Weihnachten auf dem Lande

von Martina Bick 
3,0 Sterne bei23 Bewertungen
Weihnachten auf dem Lande
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Positiv (5):
M

super schöne Geschichte

Kritisch (6):
peedees avatar

Auf der Rückseite des Buches steht „Die wunderbare Geschichte eines Weihnachtskindes“ – für mich leider nicht zutreffend.

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Inhaltsangabe zu "Weihnachten auf dem Lande"

Landluft und Weihnachtsmagie

Kurz vor Weihnachten macht Emina sich auf, den Vater ihres Kindes zu finden, nachdem sie ihrem Freund Jasper die Wahrheit gestanden hat. Bei einer fröhlichen Landpartie hat sie den Organisten Christoph kennengelernt - und da ist es passiert. In einem kleinen Dorf sucht sie nach Christoph, den hier jedoch niemand zu kennen scheint. Schnee und Eis verhindern, dass sie wieder abreisen kann. Zudem suchen die Dörfler für ihr Krippenspiel noch eine Maria, da kommt Emina gerade recht. Und dann taucht auch Christoph auf, doch die Begegnung verläuft ganz anders, als Emina es sich vorgestellt hat.

Die wunderbare Geschichte eines Weihnachtskindes

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783352008726
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:174 Seiten
Verlag:Rütten & Loening Berlin
Erscheinungsdatum:04.10.2013

Rezensionen und Bewertungen

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    peedees avatar
    peedeevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Auf der Rückseite des Buches steht „Die wunderbare Geschichte eines Weihnachtskindes“ – für mich leider nicht zutreffend.
    Eine merkwürdige Geschichte

    Emina ist schwanger, nur leider ist ihr Freund Jasper nicht der Vater! Kurz vor Weihnachten – und der erwarteten Geburt – sucht sie den Organisten Christoph, der der Erzeuger des Kindes ist. Auf einer Landpartie Monate zuvor ist es passiert – ein einmaliger Ausrutscher mit weitreichenden Folgen. Wird sie Christoph finden? Was wird er zu seiner Vaterschaft sagen? Und was wird aus ihrer Beziehung mit Jasper?

    Erster Eindruck: Ein winterlich-weihnächtliches Cover mit einer verschneiten Landschaft – sehr schön.

    Emina will kurz vor der Geburt ihres Kindes noch reinen Tisch machen: Sie gesteht ihrem Freund Jasper, dass das Kind nicht von ihm ist, sondern von einem einmaligen Seitensprung. Für ihn bricht verständlicherweise eine Welt zusammen, er wähnte sich schliesslich seit Monaten als werdender Vater. Wirklich unfair, dass sie so lange mit ihrer Beichte gewartet hat. Nun will Emina die bevorstehende Geburt auch noch dem wirklichen Erzeuger mitteilen und reist daher ins verschneite Lechnow. Doch die Dinge laufen nicht ganz so, wie gedacht. Sie gerät mitten in ein Krippenspiel und Erbschaftsstreitigkeiten hinein. Als sie Tage später wieder abreist, beginnen ihre Wehen…

    Ich hatte mit Eminas Art schon etwas Mühe. Ihr Verhältnis zu Jasper scheint mir nicht gerade von grosser Liebe zu überborden, denn sie beschreibt ihn u.a. wie folgt: „ein guter Kumpel, ein intelligenter, hilfreicher und liebenswerter Mann“; "ein guter Kumpel" – spricht man so über den Lebensgefährten? Ich glaube nicht. Und wie kann man Monate damit warten, die Wahrheit über die Vaterschaft zu sagen?

    Es fällt mir schwer, die richtigen Worte für diese Rezension zu finden, ohne zu viel über die Geschichte bzw. deren Ausgang zu verraten. Nach dem Lesen des Klappentexts habe ich mich nämlich schon gefragt, ob das Buch überhaupt ein gutes Ende haben kann, denn das erhofft man sich doch eigentlich von einem Weihnachtsbuch. Der Ausgang ist für mich eigenartig. Auf der Rückseite des Buches steht „Die wunderbare Geschichte eines Weihnachtskindes“ – für mich leider nicht zutreffend.

