Martina Kempff Die Gabe der Zeichnerin

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Inhaltsangabe zu „Die Gabe der Zeichnerin“ von Martina Kempff

Der Dombau zu Aachen: das größte Rätsel, das Karl der Große der Nachwelt hinterlassen hat. Wie konnte es damals gelingen, die mächtige Steinkuppel zu wölben? Den Schlüssel hält die begabte Tochter eines Baumeisters aus Bagdad in Händen. Doch als junge Frau ist es ihr unmöglich, ihren Vater zu unterstützen. Deshalb reist sie als Mann verkleidet an den Hof des großen Karolinger Königs – und lernt den Sohn des königlichen Baumeisters kennen, für den sie bald mehr empfindet, als gut für die gemeinsame Sache ist.

Unterhaltsame Geschichte mit interessanten, historischen Verknüpfungen.

— une_fleur
une_fleur

Der geschichtliche Hintergrund ist interessant. Die Charaktere waren mir allesamt zu eindimensional und haben mich nicht wirklich berührt.

— LaCivetta
LaCivetta

Klasse recherchiertes Buch. Gute Unterhaltung

— dieben
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    Karl - Geschichten eines Großen
    isabella_benz

    isabella_benz

    15. May 2016 um 14:08

    AufmachungDas Buch ist mit seinen 136 relativ dünn und liegt gut in der Hand. Die Schriftgröße fand ich sehr angenehm. Für mein Empfinden hätte der Rand zur Buchmitte noch ein wenig größer sein können, ich knicke Bücher so ungern auseinander, aber lesen ließ es sich dennoch gut. Auch das Cover ist sehr ansprechend gestaltet. Das Karlssiegel passt natürlich wunderbar, doch auch das kleine Detail mit der blutigen Feder deutet sehr schön auf die teils recht blutigen Geschichten hin.Die Kurzgeschichten werfen aus verschiedenen Richtungen Blicke auf das Leben Karls des Großen. Dabei werden viele, verschiedene Genre bedient, neben kriminalistischen und mysteriösen Geschichten finden sich auch ein lyrisches Werk sowie historische Abhandlungen. Auch wenn ich Kurzgeschichten immer Recht schwer zu bewerten finde, will ich doch zu jeder eine kurze Beschreibung und einen Eindruck wiedergeben:KurzgeschichtenDie Bekehrung des MahoutEin Mahout soll Karl dem Großen als Geschenk des Kalifen einen Elefanten überbringen. Leider stirbt das Tier bei der Überführung. Der Mahout bleibt in dem fremden Land mit den rauen Menschen zurück und muss sich nun dort zurecht finden. ~ Eine traurige Geschichte, die schön die auch damals schon vorhandenen Probleme des Aufeinandertreffens fremder Kulturen aufweist.Die Kinder des KalbesJedes Jahr zu Ostern ermorden Askwin Haduwig Betrunkene Christen, die im Dienste Karls des Großen stehen. Doch warum? ~ Die Zeitsprünge haben mir in dieser Kurzgeschichte sehr gut gefallen. Man weiß bereits zu Beginn, wohin die Geschichte führt und ist dennoch erpicht darauf, zu erfahren, wie es soweit kommen konnte. Spannend und gut geschrieben!Die Gabe der Zeichnerin (Auszug)Bereits bevor Karl der Große den Bau des Aachener Domes in Auftrag gab, wurden dort Christen begraben, was sich für die Bauherren als eher hinderlich erweist. ~ Die kurze Szene aus dem gleichnamigen Roman von Martina Kempff ist gut gewählt. Man merkt zwar, dass mehr um die Charaktere herum geschieht, kommt aber dennoch gut in das Geschehen hinein. Nur der Cliff-Hanger am Ende, der vermutlich nicht zu vermeiden war, hat mich etwas gestört.Die feurigen SchildeObwohl er ihre Heilige Irminsul gefällt hat, lehnen sich die Sachsen erneut gegen Karl den Großen auf. Kann er ihren Angriff auch diesmal abwenden? Oder werden sie nun siegen? ~ Geschickt sind in dieser Geschichte die Legenden aufgegriffen und zu einer spannenden Erzählung zusammengestrickt. Gut hat mir auch die szenische Schreibweise gefallen, sehr lebendig!Charlemagne – Vater Frankreichs?Hier wird nun ein geschichtswissenschaftlicher Blick auf Karl den Großen geworfen. Die verschiedenen Probleme der Wissenschaft rund um die Person Karls, seine berühmt-berüchtigte karolingische Renaissance und der nationale Gründungsmythos Frank(en)reichs wird hier näher beleuchtet. ~ Ich gebe zu, eine solche Berichtsform hatte ich in der Anthologie nicht erwartet. Es ist gut geschrieben, reizt mich aber nicht so wie Geschichten, in denen Charaktere etwas zu verlieren haben.Der Rest des LebensLyrische Werke finde ich fast noch schwerer zu beurteilen als Kurzgeschichten. Ich habe lange herum gerätselt, um wen es hier eigentlich geht. So richtig damit anfreunden, konnte ich mich leider nicht.Der Ring der FastradaFastrada, die vierte Ehefrau Karls des Großen, beichtet dem Ich-Erzähler der Geschichte, einem Bischof, kurz vor ihrem Tod was sie für ihrem Ehemann Karl verbrochen hat. ~ Innerhalb der Geschichte ist sehr viel nacherzählt. Die Form passt zur Geschichte, hat es mir aber zum Teil schwer gemacht, mich ganz auf die Erzählung einzulassen. Was Fastrada beichtet, ist aber durchaus spannend. Und wirft noch einmal ein ganz anderes Licht auf den großen Karl!Die Schulzen von BüllingenKarl setzt im betagten Alter zwei ebenfalls bereits Greise Brüder als Schultheißen ein und lässt von einem Untergeben prüfen, ob die beiden überhaupt noch dazu in der Lage sind. ~ Eine nette, kurzweilige Geschichte, die mich zum Schmunzeln brachte.EinhardNach Karls Tod erzählt der gealterte Einhard einem jungen Burschen, wie er die Kaiserkrönung Karls miterlebt hat. ~ Ebenfalls sehr kurzweilig, wobei bei mir am Ende irgendwie das Gefühl zurückblieb, dass noch etwas fehlen würde. Vielleicht „leide“ ich aber auch nur mit Einhard ;)Traue niemandem!Gero ist geistliches Oberhaupt von Magadoburg für die Gerichtsbarkeit dort zuständig. Nun hat er endlich die Gelegenheit, den Händler Hatto zu überführen, denn der verkauft widerrechtlich Waffen an die Sachsen und heizt diese zu Überfällen auf Christenmenschen an. ~ Ein spannendes Verhör mit einer mehr als überraschenden Wendung!Die gefälschte KarlslegendeHier handelt es sich um historische Überlegung dazu, weshalb Karl der Große als Gründer Aachens stilisiert wurde. ~ Auch diese Informationen sind gut geschrieben und rübergebracht. Der oben genannte „Kritikpunkt“ trifft aber natürlich hier ebenfalls zu.Eine Stadtrallye auf den Spuren Karls des GroßenDie Protagonisten aus der Trilogie „Die Geister des Landes“ führen den Leser in 9 Stationen durch Aachen, immer auf der Suche nach Hinweisen auf den wahren Karl den Großen, stoßen dabei aber natürlich auch auf viele Legenden. ~ Sehr amüsant geschrieben und ein super schöner Abschluss für die Anthologie!Komposition und GesamteindruckGanz erschloss sich mir nicht, nach welchen Kriterien die Kurzgeschichten in der Anthologie angeordnet wurden. Das tut aber dem guten Gesamteindruck keinen Abbruch. Abwechslungsreich ist es in jedem Fall. Lediglich die Kurzgeschichten „Der Rest des Lebens“ und „Der Ring der Fastrada“ hätte ich mir anders herum gewünscht, da mir dann vermutlich während dem Lesen von „Der Rest des Lebens“ nicht ganz so viele Fragezeichen über dem Kopf gestanden hätten. Positiv hervorheben möchte ich zudem, dass jeder Autor in wenigen Sätzen erklärte, was ihn mit Karl dem Großen verbunden hat. Das sind zum Teil sehr nette Anekdoten, die ab und an im Nachhinein noch einmal ein anderes Licht auf die Geschichten werfen.FazitOhne die Historischen Abhandlungen hätte es mir persönlich besser gefallen, aber alles in allem sind die Beiträge sehr solide geschrieben, es liest sich flott und in den allermeisten Fällen war es auch sehr spannend. Mein persönliches Highlight war die Spurensuche am Ende.

