Martin von Arndt Tage der Nemesis

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Inhaltsangabe zu „Tage der Nemesis“ von Martin von Arndt

Frühjahr 1921: Im vornehmen Berliner Stadtteil Charlottenburg wird die Leiche des ehemaligen türkischen Staatsführers Talât Pascha gefunden. Kommissar Andreas Eckart erkennt in dem Toten einen der Hauptverantwortlichen für den Völkermord an den Armeniern aus dem Jahr 1915 und kommt rasch einer Terrororganisation auf die Spur, die Rache für die Opfer des Genozids nimmt und die politischen Entscheidungsträger von damals im Visier hat. Als weitere Attentate geschehen, führen die Ermittlungen Eckart bis nach Rom. Doch je weiter der Kommissar mit seinen Recherchen voranschreitet, desto tiefer verstrickt er sich in die politischen Winkelzüge eines zutiefst verfeindeten Europas, das zwischen den Katastrophen zweier Weltkriege steht. Schließlich gerät Eckart selbst ins Fadenkreuz der Attentäter.
Ein atemloser Politthriller um wahre Verbrechen, der die politisch aufgeheizte Atmosphäre der Zwanzigerjahre eindrücklich einfängt.

Famoses Buch, das uns zeigt, wie komplex unsere Welt doch ist. Wo endet das Recht, wo beginnt die Schuld? Das geht uns alle an!

— Bücherwurm

Stimmungsvoller Ausflug ins Berlin der 20er Jahre mit einem tiefen Blick hinter die politische Kulissen.

— Smberge

Wer sich für den Genozid an den Armeniern oder den Beginn der Weimarer Republik in Berlin interessiert, der muss dieses Buch unbedingt lesen

— Sick

Realitätsnah und fesselnd.

— esposa1969

Verblüffende Wortgewandtheit, literarisches Meisterwerk der ganz besonderen Form. Leseempfehlung absolut!

— Floh

Die Rache der Armenier an den Verantwortlichen des Völkermords: Vor allem sprachlich überzeugender historischer Politthriller.

— Gulan

Spannender und informativer Docu-Fiction-Politik-Krimi im Berlin der 1920er Jahre

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Dies ist eine geschichtsträchtige Reise in die Vergangenheit, in der die Spannung hoch gehalten wird, aber vor allem die Atmosphäre besticht

— gst

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Spannend und tolle Atmosphäre. :)

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  • Rezensionen
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  • Themen
  • Spannender Nachkriegsthriller vor historischem Hintergrund

    Rattenlinien

    ech

    Der ehemalige Polizist Andreas Eckart hat den 2. Weltkrieg bei einem alten Freund in den USA verbracht, nachdem er schon vor Kriegsausbruch ins Visier der Gestapo geraten war und aus Deutschland fliehen musste. Im Dezember 1946 erhält er vom amerikanischen Nachrichtendienst CIC das Angebot, an einem Kommandounternehmen teilzunehmen, das Jagd auf flüchtige Kriegsverbrecher macht, die über die sogenannten Rattenlinien von Deutschland nach Italien gelangen, um von dort mit Schiffen ihre Flucht fortzusetzen. Als er erfährt, das dabei auch sein alter Kollege und Widersacher Gerhard Wagner, der "Schlächter von Baranawitschy", ins Visier genommen werden soll, wirft er alle Bedenken über Bord und schließt sich dem Kommando an.   Martin von Arndt liefert hier einen absolut überzeugenden Nachkriegsthriller ab, der vor einem historischen Hintergrund spielt und die Atmosphäre der damaligen Zeit auch sehr gut einfängt. Mit einer bildhaften Sprache, die das Kopfkino beim Lesen mächtig ankurbelt, und der äußerst gelungenen Charakterisierung der Protagonisten, die durchgehend ausgesprochen vielschichtig angelegt sind, entwickelt sich eine komplexe Geschichte, die mit jeder Seite eine immer größere Sogwirkung entwickelt.Definitiv kein Buch für zwischendurch, hier muss man schon aufmerksam lesen, um den Überblick über das Geschehen mit seinen zahlreichen politischen Verwicklungen und Ränkelspielen im Hintergrund nicht zu verlieren.Dennoch kann man das Buch auch problemlos ohne Kenntnisse aus dem ersten Buch mit Andreas Eckart lesen, da die erforderlichen Informationen zur Vergangeheit der Akteure gut in die Handlung eingeflochten werden, ohne den Lesefluß zu stören. Der Begriff Rattenlinien und seine Bedeutung waren mir zwar schon vor der Lektüre des Buches bekannt, dennoch konnte das Buch auch mir noch einige neue Aspekte vermitteln, da es dem Autoren auf überzeugende Art und Weise gelingt, dem Thema neue Seiten abzugewinnen und die historischen Hintergründe gut auszuleuchten. Gelungene Mischung aus Thriller und historischen Roman.

