Die Stadt des Zaren

von Martina Sahler 
4,2 Sterne bei52 Bewertungen
Die Stadt des Zaren
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (38):
engineerwifes avatar

Für jeden der schon mal in St. Petersburg verweilen durfte, ist dieses Buch einfach Pflichtlektüre ... ich bin begeistert ...

Kritisch (3):
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Ich war leider etwas enttäuscht, hatte ich mir doch aufgrund des Klappentextes einen großartigen Roman versprochen

Alle 52 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Stadt des Zaren"

Der große Roman über die Gründung von Sankt Petersburg.
Zar Peter setzt im Mai 1703 an der Newa den ersten Spatenstich. Er will eine Stadt nach westlichem Vorbild bauen: Sankt Petersburg. Ein monumentales Vorhaben, das Aufstiegschancen und Abenteuer verheißt. Aus allen Himmelsrichtungen reisen die Menschen an: Graf Fjodor mit seiner intriganten Frau und ihrer Tochter, die sich nach dem Wunsch der Eltern mit dem Zaren verloben soll. Ein italienischer Architekt, der seine Geliebte in Florenz zurücklässt und von der Vergangenheit eingeholt wird. Der deutsche Arzt Dr. Albrecht mit seinen Töchtern. Während die Jüngere mit einem holländischen Tischlergesellen abenteuerlustig durch die Sumpflandschaft streift, verliert die Ältere ihr Herz an einen Mann, der zum Mörder wird. Langsam wächst eine Stadt heran …
Der Roman einer Stadt, eine lebendige Geschichtsstunde über Aufbruch und Abenteuer.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783471351543
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:528 Seiten
Verlag:List Verlag
Erscheinungsdatum:11.08.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Bibi1999vor einem Monat
    Kurzmeinung: Wer eine Geschichte von Zar Peter erwartet, wird hier enttäuscht.
    Die Stadt des Zaren

    Zar Peter beschließt sich im Jahr 1703 eine Stadt nach westlichen Vorbild zu bauen: Sankt Petersburg. Dafür wirbt er aus allen Himmelsrichtungen Menschen an, wie die deutsche Arztfamilie Albrecht. Helena Albrecht verliebt sich in Sankt Petersburg in einen schwedischen Gefangenen. Diese Liebe ist jedoch heimlich und niemand soll davon erfahren


    Das Buch umfasst 520 Seiten und 30 Kapitel. Dazu kommen noch Prolog und Epilog. Die Buchklappen enthalten jeweils eine Landkarte, die die Ostsee um 1703 zeigt und eine Gegend in und um Sankt Petersburg. Zu Beginn des Buches werden die Personen aufgelistet, die im Buch vorkommen. Dabei sind historische Persönlichkeiten entsprechend markiert. Am Ende des Buches befindet sich eine Zeittafel und ein Nachwort der Autorin. 

    Im Buch gibt es keine erkennbare Hauptperson. Die Perspektiven wechseln regelmäßig zwischen den verschiedenen Charakteren. Zar Peter beschäftigt sich im Buch hauptsächlich mit dem Entstehen von Sankt Petersburg und den Krieg mit den Schweden. Die deutsche Arztfamilie Albrecht siedelt von Moskau nach Sankt Petersburg über, welches noch in den Anfängen steckt. Helena Albrecht verliebt sich in Sankt Petersburg in einen schwedischen Kriegsgefangenen. Diese Liebe steht allerdings unter keinem guten Stern. Framcesco und Matteo kommen von Italien nach Sankt Petersburg, um dort als Architekten zu arbeiten. Während Francesco sich sehr im Hintergrund hält und die Pläne und Skizzen anfertigt, verkauft Matteo beim Zaren diese als seine eigenen. 

    Durch die verschiedenen Perspektivenwechsel erhält der Leser sehr viele Eindrücke, wie die verschiedensten Schichten und Personen zu dieser Zeit gelebt haben. Die Geschichte ist sehr einfach zu verstehen und man kann dem Geschehen sehr gut folgen. Die Beziehungen der verschiedenen Personen sind ebenfalls klar definiert. 