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  • Die Geschichte eines Lebenstraums

    Die Gabe der Zeichnerin
    Klusi

    Klusi

    16. February 2014 um 19:50

    Bagdad 794: Der Kalif Harun al Raschid ist dem deutschen Herrscher, der uns heute als Karl der Große bekannt ist, in inniger Freundschaft verbunden. Im Bestreben, den nordischen König beim Bau seiner Pfalzkapelle in Aachen zu unterstützen, schickt er ihm seinen besten Baumeister. Yussuf Ibn Yakub bricht zu eine langen Reise auf; in seiner Begleitung befindet sich Ezra, seine Tochter, die jedoch von klein auf in die Rolle eines Jungen schlüpfen musste, um dem Vater den gewünschten Sohn zu ersetzen und ihn mit ihren genialen Bauzeichnungen unterstützen zu können.Eine gewaltige, steinerne Kuppel zu wölben, ist ihre Vision, die sie jedoch nur in der Verkleidung, als „Architectulus“, verwirklichen kann. In Aachen angekommen lernt sie Lucas, den Sohn des Baumeisters Odo von Metz kennen. Ihre wachsende Zuneigung zu ihm gefährdet ihre Tarnung und bringt ihren Lebenstraum in Gefahr. Die historische Grundlage zu Martina Kempffs neuem Roman ist ein Bauwerk, das seit 1978, als erstes in Deutschland, zum UNESCO Weltkulturerbe erhoben wurde, der Aachener Dom. Zudem jährte sich heuer im Januar der Todestag Karls des Großen zum 1200. Mal, ein guter Anlass, sich über diese berühmte Figur der Weltgeschichte, seine Herrschaft und seine Pläne Gedanken zu machen und ihm einen Roman zu widmen. Man erfährt viel über diesen facettenreichen Herrscher, der für seine Zeit zum Teil erstaunlich fortschrittliche Ansichten hatte.Aber die eigentliche Hauptperson der Geschichte ist Ezra, eine schöne und kluge junge Frau aus Bagdad, die ihre Weiblichkeit versteckt und verstummt, um nicht entdeckt zu werden. Ich war hingerissen von der jungen Heldin, die sich so vielen Schwierigkeiten ausgesetzt hat, um ihr Ziel zu erreichen. Wenige wissen von ihrer wahren Identität, manche ahnen es, aber die meisten erkennen nur, was sie sehen wollen, einen stummen und ein wenig seltsamen jungen Bauzeichner, der seinen Vater beim Bau der Pfalzkapelle unterstützt, denn der Kaiser verlangt schier Unmögliches. Er möchte seine Kapelle von einer riesigen Kuppel gekrönt sehen, die für ihn nur der erfahrene Yussuf Ibn Yakub und sein Sohn Ezra bauen können. Ein realer Bau und eine phantastische Möglichkeit, wie er hätte entstanden sein können, werden hier in einer atemberaubenden, fesselnden Geschichte dargestellt, die mich in ihrer Detailtreue der Schilderungen begeistert hat. Man kann die Planung und die Baufortschritte gut mitverfolgen. Hervorragend recherchiert bringt einem dieser wunderbare Roman den historischen Ursprung eines Bauwerks nahe, das bis heute nichts von seiner Rätselhaftigkeit und Faszination eingebüßt hat. Ich kenne den imposanten Aachener Dom nur aus Erzählungen und von Fotografien, die mich fasziniert und beeindruckt haben. Die Geschichte hat in mir den dringenden Wunsch geweckt, die Schönheiten des Gebäudes selbst vor Ort zu bestaunen.Nicht nur die Beschreibung der eindrucksvollen Bauweise mit orientalischem Einfluss erzeugt hier den Zauber von 1001 Nacht, sondern es sind die weisen Sprüche, teils aus dem Talmud und Suren aus dem Koran, die häufig in die Handlung eingebunden sind und das besondere Flair um Ezra unterstreichen. Zudem beginnt jedes Kapitel mit einem passenden Zitat aus den Erzählungen von 1001 Nacht, das den Leser auf die folgenden Ereignisse einstimmt.Geschildert ist ein fiktives Schicksal, das mich eigentümlich berührt hat und durch den realen Hintergrund und die eingeflochtenen Episoden, die aufgrund von Ausgrabungen und wirklichen Ereignissen entstanden sind, sehr lebendig wirkt.