    Kommentare: 1
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Angenehm zu lesen aber sehr vorhersehbar!
    Nette Geschichte für zwischendurch

    Das Cover fand ich total ansprechend, die schneebedeckten Bäume und Häuser, verstrahlen weihnachtliches Flair, nach dem ich den Klappentext gelesen hatte, wollte ich das Buch gerne lesen, es klang spannend und vielversprechend. Wie ihr an der Bewertung aber schon sehen könnt, bin ich etwas enttäuscht worden.

    Der Schreibstil ist flüssig und gradlinig, die Charaktere sind für die Kürze des Buches ausreichend beschrieben und Emina war mir eigentlich auch recht schnell sympathisch, sie ist unbeirrt, dem Erzeuger ihres Kindes zu sagen, das er Vater wird. Das schwierigste ist, das sie in einer festen Beziehung ist und muss diesem erst einmal beichten, das er nicht Vater wird. Was sich schwieriger darstellt als es ist. Emina wirkt leichtgläubig und denkt von Anfang an das sich schon alles zum Guten wenden wird.

    Christoph, der Erzeuger des Kindes, den sie in einem kleinen Dorf kennen gelernt hat und mit ihm nur eine traumhafte Nacht verbracht hat, muss jedoch erst einmal aufgespürt werden. So macht sich Emina kurz vor Weihnachten und bei Schneetreiben auf den Weg aufs Land um ihn zu finden und ihm die glückliche Nachricht zu überbringen, noch dazu hoch schwanger! Leider kann man sich auch schon vorstellen wie die Geschichte weiter geht, es ist mir alles zu vorhersehbar gewesen.

    Emina tritt von einem Fettnäpfchen in das Nächste und muss sich noch dazu von ihrer Freundin und ihrer zukünftigen Schwägerin, anhören was die von der ganzen Sache denken. Es beginnt vielversprechend aber wird dann schnell uninteressant. Ich habe die kurze Geschichte innerhalb von einem Tag gelesen und ich wollte mich auch nicht unbedingt länger damit aufhalten.

    Fazit:

    Eine nette Geschichte für zwischendurch, nochmal lesen würde ich sie nicht, es war mir einfach zu vorhersehbar. Wer kurzatmige Geschichten mag ist hier richtig. Die netten Charaktere haben aber einiges wieder gut gemacht!

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    Minjes avatar
    Minjevor 3 Jahren
    Beziehungen

    "Weihnachten auf dem Lande" von Martina Bick erschien im Oktober 2013 im Aufbau Verlag Berlin.

    Inhalt
    Emina ist kurz vor Weihnachten hochschwanger unterwegs. In Lechnow sucht sie Christopher, der der Erzeuger ist. Wenig später wird sie miteinbezogen in das Chrsitspiel, in dem noch die Maria fehlt. Sie findet Christopher und lernt auch seine MS kranke Frau Sybille kennen. Wie wird Christopher sich entscheiden? Was möchte Emina? Was ist das Beste für ihr Kind?

    Thema
    Was, wenn ein Kind einen anderen Vater hat, wo soll es aufwachsen? Und wie reagiere ich als Mann auf solch eine Situation? Wie ist es für mich als Erzeuger, damit konfrontiert zu werden? Schwierige Thematik.