    Durch die häufigen Perspektivenwechsel hatte man als Leser keine erkennbare Hauptperson vor Augen. Das hat mich beim Lesen sehr  irritiert. Anhand des Titels hätte ich gedacht, dass im Mittelpunkt vor allem der Zar, sein Leben und Sankt Petersburg steht. Der Zar kommt allerdings nicht so oft vor, wie erwartet und die Passagen des Zarens sind oft langweiliger als die der anderen Charakteren. Die Spannung, die im Buch zum Teil aufgestellt hatte, wurde von der Autorin relariv schnell wieder fallengelassen, sodass das Buch mit Langeweile gefüllt war. Dadurch wurde das Lesen zwischendurch beinahe zur Qual und es machte keinen Spaß mehr. Das Ende war auch sehr vorausschaubar. Gerade, wen die Albrechtstöchter heiraten werden, war nach der Mitte des Buches klar, ebenso was mit Chiara passiert.

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    Sikals avatar
    Sikalvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Kurzweilige Geschichtsstunde - toll recherchiert, verwoben mit fiktiven Handlungssträngen. Lesenswert.
    Eine Vision wird Wirklichkeit

    Zar Peter hat ein großes Ziel vor Augen: Er will eine große Handelsmetropole an der Ostsee bauen, modern, europäisch, ein Venedig des Nordens. 1703 setzt er den ersten Spatenstich, legt den Grundstein der Peter-Paul-Festung. Viele Menschen glauben an ihn und strömen in diese unwirtliche Gegend, wollen dem Sumpfland Lebensraum abgewinnen – doch um welchen Preis? Nicht nur Adelige aus Russland, die sich beim Zaren anbiedern wollen, auch viele Ausländer aus ganz Europa unterstützen dieses Vorhaben. Sehr schön dargestellt wurde von der Autorin die Rolle der Leibeigenen und der Kriegsgefangenen.

     

    „Eine Stadt, dem Sumpf abgerungen und auf den Knochen der Menschen gebaut.“

     

    Die Autorin Martina Sahler schrieb einen großartigen Roman über die Entstehung von St. Petersburg. Sie wühlte sich durch Berge von Archivmaterial, recherchierte historische Fakten in Originaldokumenten und vernetzte diese mit fiktiven Handlungen und Personen. Durch die Vielfalt der Charaktere schaffte sie ein lebendiges Miteinander. Man kann sich richtig gut vorstellen, wie schwierig und doch abenteuerlich sich die Entwicklung vom ersten Spatenstich bis zur Ausrufung als russische Hauptstadt (1712) gestaltete.

     

    Viele Einzelschicksale ziehen sich durch den Roman, sei es die Leibeigene Zoja, die von der Gräfin Bogdanowitsch ungeheuerliche Grausamkeiten erfahren musste oder die Arztfamilie Albrecht, die oftmals von Zweifeln geplagt wird, ob der Schritt in dieses Leben wohl doch nicht zu gewagt war. Die italienischen Architekten Matteo und Francesco, die mit gemischten Gefühlen in ihrer neuen Heimat Fuß fassen wollen oder Willem, der Kunsttischler, der einen schweren Verlust zu verzeichnen hat und plötzlich seinen Platz in der Welt nicht mehr finden will. Außerdem zeigt sich beim Zaren nicht nur Härte und Willensstärke, sondern durchaus auch Güte und Liebe, was dem Kriegsgefangenen Erik und der schönen Helena letztendlich zugutekommt. Besonders gefielen mir die Szenen rund um den Zwergen Kostja, den Gottesnarren mit dem Blick in die Zukunft und für das Wesentliche.

     

    Die dargestellten zwischenmenschlichen Beziehungen, die Intrigen und deren Auflösung waren manches Mal etwas zu vorhersehbar, was ich hier nicht allzu sehr kritisieren möchte – die historische Geschichte rund um die Entstehung von St. Petersburg ist äußerst spannend geschrieben, dass man darüber hinwegsehen kann.

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    Schmiesens avatar
    Schmiesenvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Geschichte und fiktive Handlungsstränge harmonisch verwoben. Herrliches Panorama einer großartigen Stadt!
    Eine Stadt, dem Sumpf abgerungen und auf den Knochen der Menschen gebaut

    "In dieser Stadt schien alles möglich zu sein; sie hatte keine Vorgeschichte, nur eine Gegenwart und eine Zukunft."

    Im Jahr 1703 setzt Zar Peter den ersten Spatenstich für seine große Vision: eine russische Handeslmetropole an der Ostsee, gebaut nach europäischen Vorbildern. Die Menschen strömen zuhauf in das unwirtliche Stück Land, insbesondere aus Europa, denn die Russen stehen ihrem reformierenden Zaren skeptisch, gar feindlich gegenüber. Doch das Fieber der Erneuerung greift um sich, und St. Petersburg wächst und gedeiht - allerdings nicht ohne zahlreiche Verluste.