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  • Leserunde zu "Die Gabe der Zeichnerin" von Martina Kempff

    Die Gabe der Zeichnerin
    MartinaKempff

    MartinaKempff

    Öfter mal was Neues! Wenn ich Euch jetzt zu einer Leserunde mit mir einlade, dann ist das für mich etwas extrem Neues. Eigentlich stehe ich mit meinen Lesern in altmodischem Briefkontakt, beantworte ihre Fragen in  E-Mails oder auf meinen Lesungen.  Und da kam plötzlich aus eurer community die Bitte, für meinen neuen historischen Roman eine Leserunde zu betreuen. Klang zwar reizvoll, aber Internet-Portale habe ich bisher aus vielerlei Gründen gemieden.  Ehrlich gesagt vor allem, weil ich keine Ahnung habe, wie sie funktionieren. Wer meine Bücher kennt, weiß schließlich, dass ich mich hauptsächlich im Mittelalter oder in einem sehr abgelegenen Teil der Eifel aufhalte. Meine Bücher aber werden in der Zeit von facebook gelesen. Dem ich also kurz entschlossen vor ein paar Tagen beigetreten bin. (Wer meine Eifelkrimis kennt, weiß, was die Ich-Erzählerin Katja Klein davon halten würde) Lovelybooks ist jetzt mein zweiter Schritt in die virtuelle Wirklichkeit. Ich habe ihn getan, weil ich sehr gespannt bin, wie sich die Sache entwickeln wird und was ihr zur "Gabe der Zeichnerin" sagen werdet. Es ist mein 13. Roman, an keinem habe ich so lange gearbeitet und gefeilt, und keiner liegt mir mehr am Herzen. Inhalt: Der Dom zu Aachen das größte Rätsel, das Karl der Große der Nachwelt hinterlassen hat. Wie konnte es im Frühmittelalter gelingen, die mächtige steinerne Kuppel zu wölben? Als noch niemand im Abendland die Fertigkeiten dafür besaß? Den Schlüssel zur Lösung hält eine junge Frau in Händen: Ezra die muslimische Tochter eines oströmischen Baumeisters. Im Jahr 794 reist sie im Auftrag des Kalifen Harun al Raschid mit ihrem Vater von Bagdad ins Frankenland. Die gebildete Zeichnerin, die wie ein Knabe erzogen wurde, führt als Mann verkleidet am Hof Karls des Großen ein gefährliches Doppelleben zwischen Berufung und heimlicher Liebe. Als der junge Baumeister Lucas nach einer Tragödie hinter Ezras Geheimnis kommt, muss die begabte Muslima um ihr Leben fürchten. Wie ich zu diesem Thema kam, könnt Ihr hier auf meiner website nachlesen: http://martinakempff.de/leseprobe_die_gabe_der_zeichnerin.htm#nachwort   Aber es geht nicht nur um den Bau der Aachener Pfalzkapelle und die Liebesgeschichte, wie Ihr schnell merken werdet. Es ist auch ein Beitrag zu einer ganz bestimmten Diskussion in unserem Land. Ich sehe den historischen Roman nicht als Eskapismusliteratur, sondern stelle mir als Autorin beim Schreiben immer die Frage: "Was sagt uns das heute?" Euch stelle ich jetzt auch eine Frage. (Vorsicht: es ist eine Fangfrage!): Wo wurde Karl der Große zum Kaiser gekrönt? Wer an der Leserunde teilnehmen möchte, kann sich mit der richtigen Antwort bewerben. An 15 von Euch werde ich dann Rezensionsexemplare mit persönlicher Widmung schicken. Jetzt bin ich sehr neugierig, was passiert. Viele Grüße in die Runde!     

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    • 1010
  • Das Geheimnis von Ezra und dem Dom zu Aachen

    Die Gabe der Zeichnerin
    schafswolke

    schafswolke

    23. January 2014 um 11:01

    Isaak kommt mit einem Geschenk des Kalifen Harun al Raschid nach Aachen an den Hof von Karl dem Großen. Der Kalif schickt Iosefos den Baumeister, damit dieser beim Bau des Dom zu Aachen mithilft. Iosefos bringt seinen stummen Sohn Ezra mit auf die multikulturelle Baustelle, doch Ezra birgt ein großes Geheimnis - sie ist eine junge Frau. Ezra träumt von der Gestaltung des Doms und sie setzt alles daran, dass ihr Taum auch in Erfüllung geht. Während ihrer Zeit in Aachen lernt Ezra auch Lucas kennen. Doch wie lange kann Ezra nun verbergen, was hinter ihrer Kleidung steckt? "Die Gabe der Zeichnerin" ist ein historischer Roman von Martina Kempff, der sich mit dem Dombau zu Aachen unter Karl des Großen beschäftigt. Sehr postiv an der Leserunde fand ich die zusätzlichen Informationen der Autoren zum Dom zu Aachen. Auch in dem Buch gibt es im Anhang zahlreiche Informationen dazu, Leider haben sich die Figuren mir nicht so den Zugang zu sich erlaubt, wie ich es mir gewünscht hätte. So haben sich mir einige Handlungen nicht so ganz erschlossen und die Geschichte hat mich leider auch nicht so berührt. Ebenso finde ich, dass manche Handlungsstränge zu schnell abgehandelt werden, die durchaus mehr hergegeben hätten. Vielleicht hätten dem Buch ein paar Seiten mehr nicht geschadet. Bei dem Buch fehlt mir persönlich die Wärme und die Liebe zu den Figuren und zu der Geschichte. Gerne würde ich 3,5 Sterne vergeben, denn 4 sind für mich etwas zu viel.