    Meinung
    ich glaube hier muss ich warnen "VORSICHT SPOILER"
    Das Cover: ist soooo schön. Es wirkt so friedlich, so weihnachtlich. So ein Gegensatz zu dem, was in dem Buch drin steckt.
    Emine: Ich kann so gut verstehen, dass sie zu Christopher fährt, das sie für sich das klären muss. Was ich nicht recht verstehe: warum macht sie das auf den letzten Drücker? Sie hat es ganz schön lange verdrängt. So etwas hätte sie früher in Angriff nehmen sollen...Trotzdem mag ich Emine.
    Zwei Personen sind mir jedoch äußerst unsympatisch: die Schwester von Jasper und Anna Lisa. Die Schwester von Jasper nervt einfach nur und ist kein bisschen empatisch. Sie steht voll und ganz auf Jaspers Seite. Sie greift Emine an, was ihr in der akuten Situation nicht gut tut. Anna Lisa ist mir unsympatisch, da sie wegen eines Familienmitgliedes zum Anwalt geht. Wie kann man nur... auch das sie später "der rettende Engel" ist, macht sie mir nicht sympatischer. Sie ist bei mir ganz einfach unten durch.
    Ende: Da Emine und Sybille sich gut verstehen, hätte ich dem Buch ein anderes Ende verpasst!
    Die Autorin hat sich einer schwierigen Thematik gestellt. Doch warum musste der äußere Rahmen eine Weihnachtshandlung sein? Für mich steht das in keinem Zusammenhang. Abgesehen davon hat das Buch letzten Endes ein offenes Ende. Die Thematik bleibt ungeklärt, da Emine und Jasper einfach abhauen. Kein klärendes Gespräch wird geführt.

    Fazit
    Für alle fünf Beteiligten gibt es keine befriedigende Lösung. Schade. Wir wissen von jedem Beteiligtem, was er sich wünscht, welche Ängste er hat. Also wäre ein Ende mit Kompromisslösung doch besser gewesen.

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    robbertas avatar
    robbertavor 5 Jahren
    eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

    Landluft und Weihnachtsmagie Kurz vor Weihnachten macht Emina sich auf, den Vater ihres Kindes zu finden, nachdem sie ihrem Freund Jasper die Wahrheit gestanden hat. Bei einer fröhlichen Landpartie hat sie den Organisten Christoph kennengelernt – und da ist es passiert. In einem kleinen Dorf sucht sie nach Christoph, den hier jedoch niemand zu kennen scheint. Schnee und Eis verhindern, dass sie wieder abreisen kann. Zudem suchen die Dörfler für ihr Krippenspiel noch eine Maria, da kommt Emina gerade recht. Und dann taucht auch Christoph auf, doch die Begegnung verläuft ganz anders, als Emina es sich vorgestellt hat. Die wunderbare Geschichte eines Weihnachtskindes.

    eine etwas andere Weihnachtsgeschichte
    einfühlsames Bezeihungschaos gemixt mit der Weinachtsgeschichte
    eine kurzweiliges weihnachtliches Lesevergnügen

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    SiColliers avatar
    SiColliervor 5 Jahren
    Angenehm lesbar, aber nicht ganz überzeugend

    Das schöne Cover mit dem verschneiten Dorf sowie der Titel sprachen mich sofort an. Das Buch selbst hat mich nun etwas zwiegespalten zurückgelassen, und wieder einmal stellt sich mir die Frage, was denn ein „richtiges“ Weihnachtsbuch ausmacht.

    Schnee und Kälte kommen jedenfalls genügend vor, ein Krippenspiel, das für den Heiligen Abend vorbereitet wird und damit Josef, Maria und Jesus, desgleichen. Aber damit hat es sich schon mit dem Bezug zum Religiösen, dem eigentlichen, Grund des Weihnachtsfestes; abgesehen davon, daß einige Male vom Orgel spielen in der Kirche die Rede ist. Das Buch reiht sich damit ein in die vielen modernen Bücher und Filme, die Weihnachten quasi „Entreligionisieren“.

    Neben diesem Grundsätzlichen hatte ich etwas Schwierigkeiten mit dem sehr zahlreichen Personal, von dem ich mir nicht immer klar war, wer nun wer und wie mit wem verwandt ist. Für die 176 Seiten sind für meine Begriffe mehr Personen (namentlich) eingeführt, als für den Überblick gut ist. Zumal die Verwandtschaftsverhältnisse nicht immer klar sind und ich an manchen Stellen das Gefühl hatte, daß die Generationen miteinander verwechselt wurden. Aber vielleicht wollte die Autorin einfach zu viel in das Büchlein hineinpacken: viele Figuren, Seitensprung mit Folgen, Familienzwist, Schwerbehinderung (eine der Figuren hat MS), political correctness - weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen.

