Martina Schmid Girls only

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Inhaltsangabe zu „Girls only“ von Martina Schmid

Charlotte war irgendwie echt in Ordnung. Ich kam eigentlich fast immer gut mit ihr zurecht. Im Gegensatz zu Luisa. Die stritt ständig mit ihrer Schwester Steffi, dass sich die Balken bogen. Dieses Biest konnte einem aber auch echt den letzten Nerv rauben. Nur wenn Charlotte mich nervte oder ich sie ein kleines bisschen ärgern wollte, verpasste ich ihr den Namen “Molly”. Molly passte einfach zu ihr. Molly mit ihrer Anti-Barbie-Puppen-Figur! “Naja, was nicht ist, kann ja noch werden.”, beruhigte ich sie in frustigen Momenten. Ich war der Meinung, zwölfjährige Mädchen wie Charlotte, dürften hie und da ein Pfund zu viel auf die Waage bringen. Schließlich war sie nicht vierzehn, so wie ich. Für mich galten da natürlich andere Regeln! Obwohl ich, weiß Gott, was ich angestellt haben musste, seit zwei Monaten und drei Tagen diese fiesen, kleinen Speckröllchen um die Leibesmitte besaß. Wie ich die hasste!!! Wenn ich da an Kicki dachte! Nicole! Von allen genannt: “Kicki”. Sie war mein heimliches Vorbild. Sie war so schön, so cool, einfach perfekt. An ihr wirkten alle Klamotten. Sie konnte anziehen, was sie wollte, sie sah immer gut darin aus! Nur diese orange-rot-gelben Haare, die sie seit neuestem hatte. Echt krass! Diesen Karottenkopf trug sie, seitdem sie das Haarfärbemittel ihrer Mutter benutzt hatte und es viel zu lange einwirken ließ. Warum musste sie auch gleich richtige Farbe verwenden! Sie war wohl vom Ergebnis so geschockt, dass sie postwendend zum Friseur marschierte und ihre neue Pracht abschneiden ließ. Meiner Meinung nach jedoch etwas zu viel: Trotzdem fand ich diese Frau einfach cool und war stolz darauf, ihre beste Freundin sein zu dürfen. So wie sie wollte ich immer sein. Wie gern hätte ich mein Einheitsbrei-Leben mit ihrem getauscht! Sie hatte auch nicht so beschränkte Eltern wie ich. Kickis Eltern waren leger und in jeder Hinsicht ohne Konventionen. Sie führte ein Leben, von dem ich nur träumen konnte. Zum Beispiel hatte sie alles, aber auch alles in ihrem Zimmer lila gestrichen. Das durfte sie. Überhaupt hatte sie extrem viele Freiheiten, fand ich. Na gut, ihre Eltern waren auch den ganzen Tag wegen des Geschäftes nicht zu Hause. Da mussten sie wohl schon ziemlich ranklotzen. Dafür besaßen sie aber eine Traum-Villa mit Swimming-Pool im Garten und überdies auch noch ‘ne Putz-Tante. Kicki musste wohl nicht mal ihr Zimmer aufräumen, so schien es. Ihre Eltern waren angesehene Leute und besaßen seit Jahren in der Vorstadt ein kleines, aber elegantes Möbelgeschäft. Ja, sie war tatsächlich sehr zu beneiden! Aber was ich mit Abstand am schlimmsten fand, war die Tatsache, dass Justin, mein heimlicher Schwarm aus der 8 A von gegenüber, anscheinend seit neuestem ein Auge auf Kicki geworfen hatte. Und diese widerwärtige Tatsache drohte nun mein bisher astreines Verhältnis zu ihr zu beeinträchtigen, wenn nicht gar zu zerstören. “Ich muss unbedingt etwas dagegen unternehmen”, sagte ich mir. Doch wie sollte es mir gelingen, ihn von Kicki abzulenken und zu überzeugen, dass ich die Richtige für ihn war? Es würde wohl kein Leichtes sein, das war mir klar. Doch ich musste mir wohl oder übel etwas ganz Gemeines für sie ausdenken. Schließlich war mir mein Hemd näher als die Hose … Und dann war da noch Luisa, meine zweitbeste Freundin. Sie hatte es auf ihre Weise auch nicht leicht. Ihre Mutter war seit langer Zeit geschieden und daher allein erziehend. Wie sie das mit den drei Kindern, die alle noch bei ihr wohnten, auf die Reihe brachte, war mir ein Rätsel. Luisa lebte mit ihrer Familie