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  • Der Dombau zu Aachen

    Die Gabe der Zeichnerin
    Spatzi79

    Spatzi79

    09. December 2013 um 14:17

    Ezra ist die Tochter des berühmten Baumeisters Iosephos. Er erzieht sie allerdings als Junge und um ihre Verkleidung nicht zu verraten, gilt sie in der Öffentlichkeit als stumm. Eines Tages schickt der Kalif ihren Vater als Gastgeschenk an den Hof Karls des Großen, um diesem beim geplanten Bau seiner ganz besonderen Kathedrale behilflich zu sein. Ezra macht durch ihr Zeichentalent sogar den Kaiser auf sich aufmerksam und spielt beim Dombau zu Aachen bald eine wichtige Rolle. Doch ihre Verkleidung als Mann ist ihr zunehmend eine Last, entwickelt sie doch Gefühle für Lucas, den Sohn des Hofbaumeisters Odo von Metz. Wie lange kann und will sie ihr Versteckspiel noch aufrechterhalten? Der Dombau zu Aachen ist heute noch ein Rätsel. Orientalische Details und ein Kuppelbau, den es zu dieser Zeit im Abendland noch gar nicht hätte geben dürfen, lassen Archäologen bis heute über die beteiligten Baumeister am UNESCO Weltkulturerbe rätseln. Um die wenigen Fakten spinnt die Autorin Martina Kempff hier eine spannende Geschichte voller liebevoller und phantastischer Details. Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat aus Tausendundeiner Nacht und überhaupt hat die Geschichte immer wieder etwas Märchenhaftes, sowohl im blumigen Erzählstil als auch in manchen Zufällen in der Handlung. Aber das Buch ist nicht nur eine erfundene Geschichte, denn immer wieder merkt man sehr deutlich die intensive Recherche der Autorin, die ganz nebenbei zahlreiche historisch belegte Details in ihre fiktive Handlung hineinwebt, so dass am Ende ein stimmiges Bild erscheint, wie es möglicherweise hätte sein können. Ein farbenfroher historischer Roman, der mich neugierig auf die anderen Bücher der Autorin gemacht hat!

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  • Historischer Roman über Karl den Großen - brilliant recherchiert und mitreissend geschrieben!

    Die Gabe der Zeichnerin
    Wildpony

    Wildpony

    Die Gabe der Zeichnerin - Martina Kempff Kurzbeschreibung Amazon: Der Dom zu Aachen – das größte Rätsel, das Karl der Große der Nachwelt hinterlassen hat. Wie konnte es im Frühmittelalter gelingen, die mächtige steinerne Kuppel zu wölben? Als noch niemand im Abendland die Fertigkeiten dafür besaß? Den Schlüssel zur Lösung hält eine junge Frau in Händen: Ezra – die muslimische Tochter eines oströmischen Baumeisters. Im Jahr 794 reist sie im Auftrag des Kalifen Harun al Raschid mit ihrem Vater von Bagdad ins Frankenland. Die gebildete Zeichnerin, die wie ein Knabe erzogen wurde, führt als Mann verkleidet am Hof Karls des Großen ein gefährliches Doppelleben zwischen Berufung und heimlicher Liebe. Als der junge Baumeister Lucas nach einer Tragödie hinter Ezras Geheimnis kommt, muss die begabte Muslima um ihr Leben fürchten. Das Ergebnis dieser hervorragend recherchierten und zauberhaften Liebesgeschichte steht noch heute: der Dom zu Aachen, das erste UNESCO-Weltkulturerbe Deutschlands. Mein Leseeindruck: Da zu meinen Lieblings-Genren der historische Roman gehört, habe ich mich sehr darauf gefreut, dieses Buch von Frau Kempff zu lesen. Und was soll ich sagen? Es hat mich absolut in den Bann gezogen und auch sehr berührt. Die brillante Recherche der Autorin zu den historischen Elementen des Buches sowie der tolle Schreibstil haben mich absolut überzeugt. Die Hauptprotagonisten wie z.B. Iosefos, Ezra und Lucas waren mir sehr schnell ans Herz gewachsen und ich habe teils mir atemloser Spannung den Fortschritt beim Dombau sowie die zarte Gefühlswelt der Protagonisten mit verfolgt und manchmal atemlos mitgefiebert. Auch König Karl ist mir in dem Buch sehr sympatisch geworden, auch wenn er vielleicht nicht der treueste Ehemann war, so war er doch ein Mensch mit Herz, wie man an manchen Entscheidungen im Buch mitverfolgen kann. Der Wechsel zwischen Aachen und dem Morgenland sowie zwischen den Zeiten hat das Buch noch zusätzlich bereichert und mir als Leser wieder neues Wissen offenbart. Beinahe etwas traurig mußte ich mich am Ende des Buches von den lieb gewordenen Figuren verabschieden. Fazit: Das Buch hat mich als Leser sehr gefesselt, gut unterhalten und war ein Lese-Highlight 2013. Es bekommt daher von mir uneingeschränkt 5 Sterne. Dieses Buch muß man mit allen Sinnen und auch zwischen die Zeilen lesen. Dann reisst es einen einfach mit!

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    • 3
  • Der Aachener Dom hütet er ein Geheimnis?