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    • 3

    Bella5

    31. January 2017 um 11:08
  • Krimi mit Klasse

    Tage der Nemesis

    Bella5

    Lange vor Srebrenica und Ruanda gab es den Völkermord an den Armeniern, der leider auch heute noch von gewissen Kreisen geleugnet wird. Der Genozid ist quasi der Aufhänger des Kriminalromans 'Tage der Nemesis' : "Frühjahr 1921: Im vornehmen Berliner Stadtteil Charlottenburg wird die Leiche des ehemaligen türkischen Staatsführers Talât Pascha gefunden. Kommissar Andrea Eckart erkennt in dem Toten einen der Hauptverantwortlichen für den Völkermord an den Armeniern aus dem Jahr 1915 und kommt rasch einer Terrororganisation auf die Spur, die Rache für die Opfer des Genozids nimmt und die politischen Entscheidungsträger von damals im Visier hat. Als weitere Attentate geschehen, führen die Ermittlungen Eckart bis nach Rom. Doch je weiter der Kommissar mit seinen Recherchen voranschreitet, desto tiefer verstrickt er sich in die politischen Winkelzüge eines zutiefst verfeindeten Europas, das zwischen den Katastrophen zweier Weltkriege steht. Schließlich gerät Eckart selbst ins Fadenkreuz der Attentäter ..." Der historische Kriminalroman besticht vor allem durch Stil und Sprache und eine feine Figurenzeichnung. Ermittler Eckart ist ein Kriegszitterer, der offensichtlich unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet. Jedoch entspricht er nicht dem Klischee des tumben 'Bullen' - als Kind deutsch-italienischer Eltern ist er quasi Kosmopolit, auch wenn er sich mit dem code - switching etwas schwer tut. Mit seinen verschiedenfarbigen Augen erinnerte er mich an David Bowie. :) Nicht nur das 'Personal' des Krimis ist bewundernswert, sondern auch die Tatsache, dass man hier etwas lernen kann und en passant eine Geschichtslektion erteilt bekommt. Die Atmosphäre der Weimarer Republik wird eindrücklich evoziert, und dieser Kriminalroman ist mindestens so gut wie Volker Kutschers "Weimar" - Romane.

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    • 3
  • Reise in eine andere Zeit

    Tage der Nemesis

    gst

    Nach dem Lesen der letzten Seiten habe ich dieses Buch mit einem ganz besonderen Wohlgefühl zugeklappt. So, als wäre ich von einer wundervollen Reise zurückgekehrt. Es war eine Reise in eine andere Zeit, ins Berlin der Jahre 1921/22, das uns schon auf dem Cover begrüßt. Damals trugen die Damen noch Seidenstrümpfe, liefen Telefongespräche über die Vermittlung, mussten Autos angekurbelt werden und verkauften Wurstmaxen ihre Pferdewürste vom Bauchladen. Straßenbahnen hießen Elektrische und Telegramme wurden auf der Post aufgegeben. Natürlich war nicht alles Gold was glänzt. Wir erfahren unglaubliche Grausamkeiten, die sich 1915 auf türkischem Boden ereignet haben und nun auf deutschem Boden gerächt werden. Morde rufen Kommissar Eckart und sein Team auf den Plan. Doch nicht jeder ist von seinen Ermittlungen begeistert. Die Steine, die dem Kommissar in den Weg gelegt werden, wachsen ständig. Das Ränkeschmieden nimmt kein Ende. Wer steckt dahinter? Die Grundlagen zu diesem Buch sind in der Geschichtsschreibung verbürgt, werden aber auch heute nicht an die große Glocke gehängt. Zumindest ich habe viel Neues erfahren, von dem ich bisher keine Ahnung hatte. Die Spannung in diesem Roman wird hoch gehalten. Trotzdem würde ich ihn nicht als Thriller bezeichnen. Mich hat eindeutig der Schreibstil des Autors für diesen Roman eingenommen. Wo findet man denn noch so aussagekräftige Beschreibungen wie: „ Je schlimmer die Situation auf den Straßen, desto mehr wienerten und bohnerten sie die Korridore“ oder „Der Regen hatte den Großstadtstaub eingefangen“. Dies ist auf jeden Fall ein Buch, das in meinem Bücherregal nicht verstaubt, sondern in absehbarer Zeit noch einmal zur Hand genommen wird! Ich habe die Lektüre außerordentlich genossen!

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    • 5
  • Ein bewegender politischer Krimi aus den 1920er Jahren