    "Die Stadt des Zaren" ist untertitelt mit Der große Sankt-Petersburg-Roman; und dem wird dieses Buch auch gerecht. Wir begleiten die Stadt und ihre Bewohner vom ersten Spatenstich 1703 bis zur Ausrufung der neuen Hauptstadt 1712. So lebendig wie bei Frau Sahler wurde Stadtgeschichte wahrscheinlich noch nie geschrieben. Hervorragend recherchierte Fakten, die Materialien aus Tagebüchern, Briefen, Archiven, etc. umfassen, verbinden sich harmonisch mit allerlei fiktiven Handlungssträngen.

    In diesen begleiten wir die unterschiedlichsten Bewohner der aufkeimenden Stadt St. Petersburg. Da wäre die deutsche Arztfamilie Albrecht, die auf Geheiß des Zaren von Moskau an die Newa umsiedelt; die Leibeigene Zoja, die um ihre Unabhängigkeit und Freiheit kämpft; die Grafenfamilie Bogdanowitsch, die um die Aufmerksamkeit des Zaren buhlt; der schwedische Kriegsgefangene Erik, der Helena Albrechts große Liebe ist; die italienischen Brüder Matteo und Francesco, die als Architekten am Traum von St. Petersburg mitwirken; und und und. Die Autorin erschafft durch diese erfundenen Figuren ein Sittengemälde, wie es durch reale Personen nicht besser hätte dargestellt werden können. Diese haben im Buch natürlich auch ihren Platz, gerade in Form von Zar Peter, Menschikow, etc. Diese historisch belegten Figuren sind hervorragend ausgearbeitet, man merkt beim Lesen, wie viel Recherche hinter ihren Eigenschaften, Gesprächen und Handlungen steckt. 

    Das Buch bietet neben literarischer Unterhaltung auf hohem Niveau - Liebe, Freundschaft, Intrigen - insbesondere eines: lehrreiche Einblicke in ein spannendes Kapitel russischer Geschichte. Zar Peter als Person und Herrscher wird detailliert vorgestellt, an Anekdoten über seine Regentschaft mangelt es nicht. Wir erfahren viel über den Großen Nordischen Krieg, die Aufstände im eigenen Volk, das Voranschreiten der Bauarbeiten in St. Petersburg. Unglaublich eigentlich, was die Menschen der Natur da abgetrotzt haben. Das bleibt natürlich nicht ungesühnt - St. Petersburg ist ein visionäres Projekt, verwirklicht durch Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Leibeigene, die durch die Knochenarbeit oft den Tod fanden. Zojas Geschichte war für mich daher auch mit die spannendste, denn das Leben als Leibeigene schildert die Autorin mit solcher Eindringlichkeit, dass es mir manchmal kalt den Rücken hinunter lief. Ja, Peter der Große war zwar ein Vordenker, ein Visionär, er hat den Russen Reformen, Macht und Ansehen gebracht, aber er hat die Menschen dafür auch sterben lassen. Großartig auch die Darstellung der Stadt als Schmelztiegel der Kulturen. Von überall kamen die Menschen, um an diesem Mammutprojekt mitzuwirken, und so entsteht in diesem Sumpfland bereits früh der Eindruck einer multikulturellen Metropole.

    Das Buch umfasst viel zu viele Ebenen, Handlungsstränge und Thematiken, um sie in einer Rezension alle gebührend beleuchten zu können. Es sei allerdings festgehalten, dass sich die 500 Seiten mühelos verschlingen lassen, die Spannung an kaum einer Stelle abreißt, auch wenn ich viele Wiederholungen und manchmal etwas hölzerne Dialoge zu bemängeln habe. Jedem, der sich für Russland, St. Petersburg oder einfach eine gut erzählte Geschichte mit histroischem Wert interessiert, lege ich dieses Buch ans Herz. 4 von 5 Sternchen.

    Kommentare: 2
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    Ariettas avatar
    Ariettavor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein facettenreicher Roman vor großem Historischen Hintergrund über die Entstehung von St. Petersburg und Zar Peter der Große
    Ein facettenreicher Roman über St. Petersburg

    Meine Meinung zur  Autorin und Buch:

    Martina Sahler hat einen spannenden, abenteuerlichen und mitreißenden Roman über Zar Peter und die Entstehung über den Bau von St. Petersburg geschrieben. Ein Mann der sich seinen Traum erfüllte. Zar Peter ist so toll beschrieben, wie er war, ein Mann Intelligent ,der höflich aber auch brutal sein konnte. Der mit Leib und Seele für seine neue Hauptstadt kämpft, die er 1703 aus einen Sumpfgebiet an der Newa stampft und nebenbei noch im Krieg mit Schweden liegt. Diese Stadt, die eine Weltmetropole werden soll, mit ihr will er das Fundament für eine russische Weltmacht legen. Man spürte wie er dafür brennt. Mit seinem Denken, Handeln und der Politik ist er auf den Westen konzentriert. Er will den Fortschritt und blühende Zukunft für sein Land, fort mit den alten Bärten und Sitten. Viele Ausländer, Handwerker, Ärzte, Geschäftsleute sind seinem Ruf gefolgt. Auch die deutsche Arztfamilie Albrecht, die rasch sein vertrauen gewinnt und eine enge Beziehung zu ihm haben. Die Albrechts, sind eine Familie die sich nicht unterkriegen lässt, die Anfangsbedienungen sind nicht gerade so rosig, aber sie engagieren sich mit den anfangs unwirtschaftlichen und primitiven Bedingungen. Ich habe sie dafür bewundert, Mutter wie Töchter sind mutige Frauen. Die Grafenfamilie, die eng mit Zar Peter befreundet ist, sind das Gegenteil besonders Gräfin Viktoria, ist keine umgängliche Frau, hochmütig, Eiskalt und auch ihre Leibeigenen behandelt sie schlecht, sie lässt gerne die Knute sprechen. Die Tochter leidet unter dieser herrschsüchtigen Mutter. Auch wenn Zar Peter für Moderne und Fortschritt steht, leiden die Leibeigenen und Bauern immer noch in seinem Land. Damit seine Stadt, trotz vieler Naturkatastrophen zur Vollendung kommt, werden sie zur mithilfe gezwungen. Auch wenn es bis an den Rand ihrer Kräfte geht. Besonders schwer trifft es die schwedischen Kriegsgefangenen , die unter unwürdigen Bedingungen Arbeiten und Leben müssen.

    Es gibt aber auch etwas romantisches als Helga die älteste Tochter sich ausgerechnet in den schwedischen Gefangen Erik verliebt, eine sehr gefährliche und verbotene Angelegenheit, die den Tod bedeuten kann.Auch der kleine Wirbelwind Paula Albrecht, hat einen Traum, sie möchte Ärztin werden, auch sie brennt für ihre Träume.


    Zar Peter, Seite 16:

    „Unser Lohn wird eine Stadt sein, die dem Westen zugewandt ist. Eine Metropole, die in seiner Buntheit von Geschichten, Sprachen, Gewändern und Kulturen erstrahlen wird.“


    Dies alles kommt in diesem Roman zur Sprache.

    Zur Autorin

    Den Sprach und Schreibstil ist sehr flüssig und Bildhaft, auch die Sprache fand ich korrekt.

    Der Handlungsaufbau ist sehr gelungen, alle lose Fäden liefen am Ende zusammen, auch wenn sie einiges Offenlässt, und sich fragt wie geht es weiter, aber diese Fragen werden in der Fortsetzung beantwortet werden. Die Geschichte war spannend von der 1. bis zur letzten Seite, auch wenn einiges sehr ausführlich war, das Leben der Leibeigenen. Über Zar Peter hätte sie noch ausführlicher berichten und Raum geben können. Ihre Figuren waren sehr real und Glaubwürdig, besonders die Albrechts und Zar Peter und die Grafenfamilie. Auch das Leben der Leibeigenen kam nicht zu kurz. Die einzelnen Charaktere sind gut beschrieben, sodass man in ihre Seelen und hinter ihre wahre Fassaden blicken konnte. Auch das historische geschehen zur damaligen Zeit war sehr gut ausführliche beschrieben. Sehr gut ist der Bau von St. Petersburg beschrieben..

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    MilaWs avatar
    MilaWvor 7 Monaten
    Detailliertes Panorama einer Stadtgründung

    Im Jahre 1703 ordnet Zar Peter an, im Sumpfland an der Newa die Stadt Sankt Pieterburch/Sankt Petersburg nach westlichem Vorbild zu bauen. Etliche Menschen, besonders Ausländer aus dem Westen reisen an, um sich anzusiedeln, aber auch russische Adlige, die sich Nähe zum Zaren erhoffen. Nicht zu vergessen die vielen Kriegsgefangenen, die unter unmenschlichen Bedingungen schuften müssen. Martina Sahler betrachtet die Stadtgründung anhand verschiedener Einzelschicksale.

