Weiße Nächte, weites Land

von Martina Sahler 
4,3 Sterne bei61 Bewertungen
Weiße Nächte, weites Land
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (50):
nastyas avatar

Ein spannende und anstregende Reise ins ungewissd

Kritisch (2):
Cellissimas avatar

Absolut langweilig und schlecht...hielt nicht ansatzweise das, was es versprach. Eine große Enttäuschung!

Alle 61 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Weiße Nächte, weites Land"

"Weiße Nächte, weites Land" - der erste Teil der Wolgasiedler-Saga jetzt als Taschenbuch. Ein historischer Abenteuerroman von der Erfolgsautorin Martina Sahler ("Das Hurenschiff") Drei Schwestern suchen ihr Glück fern der Heimat. Im 18. Jahrhundert folgen viele Deutsche dem Ruf der Zarin Katharina der Großen nach Russland zu kommen und sich dort anzusiedeln. Auch die Geschwister Christina, Klara und Eleonora machen sich auf den Weg. "Weiße Nächte, weites Land" erzählt von ihrem Aufbruch in die Fremde. Schon bald stellen die Auswanderinnen fest, dass die Wirklichkeit viel härter ist als sie sich vorstellen konnten. "Nun, das liegt doch auf der Hand, Koletschka". Die Zarin kam näher und ließ sich neben ihm auf dem Bett nieder, strich mit einem Finger über seine Brust bis zum Schlüsselbein und den Arm hinauf. "Der Fleiß der Deutschen ist sprichwörtlich - sie werden nicht mal eine Generation benötigen, um an der Wolga einen wichtigen Stützpunkt für den Handel mit dem Orient, vor allem mit Persien, zu schaffen" ... (Martina Sahler: Weiße Nächte, weites Land) Martina Sahler (geb. 1963) lebt im Bergischen Land und arbeitete viele Jahre in der Verlagsbranche, bevor sie begann mit ihren eigenen Romanen ein großes Lesepublikum zu begeistern. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Historienromane "Das Hurenschiff" und "Die Tulpenkönigin".

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783955696429
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:576 Seiten
Verlag:Knaur
Erscheinungsdatum:01.01.2016

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,3 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne32
  • 4 Sterne18
  • 3 Sterne9
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern1
  • Sortieren:
    nastyas avatar
    nastyavor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein spannende und anstregende Reise ins ungewissd
    Man erntet was man säht


    Wir begleiten in dem Buch fast das ganze Dorf Waidbach bei ihrem Umzug nach Russland. Alle träumen vom selben Glück und malen sich die Zukunft rosig aus. Doch die beschwerliche Reise wird alles von ihnen abverlangen. 
    Das Buch beginnt schon spannend und es passiert die erste von vielen schrecklichen Sachen. Es sind interessante Protagonisten vertreten und einige Schicksale sind miteinander verknüpft, auf welche Weise erfährt man im laufe des Buches. 
    Die Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein, vom lieben, anständigen Bürger bis hin zu unausstehlichen, überheblichen Personen ist alles vertreten. 
    Eine Botschaft kam im Buch am deutlichsten für mich heraus: Man erntet, was man sät!
    Aufjedenfall ein lesenswertes und  interessantes Buch

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    Moni2506s avatar
    Moni2506vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein empfehlenswerter historischer Roman, der die Geschichte der deutschen Auswanderer nach Russland wunderbar einfängt.
    Rezension zu "Weiße Nächte, weites Land" von Martina Sahler

    „Weiße Nächte, weites Land“ von Martina Sahler erzählt die Geschichte deutscher Auswanderer nach Russland ins Wolgagebiet rund um Saratow. Erschienen ist der Roman 2013 im Knaur-Verlag.

     

    Deutsches Reich, 1766: Die Not ist groß nach dem Siebenjährigen Krieg. Viele Menschen leben in ärmlichen Verhältnissen und sehen keine Zukunft mehr im eigenen Land als Zarin Katharina die Große mit großen Versprechungen dazu aufruft nach Russland auszuwandern. Jeder Auswanderer erhält während der Übersiedelung ein Tagegeld, fruchtbares Land und ein großzügiges Startkapital im russischen Reich sowie 30 Jahre Steuerfreiheit und auch ihre Religion und die Sprache dürfen die deutschen Auswanderer beibehalten. Und so machen sich auch die Weber-Schwestern, Christina und Eleonora, gemeinsam mit vielen anderen aus dem Ort Waidbach auf den beschwerlichen Weg in eine verheißungsvolle Zukunft.

