Martina Frey Das Brunnenmädchen

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Inhaltsangabe zu „Das Brunnenmädchen“ von Martina Frey

Sophie arbeitet als Brunnenmädchen an einer Heilquelle im Wiesbadener Kurbetrieb und schenkt den Kurgästen Wasser aus. Als sie erfährt, dass ein reicher Bürgerlicher ihre Schwester verführen wollte und ihr damit das Herz bricht, schwört Sophie Rache. Sie schafft es, sich in die noble Gesellschaft einzuschmuggeln. Mit ungeahnten Folgen.

Charmantes Verwirrspiel der Gefühle im Wiesbaden des späten 19. Jahrhunderts.

— Klusi
Klusi

Eine wunderschöne Geschichte mit sympathischen Charakteren. Einmal wandeln durch Wiesbaden des 19. Jahrhundert. Sehr empfehlenswert!

— Sabrina80
Sabrina80

Toller Schreibstil, liebenswerte Charaktere und der Konflikt der verschiedenen Gesellschaftsschichten – garantiert schöne Lesestunden

— LettersFromJuliet
LettersFromJuliet

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  • Das Brunnenmädchen

    Das Brunnenmädchen
    Klusi

    Klusi

    19. January 2015 um 17:30

    Wiesbaden 1890: Sophie ist empört, als sie erfährt, dass ein junger Herr der gehobenen Gesellschaft ihrer Schwester Annelie das Herz gebrochen hat. Sie nimmt sich vor, Maximilian Bickenbach kennenzulernen und zur Rede zu stellen, was für sie, das einfache Brunnenmädchen, welches den Kurgästen das Wasser der Wiesbadener Heilquelle ausschenkt, gar nicht so einfach ist. Der Zufall kommt Sophie zur Hilfe, als sie Carl Freyberg kennenlernt, ebenfalls ein Sohn aus reichem Hause. Mit seiner Hilfe gelangt sie zu den gesellschaftlichen Anlässen der vornehmen Kreise, und für Carl ist die Bekanntschaft mit dem Brunnenmädchen eine willkommene Abwechslung in seinem luxuriösen aber eintönigen Leben. Sophie lernt Max kennen, aber er ist so ganz anders als sie sich ihn vorgestellt hat, und ehe sie sich versieht, befindet sie sich inmitten eines aufregenden Verwirrspiels. Schilderungen der Epoche, in der die Geschichte spielt, wirken auf mich häufig etwas gekünstelt, aber vermutlich war das Leben teilweise wirklich so, zumindest, was die begüterte Gesellschaftsschicht betraf. Man liest so selten etwas darüber, wie sich die Reichen ihr Geld verdienten und hat oft den Eindruck, dass das Leben damals nur aus Bällen und anderen kurzweiligen Gesellschaften bestand. Besonders die Frauen hatten anscheinend nur die Aufgabe, gut auszusehen und tugendhaft zu sein. Der jungen Generation, egal ob Mann oder Frau, wurde damals wohl sehr wenig Bewegungs- und Entscheidungsfreiheit gelassen. Gemacht wurde, was die Eltern beschlossen. Es ist gut, dass man hier im Roman nicht nur diese eine Seite des Lebens im viktorianischen Zeitalter sieht, sondern auch die ernsten Probleme der armen Leute kennenlernt. Sophie, die mit ihrer Schwester eine kleine Kammer im Haus eines Schneiders bewohnt, ist zwar oft leichtsinnig und auch ein wenig naiv, aber sie ist ein mitfühlender Mensch und hat das Herz auf dem rechten Fleck, was sie zu einer sehr liebenswerten Heldin macht. Ihre Ausflüge in die Welt der Reichen Wiesbadens sind mit einigen Problemen verbunden, denn sie kann bei den Teegesellschaften und Bällen ja nicht in ihrer Alltagskleidung auftauchen. Ihr forsches Vorgehen und ihre ungewöhnliche Art, sich passende Kleider zu besorgen, bringen die junge Frau bald in ernsthafte Schwierigkeiten. Eigentlich sind alle Charaktere des Romans sehr liebevoll, aber nicht einseitig, gezeichnet. Es gibt keine richtigen Bösewichte in der Handlung. Selbst die arrogante und egoistische Franka hat durchaus nette Wesenszüge, auch wenn diese nicht sehr stark zutage treten. Die ausführliche Erläuterung ihrer Beweggründe lässt sie in einem anderen, weicheren Licht erscheinen; sie kann eben nicht über ihren Schatten springen und ist auch nur das Produkt ihres Umfelds. Es geht ganz schön turbulent zu in der Geschichte, manchmal war mir das Durcheinander fast ein wenig zu verwirrend. Gerade auf der Gefühlsebene hatte ich oft, besonders bei Sophie, den Eindruck, sie weiß selbst nicht, was sie eigentlich will. Auch wurde in diversen Dialogen so manches angesprochen, was letztendlich nicht mehr zur Sprache kam und nie eine Klärung erfahren hat, zumindest habe ich das so empfunden. Der Roman ist unterhaltsam geschrieben, auch wenn vieles vorhersehbar ist. Einige Handlungen der Protagonisten und diverse überraschende Wendungen haben dem Roman zwar Spannung verliehen, waren aber für mich nicht immer absolut glaubwürdig und nachvollziehbar. Trotzdem habe ich die Geschichte sehr gerne gelesen und die unterhaltsamen Stunden damit genossen.