    Die Geschichte selbst ließ sich flüssig und angenehm lesen. Ich hatte bis kurz dem Ende keine Vorstellung, wie sich die Situation klären und auflösen würde. Der Spannungsbogen blieb konstant, so daß ich, trotz der beschriebenen Mängel, ständig weiterlesen wollte. Dabei ist es der Autorin gelungen, eine gewisse „wohlige Stimmung“, wie ich die von einem Weihnachtsbuch erwarte, zu erzeugen und das ganze Buch über durchzuhalten.

    Obwohl das Buch in dieser Hinsicht meine Erwartungen erfüllt hat, bleibt ein Rest Unzufriedenheit zurück. Neben dem schon Erwähnten trägt dazu auch bei, daß zumindest für eine der Figuren das Ende recht abrupt kommt und ich das Gefühl hatte, das ist nicht ganz auserzählt, zum Anderen auch das Krippenspiel und der Gottesdienst nicht verdecken, daß es zwar um Familie und Versöhnung geht, das aber recht säkular, fast hätte ich „in mancher Hinsicht politisch korrekt“ geschrieben, verstanden wird. Da half mir auch nicht, daß manches im Buch symbolisch auf jenes erste Weihnachten vor rund zweitausend Jahren hindeutete. Wobei ich erwähnen möchte, daß die Motive „Familie“ und „Versöhnung“ durchaus in passender und angemessener Form vorkamen und verarbeitet wurden. Dennoch scheint mir der ursprüngliche Geist der Weihnacht im Laufe der Jahre verloren gegangen zu sein. Wohlige Stimmung alleine ist am Ende doch zu wenig.


    Kurzfassung

    Eine gut und angenehm lesbare Geschichte, die mich aber nicht ganz überzeugen konnte und von der ich mir (noch?) nicht sicher bin, wie gut sie mir gefallen hat.

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    MikkaGs avatar
    MikkaGvor 5 Jahren
    Manche Themen müssen gut recherchiert und sensibel behandelt werden

    Pro:
    Das Cover ist sehr hübsch und weihnachtlich, da kommt schon beim Anschauen Festtagsstimmung auf! Und auch die Grundidee ist nett, mal was anderes für ein Weihnachtsbuch, aber dennoch passend für die besinnlichen Adventstage. Daher habe ich nach diesem Buch gegriffen, und hier kommt nun mein Eindruck davon:

    Die Geschichte liest sich gut und flüssig herunter, und neben der Haupthandlung - Eminas Suche nach dem Vater ihres Kindes - gibt es auch noch eine interessante Nebenhandlung über einen langjährigen Familienzwist in dem kleinen Dorf, in dem das Buch überwiegend spielt. Das Buch bleibt meiner Meinung nach immer spannend genug, dass man weiterlesen möchte, um herauszufinden, wie das Ganze endet.
    Zu den Charakteren: Auf Emina, Christoph und Sybille werde ich leider unter "Kontra" näher eingehen! Jasper, der gehörnte Lebensgefährte, war mir dagegen direkt sympathisch. Nein, er ist vielleicht kein strahlender Adonis, aber er scheint ein netter, grundanständiger Mann zu sein, der sich nach einer richtigen Familie sehnt. Seine Trauer darüber, dass das Kind, auf das er sich so gefreut hat, nicht seines ist, hat mich richtig mitgenommen - der arme Kerl! Auch die bärbeißige Küsterin Renate, die zuerst ziemlich kratzbürstig und abweisend erscheint, habe ich im Laufe des Buches richtig gern gewonnen.

    Der Schreibstil ist richtig schön und wunderbar zu lesen!

    Kontra:
    Mein riesengroßes Problem mit diesem Buch hat nichts mit einem schlechten Schreibstil, fehlender Spannung oder mangelnder Originalität zu tun, sondern eher mit schlampiger Recherche und unsensiblem Umgang mit dem Thema Schwerbehinderung.

    Sybille hat Multiple Sklerose, eine Krankheit, an der ich selber leide. Daher kann ich auch mit Sicherheit sagen, dass manche Dinge, die hier über die Krankheit behauptet werden, schlichtweg falsch sind, und andere nur halbwahr. Zum Beispiel ist der folgende Satz kompletter Unsinn:

    "Vielleicht aber ließ der nächste Schub auch nicht lange auf sich warten und würde bald dafür sorgen, dass die nächste Muskelgruppe zerfiel und sich zersetzte."