    Tage der Nemesis

    mrs-lucky

    In seinem Roman „Tage der Nemensis“ verarbeitet der Autor Martin von Arndt die Ereignisse um den Genozid an den Armeniern im Jahr 1915 und den darauf folgenden Racheaktionen in einem spannenden Potitthriller, der in Berlin anfangs der 20er Jahre angesiedelt ist. Er selbst stuft den Roman als Doku-Fiction ein, da er die tatsächlichen Ereignisse und einige historische Persönlichkeiten mit einer fiktiven Ermittlungsgeschichte mischt. Zum Inhalt muss man meiner Meinung nach nicht viel sagen, der Klappentext erklärt sehr gut, worum es geht. Mich hat beeindruckt, mit welcher Sensibilität der Autor an das Thema herangeht, verpackt in eine spannende Handlung bringt er dem Leser die damaligen Ereignisse und Stimmungen nahe und zeigt Parallelen zur späteren Deutschen Geschichte auf. Mit seiner bildhaften und poetischen Sprache zeichnet der Autor ein stimmungsvolles Bild Berlins und später auch Roms in den 20er Jahren des 20.Jahrhunderts. Mit wenigen, wohl gewählten Worten schafft Martin von Arndt atmosphärisch dichte Szenen, wenn es besonders spannend wird, wechselt er ins Präsens, so dass die Geschehnisse noch lebendiger wirken. Andere Szenen wirkten auf mich wie ein Kammerspiel inszeniert. Der Leser darf den Kommissar dabei beobachten, wie er bei Befragungen nicht nur die Aussagen sondern auch das Verhalten der Beteiligten analysiert.  Es geht aber nicht nur um die Massenmorde an den Armeniern, sondern auch um die allgemeinen politischen Ent- und Verwicklungen dieser Zeit. Der erste Weltkrieg ist gerade vorbei, der die Welt und die Menschen nachhaltig geprägt und die politische Landschaft verändert hat. Durch die geschickte Auswahl seiner Charaktere zeigt der Autor, wie unterschiedlich die Menschen mit diesen Veränderungen umgehen. Insbesondere an Kommissar Eckart personifiziert sich die innere Zerrissenheit.  Da der Roman viele versteckte Anspielungen und Kommentare zu geschichtlichen Entwicklung enthält, sind Vorkenntnisse über den ersten Weltkrieg und den Vormarsch des Faschismus vermutlich hilfreich. Ich bin kein Experte, auf mich vermittelt das Buch jedoch den Eindruck, dass ihm umfassende Recherchearbeit zugrunde liegt und die versteckten Wertungen sehr bewusst gewählt sind.  Die Geschichte erklärt einiges, wirft aber andererseits auch viele Fragen auf und regt zum Nachdenken an. „Tage der Nemesis“ ist ein Buch, das ich sicher noch öfter in die Hand nehmen werde und ich bin sicher, dass ich beim erneuten Lesen noch einige weitere Aspekte entdecken werde, die ich beim ersten Mal übersehen habe. Für mich zählt dieses Buch eindeutig zu den literarischen Entdeckungen.  

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    • 4
  • Leserunde zu "Tage der Nemesis" von Martin von Arndt

    Tage der Nemesis

    ars-vivendi-Verlag

    Auf Rache sinnende Opfer, zerrissene Charaktere und grausame geschichtliche Ereignisse: Dieser Politthriller überzeugt mit atemloser Spannung und erschütternden Staatsaffären vor dem Hintergrund eines gespaltenen Europas in den 20er Jahren. Kommissar Eckart ermittelt rund um den Mord an einem ehemaligen türkischen Staatsoberhaupt. Dieses Buch ist für alle, die sich gerne mal von einem packenden Roman mit politischen Winkelzügen und historischem Hintergrund gefangen nehmen lassen. »Doku-Fiction« nennt das der Autor Martin von Arndt, und entführt uns in eine lesenswerte mörderische Halb-Realität. Hörprobe (statt Leseprobe) Zu diesem Titel aus dem ars vivendi verlag startet ab sofort eine Leserunde und ihr könnt 15 signierte Bücher gewinnen. Mein Name ist Isa, ich arbeite im ars vivendi verlag und werde diese Leserunde begleiten. Außerdem ist auch der Autor Martin von Arndt mit von der Partie. Unter der Rubrik »Fragen an den Autor« könnt ihr sammeln, was ihr zum Roman oder zum Autor wissen möchtet. Die Fragen werden dann gegen Ende der Leserunde von Martin von Arndt beantwortet. Natürlich machen wir das Ganze nicht nur aus Spaß, deshalb hätte ich hier gleich zu Anfang noch eine Bitte: Es wäre schön, wenn ihr eure abschließenden Rezensionen auch weiter auf anderen Plattformen streuen könntet. Danke. Kommen wir zu euch! Bewerben kann sich natürlich jeder, bei mehr Bewerbungen als Büchern wird ganz altmodisch ausgelost. Spannender für mich ist eure Bewerbung natürlich wenn ihr mir noch eine Frage beantwortet: Wolltet ihr oder habt ihr euch schon mal an jemandem gerächt? Und wofür? Ist Rache jemals gerechtfertigt? Was denkt ihr? Dann freue ich mich auf viele unterschiedliche Leser und auf eine rege Leserunde! Viele Grüße, Isa aus dem ars vivendi verlag

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    • 255
  • Stimmungsvoller Ausflug ins Berlin der 20er Jahre

    Tage der Nemesis

    Smberge

    Berlin - in den frühen 20er Jahren. Mehmet Talat wird auf offener Strasse erschossen. Kommissar Eckert nimmt die Ermittlungen auf. Schnell findet er heraus, dass es sich bei Talat um den ehemaligen Grosswesir des Osmanischen Reiches handelt, der eine erhebliche Verantwortung für das Massanker an den Armeniern in der Türkei trägt. Der erste Verdacht geht in Richtung eines Rachefeldzuges der Opfer gegen die Täter. Im Laufe der Ermittlungen zeigt sich aber ein deutlich weitreichender Hintergrund der bis in die höchst deutsche Politik geht.  Der Autor zeichnet ein detaillierte Bild des Berlin der 20er Jahre sowohl in Alltagsszenen als auch der politischen Situation der damaligen Zeit. Das Fräulein vom Amt, die Antriebskurbel am Auto und die Elektrische werden ebenso erwähnt, wie die Zerrissenheit der Gesellschaft in Kaisertreue und Demokraten. Diese Mischung ergibt ein wunderschönes Stimmungsbild der damaligen Zeit.  Die Charaktere, insbesondere die Hauptperson Kommissar Eckert werden detailliert beschrieben. Dem Autor gelingt es durch die Beschreibung der Schicksale der Hauptpersonen dem Leser eine Vorstellung von den Sorgen und Nöten zu geben, die zum Teil stark geprägt sind von den Erlebnissen im 2. Weltkrieg.  Den Hintergrund der Geschichte stellt der Massenmord an den Armeniern in der Türkei 1915 dar. Auch dieses furchtbare geschichtliche Ereignis wir während der Ermittlungen detailliert beleuchtet und der Leser erhält zu diesem Thema viel Hintergrundwissen. Daher ist dieses Buch auch insbesondere Lesern zu empfehlen, die einen spannenden Krimi mit geschichtlichem Wissen verbinden möchten.  Insgesamt handelt es sich um einen sehr gelungenen Roman, der seine Leser mitnimmt in das Leben der 20er Jahre in Berlin, mit den politischen und gesellschaftlichen Problem der damaligen Zeit.

