Martina Borger

 4,1 Sterne bei 313 Bewertungen
Autorin von Wir holen alles nach, Kleine Schwester und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Martina Borger

Martina Borger, Jahrgang 1956, ist eine deutsche Autorin. Sie machte eine Ausbildung als Produktionsassistentin in der Filmbranche und besuchte anschließend die Journalistenschule in München. Nach ihrem Abschluss fing sie an als Journalistin und Dramaturgin zu arbeiten. 

Zudem schrieb sie zusammen mit Maria Elisabeth Straub zahlreiche Drehbücher für die Fernsehserie „Lindenstraße“. Ab 2001 fingen die beiden dann an Romane zu verfassen und wurden für ihre erfolgreichen Krimis mit dem Wiesbadener Frauenkrimipreis ausgezeichnet.

Alle Bücher von Martina Borger

Cover des Buches Wir holen alles nach (ISBN: 9783257071306)

Wir holen alles nach

 (74)
Erschienen am 25.03.2020
Cover des Buches Kleine Schwester (ISBN: 9783257606607)

Kleine Schwester

 (71)
Erschienen am 29.04.2015
Cover des Buches Katzenzungen (ISBN: 9783257606591)

Katzenzungen

 (59)
Erschienen am 29.04.2015
Cover des Buches Im Gehege (ISBN: 9783257606584)

Im Gehege

 (40)
Erschienen am 29.04.2015
Cover des Buches Sommer mit Emma (ISBN: 9783257605761)

Sommer mit Emma

 (36)
Erschienen am 23.07.2014
Cover des Buches Lieber Luca (ISBN: 9783257606614)

Lieber Luca

 (26)
Erschienen am 29.04.2015
Cover des Buches Wir holen alles nach (ISBN: 9783257245691)

Wir holen alles nach

 (0)
Erscheint am 23.02.2022
Cover des Buches Katzenzungen (ISBN: 9783899037470)

Katzenzungen

 (2)
Erschienen am 13.04.2007

Neue Rezensionen zu Martina Borger

Cover des Buches Katzenzungen (ISBN: 9783257606591)schnaeppchenjaegerins avatar

Rezension zu "Katzenzungen" von Martina Borger

Melancholische, bedrückende Geschichte über drei Frauen und ihre bittere Freundschaft
schnaeppchenjaegerinvor einem Monat

Nora, Dodo und Claire sind seit über 30 Jahren befreundet und verbringen seit zehn Jahren einmal im Jahr einen Kurzurlaub miteinander. Während Nora die Reise organisiert hat und sich allein schon auf das gemeinsame Picknick im Zug freut, sind Dodo und Claire zurückhaltend. 

Der Roman wird abwechselnd aus der Perspektive einer der drei Frauen Anfang 40 geschildert. Die Kapitel sind kurz und jeweils nur auf wenige Seiten beschränkt. Sie beschreiben die sechs Tage, die sie in diesem Jahr gemeinsam verbringen, aber auch insbesondere ihre Gefühlslage und Gedanken, die sie hegen. 

Anders als man es sich von einer langjährigen Frauenfreundschaft erwartet, sind die Gedanken nicht voller schöner Erinnerungen an eine gemeinsame Zeit, sondern geprägt von Missgunst, Neid und Eifersucht. Keine scheint der anderen ihr vordergründiges Glück zu gönnen und die beiden anderen wirklich zu kennen. Jede trägt ein Geheimnis mit sich herum, das sie belastet und gerne teilen würde, aber nicht den Mut dazu hat. Die Stimmung ist gedrückt, denn eigentlich sollte diese Jubiläumsreise eine Wende darstellen. Dabei ist schwer einschätzbar, ob die fragile Freundschaft einen "reinen Tisch" aushalten und nicht ganz zerbrechen würde oder ob die schwierigen Beziehungen untereinander nicht endlich ehrliche Worte brauchen. 

Fragt man sich zu Beginn noch, was die drei eigentlich miteinander verbindet und warum sie sich diese gemeinsame Reise überhaupt antun, die durch die aggressive Stimmung zu einer Tortur wird, wird durch die Verhaltensweisen und die inneren Monologe deutlich, dass jede der Frauen auf ihre Art einsam ist. 