    So lässt sich einiges Interessantes über die Gründung St. Petersburgs lernen. Gut gefallen haben mir die Verweise auf die Literatur, mit der gearbeitet wurde und auch, dass die Schattenseiten eines solchen monumentalen Projekts nicht verschwiegen werden.

    Leider waren die Geschichten der einzelnen Personen recht „einfach gestrickt“ und es gab nicht so viele Überraschungen. Die hohe Zahl von Personen erlaubt wenige Tiefe in der Persönlichkeitsentwicklung, es geht eher um die verschiedenen Seiten der Besiedelung und Bebauung von St. Petersburg, die sehr detailgenau erzählt werden.

    Ein solider historischer Roman, der nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat, da die Handlung etwas zu detailreich ist, um durchgehend spannend zu sein. Für Liebhaber von St. Petersburg aber auf jeden Fall interessant.

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    Ro_Kes avatar
    Ro_Kevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein nicht ganz so „großer“ Sankt-Petersburg-Roman, den eine sehr gute Recherche auszeichnet, seinen Kern aber oft aus den Augen verliert.
    Nicht ganz so groß aber sehr unterhaltsam

    Klappentext (Lovelybooks):


    Zar Peter setzt im Mai 1703 an der Newa den ersten Spatenstich. Er will eine Stadt nach westlichem Vorbild bauen: Sankt Petersburg. Ein monumentales Vorhaben, das Aufstiegschancen und Abenteuer verheißt. Aus allen Himmelsrichtungen reisen die Menschen an: Graf Fjodor mit seiner intriganten Frau und ihrer Tochter, die sich nach dem Wunsch der Eltern mit dem Zaren verloben soll. Ein italienischer Architekt, der seine Geliebte in Florenz zurücklässt und von der Vergangenheit eingeholt wird. Der deutsche Arzt Dr. Albrecht mit seinen Töchtern. Während die Jüngere mit einem holländischen Tischlergesellen abenteuerlustig durch die Sumpflandschaft streift, verliert die Ältere ihr Herz an einen Mann, der zum Mörder wird. Langsam wächst eine Stadt heran.


    Meine Meinung:


    Betitelt als „großer Sankt-Petersburg-Roman“, bin ich ebensolchen Erwartungen in die Lektüre gestartet.


    Martina Sahler gelingt es, den Aufbau des kulturellen Zentrum Russlands sehr anschaulich darzustellen. Man spürt, wieviel Herzblut der Recherche zu Grunde liegt und es gestaltet sich ein sehr lebendiges Kopfkino, in dem „Seite für Seite“ und „Stein für Stein“ eine monumentale Stadt vor Augen entsteht.


    Der Schreibstil der Autorin ist bestimmt von einer sehr detaillierten Bildsprache, die für meinen Geschmack mitunter zu detailverliebt ist, wodurch manche Beschreibungen zu sehr in die Länge gezogen werden und die „Baustelle“ ein wenig ins Stocken gerät.


    Bestimmt wird die Handlung durch eine Vielzahl unterschiedlicher Charaktere, die ein vielschichtiges Bild einer Gesellschaft zur damaligen Zeit zeichnen. Allerdings waren es mir ein paar Intrigen und zwischenmenschliche Verwicklungen zu viel, wodurch die Kernhandlung oft in den Hintergrund gerückt ist. Jedoch beweist die Autorin ein Gespür dafür, Emotionen glaubhaft zu transportieren und das Handeln ihrer Protagonisten nachvollziehbar darzustellen. 


    Im Fokus steht aber ganz klar Zar Peter und Martina Sahler schafft es, ihn zu einer greifbaren vielschichtigen Person zu kreieren, der seine Vision nie aus den Augen verliert und Russland den Weg in die Moderne ebnet. 


    Fazit:


    Ein nicht ganz so „großer“ Sankt-Petersburg-Roman aber ein guter Unterhaltungsroman, den eine sehr gute Recherche auszeichnet, seinen Kern aber oft aus den Augen verliert. 

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    ChattysBuecherblogs avatar
    ChattysBuecherblogvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ich war leider etwas enttäuscht, hatte ich mir doch aufgrund des Klappentextes einen großartigen Roman versprochen
    Rezension Nr. 9/2018 - Die Stadt des Zaren (Martina Sahler)

    Sankt Petersburg - ich muss gestehen, dass ich diese Stadt nicht kenne. Ich kenne ebensowenig ihre Entstehungsgeschichte noch ihre geschichtlichen oder politischen Hintergründe. Insofern war ich sehr gespannt, was mich hier erwarten würde. Die bisherigen Rezensionen verhießen sehr gute Unterhaltung.