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    • 4

    Arun

    25. June 2014 um 21:39
  • Brisantes Thema verpackt in einem packenden Thriller

    Tage der Nemesis

    Scheherazade

    12. June 2014 um 21:19

    In Berlin wird im Jahr 1921 ein ehemaliges türkisches Staatsoberhaupt ermordet. Dieser war in Berlin untergetaucht, da er einer der Hauptverantwortlichen für den Völkermord an Armeniern in der Türkei war. Der Attentäter gehört wahrscheinlich zu einer Terrororganisation, die die Opfer des Genozids rächen will. Kommissar Andreas Eckart beginnt zu ermitteln und gerät zwischen die politischen Fronten in einem verfeindeten Europa. „Tag der Nemesis“ verpackt ein sehr brisantes Thema in der Geschichte in einen packenden Thriller. Dabei gelingt es hier sehr gut historische Fakten mit Fiktion zu verbinden. Die Fakten sind dabei sehr gut in den Thriller eingearbeitet, in die Handlung wie auch in viele Dialoge. Es wird dabei nie langweilig und wirkt auch an keiner Stelle wie ein Geschichtsunterricht. Die Konflikte zu dieser Zeit werden sehr gut dargestellt und auch die Rolle von Deutschland wird verständlich erklärt. Die Geschichte wird meist aus der Perspektive des Kommissars Eckart erzählt. Allerdings gibt es auch kurze Perspektivwechsel. Der Kommissar ist eine sehr vielschichtige Figur und dadurch sehr realistisch. Er hat im ersten Weltkrieg gekämpft und dies hat ihn gezeichnet. Er ist Morphium abhängig und war mir somit nicht immer sympathisch, allerdings waren alle seine Handlungen für mich nachvollziehbar. Die Geschichte an sich ist sehr interessant erzählt und der Schreibstil flüssig zu lesen und passt zu dieser Zeit und den Ereignissen. Da die Verstrickungen insgesamt so vielschichtig sind, fällt es dem Leser auch schwer nur für eine Seite Partei zu ergreifen, da man die anderen auch verstehen kann. Dies macht es so spannend. Insgesamt schafft es Martin von Arndt die Spannung bis zur letzten Seite zu halten, sodass man das Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen will. Von mir gibt es 5 Sterne für einen wirklich gelungenen Politthriller. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der gern Thriller liest, oder sich für diese Zeit interessiert.

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  • Ein Politthriller über den Genozid vor dem Genozid und dessen Folgen

    Tage der Nemesis

    britta70

    Im Mittelpunkt dieses Politthrillers stehen Massaker, die im Osmanischen Reich zwischen Türken und Armeniern stattgefunden haben und über die viel zu wenig bekannt ist. Die Handlung spielt in den 20er Jahren und primär in Berlin. Mehmet Talát, der ehemalige Innenminister des Osmanischen Reiches, wird auf offener Straße erschossen - eine Rachetat eines Armeniers, der den Genozid der Türken an seinen Landsleuten rächen will. Der Täter ist schnell gefasst, dennoch das Problem keineswegs aus der Welt geschafft. Kommissar Eckart jedenfalls ist schnell klar, dass es sich nicht um eine Einzeltat handelt... Nach "Das Märchen vom letzten Gedanken" ist dies das zweite äußerst gelungene Buch, das ich zu Thema Genozid der Türken an den Armeniern in die Finger bekam. Die Atmossphäre der Zeit wird sehr gut eingefangen und das ganze Geschehen sprachlich brilliant präsentiert. Gut gelungen sind auch die Reaktionen der Deutschen auf die Greueltaten: Fassungslosigkeit und Entsetzen steht in ihren Gesichtern. Ein solches Ausmaß an Gewalt scheint ihnen unvorstellbar, dass sich dergleichen im eigenen Land abspielen könnte, liegt jenseits ihrer Vorstellungskraft. Insgesamt gefiel mir der Thriller sehr. Ein Lesetipp für alle, die diese Thematik interessiert.