    Die Gabe der Zeichnerin
    Sporchie

    Sporchie

    27. November 2013 um 16:55

    Im Jahre 794 beginnt diese Geschichte - die von dem kühnen Projekt des Dombaues in Aachen erzählt. Bis heute ist es noch geklärt, wie die Kuppel des Domes entstanden ist - eine ganz große handwerkliche Herausforderung in der damaligen Zeit. Martina Kempff hat um dieses Kunstwerk eine sehr schöne Geschichte gesponnen - die von ihrer großen Erzählkunst aber auch von einer bewundernswerten gründlichen Nachforschungsarbeiten lebt. Der Leser wird in den Orient mitgenommen, dort lebt Ezra ein junges Mädchen, das von ihrem Vater einen bedeutenden Baumeister als  Junge aufgezogen wird,  um ihr besonders Talent ausüben zu können. Beide kommen an den Königshof in Aachen um dort am Bau des Domes mitzuwirken. König Karl erteilt ihnen den Auftrag und zusammen mit dem fränkischen Baumeister Odo und dessen Sohn Lucas sollen sie etwas Einmaliges erschaffen. Was die Akteure bis zur vollständigen Fertigstellung dieses außer-gewöhnlichen Bauwerks erleben , vermittelt nicht nur einen Einblick in die Zeitgeschichte sondern bietet eine phantasievollen Rahmen um dessen Entstehung . Jedes Kapitel wurde sehr schön mit einem passenden Zitat aus Tausendundeiner Nacht begonnen - Skizzen des Doms und im Anhang die Erläuterungen versch. Begriffe runden dieses Lesevergnügen perfekt ab. Sehr empfehlenswert für alle, die gerne gut geschriebene und ebenso gut recherchierte historische Bücher lesen

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  • Lovelybooks Leserpreis 2013

    Sabine_Kornbichler

    Sabine_Kornbichler

    Danke an alle Leserinnen und Leser, die "Das Verstummen der Krähe" beim Leserpreis 2013 unter die 35 Finalisten in der Kategorie Krimi gewählt haben :-) Jetzt heißt es Daumen drücken!

    • 2
  • Ein historischer Roman über ein einzigartiges Gebäude

    Die Gabe der Zeichnerin
    AddictedToBooks

    AddictedToBooks

    Der Aachener Dom - ein Gebäude, das ein großes Geheimnis birgt. Wie konnte die runde Kuppel im Mittelalter gebaut werden, als sich noch niemand im Abendland damit auskannte? Wie kam König Karl zu seinem Dom, der heutzutage noch zu den schönsten Gebäuden zählt? Nur eine Person kann dies möglich machen: Ezra, die muslimische Tochter eines Baumeisters aus Ostrom. Sie hat die Gabe, zu zeichnen. Und diese Gabe macht es ihr möglich, nicht nur König Karl von sich zu überzeugen. Im Jahre 794 reist Ezra mit ihrem Vater nach Aachen. Was dort jedoch niemand weiß: Ezra, die immer als Junge verkleidet ist und nie spricht, ist eigentlich ein Mädchen. Aber das muss auch weiterhin ein Geheimnis bleiben, denn ein Mädchen dürfte nie am Bau eines Gotteshauses beteiligt sein. Zu Beginn läuft auch alles gut, doch nach einem schrecklichen Unfall erfährt Lucas, Sohn eines Baumeisters, wer Ezra tatsächlich ist. Wird ihre Liebe eine Chance haben? Und wird Ezra es schaffen, sich weiterhin als Junge auszugeben? Dieser historische Roman ist mehr als nur "gut gelungen". Man merkt schon nach den ersten Seiten, wie viel Arbeit in jeder einzelnen Seite des Buches steckt. Man erfährt viel über den Bau den Dom und vor allem der Kuppel. Außerdem gibt der Roman viele Informationen über die damalige Zeit, König Karl, seinen Lebensstandard, die Arbeiter aus verschiedenen Glaubensrichtungen und mehr. Auch die Liebe kommt natürlich nicht zu kurz. Ich habe das Buch richtig verschlungen, denn es war so toll geschrieben, dass man es einfach nicht aus der Hand legen konnte. Wenn mich jemand fragen würde, wie der perfekte historische Roman aussieht, dann würde ich ohne nachdenken zu müssen auf Martinas Buch deuten. Denn "Die Gabe der Zeichnerin" ist wirklich ein ganz besonderes Buch und hat deshalb auch volle 5 Sterne verdient.

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    • 2
  • {Rezension} Die Gabe der Zeichnerin

    Die Gabe der Zeichnerin
    LuluCookBakeBook

    LuluCookBakeBook

    16. November 2013 um 15:55

    Meine Meinung „Die Gabe der Zeichnerin“ - ein geheimnisvoller Titel, der mich sehr neugierig macht. Dazu ein eher schlichtes, aber ansprechend gestaltetes Cover. Im Vordergrund ein Zirkel, passend eingefügt in die Titelschrift, sowie ein Granatapfel, der für Farbe sorgt und natürlich symbolisch zu verstehen ist. Im Hintergrund der Grundriss des Aachener Doms mit dem Siegel von Karl dem Großen. In der Leserunde auf LovelyBooks wurde Frau Kempffs Schreibstil heiß diskutiert. Ich gehöre zu den Befürwortern. Einige Begriffe sind im Glossar erläutert, ansonsten fand ich die Sprache sehr gut zu verstehen. Es wird nicht alles bis ins kleinste Detail erklärt, der Leser muss auch selbst mitdenken. Dennoch lässt sich das Buch flüssig lesen und man wird auch ohne allzu viele Überlegungen gut unterhalten. Obwohl mir die Protagonisten sehr gefielen, kann ich nachvollziehen, dass sie anderen zu blass geblieben sind. Auch hier gilt: Mitdenken. Trotzdem hätte ich mir an mancher Stelle eine genauere Beschreibung gewünscht, gerade in Bezug auf Alter und Aussehen hatte ich ab und an Probleme, mir die Figuren vorzustellen. Historische Romane lese ich immer wieder gern, besonders, wenn sie gut recherchiert sind. Hier hat die Autorin alle Erwartungen übertroffen, selbst in der Leserunde hat sie uns noch mit zusätzlichen Hintergrundinformationen versorgt. Es werden geschickt mehrere Handlungsstränge miteinander verknüpft. So spielt natürlich der Aachener Dombau eine wichtige Rolle, doch auch die Entwicklung der Protagonisten fällt nicht unter den Tisch. Und auch die kleinsten Nebenhandlungen sind hervorragend ausgearbeitet. Was mir ebenfalls gut gefiel: Historische Ernsthaftigkeit und Geheimniskrämerei werden mit unterhaltsamem Humor unterlegt. Zudem ist Platz für Religion und Mystik, sodass ein gewisser Märchencharme nicht fehlt. Fazit An mancher Stelle hätte man Beschreibungen vertiefen können, ansonsten haben wir hier einen hervorragend recherchierten mystisch angehauchten historischen Roman, der gekonnt intellektuelle Unterhaltung bietet.