    Multiple Sklerose greift die Muskeln nicht an sondern das Gehirn. Wenn man Probleme mit dem Laufen hat, dann liegt das daran, dass eine Entzündung oder Vernarbung im Gehirn verhindert, dass die Beine richtig gesteuert werden. Außerdem stellt die Autorin es so dar, als wären so ziemlich alle MS-Kranken auf den Rollstuhl oder auf Krücken angewiesen, könnten keine Kinder bekommen und wären ständig auf Hilfe angewiesen, was ebenfalls nicht stimmt - das war vielleicht vor 20 Jahren noch so, als es die heutigen Medikamente noch nicht gab! Ja, manche MS-Kranken sitzen im Rollstuhl, und ich selber benutze oft einen Gehstock, aber das kann man nicht so einfach über einen Kamm scheren.

    Auch fand ich es sehr erschreckend, deprimierend und ignorant, wie oft Sybille auf ihre Behinderung reduziert wird, und wie sehr darauf herumgeritten wird, dass sie schwach ist, dass sie Hilfe braucht, dass sie ihrem Mann eine Last ist. Mir standen oft Tränen der Wut in den Augen!

    "Sie liebte ihn trotz ihrer Krankheit - die ihr das Lieben eigentlich verbot."

    Dürfen nur gesunde Menschen lieben?

    "...er war verheiratet. Noch dazu mit einer so netten Frau. Allerdings schien Sybille um einiges älter zu sein als er. Und sie war krank. Oder jedenfalls schwerbehindert. Was mochte in ihm vorgehen, in seiner Situation?"

    "Dafür brauche er aber ganz bestimmt eine helfende Hand. Eine gesunde Hand, möglichst nicht die zarten, kranken Hände von Sybille."

    "Sybille sah ihm nachdenklich nach. Es war krankhaft, wie sehr sie ihnn liebte. Das lag natürlich auch an ihrer Lage, ihrer Abhängigkeit."

    "Jochen stellte sich auf einen der Behindertenplätze am Friedhof, denn schließlich transportierte er eine Schwerbehinderte."

    Immer und immer wieder - Sybille, die Schwerbehinderte. Wo ist Sybille, der Mensch? Ich finde es ja löblich, wenn eine Autorin auch mal einen Charakter beschreibt, der an einer chronischen Krankheit leidet, aber dann sollte das auch gut recherchiert sein und sensibel behandelt werden. Ein, zwei Gespräche mit MS-Kranken wären doch genug gewesen, um zum Beispiel den Irrtum mit den sich zersetzenden Muskeln aus der Welt zu räumen!

    Neben diesem Aspekt, der mir das Buch gründlich verleidet hat, verblasst fast die zweite Sache, die mir nicht so gut gefallen hat: Emina und Christoph.

    Am Anfang war mir Emina noch sehr sympathisch, und ich musste darüber lächeln, wie sie sich auf ihr Baby freut - aber im Laufe des Buches gewann ich den Eindruck, dass sie auch ziemlich egoistisch und verbohrt sein kann. Zum Beispiel reagiert sie ein paarmal patzig und wütend darauf, dass ihr Freund und seine Schwester ein Problem damit haben, dass das Baby, mit dem sie schwanger ist, das Ergebnis eines Seitensprungs ist - was ich sehr verständlich von den beiden finde! Auch fand ich es völlig unverantwortlich von ihr, dass sie im neunten Monat, eine Woche vor der Geburt, noch mit einem Smart durch einen Schneesturm fährt, statt z.B. den Zug zu nehmen...

    Christoph blieb für mich sehr blass. Er ist Organist, er hat eine schwerbehinderte Frau, und weiter? Ich fand auch nicht wirklich glaubwürdig, wie er auf Eminas Nachricht, dass er Vater wird, reagiert. Ich habe mich oft gefragt: was will er eigentlich? Wie stellt er sich die Zukunft vor?