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    • 3

    ars-vivendi-Verlag

    10. June 2014 um 14:30
  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2014

    kubine

    Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2014 und endet am 31.12.2014. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 18.12.2013 bis 31.12.2014 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2014 erscheinen. Eine Liste mit Neuerscheinungen 2014, die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2014-1043761200/ 3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich, Der Einsendeschluss für gelesene Bücher 2014 ist der 06.01.15. Allerdings müssen die Bücher im Dezember begonnen worden sein! 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben. Derjenige, der am Ende die meisten Krimis bzw., Thriller gelesen haben und somit am meisten zum Ergebnis des Teams beigetragen hat, erwartet am Ende eine kleine Überraschung. Ihr habt noch Fragen, her damit! Gegebenenfalls werden die Regeln dann etwas ergänzt. Keine Fragen mehr? Na dann mal los an die Bücher und viel Glück! Team Krimi: 1.Eka 2. mabuerele 3. Wildpony 4. dorli 5. Brilli 6. LibriHolly 7. Weltverbesserer 8. elisabethjulianefriederica 9. flaschengeist1962 10. Postbote 11.danzlmoidl 12. Antek 13. sonjastevens 14. Matzbach 15. Schneckchen 16. rumble-bee 17. saku 18. wiebykev 19. Machi 20. Huschdegutzel 21. Buchrättin 22. liarabe Gelesene Bücher Januar: 20 Gelesene Bücher Februar: 51 Gelesene Bücher März: 75 Gelesene Bücher April: 53 Gelesene Bücher Mai: 49 Gelesene Bücher Juni: 46 Gelesene Bücher Juli: 43 Gelesene Bücher August: 48 Gelesene Bücher September: 41 Gelesene Bücher Oktober: 43 Gelesene Bücher November: 55 Gelesene Bücher Dezember: 52 Zwischenstand: 576 Bücher Team Thriller: 1. ginnykatze 2. MelE 3. eskimo81 4.SchwarzeRose 5. xXeflihXx 6. Nenatie 7. Jeanne_Darc 8. bookgirl 9. Carina2302 10. Seelensplitter 11. Eskarina* 12. takaronde 13. BuchblogDieLeserin 14. Kitayscha 15. Synic 16. Kaisu 17. Ginger_owlet 18. Bücherwurm 19. Mira123 20. Samy86 21. britta70 22. kvel 23. dieFlo 24. JessyBlack 25. Sternenstaubfee 26. Janosch79 27. igela Gelesene Bücher Januar: 22 Gelesene Bücher Februar: 35 Gelesene Bücher März: 39 Gelesene Bücher April: 57 Gelesene Bücher Mai: 59 Gelesene Bücher Juni: 40 Gelesene Bücher Juli: 45 Gelesene Bücher August: 34 Gelesene Bücher September: 31 Gelesene Bücher Oktober: 30 Gelesene Bücher November: 45 Gelesene Bücher Dezember: 61 Zwischenstand: 498Bücher

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    • 2148

    kubine

    01. June 2014 um 13:52
  • Auge um Auge...

    Tage der Nemesis

    Sick

    Berlin, 1921: Auch wenn der Krieg schon ins Land gezogen ist, hat sich noch keine rechte Ordnung eingestellt. Die Demokratie ist jung und wird von Monarchisten und Freikorps-Anhängern kritisch beäugt. Zudem halten sich viele Kriegsverbrecher in der Hauptstadt versteckt, wobei sie trotz allem ein Leben in Saus und Braus genießen. Einer davon ist Mehmet Talât, ehemaliger Innenminister und Großwesir des Osmanischen Reiches. Obwohl er unter einem Decknamen in Berlin gemeldet ist, wird er auf offener Straße erschossen, ein Treffer in den Nacken, eine perfekte Hinrichtung. Der Täter kommt nicht weit, er ist Armenier und beschuldigt den Toten, den Genozid an seinem Volk im Jahr 1915 befehligt zu haben. Kommissar Dr. Andreas Eckert, selbst Kriegsveteran  mit schrecklichen Erfahrungen, findet bald heraus, dass er kein Einzeltäter sein kann, der aus dem Affekt heraus gehandelt hat...   "Nemesis" ist die griechische Göttin des gerechten Zornes und Namensgeberin der armenischen Vergeltungsorganisation. Diese hat tatsächlich Anfang der 20er Jahre die Drahtzieher des Genozids zur Strecke gebracht, die zwar in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden waren, aber sich durch Migration nach Deutschland dem Urteil entzogen. Der Autor hat seine Geschichte um die Ermittlungs- und Prozessakten herum aufgebaut und die wahren Begebenheiten lediglich um ein paar fiktive Charakter wie Kommissar Eckart ergänzt. Dabei erklärt er sehr geschickt die Hintergründe, eingebettet in Vernehmungen und Tippgebungen. Die damalige Zeit wird detailgetreu und anschaulich beschrieben, sodass man sich fühlt, als würde man mit Eckert durch Berlin streifen. Diesen lernt man im Laufe der Handlung besser kennen, er ist der alleinige Protagonist. Die anderen Charaktere sind teilweise recht undurchsichtig und bis auf Eckerts Assistenten Rosenberg und Wagner (nomen est omen!) haben sie zumeist keine besonderen Eigenschaften vorzuweisen. Dies mag dem Umstand geschuldet sein, dass den historischen Persönlichkeiten nicht noch nachträglich etwas "angedichtet" werden sollte. Man muss schon sehr aufmerksam lesen und sich Zeit lassen, damit man wichtige Informationen nicht übersieht und die vielen ungewohnten Namen zu behalten. Zudem ist die Sprache der Epoche angepasst und teilweise mit Zitaten und Gedichten versetzt. Die Handlung selbst besteht zumeist aus Beschreibungen, Gesprächen oder Reflexionen, nur ab und zu geht der Puls mal schneller, wenn die Verbrecher aktiv verfolgt werden.   Mit "Tage der Nemesis" hat der Autor Martin von Arndt es geschafft, seinem Anspruch gerecht zu werden und die Geschichte ohne zu viel Subjektivität abzubilden. Wer sich für den Genozid an den Armeniern oder den Beginn der Weimarer Republik in Berlin interessiert, der muss dieses Buch unbedingt lesen. Wenn man aber mit politischen Ränkespielen nichts anfangen kann, der sollte lieber zu etwas anderem greifen.