     

    Ein historischer Roman, mit einem für mich sehr interessanten Thema. Ein Thema, dass in gewisser Weise auch persönlich für mich ist, da ich einige Russlanddeutsche kenne und mich die Geschichte dahinter sehr interessiert hat. In diesem Roman geht es um die Auswanderung vieler Deutscher nach Russland. Um die 30.000 sollen es 1766 gewesen sein. 23.000 von ihnen kamen am Bestimmungsort an und gründeten 104 Kolonien. Der Roman von Martina Sahler fängt diese Geschichte auf wunderbare Weise ein. Dies ist der 1. Teil einer Reihe. Es gibt noch zwei weitere Bände. Man kann diesen Roman allerdings auch eigenständig für sich lesen.

    Der Schreibstil ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ich war schnell in der Geschichte drin, auch wenn mir der Beginn der Geschichte nicht ganz so gut gefiel. Katharina die Große konnte mich im Prolog durchaus für sich und ihre Vision einnehmen. Die ersten Personen, die ich aus Waidbach kennenlernen durfte, fand ich allerdings nicht so toll. Viel Sex und derbe Sprache haben den Start in die Geschichte etwas holprig gemacht, aber mit der Zeit kamen glücklicherweise auch Personen hinzu, die ich sympathisch fand.

    Ein historischer Roman, der definitiv auch von den Personen lebt, die in ihm vorkommen. Die Vielfalt der Personen ist sehr groß. Selbst Personen, die man anfangs sehr unsympathisch fand, kann man mit der Zeit durchaus positive Seiten abringen. Einige haben sich auch zum Positiven verändert. Menschen, die zuerst eigentlich gar nicht nach Russland auswandern wollten, haben letztendlich doch ihr Glück dort gefunden. Für andere wiederum wurde die neue Heimat zum Verhängnis.

    Ich habe gerne mit ihnen allen mitgefiebert und das Schicksal der Kolonie Waidbach verfolgt. Sehr schön fand ich es auch, dass sich so manches Schicksal ganz anders als erwartet entwickelt hat.

    Bei all diesen Dingen merkt man aber auch wie gut die Autorin recherchiert hat. Die Personen in diesem Buch mögen fiktiv sein, aber die Umstände unter denen die Menschen ausgewandert sind, die Strapazen der Reise in die neue Heimat und die harte Arbeit der Auswanderer, ihre Kolonie aufzubauen und zu einem gewissen Wohlstand zu bringen, stimmen. Dies legt die Autorin auch in einem ausführlichen Nachwort dar.

    Schade, fand ich, dass zum Schluss die Jahre sehr gerafft wurden und dass der Aufstand der Rebellen rund um Pugatschow nur kurz angerissen wurde. So manches Mal kam mir die Kolonie auch ein wenig zu glimpflich davon. Alles in allem fand ich die Schicksale aber durchaus möglich und kann mir gut vorstellen, dass es ähnlich abgelaufen ist.

     

    Fazit: Ein sehr guter historischer Roman mit wenigen Abzügen, aus dem ich viel für mich mitnehmen konnte und viel Neues gelernt habe. Wenn ihr euch für die Geschichte der Russlanddeutschen interessiert, kann ich diesen historischen Auswanderer-Roman wärmstens empfehlen.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    Fleur91s avatar
    Fleur91vor einem Jahr
    Die Wolgadeutschen

    In dem Buch geht es um Deutsche Auswanderer, die dem Ruf der Zarin Katharina folgen und nach Russland auswandern.

    Man begleitet im Grunde ein halbes Dorf mit den unterschiedlichsten Charakteren. Im ersten Teil des Buches lernt man die Dorfbewohner und das Dorfleben kennen. Ich hatte anfangs bedenken weger der vielen Namen, aber Martina Sahler hat die ganzen Charaktere wunderbar beschrieben und ausgearbeitet, sodass dies kein Problem für mich war und ich die Leute immer  zuordnen konnte.

    Im zweiten Teil geht es um die lange Reise nach Russland und dann schließlich um den Aufbau der Kolonie.
    Auf einzelne Charaktere werde ich nicht eingehen, da es einfach zu viele sind und eigentlich keiner dabei war, mit dem ich besonders mitgefiebert habe oder der mir besonders ans Herz gewachsen ist.