    Und da ich zu ihm so gar keinen Zugang fand, konnte ich auch überhaupt nicht nachvollziehen, warum Emina so fixiert auf ihn ist. Da kam für mich keine Romantik auf, und ich konnte auch nicht verstehen, wie Emina in ihrem Emotionen so wankelmütig sein kann. Daher kamen mir diese Emotionen auch nicht sonderlich echt oder tiefgehend vor!

    Am Ende des Buches löst sich für mich das meiste zu einfach und problemlos auf, während anderes einfach gar nicht geklärt wird. Das fand ich nicht romantisch, rührend oder weihnachtlich-besinnlich, sondern sehr unbefriedigend!

    Zusammenfassung:
    Wer nicht selber von MS betroffen ist oder jemanden kennt, der es ist, dem wird dieses Buch sicher viel besser gefallen, als es mir gefallen hat. Mir hat der frappierend schlechte Umgang mit dieser Thematik das ganze Buch verleidet! Aber auch die blassen Hauptcharaktere verhindern meiner Meinung nach, dass die wirklich nette und vielversprechende Grundidee ihr Potential voll ausschöpft.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Wenig weihnachtliches Flickwerk aus flachen Figuren und Handlungsfetzen...

    Mehr meiner Rezensionen findet ihr auf meinem Blog: Anima Libri - Buchseele


    Dieses Buch hat mich zu der Feststellung gebracht, dass ich diese "klassisch deutschen" Doppelvornamen für Männer, vorzugsweise mit Hans- oder Horst-, absolut grauenvoll finde (eine Entschuldigung an alle, die von ihren Eltern mit solch schicken Namen gesegnet wurden ;)) und Figuren mit solchen Namen beim besten Willen nicht ernst nehmen kann, was es dann schwierig macht, das Buch an sich wirklich ernst zu nehmen, da mich "Horst-Jürgen" (das ist aber auch eine besonders scheußliche Kombination) mit jedem seiner Auftritte völlig aus dem Lesefluss gerissen hat. Glücklicherweise ist die Rolle des armen Horst-Jürgens nur eine sehr kleine, ich bin mir nicht mal mehr sicher, ob er überhaupt irgendeinen entscheidenden Beitrag zum Verlauf der Geschichte geleistet hat...

    Wie dem auch sei, da Horst-Jürgen im Endeffekt einer von zwei Teilen der Geschichte war, der wirklich bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat und der andere Teil mich ungefähr genau so beeindruckt hat, kann man sich vermutlich schon denken, dass Martina Bick mit "Weihnachten auf dem Lande" nicht wirklich bei mir punkten konnte. Was mich nämlich außer Horst-Jürgen noch beeindruckt hat - und das wirklich nicht im positiven Sinne - war seine Familie. Bzw. die Beziehungen innerhalb seiner Familie. Bei denen bin ich nämlich nur mit aller größter Mühe durch gestiegen. Offenbar scheinen sich weder die Autorin noch das Lektorat hier wirklich Mühe gegeben zu haben, die Familienverhältnisse wirklich konstant zu halten. So sind Schwägerinnen auch mal Schwestern und die Urenkelin landet in einer Generation mit ihrer Tante, der Enkelin.

    Das beeinflusst den Teil der Handlung, in dem es zufälligerweise nämlich ausgerechnet um diese Familie und ihre Verhältnisse untereinander geht, natürlich nicht gerade zum Besten. Denn wer kann schon das Gewirr aus Freund- und Feindschaften und Erbstreitigkeiten nachvollziehen, wenn nicht mal wirklich klar ist, wer denn jetzt mit wem verwandt ist? Nun ja, klar ist es ja eigentlich schon, nur werfen einen die wirren Bezeichnungen zwischendurch halt immer wieder aus dem Konzept. Und das nervt ungemein.

    Der zweite Teil der Handlung hat mich ebenfalls nur wenig in seinen Bann ziehen können. Emina wird hier in die Rolle einer modernen Maria gezwängt - wobei die Empfängnis definitiv alles andere als unbefleckt war -, wirkt dabei aber nur wenig überzeugend. Zwar fand ich die "Heldin" dieses Buchs an sich nicht unsympathisch, aber sie wirkte auch sehr flach und eindimensional. Auch ihr Freund Jasper war doch arg glatt gebügelt und kam ohne jegliche Ecken und Kanten daher. Vieles in dieser Geschichte wirkte ein wenig inkonsequent, es wurden immer wieder Thematiken angerissen, auf die dann nicht weiter eingegangen wurde, was insgesamt den Eindruck hinterlassen hat, dass die Geschichte recht wirr und wenig durchdacht war.