    Leider leider ... ich war enttäuscht. Meine Erwartung war, mehr über die Stadt, den Bau, und überhaupt die Entstehungsgeschichte zu erfahren. Jedoch war dieser historische Roman mehr auf Einzelschicksale bedacht. Wenn ich mir nun nach dem Lesen des Romans nochmal den Klappentext so durchlese, könnte man tatsächlich auf die Schicksale der Protagonisten kommen. Ich hatte mich wohl irgendwie in die Irre führen lassen. Auch die Geschichte des Zaren kommt meiner Meinung nach etwas zu kurz. Er durchstreift die Story nur immer sehr kurz, agiert also mehr im Hintergrund. Leider ist das jedoch nicht zu erkennen. Klar, die Geschichte um den Arzt und seiner Familie ist nicht uninteressant und bestimmt auch nicht unwichtig. Jedoch hatte ich mir unter dem Buchtitel dann doch etwas anderes vorgestellt.


    Wie man sich nun schon denken kann, war dieser Roman für mich kein reiner Genuss. Nein, ich fand ich stellenweise sogar sehr anstrengend, da unendlich viele historische Fakten aufgezählt wurden, mit denen ich leider gar nichts anfangen konnte. Ich fühlte mich irgendwie wie in der Schule, als stumpfe Daten angefragt wurden. Für mich war die Unterhaltung hier leider nicht gegeben.


    Fazit:


    Ich war leider etwas enttäuscht, hatte ich mir doch aufgrund des Klappentextes einen großartigen Roman versprochen. Jedoch waren mir die geschichtlichen Daten zu trocken und auch die Protagonisten waren teilweise nicht wirklich unterhaltsam.

    Schade, ich hatte mir wirklich mehr versprochen.

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    marpijes avatar
    marpijevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr gelungenes Buch wo die Gefühle und Emotionen mit die historischen Fakten sehr geschickt verbunden sind.
    Große Leseempfehlung


    Zar Peter Alexejewitsch und sein Traum ein Stadt zu bauen, ein Stadt ganz anders als die anderen russischen Metropolien , ein Stadt welche soll die europäischen Städten gleichen und gleichzeitig soll mit die zahlreichen Brücken , prachtvollen Palästen und wunderschönen Kirchen einzigartig sein und die Menschen beeindrucken - ein Traum wird eine  Realität - Zar Peter setzt in Mai 1703 den ersten Spatenstich und die Bauarbeiten beginnen....
    Ein Stadt aus nichts zum bauen und noch auf einen Sumpf -wie groß die Selbstbewusst und die Glaube in die Untertanen muss der Zar haben- auf die erste Blick ist der Herausforderung nicht zum überwältigen , doch der Zar hat der Ziel erreicht, egal dass der Traum hat tausende Menschen Leben gekostet - Sankt Petersburg war gebaut und mit seiner Schönheit und Andersartigkeit hat vielen Menschen aus ganzen Europa gelockt.


    Martina Sahler hat schönes historisches Roman geschrieben wo aus nicht ist etwas großartiges entstanden , aber sie hat auch ein Roman geschrieben wo die Gefühle und Emotionen waren meine ständige Begleiter . Ich habe gehasst und geliebt die Leute aus diesen Seiten, ich habe gestaunt über die menschliche Grobheit und Dummheit, die vielen Intrigen haben mich genervt und die kurze leidenschaftliche Momente haben mich zum schmunzeln gebracht. Der große Angst um Erik und Helena hat sich bei mir breit gemacht und die große Bewunderung für die stolze und temperamentvolle Zoja hat sich mit den mysteriösen gemischt wenn ich die Passage über Kostja gelesen habe. Die große Vielfalt von die Charakteren bringt viel Emotionen im Spiel, alle sind detailliert  beschrieben und alle haben feste Position in dieser Geschichte.


    Sehr gut finde ich hier der Darstellung von Zar Peter , er ist nicht nur als der allmächtige und tobende von Wut Herrscher dargestellt , nein ich lese hier über ein Mann welche von Angst zittert, ein Mann voller Leidenschaft und Liebe, ein Mann welche mit die Dummheiten und Aberglauben kämpft, ein Mann welche träumt und die Träume realisiert.