    Das Buch ist gut geschrieben und liest sich sehr schnell und sehr einfach. Die Geschichte war sehr interessant und ich habe die Charaktere unglaublich gerne begleitet. Es passiert auch so einiges auf der Reise.

    Das Buch hat allerdings auch nicht gerade wenig Seiten und auf den letzten Kapiteln ging der Geschichte meiner Meinung nach leider ein wenig die Puste aus.

    Erwähnen sollte man vielleicht, dass die Zarin in diesem Buch kaum eine Rolle spielt und selbst nur einmal vorkommt. Wer sich also in erster Linie für Katharina die Große interessiert, wird mit diesem Buch keine Freude haben.

    Es war ein wirklich gutes Buch, aber für fünf Sterne hat mir einfach was gefehlt. Ich wurde gut unterhalten, aber die Geschichte hat mich einfach nicht richtig gefesselt. Dennoch würde ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.


    Kommentieren0
    8
    Teilen
    engineerwifes avatar
    engineerwifevor 4 Jahren
    Nur starke Menschen bekommen schwere Wege ...

    Gestern Abend habe ich das schöne Buch von Martina Sahler zu Ende gelesen. Eine interessante Auswanderungsgeschichte über die Deutschen, die damals dem Ruf der Zarin Katharina gefolgt sind und in Russland ihr Glück suchten.

    Das Buch las sich sehr flüssig, das Ende war stimmig, wenn mir auch die letzten Jahre fast ein bisschen zu gerafft waren. Nun habe ich aber zu meiner Überraschung gesehen, dass es einen zweiten Teil gibt, da freue ich mich schon drauf.

    Ein bisschen erinnerte mich der Roman an "Fackeln im Sturm", natürlich diesmal in Russland statt Amerika. Christina stand der schönen Ashton definitiv in nichts nach :)

    Kommentieren0
    11
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Wie die Deutschen an die Wolga kamen und das ohne überzogene Erzählungen. Toll!
    Eine Reise ins Ungewisse

    Deutschland 1776: die Weber-Schwestern Christina, Eleonora und Klara stehen von einem Tag auf den anderen vor dem Nichts, als ihre geliebte Mutter verstirbt. Was sollen sie tun, wo Klara doch noch ein Kind ist und Elonora sich mit ihrer Tochter Sophia durchs Leben kämpfen muss? Christina hat die scheinbar rettende Idee: warum folgen sie nicht dem Ruf der Zarin Katharina der Großen, die nicht müde wird, Deutsche nach Russland zu locken? Die Schwestern schließen sich einem Treck nach Russland, nichts ahnend, was ihnen das Land an der Wolga bescheren wird.


    "Weisse Nächte, weites Land" ist der erste Band der Wolga-Siedler-Saga von Martina Sahler. Ich hatte vor einigen Wochen schon Band 2 gelesen und war sehr neugierig, wie die Weber-Schwestern nach Russland kamen. Und dieser Roman hat mich nicht enttäuscht.


    Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet, man folgt allerdings immer mal wieder anderen Figuren. So lernt man zum Beispiel die spitzzüngige und sehr auf ihren Vorteil bedachte Christina kennen, aber auch den Bauernsohn Matthias oder die Apothekerstochter Anja. Das hat mir sehr gut gefallen, da ich so alle wichtigen Mitglieder aus Waidbach kennenlernen konnte.


    Der Roman erzählt zudem von der Reise der deutschen Aussiedler nach Russland, von dem sie sich Reichtum und Wohlstand erhoffen. Die Realität schaut jedoch anders aus und die Autorin scheut ich nicht davor, so manches dramatisches Ereignis in ihr Buch einzubinden. Dabei wird sie aber nie sensationslüstern oder blutig, sondern bleibt schlicht und einfach nah an der Realität. Auch übertreibt sie es nicht mit den Schicksalsschlägen für die Auswanderer, so dass hier ein schöner, zu Herzen gehender, aber keinesfalls schwülstiger Roman entstanden ist.


    Der Stil von Martina Sahler ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist leicht, aber nicht zu locker und sie vermag mit dem Blick auf kleine Details dem Leser das Russland des 18. Jahrhunderts näher zu bringen. Toll!


    Fazit: ein schöner Auftakt zu einer wunderbaren Reihe. Ich kann das Buch sehr empfehlen.