    Ach so, genau, den Kindsvater gibt es ja auch noch. Warum ist mir allerdings ein Rätsel. Warum man ihm außerdem noch eine schwerkranke aber liebevolle Ehefrau angedichtet hat, ist ein noch viel größeres Rätsel. Besonders da sich in Christophs Teil der Geschichte quasi nichts tut und alles, was bleibt, offene Fragen und angerissene Ideen und Entwicklungen sind, hat sich mir seine Position in der Geschichte einfach nicht erschlossen. Er und seine Reaktionen und Handlungen wirkten völlig deplatziert und schienen bis auf einige minimale Berührungspunkte nichts mit den anderen beiden Handlungsteilen zu tun zu haben.

    Alles in allem war das einzige, was mich an "Weihnachten auf dem Lande" von Martina Bick auch nur ein klitzekleines bisschen in Weihnachtsstimmung versetzt hat, das Krippenspiel der Kinder, ansonsten hat sich dieses Buch für mich als ein Flickwerk aus oberflächlichen Figuren und inkonsequent angerissenen Handlungsfetzen und -ansätzen erwiesen, das ich leider nicht weiter empfehlen kann. Aber vielleicht habe ich mich auch einfach zu sehr von Horst-Jürgen und seinen Familienverhätlnissen ablenken lassen, um den weihnachtlichen Geist in der Erzählung zu entdecken...

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    Buchraettins avatar
    Buchraettinvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Romantische Weihnachtsgeschichte mit einer modernen Maria. ich bekam schon richtige Weihnachtsstimmung beim Lesen.
    Romantische Weihnachtsgeschichte mit einer modernen Maria

    Hochschwanger sucht Emina  am 19. Dezember nach dem jungen Mann, den sie bei einer Radtour im Frühjahr kennengelernt hat. Der kleine Ort Lechnow, in der Nähe von Lüneburg. Hier arbeitet Christoph als Musiker, er spielt Orgel in einer Kirche. Das hätte er ihr damals erzählt. Damals, diese eine Nacht, romantisch am Strand, die eigentlich ein One-Nigth-Stand werde sollte. Doch nun suchte sie den leiblichen Vater ihres ungeborenen Kindes, denn sie wollte reinen Tisch machen und auch das Kind hatte ein Recht auf einen Vater. Emina wollte eigentlich nur eine Nacht bleiben und dann zu ihrem Freund  nach Hamburg zurückkehren. Doch es kommt anders und es wird zu einer Art Weihnachtsmärchen für Emina.

    Die Geschichte ließ sich wunderbar lesen. Die Idee, eine hochschwangere Frau auf eine Art Weihnachtssuche zu schicken und dieses dann in Verbindung mit einem Krippenspiel, das war so richtig was fürs Herz.
    Die Erzählung ist teilweise etwas sehr detailliert. Genaue Beschreibungen der winterlichen Landschaft wechseln mit den Beschreibungen der Personen, die Emina auf dieser Suche kennenlernt. Das war mir etwas zu intensiv zum Teil. Es passt aber durchaus in solch eine Weihnachtsgeschichte hinein. Ein wenig sentimental und gerührt ist man als Leser. Da verdrückt man sich ein Tränchen, bei dem überaus glücklichen Ende und ich denke für alle Liebhaber schöner romantischer Liebesgeschichten ist diese Weihnachtsgeschichte genau das Richtige.

     

    Romantische Weihnachtsgeschichte mit einer modernen Maria. Eine schöne anrührende Weihnachtsgeschichte zum Entspannten Lesen, die wirkliche Weihnachtsstimmung auslöst.

    Kommentare: 2
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    marylou1968vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: super schöne Geschichte
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    Bunteperles avatar
    Bunteperlevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch
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