Keine der Frauen ist sympathisch und verhält sich so wie man es von einer Freundin erwarten würde. Es herrscht keinerlei Urlaubsatmosphäre, die Stimmung ist trüb, bitter, und obwohl die drei allein für diesen Jahresurlaub zusammengekommen sind, gehen sie sich aus dem Weg und verbringen die Zeit überwiegend nur zu zweit, während die Dritte außen vor bleibt. 

"Katzenzungen" ist eine melancholische, bedrückende Geschichte über drei Frauen, die vor allem durch negative Erlebnisse miteinander verbunden sind, aber dennoch krampfhaft an ihrer Freundschaft oder dem, was davon übrig ist, festhalten. Es ist wahrlich kein Gute-Laune-Urlaubsroman. Er fesselt jedoch durch die Abgründe, die sich auftun und die Frage, ob es zu einer versöhnlichen Aussprache oder doch zu einem großen Eklat kommen wird, der die noch übrigen zarten Bande endgültig kappt. Und am Ende lässt einen die Geschichte völlig fassungslos zurück, denn Freundschaft ist offenbar ein sehr dehnbarer Begriff. 

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Cover des Buches Wir holen alles nach (ISBN: 9783257071306)Nettes avatar

Rezension zu "Wir holen alles nach" von Martina Borger

Ein vielseitiges Buch
Nettevor 7 Monaten

Jeder von uns kennt sicherlich die Situationen, mit den verschiedensten Alltagsthemen jonglieren zu müssen und hat dabei seine persönliche Herausforderung. In dem Buch lernen wir Ellen, Sina, Torsten und Elvis kennen. Als ich die ersten Seiten begonnen hatte, fand ich mich direkt im Alltag von Ellen wieder. Ellen, Rentnerin, beschreibt in den ersten Seiten Ihren Tagesablauf. Ich fand die ersten Worte so schön und konnte dargestellte Atmosphäre von Ellen sehr gut nachvollziehen Wir lernen Sina kennen, alleinerziehend, im Job mit unregelmäßigen Arbeitszeiten. Sie versucht ihrem Sohn Elvis alles zu bieten und setzt alles daran, ihm seine Wünsche zu erfüllen. Zu Sina und Elvis gehört Torsten, der neue Partner, der zunächst einen Zugang zu Elvis zu finden versucht. Der Einblick in das Leben der Darsteller ist intensiv. Der Übergang zum eigentlichen Geschehen findet im letzten Drittel statt, der sehr gut gelungen ist. Als Leser spürt allerdings die ganze Zeit, dass bald etwas passiert und auch ich bin zwischenzeitlich skeptisch geworden und habe mit meinen Gedanken zu schnell geurteilt. Durch das Buch wird wieder bewusst, dass Geheimnisse und vorschnelles Urteilen zu Katastrophen führen können. Ein sehr gelungener Roman, der nicht nur von den Alltagsschwierigkeiten einer Familie erzählt.

 

Haben wir nicht alle unser Päckchen im Alltag zu tragen?

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Cover des Buches Wir holen alles nach (ISBN: 9783257071306)Buecherseele79s avatar

Rezension zu "Wir holen alles nach" von Martina Borger

Zwischen Generationen
Buecherseele79vor einem Jahr

Ellen, Ende sechzig, lebt alleine mit ihrem Hund. Ihr Mann verstarb schon vor längerer  Zeit, die beiden Söhne sind ausgezogen und sie genießt ihr Leben in vollen Zügen, hat einen geregelten Ablauf und kleine Nebenarbeiten um die Rente aufzubessern. Doch dann tritt der junge, eher schüchterne Elvis in ihr Leben dem sie Nachhilfe geben soll. Beide freunden sich an, denn Elvis hat selbst kaum Freunde, seine Mutter muss viel arbeiten, der Vater hat eine neue Freundin und wohnt weiter weg, der neue Freund der Mutter gibt sich alle Mühe. Doch dann fällt Ellen etwas an Elvis auf und weiss nicht wie und ob sie reagieren kann oder soll…..