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    SiColliers avatar
    SiColliervor 4 Jahren
    Wie die Wolgadeutschen an die Wolga kamen

    Nur starke Menschen bekommen schwere Wege. (Seite 175)

    Meine Meinung


    Herbstzeit ist für mich (lesemäßig) Rußlandzeit. Da ich von den Wolgadeutschen wenig mehr als diese Bezeichnung kenne, schien mir dieses Buch die Gelegenheit zu sein, zum einen die Wissenslücke zu schließen, zum anderen die „Rußlandreise“ anzutreten. Beides ist mir diesem Buch weitgehend gelungen.

    „Weitgehend“ darum weil das, was ich als „Rußlandstimmung“ bezeichnen würde, nicht so ganz aufkommen wollte. Da im Buch allerdings nur sehr wenige Russen vorkommen und die Aussiedler sich auch an der Wolga recht deutsch verhalten, ist das eigentlich kein Wunder und gibt so recht einen der Konflikte wider, die offen oder unterschwellig eine Rolle spielen.

    Etwa Mitte des 18. Jahrhunderts ließ die Zarin Katharina die Große in großem Umfang Einwanderer aus Deutschland ins Land kommen, um bisher brach liegende Gebiete an der Wolga zu besiedeln und in fruchtbares Ackerland zu verwandeln. Die Verhältnisse im damaligen Deutschland waren für viele dermaßen bedrückend, daß es nach ihrer Meinung schlimmer eigentlich nicht mehr kommen konnte. So machten sich Abertausende auf den Weg ins ferne Rußland, das ihnen wie das gelobte Land vorkam.

    Der erste Teil des Buches spielt im Hessischen nahe Büdingen und stellt die Hauptakteure und deren Herkunft vor; er erschien mir zunächst zwar etwas ausführlich, da ich vom Buchrückentext her anders eingestimmt war, jedoch trägt die lange Exposition sehr zum Verständnis der Situation und warum seinerzeit so viele ausgewandert sind bei. Die Autorin entwirft ein sehr anschauliches Szenario der Zustände in der hessischen Heimat. Daß die Menschen den Worten der Werber der Zarin mehr als gerne Glauben schenkten und ein Paradies erwarteten, ist nachvollziehbar.

    Daß aber nicht alles Gold ist, was glänzt, wird bald klar, wenn man an die entbehrungsreiche Reise an die Wolga und die anscheinend „eingeplanten Verluste“ denkt. Dort angekommen, finden die Kolonisten alles andere als ein Paradies vor. Es ist die Frontier, die Grenze zwischen Wildnis und Zivilisation, in die sie geraten sind, und es heißt ganz bei Null zu beginnen.

    Über etliche Jahre erleben wir das Schicksal der Auswanderer, die sich in der Ferne eine neue Heimat schaffen, mit. Im Mittelpunkt stehen dabei die drei Weber Schwestern, die verschiedener nicht sein könnten und von denen jede auf ihre Art versucht, ihren Traum vom Glück gegen alle äußeren Umstände zu verwirklichen.

    Das Buch ließ sich flüssig lesen, das Kopfkino ist recht bald angesprungen und die Figuren erwachten zum Leben. Wie erwähnt, kam bei mir die rechte „Rußlandstimmung“ nicht auf, was aber wohl nicht verwunderlich ist, wenn die Figuren das ganze Buch über versuchen, nach ihren deutschen hergebrachten Sitten und Gewohnheiten zu leben, nur eben an der Wolga. Insgesamt habe ich den Roman gerne gelesen und freue mich auf die Fortsetzung „Dunkle Wälder, ferne Sehnsucht“, in dem es um das weitere Schicksal der Auswanderer geht.


    Kurzfassung

    Ein „Auswandererroman“ der anderen Art oder warum und wie die Wolgadeutschen an die Wolga kamen. Lesenswert.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    jackdecks avatar
    jackdeckvor 4 Jahren
    Weiße Nächte weites Land