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  • Die Gabe der Zeichnerin

    Die Gabe der Zeichnerin
    Solengelen

    Solengelen

    15. November 2013 um 19:46

    Rezension: Isaak, der Jude, wird nach einer Reise ins Frankenland zum Kalifen gerufen. Er soll mit Yussef ibn Yakub, dem Baumeister des Kalifen, zu Karl, König des Nordens, aufbrechen. Das der Baumeister einen falschen Namen hat, sein Sohn eine Tochter ist, diese eine besondere Gabe hat und er in seine Heimat zurück möchte, ahnt weder der Kalif noch Isaak. Aber Isaak hat einen Plan. Letztendlich kommen sie doch in Aachen an.  Ezra und Iosefos werden durch Ezras Zeichnung im Sand an den Hof des Königs geladen. Odo, der bereits als Baumeister engagiert war, betätigt sich beim Fest des Königs als Denunziant, er bringt die vermeintliche Tat Iosefos zur Sprache. Dieser hat jetzt die Gelegenheit den "Tathergang" zu beschreiben. Der König "setzt" das Urteil aus, bis Iosefos das Bauwerk erstellt hat. Die beiden Baumeister sind erst mal wie Feuer und Wasser. Sie erinnern mich ein bisschen an die beiden Baumeister aus "Asterix und Obelix Mission Kleopatra". Abendland trifft auf Morgenland. In dem Werk gibt es mehrere Handlungsstränge, die sich zu einem großen Ganzen zusammen finden. Man erhält viele historische Informationen, die sich nahtlos in die Geschichte einfügen. Die Anmerkungen am Ende des Buches runden das Ganze ab. Ich konnte sofort in die Geschichte eintauchen. Die wundervolle, leichte, bildliche Sprache hat mich förmlich mitten in die Geschichte "transportiert". Ich konnte die beschriebenen Landschaften und Menschen direkt vor Augen sehen. Der Schreibstil passt wunderbar zu der Zeit, in der die Geschichte spielt.   

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  • Wer wird die Domkuppel wölben können?

    Die Gabe der Zeichnerin
    Nabura

    Nabura

    11. November 2013 um 15:43

    Bagdad, 794: Vom Fernhändler Isaak erfährt der Kalif Harun al Raschid, dass König Karl in Aachen ein neues Gotteshaus errichten möchte. Daraufhin beschließt der Kalif, Karl ein ganz besonderes Geschenk zu machen: Er schickt seinen Baumeister Iosefos und dessen stummen Sohn Ezra nach Aachen, wo sie ihre Kenntnisse auf der Baustelle einbringen sollen. Aachen 795: Ezra, die aus diversen Gründen seit ihrer Geburt als Junge auftritt, trifft mit ihrer Reisegruppe in Aachen ein. Gleich in ihrer ersten Nacht dort träumt sie von einem imposanten Dom mit einer Kuppel aus Stein. Ihre in Sand aufgemalten Skizzen werden von König Karl entdeckt, der diesen Dom gebaut sehen will. Wird dieses Vorhaben gelingen? Die Geschichte beginnt kurz vor dem Entschluss des Kalifen, Iosefos und Ezra nach Aachen zu setzen. Schon bald steht der Dombau zu Aachen im Zentrum der Geschichte, indem der Aufbruch und die Reise relativ kurz beschrieben werden und der Leser sich bald auf der Baustelle wiederfindet. Indem Ezra gleich in ihrer ersten nach vom neuen Dom träumt und ihre Skizzen von Karl entdeckt werden, rücken auch sie und ihr Vater schnell in den Mittelpunkt der spannenden Ereignisse. Auf faszinierende Weise wird in diesem Buch eine Möglichkeit geschildert, wie der Dom in Aachen gebaut und zu seinem für diese Zeit ungewöhnlichen Aussehen gekommen ist. Der Leser begleitet den Dombau dabei von seinen Beginnen bis zur Fertigstellung und erfährt so manches Detail über das Vorgehen beim Erbauen sowie vor welchen Hindernissen die Bauleute standen. Auch in weitere historische Ereignisse, die indirekt mit dem Dombau zusammenhängen, erhält der Leser Einblick, indem die Handlung zum Beispiel von den Reiseerlebnissen Karls berichten. Insgesamt ist die Geschichte bestens historisch recherchiert, wie auch die Zeittafel und das Glossar auf den letzten Buchseiten zeigen. Die Geschichte ist aus der dritten Person erzählt, wobei das Leben Ezras immer wieder in den Fokus der Geschichte rückt. Mit ihr hat Martina Kempff auf der von Männern dominierten Baustelle eine Frau platziert, die ihre Weiblichkeit verborgen halten muss. Zahlreiche Gründe verhindern, dass sie sich offenbaren kann. Das stellt vor allem für ihre Liebe zum Baumeistersohn Lucas ein unüberwindbares Hindernis dar. Insgesamt hätte ich mir einen noch tieferen Einblick in Ezras Gefühle und ihre Beziehung zu Lucas gewünscht, um ihr Handeln besser nachvollziehen zu können. „Die Gabe der Zeichnerin“ ist eine bestens recherchierte Geschichte über eine Möglichkeit, wie der Dombau zu Aachen realisiert werden konnte. Durch zahlreiche Zeitsprünge ist ein hohes Tempo garantiert, sodass der Leser auf 400 Seiten den Dombau von Beginn bis zum Ende mitverfolgen kann. Mit Ezra hat Martina Kempff zudem eine interessante Persönlichkeit geschaffen, deren Schicksal eng mit dem Dombau verbunden ist. Historisch interessierte Leser sollten sich diese Geschichte nicht entgehen lassen!