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  • Verwickelte Liebesgeschichte im Wiesbaden von 1890

    Das Brunnenmädchen
    Girdie

    Girdie

    22. December 2014 um 20:36

    Das Äußere des Romans „Das Brunnenmädchen“ von Martina Frey scheint mit Patina belegt zu sei. So weiß der Leser gleich, dass das Buch ihn in die Vergangenheit führen wird. Die Autorin nimmt den Lesenden mit auf eine Zeitreise in das Jahr 1890. Es geht nach Wiesbaden, denn hier arbeitet die Protagonistin Sophie als Brunnenmädchen. Ihre Eltern wohnen außerhalb der Stadt. Auf deren Wunsch hin hätte die junge Frau einen alten Bauern heiraten, ihm den Haushalt führen und Kinder gebären sollen. Doch Sophie wollte in der Stadt leben und hat zum Glück schon bald eine Arbeitsstelle gefunden, die allerdings saisonbedingt nur bis Oktober zu besetzen ist. Schon hier zeigen sich ihr starker Wille und ihre Selbständigkeit. Gemeinsam mit ihrer Schwester Annelie teilt sie sich ein kleines Zimmer im Haus eines Schneiders, der den beiden zusätzlich zur Miete Mitarbeit beim Ausbessern der Kleidung seiner Kunden abverlangt. Als ihrer Schwester sich in einen Mann der oberen Gesellschaftsschicht, Maximilian Bickenbach, verliebt und von diesem sitzengelassen wird, fassen die Schwestern den Plan, dass Sophie sich an diesem Mann rächen soll. In das Kleid einer Kundin des Schneiders gekleidet, macht sie sich auf den Weg  zum Haus von Maximilians und stößt dabei mit Carl Freyberg, Ziehsohn in reichem Haus, zusammen. Er sieht in ihr seinesgleichen, da sie ein prächtiges Kleid trägt. Daher lädt er sie als seine Begleitung zu einer gesellschaftlichen Veranstaltung ein. Sophie hofft, dabei auf Maximilian zu treffen und sich rächen zu können. Wird es ihr gelingen oder wird ihre Maskerade auffliegen? Der Schreibstil des Romans ist leicht lesbar und angenehm. Sie entwickelt in diesem Roman eine feine verzwickte Liebesgeschichte mit einigen unerwarteten Wendungen und einer größeren Überraschung zum Ende hin. Jeder Charakter ist gut ausgearbeitet. Die Autorin fängt die Stimmung gekonnt ein, die zur damaligen Zeit zwischen den gesellschaftlichen Schichten herrschte. Die Konventionen sahen eine Verbindung von Mitgliedern höhergestellter Familien mit ärmeren Kreisen nicht vor. Ehen wurden meist durch das Arrangement der Eltern getroffen, dabei standen wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund. Liebe zwischen den Eheleuten als Voraussetzung für eine Hochzeit spielte kaum eine Rolle und sollte sich im Laufe der Zeit von selbst entwickeln.  Martina Frey versucht ausführlich zu begründen, warum für Sophie die Rache an Maximilian wichtiger war als die Angst vor den Konsequenzen, die sich aus der Aufdeckung ihrer  Verkleidung ergeben. Leider war ich nicht ganz überzeugt, aber dennoch hingerissen von den Verwicklungen die sich durch Sophies Auftreten in der Gesellschaft ergeben haben und dem unerwarteten Ende. Lange bleibt offen, ob ihre Maskerade aufgedeckt wird. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es an Leser weiter, die gerne historische Liebesromane lesen.