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    bettinahertzs avatar
    bettinahertzvor 9 Monaten
    Die Stadt des Zaren

    Die Stadt des Zaren Autor: Martina Sahler Zar Peter setzt im Mai 1703 den ersten Spatenstich auf einer unscheinbaren Insel im Newadelta. Hier soll sein großer Traum wahr werden, er will eine Stadt (seine Stadt) nach westlichem Vorbild bauen: Sankt Petersburg. Kein leichtes Unterfangen. Im Kampf gegen die Naturgewalten wächst Stein für Stein eine Stadt heran, die Russlands Fenster zum Westen werden soll. Die Stadt des Zaren von der Autorin Martina Sahler ist ein Roman über die Gründung von Sant Petersburg. Martina Sahler ist es unglaublich gut gelungen, die Geschichte lebendig werden zu lassen und uns Lesern am Aufbau dieser wunderbaren Stadt teilhaben zu lassen. Dabei kombiniert sie historische Größen, u. a. Zar Peter und sein Gefolge, Domenico Trezzini, Schweizer Architekt bzw. Bauherr in St. Petersburg mit vielen anderen fiktiven Figuren, die in das große Abenteuer ziehen und ihren Anteil am Aufbau dieser grandiosen Stadt haben möchten: Einen italienischen Architekten, einen holländischen Zimmermann, eine deutsche Arztfamilie, einen schwedische Kriegsgefangenen. Eine russische Adelsfamilie zieht mit ihren Leibeigenen ins Newadelta, um sich ihre Vorteile beim Zaren zu erhoffen. Martina Sahler fädelt geschickt persönliche Geschichten der einzelnen Familien in den großen Städteaufbau ein, so dass es zu einer spannenden Lektüre wird. Am Anfang sind es die ärmsten der Armen, sprich die Leibeigenen und schwedischen Kriegsgefangenen, die mit bloßen Händen die Stadt versuchen zu befestigen und gleichzeitig gegen Hunger, Krankheit und Naturgewalten kämpfen. Das Buch selbst ist ein echter Hingucker mit einem tollen Cover von St. Petersburg. Im Innenteil gibt es vorn eine geographische Karte von der Ostsee um 1703 und hinten eine Karte über St. Petersburg um 1703 und man verschafft sich somit einen Überblick wo man sich beim Lesen grad befindet. Der Schreibstil ist super zu lesen, durch den Perspektivenwechsel zwischen den einzelnen Charakteren erhält man die Sicht aus allen Gesellschaftsschichten, praktisch vom Leibeigenen bis zum Zaren persönlich. Es hat mich tief beeindruckt, unter welch schweren Bedingungen diese Stadt entstanden ist, wieviel Glück und unendliches Leid nebeneinander liegen. So wie es in diesem Zitat festgehalten ist: „Ein Nebeneinander der Gegensätze: die höchste Geistesbildung neben tumber Stumpfheit, überbordender Jubel neben schneidendem Klageschreien, Fülle des Glücks und des Reichtums und tiefstes Elend und Armut.“ Dieser historische Roman hat mir ausgezeichnet gefallen und mir ein Stück russische Geschichte näher gebracht. Ein Muss für Historienfans. Ich vergebe fünf Sterne für dieses tolle Werk.

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    TanjaJahnkes avatar
    TanjaJahnkevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Sankt Petersburg - eine Stadt auf den Knochen der Menschen gebaut. So lebendig und authentisch! Lebendiger ist keine Geschichtsstunde.
    Lebendige Geschichtsstunde!

    Sankt Petersburg - eine Stadt auf den Knochen der Menschen gebaut.

    Zar Peter ist ein Visionär und Mann der Moderne. Neben seiner Leidenschaft zum Krieg, liebt er alles europäische und sieht sich dazu berufen Russland und sein Volk in die Neuzeit zu führen. Was eignet sich dazu besser als eine neue Stadt? Eine Hafenstadt, nach westlichen Stil. Erbaut aus Stein im Sumpfland an der Newa. Ein von Wasser und Inseln geprägter Landstrich.

    Gesagt. Getan. Der Zar baut diese Stadt. Er lädt Handwerker, Baumeister, Architekten, Ärzte, Apotheker und aber dutzende andere Berufsstände aus ganz Europa zu sich ein, um mitzuwirken beim entstehen eines Jahrhundertsprojektes. Schnell folgen ihm hunderte und tausende Menschen seinem Rufen. Menschen, die Lust auf Abenteuer, Veränderung und ein neues Leben haben.
    Aber nicht alle, die bei diesem Großprojekt mitwirken, wirken freiwillig. Nein, auch schwedische Kriegsgefange und Leibeigene diverser russischer Adeligen werden dazu gezwungen. Und abertausende Menschen werden bei diesem Bau ihr Leben lassen...

