Martina Kempff Die Teufelsbraut zu Aachen

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Inhaltsangabe zu „Die Teufelsbraut zu Aachen“ von Martina Kempff

Der Teufel lebt – am liebsten in Aachen. Denn dort weilt Camena, die betörende Wassernymphe, der er seit Jahrtausenden verfallen ist. Als römischer Gott Faunus ist er ihr einst ins schweflige Sumpfland gefolgt. Endlich erzählt er selbst, weshalb er sich dort in den christlichen Höllenfürsten verwandeln musste. Doch nicht einmal als Teufel kann er Camena erobern. Ganz hoffnungslos wird es, als sie ihr Herz an einen Sterblichen namens Karl hängt, der später mit dem Beinamen der Große in die Geschichte eingehen soll. Der Teufel tobt und zieht alle Register. Mal möchte er den Bau des prächtigen Doms zum Seelenfang missbrauchen oder die Kirche zum Einsturz bringen, mal will er Karls Tochter ins Unglück stürzen, dann wieder lauert er nächtens als grässliches Untier auf Trunkenbolde. Mit List und Tücke jagt er Camena, doch sie und die Aachener lassen ihn auf der ganzen Linie scheitern. Bis heute. Jetzt aber schmiedet er den teuflischen Plan, sich die Seele der ganzen Stadt einzuverleiben: Einem gewissen Dr. Faunus soll nämlich der Orden wider den tierischen Ernst verliehen werden. Ein moderner Schelmenroman, ein Satyrical: Martina Kempff versteht es wie keine Zweite, mit Witz und Ironie alten Sagen neues Leben einzuhauchen.

Pflichtlektüre für jeden Aachener!

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Mit Schmunzel- und Lachgarantie!

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    Die Teufelsbraut zu Aachen
    Guenter_Krieger