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  • Einmal wandeln durch Wiesbaden des 19. Jahrhundert mit sehr sympathischen Charakteren.

    Das Brunnenmädchen
    Sabrina80

    Sabrina80

    10. November 2014 um 20:42

    Erster Satz: "Irgendetwas stimmt nicht, dachte Sophie, als sie die Dachkammer betrat." .•:*¨¨*:•..•:*¨¨*:•..•:*¨¨*:•..•:*¨¨*:•..•:*¨¨*:•..•:*¨¨*:•. Sophie lebt mit ihrer Schwester Annalie in einem kleinen Zimmer über eine Schneiderei. Sie zahlen dafür Miete, aber trotzdem verlangt der Schneider immer von ihnen, das sie Kleider ändern zu haben. Sie arbeitet sonst als Brunnenmädchen beim Kochbrunnen, ihre Schwester als Dienstmädchen. Als einer der Reichen Annalie verführen, aber nicht heiraten will, will Sophie Rache für ihre Schwester nehmen. Das sich diese in den Mann verliebt hat und sich jetzt immer in den Schlaf weint. Sophie "borgt" sich ein Kleid vom Schneider, welches sie ändern soll, zieht es an und geht zur Wilhelmstrasse um Maximilian Bickenbach, so heißt der Schwerenöter, zu suchen und zur Rede zu stellen. Doch auf der Suche rempelt sie mit einem Carl Freyberg zusammen. Ebenfalls ein reicher Bürger. Eigentlich sollte sie schnell das weite suchen, aber sie schafft es nicht und nimmt statt dessen eine Einladung zum Maskenball im Theater von ihm an, in der Hoffnung, so leichter an Maximilian ranzukommen... Meine Meinung Dieser Roman war wirklich sehr schön! Ich wollte ihn gerne lesen, weil er in Wiesbaden spielt, die Stadt in der ich lebe. Er spielt allerdings gute 124 Jahre früher und das war wirklich sehr, sehr schön. Ich hatte die ganze Zeit das Wiesbaden von damals vor den Augen gehabt. Die Autorin hat das so wunderbar beschrieben, das man sich beim Lesen vorstellen konnte, man ist mit dabei, man ist an Sophies Seite als sie versucht, Rache für ihre Schwester zu nehmen und flaniert zusammen mit ihr über die Wilhelmstraße, fährt mit der Nerobergbahn und ist im Kurpark, bei einem Spaziergang im Regen. Sophie ist eine sympathische junge Frau, die es nicht hinnehmen will, das die Bürger der Oberschicht sich alles erlauben können ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen. Eine junge Frau, die nur den heiraten möchte, den sie liebt und die öfter mal etwas sagt, was sie sich lieber hätte verkneifen sollen. Vor allen in Gegenwart von Gästen des Kurbetriebes. Aber mir waren alle Charaktere in dem Buch sympathisch. Es gab keinen, den ich nicht mochte. Carl, der immer zu viel Geld am Spieltisch verliert, seine Freunde die Hentschels (die waren toll), sein Ziehvater, ja, sogar Maximilian mochte ich. Annalie ging mir allerdings ein bisschen auf die Nerven und den Schneider mochte ich nicht, der hat Sophie immer als billige Arbeitskraft eingespannt. Fazit Eine wunderschöne Geschichte mit sympathischen Charakteren. Einmal wandeln durch Wiesbaden des 19. Jahrhundert. Sehr empfehlenswert!

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  • Eine sehr gelungener historischer Roman, der im bezaubernden Wiesbaden spielt.