    Martina Sahlers Auswandererroman ist eines der Bücher, die ich kaum aus der Hand legen konnte und in jeder freien Minute weitergelesen habe. Meisterhaft führt uns die Autorin die Geschichte der hessischen Auswanderer vor Augen, die im Jahre 1765 dem Ruf der deutschstämmigen Zarin Katharina nach Russland folgen. Daheim herrschen bittere Not und Hoffnungslosigkeit. Das ferne unbekannte Land scheint die Lösung aller Probleme zu bieten. Natürlich war mir der Begriff "Wolga-Deutsche" ein Begriff - aber mehr halt auch nicht. Dieser Aspekt der Geschichte meines Volkes war mir nie wirklich bewußt geworden - wann lernt man darüber schon was in der Schule? Allenfalls von der Seite Katharinas der Großen war mir aus der Geschichte bekannt, dass sie auch Deutsche angesiedelt hatte. Die Geschichte wird flüssig, absolut spannend und mitreißend erzählt. Ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen, es war so aufregend, die Familienschicksale zu verfolgen, mit zu leiden bzw. mich mit zu freuen. Die Protagonisten sind sehr vielseitig, authentisch und lebendig, die Handlung nahm oft eine Wende, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe. Ein Roman zum Abtauchen, zum Mit-Leben, Mit-Lachen und Mit-Leiden und zugleich ein Roman, bei dem man Neues lernt. Absolut empfehlenswert!

    Kommentare: 2
    42
    Teilen
    mabuereles avatar
    mabuerelevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Die Strapazen der Ausreise an die Wolga - fesselnd beschrieben!
    Gut recherchierter historischer Roman

    „…Nur wer den Mut hat zu träumen, hat auch die Kraft zu kämpfen…“

     Waidbach war ein kleiner Ort in Deutschland. Als 1766 die Werber der  russischen Zarin Katharina in den Ort kamen, fühlten sich viele von dem verlockenden Angebot angezogen.

    Dazu gehörten auch die Schwestern Christina und Eleonora. Beide waren in einer Weberfamilie großgeworden. Nach dem Tode des Vaters reichten die Einkünfte kaum zum Leben. Nun hatte sie auch die Mutter zu Grabe getragen.

    Christina träumte von einem besseren Leben in St. Petersburg. Sie wollte das Leben genießen und sich die Rosinen aus dem Kuchen picken.

    Eleonora war eine junge Witwe, die sich durch Sanftmut und Gemeinschaftssinn auszeichnete. Bei all ihrem Tun musste sie auch an ihre dreijährige Tochter Sophia denken. Deshalb wollte sie die lange Reise gründlich planen.

    Beide hatten noch eine minderjährige Schwester. Klara war gegen die Ausreise, doch in bitteres Erleben ließ sie ihre Entscheidung revidieren.

    Da die russischen Werber Ehepaare bevorzugten, kam es zu schnellen und unbedachten Hochzeiten.

    Dadurch waren Konflikte vorprogrammiert.

    Die Autorin hat einen spannenden und exakt recherchierten historischen Roman geschrieben. Die Personen der Gruppe aus Waidbach wurden ausreichend charakterisiert. Sie waren alle Menschen mit Stärken und Schwächen, mit Hoffnung auf ein besseres Leben. Ich habe mich in meinen obigen Ausführungen allerdings auf die beiden Schwestern beschränkt. So unterschiedlich wie die Motive für die Übersiedlung nach Russland waren die familiären und finanziellen Verhältnisse, die Wünsche und Träume. Das wird im Buch sehr gut herausgearbeitet.    

    Das Buch lässt sich zügig lesen und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Dazu hat der flüssige Schreibstil beigetragen. Die Autorin beherrscht das Spiel mit Metaphern. Dadurch wurde mir die Weite Russlands genauso anschaulich vor Augen geführt wie die Strapazen der Reise und die Schwierigkeiten des Neuanfangs. Bedingt durch Christinas Charakterzug, sich über Regeln hinweg zu setzen, konnte ich Einblicke in die Welt des Adels in St. Petersburg nehmen. Literarisch waren diese Stellen sehr gekonnt dargestellt. Neben dem Glanz der Metropole wurden auch ihre Gefahren deutlich.

    Interessant und spannend fand ich es, die Entwicklung der Protagonisten zu verfolgen. Einige konnten ihre Stärken ausbauen und so zu ungeahnten Erfolgen gelangen, die sie für die Allgemeinheit einsetzten, andere scheiterten, weil ihre negativen Seiten in den Vordergrund traten. Sehr bald wurde klar, dass die Träume von einer unbeschwerten Zukunft und die Wirklichkeit zwei entgegengesetzte Seiten einer Medaille waren. Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und der Wille zum Erfolg waren die treibenden Kräfte, die ihnen halfen, nach jeder Niederlage wieder aufzustehen. Die Autorin hat die Schwierigkeiten, die in dem rauen Klima, der Begegnung mit den Nomadenvölkern der Steppe und der Abgeschiedenheit lagen, auf beeindruckende Weise dem Erfolgswillen der Gruppe gegenübergestellt.