in ziemlich bescheidenen Verhältnissen. Sie bewohnten zusammen eine Vier-Zimmer-Altbau-Wohnung in einem etwas abgelegenen Teil der Stadt. Luisa musste sich ein Zimmer mit ihrer nervtötenden Schwester Steffi teilen. Ihre älteste Schwester Sam, die schon 29 und arbeitslos war, schlief bei ihrer Mutter im Schlafzimmer. Wofür das vierte Zimmer war, werdet ihr euch fragen! Nun, es gab in dieser Wohngemeinschaft noch ein paar weitere Mitglieder, nämlich drei Katzen und einen Hund. Die brauchten schließlich auch Platz für sich und besetzten daher das vierte Zimmer. Im Vergleich zu Luisa hatte ich es wohl aber trotzdem besser. Auch wenn mich einiges an meiner Familie super nervte! Überhaupt hatte sich alles total verändert, seit unser Nesthäkchen Betty bei uns war. Für Charlotte und mich war es ein Mega Schock, als unsere Eltern uns klar machten, wir würden bald zu fünft sein. Im ersten Moment dachten wir natürlich, Mum wäre wieder schwanger. Doch der zweite Schock folgte, als sie uns darüber aufklärten, dass sie ein Baby aus dem Kinderheim adoptieren wollten. Das hatten die einfach so über unsere Köpfe hinweg entschieden. Es sei schon beschlossene Sache, hieß es, und in der folgenden Woche hätten sie bereits einen Termin im Heim vereinbart. Da waren wir erst mal baff! Wie in Trance sanken wir zeitgleich in die hinter uns stehenden, längst ausgedienten Wohnzimmersessel aus geblümtem Plüsch. Doch all unser Gezeter half nichts, wir mussten uns an den Gedanken gewöhnen, wieder einen kleinen Schreihals in unserer Familie zu haben und zwar “Schreihals” im wahrsten Sinne des Wortes! Die kleine Betty führte denn auch alsbald das Regime bei uns Zuhause und entpuppte sich mehr und mehr als kleiner Haus-Drachen. Mum war deshalb immer öfter mit den Nerven fertig und ließ das natürlich an uns beiden aus. Sie hatte auch nicht mehr so viel Zeit wie früher, und so waren wir mehr und mehr uns selbst überlassen. Unser Dad befand sich zudem oft auf Geschäftsreisen und war daher auch kein beständiger Ansprechpartner. Doch all diese Tatsachen schweißten meine Schwester Charlotte und mich umso enger zusammen. Klar, wir mussten einfach zusammenhalten! Ich konnte ihr eigentlich (fast) alles anvertrauen. Sie konnte schweigen wie ein Grab und war für ihre zwölf Jahre schon sehr selbstständig und erwachsen, wenn’s darauf ankam. Zum Glück besuchte sie dasselbe Gymnasium wie ich. Sie ging in die sechste Klasse, genau ein Stockwerk tiefer, und war bisher von der verhassten, unserer Klasse aufgehalsten Lehrerin Frau von Sommerschuh (man durfte sie niemals ohne ihren Titel ansprechen!) verschont geblieben. Meine Gedanken kehrten nun wieder an den Ort zurück, an dem ich mich just in diesem Moment befand, nämlich im Obergeschoß unseres Stockbettes, dessen Inbesitznahme ich mir mit allen Tricks vor zwei Tagen erkämpft hatte. Platt wie eine Flunder lag ich ausgestreckt auf der Matratze, die einen etwas muffigen Geruch verbreitete und der man die vielen Jahre, die sie schon gedient haben mochte, wohl ansah. Ich blickte auf meinen Wecker, es war bald sechs Uhr abends, und wir hatten heute unseren “Nachmittag zur freien Verfügung”, an dem ich es vorgezogen hatte, auf der Bude zu bleiben und eigentlich meinen neuesten Kriminalroman lesen wollte. Doch nachdem nun daraus nichts geworden war, sprang ich auf und hüpfte todesmutig auf den sicheren Boden unter mir. Mit lautem Knall, versteht sich. Man muss wissen, ich war Trampolin-Springerin, Bezirksmeisterin im Jahre 2003, um genau zu sein. Für mich waren das also “Peanuts”. Plötzlich schlug jemand mit der Faust von außen an die Zimmertür. Im selben Augenblick wurde sie aufgerissen und ein Mädchen aus