Martina Heßler

 2 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf

Dr. Martina Heßler ist Professorin für Neuere Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte an der Helmut-Schmidt-Universität.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Martina Heßler

Neue Rezensionen zu Martina Heßler

Für Ingenieure wie mich toll, aber für Andere?

Dieses Buch habe ich mit großem Interesse gelesen. Vielleicht auch ein bisschen aus Neugier, ob jemand endlich klug erklären kann, warum Technik so faszinierend und gleichzeitig frustrierend ist. Ich habe selbst täglich mit Systemen zu tun, die angeblich perfekt funktionieren sollen, und dann auf die absurdesten Arten versagen. "Sisyphos, das ewige Scheitern im Maschinenraum", das ist im Grunde mein Berufsalltag in philosophisch.

Heßler erzählt die Geschichte der Dynamik zwischen Mensch und Maschine mit einer beeindruckenden historischen Tiefe. Vom Industriezeitalter über die Automation bis zur KI zeigt sie, wie sich unser Blick auf Technik verändert hat. Auch, wie wir Menschen uns selbst dabei immer wieder kleinmachen. Maschinen werden als präzise, unfehlbar und rational beschrieben; der Mensch als störanfälliger, emotionaler, unzuverlässiger Teil der Welt. Genau den Widerspruch finde ich spannend, und Heßler bringt ihn mit analytischer Klarheit auf den Punkt.

Das Buch liefert keine schnellen Antworten, sondern Denkstoff. Davon reichlich. Allerdings muss ich gestehen: Es liest sich nicht leicht. Heßler schreibt präzise, aber stellenweise trocken. Man merkt, dass sie aus der Wissenschaft kommt. Das ist kein Sachbuch für zwischendurch, sondern eher ein Fachbuch, das man sehr aufmerksam lesen muss. Ich habe manches doppelt gelesen, um die Gedankengänge verstehen zu können. Mir hat der "Sisyphos" durchaus viel gegeben, aber ich weiß nicht, ob er OttIne NormalverbraucherIn genau faszinieren wird?

»Man darf nicht vergessen, dass diese Versprechen eines maschinellen «Besser» für die Menschen gedacht waren«

»Man darf nicht vergessen, dass diese Versprechen eines maschinellen «Besser» für die Menschen gedacht waren«


Martina Heßler geht in ihrem Buch dem Verhältnis von Mensch zur immer fortschreitenderen Technik und menschlichen Fehlern, anhand gewählter Beispiele, auf die Spur. Mehr noch als zur Zeit der Industrialisierung prägt dieses Zusammenspiel die gesellschaftlichen Diskussionen, insbesondere hinsichtlich der KI. Doch stimmt es wirklich, dass Menschen mehr Fehler machen als Maschinen, die ja gemäß unserer Vorstellung, exakt und genau programmiert sind und unsere menschliche Arbeits- und Gedankenkraft teilweise ersetzen?


Martina Heßlers „Sisyphos im Maschinenraum“ war mein Favorit der drei Sachbücher, die für den bayerischen Buchpreis nominiert sind und ich habe mich gefreut, dass ich es auch als Patenbuch bekommen habe. Nicht weil mich das Thema besonders interessiert, sondern eher weil ich darüber bisher wenig wusste und gerne dadurch mehr erfahren und lernen wollte. 

Aber schon auf den ersten Seiten hatte ich meine Schwierigkeiten damit und leider blieb es dabei. Denn die Sprache erinnert eher an einen fachwissenschaftlichen Aufsatz, als an ein populärwissenschaftliches Buch. Dementsprechend und ohne mein benötigtes Vorwissen konnte ich dem Inhalt kaum folgen und wurde von einer Aneinanderreihung von Aussagen und Zitaten ausgewählter Wissenschaftler regelrecht erschlagen. Noch dazu fand ich den Stil sehr monoton und nicht passend, um neue Menschen für die behandelte Thematik begeistern oder sie darüber informieren zu können. So hing ich immer schon bei den jeweils ersten Sätzen neuer Kapiteln und wusste nicht weiter, da ich vor lauter Fachtermini überhaupt nichts verstand. 


Schlussendlich muss ich sagen, dass dieses Buch für mich ohne Vorwissen und starkes Interesse für die Materie kaum lesbar und wohl eher für einen kleinen, gehobenen wissenschaftlichen Kreis bestimmt ist, was sehr schade ist. Schließlich wäre ich gerne tiefer in die für mich so fremde Materie eingetaucht. 


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