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  • Flach, kitschig, konstruiert

    Die Gabe der Zeichnerin
    alasca

    alasca

    11. November 2013 um 10:55

    Flach, kitschig, konstruiert Maurische Bögen und ein Mosaik mit der Abbildung eines Turbanträgers; eine Kuppel, für die fränkischen Baumeistern das Wissen fehlte; ein rätselhaftes Paar, dessen Skelette unter dem Fußboden des Doms gefunden wurden: Der Aachener Dom, im Frühmittelalter erbaut für Karl den Großen, wirft eine Reihe von Fragen auf, die man bis heute nicht schlüssig beantworten kann. Martina Kempff hat in ihrem Roman versucht, eine mögliche Erklärung zu liefern – und ist grandios gescheitert. Das liegt nicht an mangelnder Geschichts- oder Sachkenntnis, denn die ist offenbar reich vorhanden, was sich am umfangreichen Glossar am Ende des Buches wie auch der Timeline von Karls Herrschaft erkennen lässt. Auch nicht an sprachlichem Können, denn der etwas altertümelnde Stil des Romans liest sich angenehm und passt gut zum historischen Thema. Der Roman scheitert jedoch an mangelnder Handlungslogik und psychologischer Glaubwürdigkeit. Die Story ist schnell umrissen: Der Fernhändler Isaak wird von Harun al Raschid ausgesandt, um dessen Baumeister Iosephos samt Tochter Ezra ins Frankenreich zu Karl zu bringen. Ezra, als Mann verkleidet, ist es, die schließlich den Aachener Kuppelbau verwirklicht. Isaak wird später in einer weiteren Mission den berühmten weißen Elefanten des Kalifen über die Alpen zu Karl bringen. Weitere Personen: Heda, Hure aus Not. Alboin, sächsischer Schmied. Gerswind, Tochter von Widukind, Geisel an Karls Hof. Dunja, bulgarische Sklavin und Ezras Pflegemutter. Lucas, Sohn des Odo von Metz. Eine vielversprechend bunte Riege von Figuren. Die Handlung wird jedoch nicht durch schlüssiges Agieren dieser Figuren, sondern vom Zufall bestimmt oder ist so offenkundig konstruiert, dass jede Glaubwürdigkeit verloren geht. Jemand ist zufällig an einem bestimmten Ort, wo er just etwas Entscheidendes beobachtet; jemand stürzt aus Gründen, die vor Künstlichkeit quietschen, von einem Gerüst; eine bislang ausnehmend lebenstüchtige Figur begeht praktischerweise Selbstmord, und einmal wird gar ein Erdbeben bemüht, um die Enttarnung einer Figur zu verhindern, die aber kurz darauf doch geschieht, also was sollte das? Dazu kommt eine unfassbar kitschige Vereinigungsszene Liebender, die ich zweimal lesen musste, um es glauben zu können, und, und das habe ich übel genommen: Gleich zwei Mal wird dieselbe Situation konstruiert, die nur einen Schluss zulässt, aber ätsch! der Autorin beliebt es, nicht zu liefern und lieber Verrat an der Intelligenz ihrer Figuren zu begehen. Da fühlt man sich als Leserin gründlich genarrt. Auch der Multi-Kulti-Ansatz der Aachener Dombaustelle, die mit ihren Handwerkern verschiedener Herkunft und Religion einen Gegenwartsbezug erzeugen sollte, funktioniert nicht: Die Flachheit der grob gezeichneten Figuren lässt es nicht zu. Sie sind durchweg zweidimensional, ohne innere Widersprüche oder Brüche. Jeder Konflikt, der entstehen und die Interaktion der Figuren interessanter und die Figuren lebendiger machen könnte, wird konsequent vermieden, und die entnervte Leserin kann die Fäden, an denen die Autorin die Figuren führt, überdeutlich erkennen. Das langweilt nicht nur, dadurch bekommt der Roman auch etwas Märchenhaftes im schlechtesten Sinn. Dazu passen die beziehungsreichen Zitate aus 1001er Nacht, die jedem Kapitel vorangestellt sind. Selten wird man mich die Kürze eines Texts beklagen hören; meist sind Texte zu lang. Hier jedoch hätte das Gerippe mehr Fleisch vertragen können. Der Roman enthält eine Menge guter Ansätze, aus denen ein wunderbarer Schmöker hätte entstehen können. Die Autorin hat sie als Skizze belassen und dadurch samt und sonders verschenkt.

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  • ... ich wurde aufs Beste unterhalten

    Die Gabe der Zeichnerin
    unclethom

    unclethom

    10. November 2013 um 13:01

    Der Klappentext: Der Dom zu Aachen - das größte Rätsel, das Karl der Große der Nachwelt hinterlassen hat. Wie konnte es im Frühmittelalter gelingen, seine mächtige steinerne Kuppel zu wölben? Als noch niemand im Abendland die Fertigkeiten dafür besaß? Den Schlüssel zur Lösung hält eine begabte junge Frau aus Bagdad in Händen ... Aachen 794. Aus weiter Ferne begleitet Ezra - die gebildete Tochter eines byzantinischen Baumeisters - ihren Vater nach Deutschland, um ihm beim Bau des Aachener Doms zu helfen. Da ihr dies als Frau jedoch unmöglich wäre, reist die junge Zeichnerin als Mann verkleidet an den Hof Karls des Großen. Als sie dort Lucas von Metz kennenlernt, empfindet sie für den jungen Baumeister bald mehr, als gut für ihre Tarnung ist - und für ihr Herz. Während eines rauschenden Festes, bei dem Ezra für einen einzigen Abend als ihre »Cousine Xenia« in Erscheinung tritt, findet Lucas sofort Gefallen an der exotischen Schönheit. Ein Briefwechsel entspinnt sich, und für Ezra beginnt ein herzzerreißendes Doppelleben: Tagsüber hilft sie dem nichts ahnenden Lucas beim Bau des Doms, nachts schreibt sie ihm heimlich Liebesbriefe. Quelle: www.lovelybooks.de Die Autorin: Bekannt wurde sie durch ihre historischen Romane. Vor allem ihre Karolinger-Frauen Trilogie „Die Königsmacherin“, „Die Beutefrau“ und „Die Welfenkaiserin“ fand großen Anklang. Sie arbeitet als Autorin, Übersetzerin und freie Journalistin. Mehr als die Hälfte ihres Lebens hat sie im Ausland verbracht, ist in San Francisco, Berlin, Helsinki und im Internatsgymnasium Schloss Plön aufgewachsen. Nach zwölf Jahren als Redakteurin und Reporterin, u.a. bei „Berliner Morgenpost“, „Welt“ und „Bunte“ zog sie für mehrere Jahre nach Griechenland. Dreizehn Jahre verbrachte sie in Amsterdam, wo sie ihre ersten historischen Romane schrieb. Die Sehnsucht nach dem deutschen Sprachraum führte sie dann in die Eifel. Dort lebte sie sieben Jahre lang in dem winzigen Grenzörtchen Kehr, das sie zu einer einfallsreichen Krimi-Serie um die mollige Gastronomin Katja Klein und den belgischen Polizeiinspektor Marcel Langer inspirierte. Heute lebt Martina Kempff mit ihrem Mann im Bergischen Land. Quelle. www.lovelybooks.de Meine Rezension: Mit nur einem Buch hat es Martina Kempff geschafft mich zum Fan ihrer historischen Romane zu machen. Spannend geschrieben und auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Ihre Protagonisten und Schauplätze beschreibt sie so plastisch und farbenfroh, man glaubt mit dabei zu sein beim Bau der Kathedrale zu Aachen. Spannend auch die wechselnden Handlungsstränge und wie diese zusammen geführt wurden. Die Sprache mitunter etwas blumig, aber es ist genau das warum mir dieses Buch so gut gefallen hat. Die Spannung steigt langsam aber unaufhörlich an, und bleibt bis zum Ende auf einem recht hohen Niveau. Für mich war dies nicht das letzte Buch der Autorin und ich Freue mich schon heute auf die Lektüre weiterer Bücher von Ihr. Klare und verdiente 5 von 5 Sternen.