    Die Europakarte von 1766 ermöglicht mir als Leser, die Reise zu verfolgen. Ein ausführliches Personenverzeichnis mit kurzer Charakteristik am Anfang und ein Nachwort vervollständigen das Buch.

    Das Cover mit der Pferdekutsche im Schnee und dem angedeuteten Schneesturm passt zum Inhalt des Romans.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die vielschichtige und spannende Handlung zeigt in anschaulicher Sprache, welche Schwierigkeiten zu überwinden waren, bis die Ankömmlinge in der neuen Heimat Fuß gefasst hatten.  

    Kommentieren0
    17
    Teilen
    E
    ejtnajvor 4 Jahren
    Der Traum von einem besseren Leben

    Christina und Eleonora könnten nicht unterschiedlicher sein und doch entschließen sich die beiden Schwestern mit der kleinen Schwester Klara und Eleonoras Tochter Sophie dem Ruf der Zarin Katharina zu folgen.
    Doch die Reise bringt die meisten der Kolonisten an ihre Grenzen. Bei ihrer Reise durch die Weiten Russlands muss Christina erkennen, dass ihre Wünsche nur Träume waren und die Wirklichkeit eine andere Sprache spricht.
    Aber Christina lässt sich nicht unterkriegen und kämpft für ihre Träume, doch wird es ihr auch gelingen diese umzusetzen?

    Für mich war es der erste historische Roman der Autorin Martina Sahler den ich gelesen habe. Die Freche Mädchen Bücher kenne ich und aus diesem Grund hat mich neben dem Klappentext auch dieses Buch angesprochen.
    Der Einstieg in die Handlung ist mir sehr leicht gelungen und ich habe das Buch fast schon verschlungen.
    Zwar konnte ich nicht alle Entscheidungen der handelnden Figuren nachvollziehen und mit Christina wurde ich auch gar nicht war, was aber einfach an ihrer Art lag und nicht am Schreibstil der Autorin.
    Der Erzählstil war auch sehr ansprechend und wenn mich etwas im Lesefluss gestört hat, dann ist es der Wechsel zwischen den Erzählsträngen, da es doch einige sind. Aber richtig störend fand ich es nicht.
    Einen Spannungsbogen gab es auch und dieser war auch bis zum Schluss erhalten, so dass man sich während des Lesens seine Gedanken zum Ausgang des Romans machen konnte.
    Die Handlungsorte waren gut beschrieben und man konnte sich alles sehr gut vorstellen, ob es die Reise nach Lübeck war oder die Kolonie in Russland.
    Ebenso detailliert waren auch die verschiedenen Figuren beschrieben, so dass man sie sich während des Lesens sehr gut vorstellen konnte.
    Wenn man eine Figur als meine Lieblingsfigur nenne könnte dann wäre das Eleonora, denn sie hatte etwas Herzliches an sich das man sich einfach nur mögen konnte.
    Zwar habe ich die Beweggründe der Auswanderer begriffen nur die Vorstellungen und Träume fand ich dann doch etwas utopisch.
    Alles in allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich habe einige schöne Stunden mit dem Buch verbracht.
    Auf die Fortsetzung des Buches bin ich schon ganz gespannt und hoffe das man nicht zulange darauf waren muss um zu erfahren wie es denn weitergeht.
    Ich vergeben für das Buch 5 von 5 Sternen.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    CHRISSYTINAs avatar
    CHRISSYTINAvor 4 Jahren
    Auf in das tiefste Herz Russlands

    Zum Inhalt:

    In diesem Roman wird auf sehr eindrucksvolle Art und Weise die Geschichte der deutschen Auswanderer im 18. Jahrundert aufgegriffen.

    Martina Sahler erzählt die Geschichte Christinas und Eleonoras - zweier sehr ungleicher Schwestern. Christina ist bildschön, aber sehr oberflächlich und egozentrisch. Eleonora ist junge Witwe. Ihr Mann ist im Krieg gestorben und sie ist nun allein für die Versorgung ihrer kleinen Tochter zuständig.

    Die Situation in ihrem Heimatland ist sehr kläglich. Viele Menschen haben keine wirtschaftliche Existenz mehr und leben am Rande des Hungertods. Auch den beiden Schwestern geht es wirtschaftlich immer schlechter. Also entscheiden sie sich, die Herausforderung anzunehmen und in ein ihnen unbekanntes Land zu gehen, über das sie schon viel Gutes gehört haben. Russland stellt für sie den Inbegriff der Hoffnung und eines besseren Lebens dar und so folgen Sie dem Ruf der Zarin Katharina - einer Deutschen.

