Dieses Buch habe ich mit großem Interesse gelesen. Vielleicht auch ein bisschen aus Neugier, ob jemand endlich klug erklären kann, warum Technik so faszinierend und gleichzeitig frustrierend ist. Ich habe selbst täglich mit Systemen zu tun, die angeblich perfekt funktionieren sollen, und dann auf die absurdesten Arten versagen. "Sisyphos, das ewige Scheitern im Maschinenraum", das ist im Grunde mein Berufsalltag in philosophisch.
Heßler erzählt die Geschichte der Dynamik zwischen Mensch und Maschine mit einer beeindruckenden historischen Tiefe. Vom Industriezeitalter über die Automation bis zur KI zeigt sie, wie sich unser Blick auf Technik verändert hat. Auch, wie wir Menschen uns selbst dabei immer wieder kleinmachen. Maschinen werden als präzise, unfehlbar und rational beschrieben; der Mensch als störanfälliger, emotionaler, unzuverlässiger Teil der Welt. Genau den Widerspruch finde ich spannend, und Heßler bringt ihn mit analytischer Klarheit auf den Punkt.
Das Buch liefert keine schnellen Antworten, sondern Denkstoff. Davon reichlich. Allerdings muss ich gestehen: Es liest sich nicht leicht. Heßler schreibt präzise, aber stellenweise trocken. Man merkt, dass sie aus der Wissenschaft kommt. Das ist kein Sachbuch für zwischendurch, sondern eher ein Fachbuch, das man sehr aufmerksam lesen muss. Ich habe manches doppelt gelesen, um die Gedankengänge verstehen zu können. Mir hat der "Sisyphos" durchaus viel gegeben, aber ich weiß nicht, ob er OttIne NormalverbraucherIn genau faszinieren wird?