    Das Brunnenmädchen
    LettersFromJuliet

    LettersFromJuliet

    04. November 2014 um 10:43

    Meine Meinung Oh, wie habe ich mich gefreut endlich mal wieder nach Wiesbaden reisen zu können. Okay, zwar nur gedanklich, aber dafür ging es immerhin in die Vergangenheit. Damals war es bestimmt noch schöner in der hessischen Landeshauptstadt. Die wunderschönen alten Gebäude kann man größtenteils heute noch bewundern, aber damals hatte es noch ein ganz anderes Flair mit dem Kurbetrieb und den promenierenden Kurgästen ist ihren eleganten Kleidern. Schön, dass Martina Frey den Leser in diese Zeit entführt. Die Autorin konnte mich direkt mit ihrem Schreibstil überzeugen. Nach ein paar Sätzen tauchte ich in die Geschichte ein und merkte überhaupt nicht mehr wie schnell die Zeit verging. So muss ein Buch sein, dass man alles um einen herum vergessen kann. Sophie ist eine sehr sympathische junge Frau, die weiß was sie will. Sie möchte natürlich nicht den alten Bauern heiraten, den ihre Eltern für sie ausgesucht haben. Deswegen zieht sie mit ihrer Schwester nach Wiesbaden und die beiden teilen sich eine kleine Wohnung. Diese können sie jedoch nur bezahlen, da sie dem Schneider Brach (gleichzeitig auch ihr Vermieter) bei den Näharbeiten helfen – zusätzlich zu ihrer normalen Arbeit. Die beiden haben also kein einfaches Leben, allerdings jammern sie nicht großartig. Oft genug gibt es Bücher, in denen Charaktere nach Höherem streben und immer unzufrieden mit ihrer Situation sind. Sophies Schwester wird von einem reichen Bürgerlichen das Herz gebrochen und Sophie möchte sich daraufhin in die obere Gesellschaft einschmuggeln um ihre Schwester zu rächen. Dazu muss sie natürlich ein dementsprechendes Kleid tragen, was ihr sehr gut gefällt, nur sie fühlt sich darin auch recht unwohl. Sie ist bescheiden und sie weiß, dass sie sich nicht für ihren Stand schämen muss, denn letztendlich sind doch alle Menschen gleich. Während gerade in der reichen Gesellschaft die meisten Ehen aus Vernunft geschlossen werden, so glaubt Sophie immer noch an eine Liebesheirat. Sie ist überzeugt davon und ich fand es sehr schön darüber zu lesen. Außerdem sagt sie öfters ihre Meinung frei heraus, was damals natürlich recht unpassend war. Vor allem eine junge Frau musste sehr genau darauf achten, was sie wie sagte. Sophie fällt es halt manchmal schwer ihre Zunge im Zaum zu halten, was sie mir jedoch nur noch sympathischer machte. Allerdings haben mir auch die anderen Charaktere sehr gut gefallen. Der Lebemann Carl, der charmante Maximilian, das Arztehepaar Hentschel, Sophies Schwester Annelie und all die anderen. Sie wurden gut ausgearbeitet und als ich das Buch gelesen hatte, konnte ich mich nur schwer von ihnen (besonders von Sophie) trennen. Sie waren mir einfach ans Herz gewachsen und es war so spannend zu lesen, wie sich alles weiterentwickelt zwischen ihnen – wunderbare Handlung! Ich fand es sehr interessant, dass immer wieder das Thema arm und reich und auch die Liebes- bzw. Vernunftehe angesprochen wurde. Sophie hat sich in die noble Gesellschaft eingeschlichen, was verboten war und sie hätte dafür im Gefängnis landen können. Ein Brunnenmädchen mitten unter den reichen Bürgern – ein Skandal. So bekommt man aber einen Einblick in die verschieden Alltage der beiden Schichten. Sophie muss mit einem inneren Konflikt kämpfen, schließlich lebt sie in zwei verschiedenen “Welten”. Sie weiß, welche für sie bestimmt ist, fühlt sich jedoch von der anderen angezogen. Die Geschichte wird übrigens aus zwei Sichten erzählt – Sophie & Carl. Seine Perspektive auf die Geschehnisse war auch recht interessant, aber hier will ich nicht zu viel vorweg nehmen. Die Kapitel waren, gerade für einen historischen Roman, recht kurz gehalten. Das in Verbindung mit dem tollen Schreibstil machte es mir schwer, das Buch zur Seite zu legen. Schade, dass es nicht noch mehr Seiten hatte, aber ich habe ja noch zwei Bücher von der Autorin bei mir zu Hause. Das einzige was mir nicht so gefallen hat, war eine Wendung ziemlich zum Ende hin. Natürlich möchte ich nicht spoilern, deswegen gehe ich da auch nicht näher drauf ein, aber ich fand sie kam irgendwie zu plötzlich und sie war mir nicht glaubhaft genug. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf weitere Bücher der Autorin. “Das Brunnenmädchen” kann ich nur empfehlen, gerade auch für Einsteiger in das historische Genre. Fazit Eine sehr gelungener historischer Roman, der im bezaubernden Wiesbaden spielt. Toller Schreibstil, liebenswerte Charaktere und der Konflikt der verschiedenen Gesellschaftsschichten – hier werden schöne Lesestunden garantiert.

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