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    • 2

    ars-vivendi-Verlag

    26. May 2014 um 08:46
  • Abgründe eines Jahrhunderts

    Tage der Nemesis

    esposa1969

    Hallo liebe Leser, heute stelle ich euch diesen Kriminal-Roman vor, der mich sehr nachdenklich gestimmt hat und über tatsächliche Begebenheiten aufgeklärt hat: == Tage der Nemesis == Autor: Martin von Arndt == Buchbeschreibung: == Frühjahr 1921: Im vornehmen Berliner Stadtteil Charlottenburg wird die Leiche des ehemaligen türkischen Staatsführers Talât Pascha gefunden. Kommissar Andreas Eckart erkennt in dem Toten einen der Hauptverantwortlichen für den Völkermord an den Armeniern aus dem Jahr 1915 und kommt rasch einer Terrororganisation auf die Spur, die Rache für die Opfer des Genozids nimmt und die politischen Entscheidungsträger von damals im Visier hat. Als weitere Attentate geschehen, führen die Ermittlungen Eckart bis nach Rom. Doch je weiter der Kommissar mit seinen Recherchen voranschreitet, desto tiefer verstrickt er sich in die politischen Winkelzüge eines zutiefst verfeindeten Europas, das zwischen den Katastrophen zweier Weltkriege steht. Schließlich gerät Eckart selbst ins Fadenkreuz der Attentäter ... Ein atemloser Politthriller um wahre Verbrechen, der die politisch aufgeheizte Atmosphäre der Zwanzigerjahre eindrücklich einfängt. == Das Cover: == Das Cover fängt perfekt Berlin in den 1920er Jahren auf, schwarz-weiß und realistisch, als würde es direkt von einer nostalgischen Postkarte stammen. Passender kann man ein Buchcover kaum gestalten. == Leseeindrücke: == In dieser Lektüre - Krimi mag ich den Roman kaum nennen, obwohl er nicht minder spannend geschrieben ist - befinden wir Leser uns anno 1920 bzw. 1921 im alten Berlin. Der 1. Weltkrieg ist soeben beendet und der Autor fängt sehr realistisch die Atmosphäre auf, die in diesen Tagen herrscht. Viele Soldaten kehren als traumarisierte Invalide zurück, die Zeit zu dieser Zeit ist trist und trostlos. Kommissar Andreas Eckart übernimmt in diesem Roman einen Fall, der kein einfacher werden wird, denn es wird ein Fall gegen die terroristische Organisation "Nemesis". Er ermittelt zu Beginn der Handlung in einer heiklen Mordsache an einem türkischen Obsthändler, welcher sich als Mehmet Talât, ehemaliger Innenminister und Großwesir des Osmanischen Reiches, herausstellt. Seine Ermittlungen führen ihn bis nach Armenien … Es geht um Völkermord und um politische Verstrickungen. Der Autor Martin von Arndt hat einen unverwechselbaren Schreibstil, welcher den Leser komplett und vollkommen in das Berlin der 1920er Jahre eintauchen lässt. Als würde man diese Handlung nicht nur lesen, sondern auch unmittelbar erlebt haben. Die Hintergründe und Vorlage dieses Romanes sind keine geringeren als die sehr gut recherchierte Realität: Der Völkermord an den Armeniern, der während des ersten Weltkrieges im Jahr 1915 geschah, der einer der ersten systematischen Genozide des 20. Jahrhunderts und der uns nachdenklich und traurig stimmt. Der Protagonist Eckart wird charakterlich sehr detailliert beschrieben und hervorgehoben. Diese Lektüre ist von der ersten bis zur letzten Seite durchwegs fesselnd und nimmt einem ganz und gar ein. Die 31 Kapitel sind auf 305 Seiten verteilt, so dass die jeweiligen Kapitel recht kurz zu lesen sind. Wir hinten nach dem Epilog noch einen lesenswerten Anhang über armenische Vor- und Familiennamen, sowie verwendete Zitate. Dieser Roman hat mich bestens unterhalten und aufgeklärt. Sehr gerne vergebe ich 5 von 5 Sternen! Vielen Dank für´s Lesen! by esposa1969