    Mit ihnen gehen viele aus ihrem Dorf. Doch die Reise in ihr neues Leben ist so beschwerlich, dass viele der Aussiedler nur knapp mit dem Leben davonkommen. Auch Christina und Eleonora bleiben von Problemen und den Wirren des Lebens nicht verschont. Wird die Zarin all ihre Versprechen halten?

    Meine Meinung:

    Ich persönlich habe diesen Roman wirklich geliebt. Er liest sich wunderbar flüssig und ist atmosphärisch unglaublich dicht.

    Erzählt wird nicht nur aus der Perspektive Christinas und Eleonoras, sondern auch aus der einiger anderer Aussiedler. Erfasst wird die Entwicklung eines ganzen Dorfes und nicht nur einzelner Protagonisten. Die Personen sind so ausdrucksstark beschrieben, dass sie sehr schnell vor dem geistigen Auge zum Leben erwachen und einen auch nach Abschluss des Romans nicht so schnell wieder verlassen.

    Martina Sahler hat die Landschaft Russlands sehr gut eingefangen. Die kalten russischen Winter haben mich persönlich sehr beeindruckt. Auch die Beschreibung der plündernden Nomadenvölker Russlands fand ich sehr interessant.

    Man merkt schnell, dass "Weiße Nächte, weites Land" ein sehr gut recherchierter Roman ist, der auf Tatsachen beruht, auch wenn die Protagonisten fiktiv sind.

    Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, die voraussichtlich im Oktober 2014 erscheinen wird.

    Mein Fazit:

    Die Idee dieses Romans wurde wirklich grandios umgesetzt. Es hält, was es verspricht.
    Von mir eine absolute Kaufempfehlung!

    Kommentare: 2
    11
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    MartinaSahlers avatar
    Hallo zusammen,
    weil mein Roman "Weiße Nächte, weites Land" in diesen Tagen zu den bestverkauften Titeln in den Amazon-Kindle-Charts gehört und ich mich darüber riesig freue, möchte ich gerne eine Leserunde veranstalten. Der Verlag stellt uns dafür zehn Printexemplare zur Verfügung, die ich unter allen Bewerberinnen verlose. Wer kein Losglück, aber einen Reader hat - der Roman ist zurzeit für 4,99 € sehr günstig in allen Formaten (Amazon, Thalia, Weltbild u.v.a.) zu haben.
    Die Saga beschreibt die fiktiven Schicksale mehrerer Auswanderer, die es im 18. Jahrhundert auf Einladung von Katharina der Großen von Deutschland nach Russland zog.
    "Weiße Nächte, weites Land" ist dieses Jahr mit dem HOMER-Literaturpreis in Silber in der Kategorie "Historisches Ereignis" ausgezeichnet worden.

    Klappentext:
    "Deutschland im 18. Jahrhundert. Die beiden Schwestern Christina und Eleonora könnten unterschiedlicher nicht sein. Christina ist temperamentvoll und stets auf ihren Vorteil bedacht – ganz anders als die zurückhaltende junge Witwe Eleonora. Beide folgen dem Ruf der Zarin Katharina, in Russland ein neues Leben zu beginnen. Doch die Wirklichkeit erweist sich als sehr viel rauher und grausamer, als es sich beide in ihren Träumen ausgemalt haben."

    Ich freue mich auf eure Bewerbungen!

    Herzliche Grüße

    Martina
    CHRISSYTINAs avatar
    Letzter Beitrag von  CHRISSYTINAvor 4 Jahren
    Okay, danke für die Info!
    Zur Leserunde
    MartinaSahlers avatar
    Hallo zusammen,
    ich freue mich gerade bei 30 Grad im Schatten wie eine Schneekönigin, weil mein Roman "Weiße Nächte, weites Land" mit dem reduzierten E-Book-Preis von 4,99 € zu den Top 100 im Amazon-Kindle-Shop gehört (gerade aktuell: Platz 36). Wer meine Saga um die Auswanderung der Deutschen nach Russland noch nicht kennt - jetzt ist eine günstige Gelegenheit :-)

    Liebe Grüße, schönes Wochenende!

    Martina
    Zum Thema

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks