Für Valentina soll ihr kleiner Schrebergarten eigentlich eine Mischung zwischen Hobby und Ausgleich vom Alltagsstress sein. Nachdem sie jedoch gemeinsam mit der "Lerche", ihrer Busenfreundin, und Gartennachbarin Friedl bereits erfolgreich den Mord an ihrem Vorbesitzer aufgeklärt hat, will immer noch keine Ruhe in der Kleingartenanlage eintreten. Denn nun ist der junge und gutaussehende Sebastian dort an einem anaphylaktischen Schock nach Insektenstich gestorben. An die Version des natürlichen Todes glauben die drei Damen jedoch keineswegs und bevor sie sich versieht, steckt Valentina statt im Beet wieder mal in Ermittlungen fest.
Nach "Nur die Wühlmaus war Zeuge" steht im zweiten Schrebergarten-Krimi von Martina Pahr mit der Kohlmeise erneut ein Gartentier Pate für den ulkigen Titel. Und es zwitschern die Vögel förmlich von den Dächern, dass in der Münchner Gartenanlage etwas im Busch ist. Geschickt gestreute Andeutungen und Beobachtungen ziehen sich durch den gesamten Fall und laden den Leser zum Mitraten und -rätseln ein, wenn man denn bei den zahlreichen humorvollen Passagen nicht vergisst, dass es sich doch eigentlich um einen Krimi und damit eine hochernste Mordermittlung handelt. Mit einem Augenzwinkern sind auch die Charaktere zu betrachten, die mich erneut gut unterhalten haben und eigentlich die wahren Helden sind, die die Handlung fast in den Hintergrund treten lassen.
Martina Pahr
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Martina Pahr
Wer die Kohlmeise stört
Nur die Wühlmaus war Zeuge
Runterkommen und drüberstehen
Woran wir wachsen
Sorg für dich selbst, sonst sorgt sich keiner!
Woran wir wachsen
Neue Rezensionen zu Martina Pahr
Von einem "Schrebergartenkrimi" hat der Rezensent noch nie etwas gehört. Was sich zunächst etwas drollig anhört, interessiert ihn dann aber doch, zumal er seit Jahrzehnten selbst den einen oder anderen Garten bestellt hat, und dies noch immer tut.
Valentina hinkt mit ihrer Arbeit hinterher. Als freiberufliche Kinderbuchillustratorin kann sie ihre Aufgabenbereiche flexibel gestalten, insbesondere was den zeitlichen Rahmen betrifft, aber so langsam drängt die Zeit.
Der völlig unerwartete Tod eines Gartennachbarn bringt ihren Arbeitsalltag völlig durcheinander. Und erst recht die geregelten Tagesabläufe in ihrer Kleingartenanlage, in welcher nun nichts mehr so ist, wie es einmal war. Die per "Hecken- und Flurfunk" transportierte Gerüchteküche brodelt.
Es geschieht in Maries Garten. Den Tod ereilte Sebastian "Basti" Wagner, Maries Verlobter, der sich als Heilpraktiker gerade auf YouTube einen Namen als "Esoterik-Entrepreneur" zu machen versuchte.
Während die Polizei einen "anaphylaktischen Schock" als Todesursache feststellt, glaubt die ebenso rüstige, wie über siebzigjährige Elfriede "Friedl" Frühauf nicht daran, dass der selige Basti seinen EpiPen nicht dabei hatte, als er von einer Biene gestochen wurde, und somit seiner Allergie gegen Bienengift nichts entgegensetzen konnte.
Friedls Umschalten in den "Miss-Marple-Modus" bringt nicht nur Valentina ins Grübeln, sondern auch deren beste Freundin Barbara, ihres Zeichens "Medienanwältin und Lexikon unnützen Wissens", wobei zunächst die Zweifel an Friedls gewagten Theorien die Oberhand behalten.
Das ändert sich aber gründlich, als etwas passiert, was hier jetzt nicht verraten wird. Nur soviel, dass langjährig im Garten Tätige die näheren Umstände, in völlig anderen Zusammenhängen zwar, sehr gut kennen werden ...
Apropos, neben der Ermittlungsarbeit der Damen, die sich zuerst einmal mit einer Handvoll Motive beschäftigen, verpackt die Autorin in die originelle Geschichte so ganz nebenbei einige Sachthemen, die sowohl Gartenanfänger als auch -profis interessieren dürften.
Die mitunter etwas umständliche Erzählweise begründet leider einen Abzug in der B-Note. Der Text läuft stellenweise einfach nicht rund. Leichte Verwirrung stiften auch die Namensgebungen, insbesondere die Spitznamen, der Hauptdarsteller/innen. Beispielsweise sind die Frau Nachtigall, Valentinas beste Freundin, Barbara und die Lerche ein und die selbe Person, oder wie?
Die negativen Aspekte werden aber durch eine ganze Reihe positive wieder aufgewertet, als da wären die insgesamt originelle Geschichte, die ebensolche Kulisse, die Sachkenntnis der Autorin, sowie deren leicht schräger Humor. Jener findet beispielsweise Ausdruck in einem "Verfahren wegen Nichtachtung des Ignoranzwillens", welche die Vereinigung "Mut zur Wissenslücke" anstrebt! Die Namen zweier Wellensittiche können ebenfalls ganz lustig sein...
Die "Schreber-Sherlocks" haben also alle Hände voll zu tun und trotz dem überschaubaren Kreis der Verdächtigen gilt es, jede Menge falsche Schlüsse zu korrigieren.
Ja, und was ist mit der im Titel angesprochenen Kohlmeise? Einen entsprechenden Bezug zu finden gestaltet sich ebenso unterhaltsam wie die Suche nach dem Mörder.
In der ansonsten ruhigen Kleingartenanlage ertönt plötzlich ein Schrei, und der smarte Heilpraktiker Sebastian wird leblos aufgefunden. Er kam durch einen Bienenstich ums Leben. Valentina, die Lerche, und Friedl sind überzeugt, dass jemand nachgeholfen hat, und schon beginnen die Untersuchungen der Kleingartendetektive, die feststellen, dass einige Menschen ein Motiv hatten.
Die Erzählung erfolgt aus Valentinas Sicht, einer über vierzigjährigen Frau.
Valentina, ihre Freundin Barbara, die liebevoll „die Lerche“ genannt wird, und ihrer Nachbarin Friedl, die deutlich über 70 ist. Jede von ihnenhat eine Parzelle in einer Kleingartenanlage. Als dort ein Toter entdeckt wird, ist es mit der Ruhe vorbei. Von diesem Zeitpunkt an starten die Gartenbesitzer ihre Ermittlungen bei Kaffee, Kuchen und Gin. Zwischendurch wird auch kräftig gegärtnert.
Der Anfang ist bereits sehr amüsant und hat mir sofort ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Die Figuren sind außergewöhnlich, aber auf eine charmante und liebenswerte Weise. Insbesondere die drei Frauen mit ihren unterschiedlichen Charakteren sorgen für humorvolle Situationen.
Fazit: Es ist ein humorvolles, charmantes und skurriles Lesevergnügen, das durch seine liebenswerten Charaktere begeistert. Erst am Ende wird enthüllt, was wirklich geschehen ist. Für mich war das Buch sogar noch besser als „Nur die Wühlmaus war Zeuge“, das ich ebenfalls sehr gelungen fand.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐⭐
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