    Guenter_Krieger

    16. December 2016 um 10:13

    Es folgt eine Rezension des bekannten Literaten Eginald Norbert F. Schlattner aus Siebenbürgen. Als Herausgeber der "edition sagenhaft" freue ich mich über Herrn Schlattners Genehmigung, seine Besprechung über Martina Kemppfs grandiose Erzählung hier bei lovelybooks ins Netz zu stellen: Das Buch lebt von einer überzeugenden, in sich geschlossenen Extravaganz. Meines Erachtens liegt hier ein literarisches Unikat vor, ein Einzelfall der Literatur.   Gewiss, den vielfältigen Blick in  der Literatur auf den Teufel gibt es immer wieder.  Aber hier steht die Welt Kopf, eine  kontrapunktische Entfremdung geschieht, indem es gelungen  ist,   diese unsere Welt so konsequent und exklusiv mit den Augen des Teufels anzusehen, zu betrachten, zu beschreiben, darzustellen - eine kolossale intellektuelle Leistung. Das gelingt nicht nur durch die abseitigen Situationen, jedoch in sich gezeichnet von Logik, sondern noch gekonnter, indem der "arme Teufel" mit seiner ureigenen Sprache antritt. Es gehen mir durchaus Analogien durch den Kopf bis hin zu Thomas Manns Der Erwählte. Dort wie hier wird extravagantes Geschehnis zelebriert, als Tatsache, in der Sprache Die Teufelsbraut zu Aachen,  die mich nicht nur als hochliterarisches Werk begleitet, bis hin, wo inmitten des teuflischen Treibens  sich Passagen einer Idylle auftun, ohne idyllisch zu sein  (Charlmagne begegnet im Wald dem Enkelsohn).    Unter den sehr subjektiven Merkmalen, die mich Geschriebenes als Literatur empfinden lassen,  seien genannt:  Kein Kitsch, keine falschen Töne, wenig an Epitheten, an Hyperbolischem -"seht, wie toll ICH schreiben kann!" -, sondern die Sprache in dienendem Auftrag (nicht der Leser habe die Arbeit, sondern der Schrift-Steller, so Leonhard Frank). Und nicht zuletzt: Die Dinge und Geschehnissen müssen nicht wahr sein, sondern allein wahrhaftig. Das gelingt in der "Teufelsbraut"  in einem völlig abwegigen Milieu, wo es gar kein Maß für vergleichbare Wahrhaftigkeit gibt, da sich diese Welt des Diabolischen allen irdischen und menschlichen Analogien entzieht.  Das beeindruckt beim staunenden Lesen immer wieder, ist geradezu faszinierend: Wie die Autorin es vermögt, daheim zu sein in einer  Sphäre der totalen Fremdartigkeit, wo unsereiner weder zu Hause sein kann noch will. Das Buch ist ein hochtheologisches Elaborat. In der Theologie sind wir darauf hingewiesen worden, in der Geschichte und den Geschichten der Welt die Heilsgeschichte Gottes zu entdecken. Seien  es die alltäglichen Geschichten deiner biographischen Welt, seien es die Geschehnisse der globaler Abläufe in der Welt, sei es  die Menschheitsgeschichte als Ganzes,  wir sind gerufen, dahinter, darin versteckt,  etwas vom Mysterium Gottes zu erkennen.  Salopp stelle ich mir das vor wie einen venezianischen Karneval, wo hinter den Masken im hektischenTrubel und Treiben Gott selbst seine Hand im "Spiel hat", nein: am Werk ist!  Ich selbst spreche  von einem Gott der Überraschungen, dessen Phantasie unsere Vorstellungskraft dauernd überflügelt, und dessen Tun und Lassen sich in den Vorkommnissen des Tages verbirgt. Und spreche  folgerichtig von der "geistlichen Neugier", die jeden, der von der lebendigen Person Gottes angerührt ist, im Alltag begleitet mit der aufregenden Frage: Was könnte Gott heute alles einfallen. Und wo man manchmal abends froh ist, wenn Gott nichts eingefallen ist, ja sogar wenn Gott schweigt -  an sich furchtbar. Ein einzigartiger Roman; einzigartig dadurch, weil in greifbaren irdischen Bezügen mit höchst menschlichen Gefühlen und Begierden ein närrisch verliebter Teufel sein Wesen und Unwesen treibt: Dr. Faunus. Was kontinuierlich beeindruckt: Wie virtuos und konsequent diese  menschlich nachvollziehbaren Reaktionen und Emotionen  eines Teufel als Handlung in den  luziferischen Gefilden angesiedelt werden, stimmig bis in jedes  Detail.  Es gelingt das wahre Kunststück, eine ausgefallene, und damit angemessene Handlung zu ersinnen, und das in jedem Detail fehlerlos. Zum Beispiel, als des Teufels Orden,  von der Fontäne emporgeschleudert, zu Boden fällt, verwandelt sich der Leibhaftige  auf der Stelle in eine Kröte, damit das  Gewicht des Metalls ihn als Wasserfloh nicht erschlägt.  Doch auch wird das "Augenmaß" nicht verloren, nicht vergessen zu sagen, dass die Kröte den Orden kaum hinabwürgen konnte. Zwei Kabinettstücke sind für mich: der  brillant beschriebene Tanz der betörenden Quellennymphe auf der Fontäne und der zeitlose Kuss der beiden in alle Ewigkeit, wo sich die Lippen unserer Welt mit den Lippen der Unterwelt berühren.  Gottseibeiuns möchte ich am liebsten diesen Teufel nennen. Denn hier kommt er nicht daher als "Teil dessen, der immer das Böse will und das Gute schafft".  Ingeniös erscheint mir der Einfall, dass diesem Diabolus, der so vieles durcheinander wirft, bitte, zu Recht der Karlspreis gebührt hätte. Und weiter, dass er nicht nur als Schutzpatron Aachens auftritt -  welch dialektischer Kopfstand -, sondern letztendlich die Seele Kaiser Karls des Großen vor der Verdammnis der Hölle rettet  - das ist die Spitze einer phantasievollen Ironie. Jedoch, warum nicht, ist er doch auch der Höllenfürst.  Eginald Schlattner

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