    Martina Sahler entführt uns nach Russland im Jahre 1703 und präsentiert uns einen bunten Strauß an Figuren, die im Schatten der gigantischen Baustelle ihre ganz eigenen Schicksale erleben.
    Da haben wir die deutsche Arztfamilie Albrecht mit ihren drei Kindern, das Gefangenenlager der schwedische Kriegsgefangenen, die Leibeigenen unter anderem Zoja, eine Grafenfamilie und viele mehr.
    Ein Strauß von Protagonisten, der bunter nicht sein könnte und dessen gemeinsamer Nenner die Baustelle der neuen Zarenstadt ist.

    Wir begleiten diese bunten Figuren und den Verlauf der Baustelle über fast zehn Jahre durch die verschiedensten Erlebnisse. Sei es eine zarte Liebe, Trauer, Wut, Angst. Aber auch Lügen und Intrigen prägen das Bild. Überflutungen, Brände, Krankheiten, Kälte...nichts bleibt ihnen erspart.
    Besonders da es eine Zeit ist, in der ein Menschenleben mit unterschiedlichen Wert bemessen wird und Frauen keinerlei Rechte oder gar einen Hauch von Selbstbestimmung haben.

    Das Leben von Zoja trieb mir die Tränen in die Augen. Paule zauberte mir ein Lächeln aufs Gesicht. Aber auch an Hassfiguren wird nicht gespart.
    Ausgesprochen spannend fand ich, wie der Zar zwar sein Volk in keinster Weise schont, aber auch selbst mit anpackt und mit guten Beispiel voran geht. Auch wenn seine großen und kleinen Wutausbrüche schon derbe sind.

    Alles in allem ein Buch, das mich gefesselt, unterhalten und neugierig gemacht hat. Ich habe gelacht, geweint, gefiebert, geflucht, gebangt und gehofft. Der schlussendliche Abschied von den Figuren fiel mir ehrlich gesagt sehr schwer.

    Ein Buch, das ich gerne zu meinen Lieblingen und Highlights in diesem Jahr zählen möchte.

    5 von 5 Sterne und eine glasklare Leseempfehlung!

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    MartinaSahlers avatar
    Hallo zusammen,

    in diesen Tagen erscheint mein historischer Roman "Die Stadt des Zaren" bei List. Mit diesem Buch habe ich mir den Traum erfüllt, die Entstehungsgeschichte meiner Lieblingsstadt St. Petersburg zu erzählen. Ich würde den Roman sehr gern mit euch zusammen lesen. Geeignet ist er für alle, die in Romanen die "große Historie" schätzen und die sich mitreißen lassen von fiktiven Schicksalen, die in den akribisch recherchierten geschichtlichen Hintergrund eingewoben sind.
    Einen Eindruck von meiner Recherchereise nach St. Petersburg bekommt ihr in diesem Essay:
    http://www.resonanzboden.com/unterwegs/martina-sahler-rechercheeindruecke-aus-st-petersburg/

    Dies ist der Verlagstext über das Buch:
    Der Roman einer Stadt voller Aufbruch und Abenteuer

    Der große Roman über die Gründung von Sankt Petersburg
    "Zar Peter setzt im Mai 1703 an der Newa den ersten Spatenstich. Er will eine Stadt nach westlichem Vorbild bauen: Sankt Petersburg. Ein monumentales Vorhaben, das Aufstiegschancen und Abenteuer verheißt. Aus allen Himmelsrichtungen reisen die Menschen an: Graf Fjodor mit seiner intriganten Frau und ihrer Tochter, die sich nach dem Wunsch der Eltern mit dem Zaren verloben soll. Ein italienischer Architekt, der seine Geliebte in Florenz zurücklässt und von der Vergangenheit eingeholt wird. Der deutsche Arzt Dr. Albrecht mit seinen Töchtern. Während die Jüngere mit einem holländischen Tischlergesellen abenteuerlustig durch die Sumpflandschaft streift, verliert die Ältere ihr Herz an einen Mann, der zum Mörder wird. Langsam wächst eine Stadt heran, eine historische Meisterleistung, dem sumpfigen Grund abgerungen."

    Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir in Eurer Bewerbung mitteilt, welcher historische Roman euch in den letzten Monaten am meisten beeindruckt habt.

    Verlost werden 10 Hardcover. Ich freue mich aber auch über jeden, der mit eigenem Buch oder E-Book teilnimmt. Lasst uns über Peter den Großen und seine Stadt an der Newa reden :-)

    Herzliche Grüße

    Martina Sahler

     
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    Der Roman einer Stadt voller Aufbruch und Abenteuer

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