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  • Perlen im Zuckerguß versteckt

    Die Gabe der Zeichnerin
    wandablue

    wandablue

    09. November 2013 um 22:09

    Der Erbauer der Wölbung des Aachener Doms ist unbekannt. Niemand weiß genau wer der geistige Urheber dieser grossartigen Konstruktion ist, noch wer die Arbeiten in architektonischer Verantwortung ausgeführt hat. Zwar erwähnt Einhard, Geschichtsschreiber Karls des Großen, einen Meister Odo von Metz als Bauausführenden, doch mancherlei bis heute erkennbare orientalische Einflüsse, z.B. Ornamente und Mosaike, sind dadurch nicht erklärt. Diese Lücke in der Überlieferung hat die Autorin genutzt, um Iosephus, den kunstfertigen Baumeister am Hof des Kalifen Harun al Raschids in Bagdad zu erschaffen und ihn mitsamt Ezra, seiner als Sohn verkleideten Tochter und der bulgarischen Haussklavin Dunja über einige Umwege nach Aachen zu verschiffen, wo Ezra allen widrigen Umständen zum Trotz den Bau einer ihr von Allah gewirkten Eingebung eines roten gewaltigen Wüstenturms auf achteckiger Basis verwirklichen wird: den Kuppelbau. Soweit es um die Historie geht, arbeitet die Autorin gewissenhaft und fördert sogar einige kostbare Perlen zu tage. Da sind die ungewöhnlichen Geschenke, die Karl der Große und Harun al Raschid sich als die beiden Beherrscher der östlichen und der westlichen Welt zukommen lassen, Kampfhunde auf der einen Seite, Abul Abbas, ein einzigartiger weisser Elefant auf der anderen Seite, der erst einmal über die Alpen bugsiert werden muss, das dauert Jahre und wird von dem jüdischen Fernhändler Isaak organisiert, das ist der einzige gelungene Handlungsstrang. Und da ist der Skelettfund der beiden Unbekannten in der capella zu Aachen, ein Mann und eine Frau. So sehr die Autorin in der Historie glänzt, ist sie am Romanhaften grandios gescheitert. Denn darf ein historischer Roman märchenhaft-mystische süssliche Züge tragen? Nein, denn dadurch geht der Anspruch auf die Historie verloren. Oder nur insoweit als das Überlieferte nicht entgegensteht und die Personen glaubhaft, nämlich wirklichkeitsgetreu sind. Die Figuren der Autorin sind weder in ihrer Handlungsweise noch in ihrer Denkart glaubwürdig. Es fehlt ihnen charakterliche Schärfe, Vielschichtigkeit, Tiefgründigkeit und die Widersprüchlichkeit, die jeder Mensch in sich trägt. Sie sind zu glatt, um zu wirken, zu sehr sind sie Funktionsträger bestimmter Klischees, ihre Problemlösungen sind naiv oder fallen ihnen in Visionen zu. Reihenweise, so rein zufällig, sterben sie, wenn sie nicht mehr von Nutzen sind, fallen vom Gerüst, Statisten werden hinterrücks gemeuchelt; die lebenstüchtige Haussklavin, die bisher aus jeder vertrackten Situation einen Ausweg fand, stürzt sich aus Angst vor der Zukunft in den Tod, weil ihr Zimmer für die Liebenden gebraucht wird. Fast auf dem Grab des Vaters, und wenige Stunden nach seinem Tod, fällt Ezra ekstatisch in die Arme des heimlich geliebten Baumeistersohns, obwohl es gerade wichtigere Probleme gibt. Zuckerguß pur. Auch die Gnade des herrlichen Herrschers (Karl) wird bemüht, um die letzte logische Nuß zu knacken beziehungsweise, um sie gerade nicht zu knacken, sondern sie in märchenhaften Dunst aufgehen zu lassen. Wie Ezras Identität über Jahre hinaus unentdeckt bleiben konnte, obwohl sie in engster Gemeinschaft mit vielen Männern lebt, und obwohl sie ein Mal auf der Stirn trägt (!) und wie das doppelte Lottchen in diverser Gestaltung herumhopst, bleibt nur im Märchen unbestraft: hier jedoch lacht der Leser. Wie Ezra die Dualität ihrer Existenz entdeckt und lebt, darunter leidet, die ganze Psychologie des Menschseins bleibt ausgespart und der Phantasie des Lesers überlassen. Insofern ist der Roman auf ganzer Breite misslungen. Sprachlich ist nichts auszusetzen, allerdings auch nichts hervorzuheben. Fazit: Sich mit Geschichte zu befassen ist nie verkehrt, einige historische Kostbarkeiten gibt es, im literarischen Bereich müssen gewaltige Abstriche hingenommen werden.

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