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Anishe

vor 2 Jahren

(25)

Abstoßend. Ekelhaft. Schockierend. Abartig. Pervers. Krankhaft. Obszön. Dreckig.

Das wären nur wenige Worte, mit denen ich das Thema "Feeding" nach dem Lesen dieses Buches beschreiben würde. Die Beschreibung könnte noch ins Unendliche gehen - so erschreckend fand ich den Inhalt!

Bea ist durch und durch mit sich unzufrieden. Sie hasst ihren Körper, badet sehr stark in Selbstmitleid und versucht gleichzeitig die Erlebnisse des Missbrauchs von ihrem Vater zu vergessen. Natürlich geht das am Besten mit ganz viel leckerem Essen. Essen macht sie wieder glücklich. Anfänglich hat sie eigentlich einen normalen BMI Wert, einen Job und eine Freundin. Doch ihr Leben veränderte sich mit einem Schlag. Ihr Traummann hat sie gefunden!

Francis ist ein Mann wie im Bilde. Attraktiv in allen Punkten. Er ist Tierarzt, groß und durchtrainiert, fährt teure Autos und besitzt eine eigene Praxis. Hier trügt sein Äußeres, denn im Inneren ist er häßlich - schmutzig bis zur Seele. Seine Schwäche: dicke Frauen. Er steht auf formbare Objekte. Seine Perversion begann schon in seiner Jugend, denn er bekam den ultimativen Kick, wenn er die Tiere mästen konnte. 

Bea war seine perfekte Mastsau. Sein Feedee. Er ist Herr über ihren Körper, ihr Gewicht. Er hat Macht und sie mussfür ihn essen, denn er ist ihr Feeder.

Das Buch war wirklich sehr schnell fertig gelesen, da es sehr spannend und vorallem flüssig geschrieben wurde. Auch wenn die Protagonistin eine sehr schwere Kindheit erlitten hatte, fand ich das in der Geschichte etwas schade, dass ihr niemand zur Hilfe kam oder sie sich keinem anvertraut hat. Unsozial schien sie mir nicht, da sie ja einen Job und eine Freundin hatte.
Ich hätte mir mehr Details über die Beziehung zu ihrer Freundin Gina gewünscht. Außerdem waren mir noch zusätzlich  folgende Charaktere zu blass geschrieben: Mutter von Bea, die rothaarige Frau und die Arbeitskollegin. Mehr Backgroundinfos über Francis Vergangenheit zu lesen - vorallem die Mutter und Sohn Beziehung - hätten mich sehr gefreut. Der Spannungt hätte es sicher nicht geschadet.

Und zur Covergestaltung: Ich muss zugeben, das Cover hat mich nicht in den Bann gezogen. Der Hintergrund ist für meinen persönlichen Geschmack zu einfach. Das Kreuz suggeriert zwar den Tod, wirkt aber nicht sehr bedrohlich. Witzig finde ich die Ameise auf dem Coverrücken. Das sie ihre eigene kleine Geschichte im Buch erzählt und eine Bedeutung hat, hätte ich so mir nicht ausgemalt. Dachte erst, das wäre einfach ein Gag vom Verlag, weil ja unten drunter "Achtung Suchtgefahr!" steht.

Mich hat der Klappentext und die Leseprobe überzeugt und ich bin froh, dass ich mich diesmal nicht nur von den Augen hab lenken lassen.

Also von mir aus hätte das Buch ruhig noch 50-100 Seiten mehr haben können. Ich hätte es so oder so verschlungen, denn das Thema ist interessant und der Schreibstil der Autorin überaus gelungen!

Empfehlen kann ich das Buch an alle, die gerne einmal wissen wollen, was sich hinter "Feeding" verbirgt. Auch wenn es wie eine Lovestory beginnt, möchte ich vorwarnen: manche Szenen sind wirklich abartig, knallhart und sehr detailliert geschrieben.

Merci fürs Vorbeischauen & hoffentlich bis bald,

Anishe

Autor: Martina Schmid
Buch: Feed me! - Tödliche Gier

chulabohne

vor 2 Jahren

Wow, hört sich krass, aber deshalb auch spannend an.

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