schlüssel zur Öffnung eines kunstvollen Silberbergs, geschaffen durch den Hofjuwelier August des Starken, Johann Melchior Dinglinger. In diesem verschollenen Kabinettstück soll etwas verborgen sein, das unser aller Schicksal bestimmen kann.
Fluch oder Segen?
Was, wenn jemand jene geheimnisvolle Macht für seine Zwecke missbrauchte? Ist dann die Welt noch zu retten oder sind die geschriebenen Worte des jungen Mannes in der Blockhütte seine letzten – und womöglich die letzten der Menschheit?

Ein Thriller mit Anspruch!

— ewigewelten

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  • Auf den Spuren der Tschirnhauslegende

    7 Stunden

    ewigewelten

    02. February 2015 um 13:02

    Ein Indianer, eine Wahrsagerin, ein Einsiedler und skrupellose Wirtschaftsbosse – was klingt wie eine fantastische Zusammenstellung, hat die Geschichte zweier Papierstücke vereint: Die der verschollenen Fragmente aus der Dresdner „Tschirnhauslegende“. Weteschniks Thriller beginnt im Barock: Im 18. Jahrhundert erleben Porzellanmacher Böttger und Juwelier Dinglinger den Tod des Wissenschaftlers Tschirnhaus, der sein Geheimnis um den „Transmutator“ mit seinen beiden Freunden teilt – ebenso wie einen Zettel, der Zugang zu seinem Versteck, einem Kunstwerk Dinglingers, verschaffen soll. Tschirnhaus prophezeit, dass die beiden Hälften nie zusammengefügt werden sollen, weil die ungeheure Macht in den Händen eines Menschen die Apokalypse heraufbeschwören kann. Was zu Augusts Zeiten noch magisch wirkte, kennt man heute unter der „Tschirnhauslegende“, einer Erzählung, der plötzlich zwielichtige Söldner ihre Aufmerksamkeit widmen. Während die Uhr „7 Stunden“ rückwärts zählt, sucht der Trupp nach den beiden Fragmenten, die den Code enthalten sollen, um Dinglingers „Silberberg“ zu öffnen, in dem sich der Transmutator verbirgt. Das Ziel ist eine mysteriöse Blockhütte, in der ein Einsiedler lebt, der sich plötzlich auf abenteuerlicher Mission wiederfindet. Mit sich führen die Gauner „Mecusa“, ein infiltrierendes Hackerprogramm, das sich ab und an zu verselbstständigen scheint … Der Countdown und die hohe Brutalität des Teams wirken wie eine Bedrohung, deren Bedeutung zu Beginn noch nicht erfasst werden kann. Von Amerika über den Atlantik führt die Jagd nach angeblich künstlich hergestelltem Gold Böttgers, das die Bande aus dem Dresdner Porzellanmuseum stehlen will. Im Linearbeschleuniger soll der Transmutator Aufschluss über „die fundamentalen Bausteine des Kosmos“ geben. Es geht um die Bewegung der Himmelskörper, um die Konkurrenz von Wissenschaft und Glaube und den sagenhaften „Transmutator“, das Bruchstück eines Kometen, das Energie anzieht und Materie in seinem Umkreis verwandeln können soll – hat Tschirnhaus den begehrten „Stein der Weisen“ gefunden? Während sich ein Wettlauf um die Fragmente entwickelt, bei dem Menschen verschwinden und entführt werden, findet Weteschnik Zeit, nicht nur Tschirnhaus’ erschütterten Glauben in Gott zu thematisieren, sondern auch Dinglingers ausgeklügelte Mechaniken, die Gefühle der Maschine Mecusa und das kollektive Denken. Die Fragmente reisen in parallelen Handlungssträngen durch die Zeit und viele Hände: Kleine Exkurse führen den Leser zu Münchhausen, der in Wolfenbüttel Page des Herzogs ist, zu Casanova, Lessing und Napoleon, die auf unterschiedliche Art in den Besitz der Zettel gelangen. Auch Nebenfiguren werden auf diese Weise in persönlichen Sequenzen eingeführt und vorgestellt, trotzdem bleiben die zahlreichen Figuren individuell charakterisiert. Beinahe liebevolle Episoden widmen sich den Schicksalen der Söldner und dem Ursprung ihrer Spitznamen und zeigen emotionale Seiten und die Motivation der Gegenspieler: „Lacroix befeuerte den Kamin noch eine Weile mit Holz und Büchern, die immer noch wüst verstreut herumlagen. Krank, diese Menschen, die all das hier lasen, dachte er. Das ist das Leben doch gar nicht. Die kannten es nicht. Der Dicke war der beste Beweis. Die hatten keine Ahnung, wie es war, wenn eine Frau oder ein Kind lächelnd auf einen zukam und in der Tasche eine Bombe mitschleppte.“ Weteschniks zügige Erzählung wechselt mit einem bildgewaltigen, fast schon lyischen Stil. Eine außergewöhnliche Mischung vereint sich in den Themen, die sonst verschiedenen Genres angehören. Dazu passend erscheint der trockene Actionheld-Humor, der rasante Szenen unterstützt und auflockert. „7 Stunden“ ist stilistisch sicher und spielt gekonnt mit der Sprache, was die Unterhaltungsliteratur mittlerweile häufig vermissen lässt – scheinbar gibt es doch ein Klientel für Thriller, die sich hoch ansiedeln. Ein informativer Anhang setzt dem Werk ein Porzellankrönchen auf: Kurzbiografien der historischen Persönlichkeiten und eine grafische Darstellung der Wege, die die beiden Zettel durch die Zeit fanden, geben dem Leser Anreize zur weiteren Nachforschung. Der renommierte Sachbuchautor Weteschnik widmet sich inzwischen ganz seinen belletristischen Werken. Sein erster Thriller „7 Stunden“ führt den Frankfurter dabei nach Dresden und in die USA, wo er selbst einige Zeit lebte. Ob Hotels, Plätze oder barocke Bauten … vom Essen in der Weißen Gasse bis hin zum Einbruch im Porzellenmuseum und dem Geiselaustausch auf dem Hausmannsturm – die alten Mauern werden hier frisch angestrichen und bieten spannende historische Einblicke in das historische Dresden, ganz jenseits von Augusts Mätressen. Josefine Gottwald für Elbmargarita.de

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