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    • 2

    ars-vivendi-Verlag

    20. May 2014 um 16:11
  • Tage der Nemesis

    Tage der Nemesis

    Solengelen

    Berlin, zwanziger Jahre, ein toter Osmane, von einem Armenier erschossen. Dieser versucht nicht mal wirklich zu fliehen. Passanten halten ihn zwar fest, aber ich glaube er hat gar keinen Anlass zur Flucht gesehen. Da der Tote Türke und der Täter Armenier ist, ist dieser der Meinung, es war nur eine Angelegenheit unter Ausländern, bei der weder die Bevölkerung noch die Polizei einen "Nachteil" erlitten haben. Also einfach Schwamm drüber und auf zum nächsten Punkt der Tagesordnung. Natürlich ist jeder Mord ein Fall für die Justiz. Obwohl ich bei der Vorgeschichte des Opfers eher Sympathien für den Täter hege. Die Charaktere lösen die unterschiedlichsten Gefühle bei mir aus. Wagner ist mir unglaublich unsympathisch, ist er doch offensichtlich Rassist. Eckert mag ich, obwohl er ein "Grummelkopf" ist, scheint er doch ohne Vorurteile zu ermitteln, objektiv zu sein. Rosenberg ist sein Assistent, jüdischer Herkunft, mit einem Trenchcoat (erinnert mich an Columbo). Rosenberg ist der Meinung, bei uns gäbe es so etwas nicht. Was für in makaberer Ausspruch, wenn wir den Verlauf der Geschichte betrachten. Sehr gut in die Geschichte eingebaut. Die klare bildhafte Sprache lässt den Leser direkt dabei sein. Das brisante Thema, dass leider auch heute noch aktuell ist, bzw. nie wirklich "erledigt" war, wird vom Autor sehr behutsam und sensibel widergespiegelt. Eckart ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, mit Fehlern und Lastern, und das macht ihn irgendwie sympathisch. Für mich war die Romreise eine passende "Zwischensequenz". Informationen, die man so selten oder gar nicht bekommt. Mit Kant hat der Autor einen weiteren mir sympathischen Charakter eingebaut. Seine "Sicht auf die Ereignisse" sind sehr interessant. Eckart bleibt für mich einer der wichtigsten Charaktere für das Buch. Man spürt seine Zerrissenheit, seine Hartnäckigkeit.  Die klare bildhafte Sprache hat mich sofort in das Buch eintauchen lassen. Ich bin sehr angetan von dem Buch, viele mir nicht bekannte Hintergrundinformationen haben mir einen besseren Einblick in die Thematik gewährt. Die Charaktere, die Sprache, der Aufbau des Buches, alles trägt dazu bei, dass das Buch eine echte Bereicherung ist. Ein ungewöhnliches Buch in dem Tatsachen und fiktive "Ausschmückung" eine wunderbare Symbiose eingegangen sind. Ein Buch, dass ich sicher wieder lesen werde. 

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    • 3

    ars-vivendi-Verlag

    19. May 2014 um 10:41
  • Eine Reise mit Kommissar Eckart

    Tage der Nemesis

    JessicaLiest

    Spannend bis zum letzten Buchstaben Meine ersten Worte gelten dem Cover. Ich muss sagen, das Cover gefällt mir wirklich wirklich gut. Es passt zu 100% und deutet für mich die Geschichte Berlins. Ein neuer Fall für den Kommissar Eckart, der ihm viel abverlangt. Er kämpft gegen die Terroristenorganisation Tage der Nemesis. Seine Ermittlungen haben mich gepackt und ich habe bis zum letzten Buchstaben mitgefiebert. Die Darstellung der 20er-Jahre ist dem Autor mehr als gelungen. Ebenso fand ich den Abstecher nach Rom sehr gut, er hat eine andere Seite gezeigt. Der Akzent der Berliner hat mich immer wieder amüsiert und für gute Stimmung gesorgt. Der Schreibstil ist einmalig, ich habe anfangen zu lesen und erst nach einer Weile wieder aufgeblickt und da stellte ich fest dass bereits eine Stunde vergangen ist. Diesen Effekt muss ein Buch haben, dass man sofort gefesselt ist und alles um einen herum vergisst. Dieses Buch hat es geschafft. Wenn er schreibt, kann man sich das alles so bildlich vorstellen als wäre man selbst dabei. Über den Anhang war ich wirklich dankbar, denn so konnte ich nachvollziehen wie man die ganzen Namen aussprach und mich besser in diese Person hineinversetzen. Ich bin dankbar dass ich das Buch mit aller Ehre lesen durfte. Ich bin ein riesen Fan von dem Buch. Es ist alles drinnen was es braucht. Spannung, Geschichte, Nervenkitzel usw. Ich werde und kann dieses Buch nur weiter empfehlen. Und ich bin mir ziemlich sicher, ich werde dieses Buch irgendwann noch einmal, oder auch zweimal lesen. Meinen Besten Dank für dieses Buch und dass ich es lesen durfte.

