Martin Wolters

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Autor von Bibelclouds.

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Bibelclouds

Bibelclouds

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Erschienen am 04.09.2012

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Rezension zu "Bibelclouds" von Martin Wolters

biblische Wolken
SeilerSeitevor 2 Jahren

Zu jedem Buch der Bibel gibt es die erstellte Wortwolke, sowie einen einführenden Text. Die Clouds füllen jeweils eine ganze Seite und überzeugen durch ein ansprechendes Farbkonzept. Besonders hilfreich ist die Erklärung der wichtigsten Wörter der Grafik im Text, so dass man gut mit dem Bild weiterarbeiten kann. Die Texte beschreiben kurz und prägnant den Inhalt des jeweiligen biblischen Buchs und wollen einen Einblick in den aktuellen Forschungsstand geben.
Letzteres gelingt jedoch nur teilweise, da der sogenannte "aktuelle Forschungsstand" manchmal sehr verkürzt oder zu einseitig dargestellt wird. Dass bei einer Einführung in biblische Texte, die nur eine Buchseite beanspruchen darf, der Blick in die Forschung nur kurz ausfallen kann, ist durchaus verständlich und legitim. Oft löst Martin Wolters diese schwierige Aufgabe mit Bravour und schafft es, in einem Satz alles Nötige zu sagen. Bei einigen Büchern erscheint der Forschungsstand jedoch zu einseitig und wird dadurch dem biblischen Buch nicht gerecht. Als Beispiel sei der Epheserbrief aufgeführt, der in einem Satz als unechter Paulusbrief abgestempelt wird. Bei der Weiterarbeit mit den Bibelclouds in Schulen und Gemeinden entsteht dadurch schnell die einhellige Meinung, in der aktuellen Forschung sei es bewiesen und eindeutig, dass der Epheserbrief nicht von Paulus stammt, sondern als Pseudepigraf zu zählen hätte. Dass dies aber nur eine bestimmte Richtung der Forschung behauptet und es genügend Theologen gibt, die mit ebenso nachvollziehbaren Gründen für die Echtheit des Briefes eintreten (z.B. H. Schlier, F.F. Bruce und M. Barth) und, dass es in der Forschung darüber eben keinen eindeutigen Konsens gibt, wird nicht erwähnt.
Es hätte der Qualität des Buches bestimmt keinen Abbruch getan, an solchen Stellen etwas vorsichtiger mit der sogenannten Forschungsmeinung umzugehen. Es geht dabei nicht um theologische Spitzfindigkeiten in Bezug auf den Epheserbrief. Vielmehr muss man sich dem Einfluss bewusst sein, den die Darstellung eines vermeintlich objektiven, gesicherten und bewiesenen Forschungsstandes auf die Leser hat. Ein angemessener Umgang mit den biblischen Büchern erfordert auch eine kritische Abwägung der Quellen, die man für weitere Informationen benutzt.
Sehr empfehlenswert für die weitere Arbeit mit den Bibelclouds in Schule und Gemeinde ist die im Buch angegebene Internetseite bibelclouds.de. Dort findet man hilfreiche Unterrichtsentwürfe, Materialien zum Ausdrucken und Clouds von anderen Bibelübersetzungen. Dass die Einheitsübersetzung für das Buch als Grundlage der Wortwolken verwendet wurde, fand seit dem Erscheinen zahlreiche Kritiker. Allerdings ist diese Wahl für einen katholischen Autor durchaus nachvollziehbar und berechtigt. Auf der Website befinden sich für Liebhaber anderer Übersetzungen auch Clouds auf Grundlage der Lutherübersetzung und der Bibel in gerechter Sprache. Bei letzterer ist es besonders spannend, die Veränderung des vormals dominierenden Begriffes "Herr" in zahlreiche synonym verwendete Gottesbezeichungen wie "Adonai" oder schlicht "Gott" zu beobachten. Diese Clouds können in Gruppen daher gut zum Vergleich verschiedener Übersetzungen verwendet werden.
Insgesamt stellt das Buch auf überzeugende Weise eine kreative Methode zur Erschließung der Bibel für den Schulunterricht oder die Gemeindearbeit vor. Es regt zum eigenen Nachdenken und zur weiteren Beschäftigung mit der Heiligen Schrift an. Besonders die Verwendung des Buches gemeinsam mit den Online-Materialien sei dem Leser ans Herz gelegt.

Seitenzahl: 168
Format: 16,4 x 24,6 cm, gebunden
Verlag: Patmos

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