„Er wirkt gelöst und fröhlich, eine ganz neue Erfahrung; sie hat ihn bisher immer sehr still erlebt, fast bedrückt, so als trage er eine Last, die zu schwer ist für seine acht Jahre.“ (Seite 64)

Was für ein herrliches Buch welches mich sehr berührt hat. Die Autorin greift in ihrer Geschichte einen Alltag auf den es wohl zig Mal in Deutschland täglich gibt und wirft uns in das Alltagsleben von Elvis mit seiner Mutter Sina und ihrem neuen Freund Torsten.   Und Ellen wird neben seiner Nachhilfelehrerin eine ebenso wichtige Stütze für Elvis.

Ich fand das Gesamtbild sehr stimmig, ruhig, und doch konnte man die Unruhe, diese Unvorhergesehene nachvollziehen, manchmal fast mit den Händen greifen. Wie der ein oder andere Protagonist im Buch merkt man schnell selbst dass man von Vorurteilen nicht befreit ist.

Ellen war mir sehr sympathisch, ich mag ihre „minimalistische“ Ansicht auf das Leben. Sie genießt ihren Ruhestand, die Zeit mit ihren Hobbies und Freunden, aber auch die Zeit für sich mit ihrem kleinen Job und ihrem Hund. Es muss nicht immer alles laut, viel und voller Leute und Geschwätz sein, ich glaube dass gerade „ältere“ Leser des Öfteren die Beweggründe von Ellen nachvollziehen können, mir erging es zumindest so.

Sina versucht alles um ihrem Sohn Elvis eine gute Mutter zu sein, natürlich macht man sich als Mutter auch immer Gedanken ob mit dem Kind alles okay ist, gerade wenn man berufstätig ist und nicht jederzeit daheim sein kann um sich um das Kind zu kümmern.  Aber was wenn das Kind immer ruhiger wird, sich zurückzieht und mit vielen Situationen nicht klar kommt? Wenn es zu der Betreuung mehr Vertrauen aufbaut als zur eigenen Mutter? Und die Betreuung ihrer Sichtweisen offenbart die man als Mutter gar nicht gesehen hat?

Damit beschäftigt sich dieses Buch, damit beschäftigt sich auch der Leser. Und natürlich hat man immer die eigenen Gedanken im Hinterkopf wie man selbst reagieren würde, was würde man sagen, wie würde man handeln, was ist gerecht, was zu voreilig gesagt? Und es zeigt, in meinen Augen, auch auf wie wichtig es ist dass die Generationen sich austauschen, Zeit miteinander verbringen, dass beide Seiten davon neue Sichtweisen erhalten und voneinander lernen.

Für mich war das Buch ein Stück Kindheit als ich viel Zeit bei den Großeltern verbracht hatte und ich war gerne dort.

Ein Buch was schöne aber auch schwere Momente in der Realität von Familien, ja, der Gesellschaft aufwirft und man ein bisschen überlegt was man selbst eigentlich möchte und was einem gut tut und was nicht. Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter.

 

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Gespräche aus der Community

Martina Borger erzählt in ihrem Roman "Wir holen alles nach" eine Geschichte, mit deren Themen sehr viele Familien heute zu tun haben: Sina hat sich jahrelang allein um ihren Sohn gekümmert und den oft stressigen Alltag gemeistert. Doch nun nimmt ihr Leben eine Wendung, denn sie hat einen neuen Partner und zudem kümmert sich eine ältere Dame regelmäßig um Sohn Elvis. Sie ist es auch, die bemerkt, dass etwas mit Elvis nicht stimmt ...

Herzlich Willkommen in unserer Leserunde zum bewegenden Roman "Wir holen alles nach" aus dem Diogenes Verlag

Eine alleinerziehende Mutter findet einen neuen Partner. Plötzlich ist da eine Patchworkfamilie und alles scheint entspannter zu werden. Doch dann passiert etwas Schlimmes und alles gerät aus der Balance ... Seid ihr neugierig auf das Buch geworden?

Zusammen mit Diogenes suchen wir 50 Leser*innen die den Roman in dieser Leserunde gemeinsam lesen, sich darüber austauschen und zum Schluss eine Rezension schreiben! Beantwortet für die Chance auf eines der Bücher bis zum 29. März 2020 die folgende Frage:

Was brauchen Familien eurer Meinung nach heute, um ein erfülltes und möglichst entspanntes Leben führen zu können?

Ich freue mich auf eure Antworten & den Austausch mit euch!

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