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    • 3

    JessicaLiest

    18. May 2014 um 18:51
  • [Rezension] Politik und Roman in einem.

    Tage der Nemesis

    Schneekatze

    Bevor ich dieses Buch gelesen hatte, wusste ich nicht, dass so etwas wie der Nationalsozialismus quasi schon mal statt gefunden hatte, nur viele Jahre früher im Osmanischen Reich zwischen Türken und Armeniern. Massaker, Deportationen, Menschenversuche – und es gab sogar die gleichen Propagandasprüche wie im Nationalsozialismus, beispielsweise: Türken, kauft nicht bei Armeniern! Die Schuldigen dieser Massaker waren untergetaucht und eine armenische Terrororganisation wollte Rache an den Verantwortlichen nehmen. Genau darum geht es in „Tage der Nemesis“. Es ist eine Mischung aus Wahrheit und Fiktion. Der Roman spielt 1921, also genau zwischen den zwei Weltkriegen. Und das merkt man auch. Manche hängen noch am Kaiserreich, andere könnten sich niemals vorstellen, dass so etwas wie im Osmanischen Reich jemals in Deutschland passieren könnte. Schließlich lebe man ja in einer Demokratie. Da man die weitere Vergangenheit kennt, sind solche Aussprüche umso eindringlicher. Der Kommissar Eckart, der die Ermittlung leitet, ist ein charakterstarker Protagonist, durch seine Erfahrung in den Kriegsjahren eine kaputte Persönlichkeit. Dafür weiß er allerdings auch, um was es im Leben geht, und wie die Ausmaße eines Krieges sind. Zudem besitzt er psychologisches Geschick und ist sehr erfahren in Verhören. Er beobachtet beispielsweise die Augen, um zu sehen, wohin der Blick geht, damit er eine Aussage als Lüge oder Wahrheit erkennen kann. Seine Parts in den Dialogen sind besonders am Anfang durch ironische Nachfragen gekennzeichnet. Die Sicht auf die Ereignisse sind verschieden. Wir erfahren, wie die Verantwortlichen die Massaker an den Armeniern verharmlosen, wie die Armenier selbst ihre Lage sahen, wie türkische Leute, die diese Verfolgung verurteilten, die Ereignisse einschätzen und auch die Meinungen von verschiedenen deutschen Personen. Der Schreibstil ist nicht 08/15, sondern genau ausgearbeitet. Jedes Wort sitzt. Man merkt, dass der Autor Ahnung hat. Der Leser wird von Beginn an mit Fragen konfrontiert: Ist Rache moralisch gerechtfertigt? Darf man sich also an denen rächen, die an schrecklichen Ereignissen schuld sind? Und wie weit darf man gehen, um den Frieden sicherstellen zu können? Darf man dafür Mörder entkommen lassen? Nicht nur die Protagonisten müssen sich hiermit auseinandersetzen. Spätestens am Ende muss sich jeder Leser selbst diese Frage beantworten. Fazit: Politik und Roman in einem. Glaubhaft umgesetzt und mit fiktiven Elementen bestückt, sodass es nicht wie eine Dokumentation wirkt, sondern wirklich wie Dokufiction. Ein Buch, dessen Fragen weiter nachklingen – lange, nachdem man es bereits geschlossen hat.

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    • 3

    Schneekatze

    16. May 2014 um 13:06
  • Sprachlich überzeugender Politthriller.

    Tage der Nemesis

    Gulan

    Berlin, März 1921: Auf offener Straße wird der ehemalige türkische Innenminister Talat Pascha erschossen. Der Täter wird von Passanten gestellt, ein Armenier, der als Grund für den Mord Talats Rolle beim Völkermord an den Armeniern während des 1.Weltkriegs angibt. Kommissar Andreas Eckart gerät in heikle Ermittlungen, denn die Armenier haben die Operation Nemesis ins Leben gerufen, um sich an den Verantwortlichen des Völkermords zu rächen, die nach dem Krieg komfortable Exile im Ausland gefunden haben. Doch die Exiltürken und das Auswärtige Amt spielen ihr eigenes Spiel. Für Eckart ergibt sich eine hochbrisante und gefährliche politische Gemengelage. Martin von Arndt vermischt in seinem Roman gekonnt die tatsächlichen Ereignisse der Operation Nemesis mit den fiktionalen Figuren der Ermittler. Hauptfigur ist Andreas Eckart, ein traumatisierter Weltkriegsoffizier und Psychoanalytiker, der nach dem Krieg bei der Polizei gelandet ist. Er ist überzeugter, rechtschaffener und vom Kaiserreich desillusionierter Demokrat. Sein Kriegstrauma bekämpft er mal mehr, mal weniger erfolgreich mit Morphium. Seine engsten Kollegen sind der von ihm geschätzte Jude Rosenberg, ein loyaler und penibler Polizist, und Wagner, ein aufbrausender und rassistischer Freikorpsler. Allein durch diese Figurenkonstellation wird die sensible und aufgeheizte Stimmung im Berlin der 1920er Jahre sehr gut herüber gebracht. Der Roman ist zum einen natürlich ein Politthriller, der die politischen Verwicklungen der damaligen Zeit widerspiegelt, aber auch ein gekonntes gesellschaftliches Porträt der Zwanziger Jahre. Dies gelingt dem Autor mit Hilfe eines überdurchschnittlichen Schreibstils. Die Besonderheiten der damaligen Zeit werden anschaulich beschrieben (Ankurbeln des Autos, Aufgeben eines Telegrammes), aber auch bildhafte Sprachelemente werden benutzt, um eine authentische Atmosphäre zu erzeugen. Eine kleine Schwäche ist aus meiner Sicht, dass die Krimi/Thriller-Handlung nicht über das gesamte Buch die Intensität halten kann. Zum einen fällt aus meiner Sicht die Rom-Episode spannungsmäßig etwas ab, zum anderen kann der Schluss mich nur bedingt überzeugen. Andererseits waren für mich die Gespräche bzw. Verhöre zwischen Eckart und seinem früheren, väterlichen Freund Klant, einem hohen Diplomat, sowie zwischen Eckart und dem Exiltürken Sakir die Highlights. Insgesamt ein wirklich lesenswerter historischer Politthriller, literarisch auf hohem Niveau. Kleine Schwächen bei der Story verhindern die Höchstnote, aber das Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert.

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    • 8

    Igelmanu66

    16. May 2014 um 12:29
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