der Clique der “Hot Chicks” stürmte herein. Anscheinend hatte ich mal wieder vergessen abzuschließen, worüber ich mich auch gleich maßlos ärgerte. Ausgerechnet Lilly war es, der “Kopf“ der Gruppe, und mit widerwärtigem Gesichtsausdruck grinste sie mich an. “Was willst du?”, fuhr ich sie ziemlich ungehalten an. Sie wand sich wie eine Schlange (was sie in meinen Augen auch war) und druckste herum. Mir schwante, sie hatte nichts Gutes im Sinn, was sich im Folgenden auch bestätigen sollte. Ja, sie wollte mich schmieren! Mit ihrer typisch widerlichen, schleimigen Art wollte sie mich auf ihrer Seite haben. Aber ich roch den Braten und begann unter Vorspiegelung scheinbarer Bereitschaft: “Also gut, ich will kein Spielverderber sein, aber fünf Euro Schweigegeld sind ja wohl ein Pappenstiel!” Ich musste wieder an unseren gestern entgangenen Spaßfaktor denken, (sprich: die wegen der “Hot Chicks” abgesagte Disco-Party im Heim) und legte noch einen drauf: “Mit zwanzig Mäusen kommen wir ins Geschäft!” Es musste wohl sehr überzeugend geklungen haben, denn Lilly starrte mich sekundenlang mit offenem Mund an, meinte dann aber mit ergebener Stimme: “Ist gut, ist schon okay. Ich kann mich also auf dich verlassen?!” Mit diesen Worten stolperte sie rückwärts aus dem Zimmer und war in null Komma nichts außer Sichtweite. “Halt mich auf dem Laufenden!”, rief ich ihr noch nach und schmunzelte, während ich die Zimmertür wieder schloss. Diesmal sperrte ich wirklich ab! Nachdenklich ging ich zu dem einzigen Fenster, das sich im Zimmer befand, während ich mir Lillys Ansinnen noch einmal ins Gedächtnis rief: Sie und der Rest der Clique wollten also tatsächlich heute Nacht heimlich hinunter zu den Jungs aus der anderen Klasse, die zufälligerweise auch noch eine reine Jungenklasse war, wie mir Lilly aufgeregt zugeflüstert hatte. Es war klar, da wir ja auch im Erdgeschoß untergebracht waren, trennte uns nur eine große, gläserne Tür vom anderen Trakt. Um zu den Jungs zu gelangen, mussten sie erst übers Treppenhaus, dann an unserem Zimmer vorbei und besagte Tür durchqueren, und dies sollte möglichst auch noch lautlos geschehen. Dazu hatte Lilly heute Morgen beim Frühstücken mehrere Stückchen Butter, die in Silberfolie verpackt waren, heimlich mit auf ihr Zimmer genommen, wie sie mir verriet. Damit wollte sie die Tür schmieren, damit sie beim Öffnen keinen Laut von sich gab. Keine schlechte Idee, dachte ich. Trotzdem wollte ich Rache nehmen und diesen eingebildeten, zickigen “Chicks” ihr Vorhaben gründlich vermasseln. Jawohl! Das hatten sie verdient. Unruhig ging ich auf und ab und kaute nervös auf meinen Fingernägeln. Was konnte mir da einfallen? Ich hatte nicht mehr viel Zeit, denn in ein paar Stunden sollte es ja schon abgehen. Vielleicht mussten allerdings erst Luisa und Kicki eingeweiht werden, überlegte ich. Außerdem sollten die beiden natürlich auch Schweigegeld bekommen. Es dauerte nicht lange, da sah ich vom Fenster aus, wie sie lachend und tuschelnd auf unser Haus zugelaufen kamen. Ich öffnete die Zimmertür, und schon kamen mir beide außer Atem entgegen. “Warst du denn nicht unterwegs?”, fragte mich Luisa, als sie mich im Jogginganzug erblickte. “Nöö., ich wollte mal ein bisschen relaxen”, antwortete ich gedehnt. “Aber jetzt hört zu, Mädels! Gehirnzellen-Jogging ist angesagt!” Ich erklärte den beiden, was sich in den letzten sechzig Minuten im Zimmer abgespielt hatte, und sie waren am Ende einer Meinung mit mir. “Die sollen uns nicht so einfach davonkommen!”, prustete Kicki los und schlug mit der flachen Hand auf den Tisch, um ihrem Standpunkt noch mehr Ausdruck zu verleihen.

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