Martina Borger

 4.1 Sterne bei 225 Bewertungen
Autor von Kleine Schwester, Katzenzungen und weiteren Büchern.

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Kleine Schwester

Kleine Schwester

 (63)
Erschienen am 27.08.2004
Im Gehege

Im Gehege

 (39)
Erschienen am 24.01.2006
Sommer mit Emma

Sommer mit Emma

 (34)
Erschienen am 22.02.2011
Lieber Luca

Lieber Luca

 (26)
Erschienen am 21.04.2009
Katzenzungen

Katzenzungen

 (2)
Erschienen am 13.04.2007
Im Gehege

Im Gehege

 (2)
Erschienen am 01.10.2008

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Rezension zu "Kleine Schwester" von Martina Borger

Ein Buch, das einen nicht kaltlässt
dr_y_schauchvor 3 Monaten

Wann immer die Nachrichten von misshandelten, vernachlässigten, verhungerten Kindern berichten, bin ich traurig, fassungslos, schockiert und stinkwütend. Und ich frage mich: Was, zum Teufel, sind das für ‚Eltern‘, was ist das für ein Umfeld, das nichts geahnt, nichts gewusst, nichts gemerkt haben will??!

Das von mir sehr geschätzte Autorinnen-Duo Martina Borger und Maria Elisabeth Straub liefert mit seinem Roman Kleine Schwester, erschienen im Diogenes Verlag, eine Art (fiktionalen) Hintergrundbericht, wie es so weit kommen kann, wie eine solche Tragödie (auch wenn das Wort viel zu schwach dafür ist) ihren Lauf nimmt, Eigendynamik entwickelt und auf ein scheinbar unausweichliches Ende zusteuert.

Die Jessens, Mutter Ela, Vater Carl und Tochter Lilly, sind eine ganz gewöhnliche Familie. Okay, Ela will von ihrer Tochter zu deren Verdruss nicht ‚Mama‘ genannt, sondern mit ihrem Vornamen angesprochen werden, und sie will „nicht so sein […] wie andere Mütter“, mit „Pudel-Dauerwellen, dickem Hintern und Hausschuhen“, so what? Doch auch wenn Ela keine gewöhnliche Mutter sein will, so will sie auf jeden Fall eines sein: eine zweifache Mutter. Carl ist nach einer Krankheit nicht mehr zeugungsfähig und Ela, deren Gedanken bald nur noch um ihren unerfüllten Kinderwunsch kreisen, wird zusehends aggressiver, fragiler und unberechenbarer. Irgendwann scheint eine Lösung gefunden zu sein: Die Jessens nehmen die fünfjährige Lotta bei sich auf. Elas Wunsch hat sich erfüllt, das traumatisierte Heimkind Lotta – das eigentlich Dagmar heißt, doch dieser Name ist Ela zu „hässlich – hat ein neues Zuhause. Doch ‚Lotta‘ kann ihre unausgesprochene Aufgabe, nämlich Elas beschädigte Psyche zu heilen, nicht erfüllen, und Elas Euphorie über die neue ‚Tochter‘ wandelt sich langsam, aber unaufhaltsam von Zuversicht zu Frust, Gleichgültigkeit, Hass …

Ich habe das Buch vor einigen Jahren in einem Rutsch gelesen, konnte meine Augen nicht von den Seiten lösen und es nicht aus der Hand legen. Die Geschehnisse sind so ungeheuerlich und gleichzeitig aufgrund der gewählten Erzählperspektive so eindringlich, dass ich mich diesem Strudel nicht entziehen konnte. Die Geschichte der Jessens wird aus Sicht der mittlerweile zwölfjährigen leiblichen Tochter Lilly erzählt. Lilly ist einerseits unmittelbar in die Geschehnisse involviert, nimmt aber andererseits aufgrund ihres Kindseins die Rolle der handlungsunfähigen Beobachterin ein. Sie ist zu jung, um die Verantwortung für das, was in ihrem Zuhause passiert, zu übernehmen, vielleicht auch zu naiv, hilflos und loyal, um Hilfe zu erbitten. Der kindliche, fast unbeteiligte Tonfall der Ich-Erzählerin ist einerseits streckenweise nur schwer zu ertragen, verleiht aber andererseits den Ereignissen eine unglaubliche Intensität.

Ein Buch, das einem den Hals zuschnürt, das Herz verkrampft, den Kopf sprengt.

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Rezension zu "Im Gehege" von Martina Borger

Lückenlos spannend und unterhaltsam
rkuehnevor 3 Monaten

Die Geschichte des gut 50-jährigen Lateinlehrers Jon Evermann, der mit der jungen Kunstlehrerin Julie einen zweiten, vielleicht sogar ersten, Frühling erlebt, ist gepflastert von Leichen. Nachdem Evermans Frau noch durch einen Unfall (nach einem Streit um eine mögliche Scheidung) plötzlich stirbt, gehen die drei weiteren Toten klar auf Jons Konto, alle Morde stehen dabei in engem Zusammenhang mit seiner Liebe zu Julie, seiner Unsicherheit und seiner Impulsivität. Borger und Straub wissen durchaus zu erzählen, „Im Gehege“ hat förmlich keine langatmigen stellen, ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend und gut konstruiert. Einzig die im zweiten Teil doch etwas vorhersehbaren impulsiven Überreaktionen von Jon geben einen kleinen Punktabzug.

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Rezension zu "Katzenzungen" von Martina Borger

„Im Grunde sind wir mutterseelenallein“ -
solveigvor 4 Monaten

  -  eine schmerzliche Erkenntnis am Ende einer Reise guter Freundinnen!

Alljährlich zelebrieren drei Frauen eine gemeinsame „Mädelsfahrt“, als Ausdruck ihrer seit Schulzeiten bestehenden Freundschaft. Doch diesmal läuft etwas anders. Was relativ harmonisch und mit guten Vorsätzen beginnt, steuert auf eine Katastrophe zu…

Durchaus echt und für jeden nachvollziehbar entwickeln hier zwei Autorinnen die Geschichte um Dodo, Claire und Nora, drei recht unterschiedliche Freundinnen aus Pinneberg. Abwechselnd geben sie die Perspektive jeder einzelnen der Beteiligten wieder und rollen nach und nach deren Lebensweg, Gefühle und Geheimnisse auf, so dass sich für uns schließlich ein detailliertes Bild ergibt. Was der Leser auf diese Art stückweise erfährt, bleibt den jeweils anderen Freundinnen allerdings verborgen, bis es am Ende zu einem Eklat kommt.

Sehr geschickt nutzt das Autorinnen-Duo Martina Borger und Maria Elisabeth Straub das Stilmittel der inneren Monologe und Gedanken der einzelnen Frauen, um die Sichtweise auf andere Personen und Geschehnisse wie durch ein Kaleidoskop zu zeigen und zu verändern. Dabei schreiben sie spannend, zu keinem Zeitpunkt kommt Langeweile auf. Treffsicher legen sie Schwachpunkte frei und stellen Fragen wie: Bedeutet Freundschaft, dass jede sich ganz auf die andere einlässt, sich ihr vorbehaltlos anvertrauen kann? Oder hat Nora recht mit ihrer Meinung “Kennt überhaupt irgend jemand einen anderen Menschen wirklich? Und vor allem: Kennen wir uns selber?“

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